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die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Tag: TV

Stoiber ist Weltmeister! Besiegt die Roth mit…

Ich mag ja eigentlich Günther Jauch. Darum habe ich mich auch total gefreut, dass er, wenn er schon nicht Bundeskanzler oder -Präsident wird, zumindest die wichtigste Talkshow des Deutschen Fernsehens am Sonntag Abend um… um… wann denn? Ich guck das nie…

Am Sonntag habe ich aber nach dem Länderspiel den Fernseher einfach mal angelassen. Es folgte Günther Jauch mit dem Thema „Fußball-WM in Barasilien – Fest oder Fiasko„. Das ist in mehreren Belangen ein saublöder Titel, denn er ist zunächst von der Formulierung her (gewohnt) zu nah am BILD-Schlagzeilen-Niveau und das ist nichts, mit dem man sich rühmen kann. Angeblich bekommt man mit gemäßigteren Titeln aber weniger Zuschauer, heißt es immer wieder gern. Ich behaupte mal: vielleicht kurzfristig, aber langfristig ist die Strategie  mit sachlicheren Titeln eher gewinnbringend – aber darum soll es hier ja gar nicht gehen.

Sondern eher um die zweite Ebene der bescheidenen Titel-Wahl, denn was ist denn überhaupt gemeint? Möchte Günther Jauch tatsächlich über ein sportliches Fest bzw. Fiasko reden? Und in Bezug worauf? Das gesamte Turnier? Die deutsche Mannschaft? Oder geht es doch eher um die Proteste in Brasilien? Im besten Fall kann man de Redaktion hier noch unterstellen, flexibel auf den Ausgang des vorangegangenen Spiels reagieren zu wollen und dementsprechend über die deutsche Mannschaft oder eben.. .alles andere zu sprechen.

Vielleicht muss man sich aber auch einfach mal die Gästeliste ansehen, um beurteilen zu können, worum es gehen soll. Da wäre zuerst Jens Lehmann, diese „Nominierung“ spricht wohl für eine sportliche Sendung, genauso wie die von Bela Rethy der zwar prinzipiell gar nicht geht, aber wohl elf Jahre in Brasilien gelebt hat – wie der Sprecher aus dem Off ankündigt. Gut, das klingt tatsächlich sportlich. Dann ist noch Peter Lohmeyer da, der Schaupsieler, der eigentlich immer bei Fußballthemen mit von der Diskussionspartie ist und der eigentlich immer nur von der romantischen zeit von Erfolgsfußball ohne Geld erzählt – aber Schalke-Fan ist… hmm… man kann darin einen Widerspruch sehen. Aber was macht er nun in der Runde? Genau, er wollte über Spielerprämien diskutieren, das ist zumindest konsequent, steht aber so nicht im Titel der Sendung.Und: Er ist immer ein toller Anlass Szenen aus dem schlimmen „Helden von Bern“-Film zu zeigen, der mich auf voller Länge zu Tode enttäuscht hat, aber wegen des Themas natürlich super sein muss und vermutlich bald wieder in der ARD läuft.

Fehlen noch zwei im Bunde! Bisher scheint es ja eher boulevardisch, sportlich zu werden. Aber jetzt: Da wäre zuerst Claudia Benedikta Roth unsere Fitze-Fatze-Präsidentin des Bundestags. Eigenartig, es geht nicht um Musik in den 60ern oder Energiepolitik, Oliver Geissen ist auch nicht vor Ort… was macht sie also da? Das kann sie später aufklären, sie war zuletzt in Katar und hat sich dort die Arbeitsbeding… Moment… Katar? Mal kurz auf der Karte gucken… nee, Katar ist keine Stadt in Brasilien, das ist dieses Land, wo 2022 die WM ausgetragen werden soll. Hmmm.. Ja.. aber gut, ein Politiker kann ja dennoch nicht schaden, wenn es um politisch motivierte Proteste geht.

Und genau aus diesem Grund wurde die politische Front noch mit dem 10-Minuten-Mann garniert, Edmund „The Schadbär“ Stoiber. Was er mit Brasilien am Zuckerhut (Pa-Tusch!) hat, konnte ich die ganze Sendung über nicht erkennen – er vermutlich auch nicht. Aber er lieferte sich ein überflüssiges Wortgefecht mit Peter Lohmeyer über Spielergehälter, Etats und Prämien. In diesem Kontext wurde sogar noch eine Rede von Uli Hoeneß aus 2007 eingespielt, in der er auf einer Vereinsversammlung die Fans angekackt hatte. Uli Hoeneß… war das nicht dieser… ach… egal. Das Ergebnis war, Peter Lohmeyer wäre doch irgendwie lieber Fan von Mainz 05 oder einem Verein der so ist wie Mainz 05.

Dann ging es unter anderem auch um den Unfall beim PR-Event mit Mercedes, wo sich natürlich Frau Roth über die Fahrt an sich und die Äußerungen von Oliver Bierhoff berufsbedingt echauffierte. Warum man denn solch gefährliche Dinge mache – okay… gut, kann man vermutlich drüber diskutieren, wenn man… ach Gott, nee… und dann aber auch im Zusammenhang mit „so kurz vor einer so wichtigen WM“. Ähm häh?! Ein Mensch schwer verletzt worden, da ist der Zeitpunkt dann doch eher wurscht. Hier sollten sich die Laberbacken aka Diskutanten doch tatsächlich mal einig werden, welchen Dreh sie dem Thema geben wollen. Entweder: Die armen Spieler werden vor einem Turnier geschockt und sind kaum noch leistungsfähig. Oder: Solche Aktionen gefährden Menschenleben und sind generell böse. Meine Meinung: Beides Quark.

Sehr putzig war, als Günther Jauch mit aller Ernsthaftigkeit nachfragte ob die Führerschein-Affäre von Jogi Löw oder die Pinkelaffäre von Kevin Großkreutz nicht das Spiel der Mannschaft beeinflussen und dann (unterstützt von Benedikta) aber auch partout nicht glauben wollte, als Lehmann erklärte, dass das während dem Spiel und eigentlich auch so generell den Spielern total Wumpe ist. Ich erspare mir hier den kurzen Ausflug zu „Spieler sind doch Vorbilder“ und Bela Rethys „aber warum muss das denn so?“ weiter auszuführen.

Das Lustige, es ging 45 Minuten lang nicht mit einer Wortsilbe um Bra- oder -silien und das bei einer Sendungslänge von 60 Minuten. Aber als man schon nicht mehr damit rechnete, kam 15 Minuten vor dem Ende plötzlich das angekündigte Thema aufs Tableau und es folgte der große Auftritt von… Bela Rethy. Denn – die aufmerksamen Leser dieses beitrags erinnern sich – Bela Rethy hat  elf Jahre seines Lebens in Brasilien gelebt. Da muss ich zugeben, dass man ihm dann durchaus eine gewisse Kompetenz bezüglich der brasilianischen Kultur… ach gut, nein, er hat seine ersten elf(!) Lebensjahre in Brasilien gelebt. Ich wiederhole das besser nochmal: Die_ersten_elf_Lebensjahre! Er erzählte dann von Public Hearing mit Radios im Stadtpark von irgendwo… und blaaaaaaaaaa (da war bei mir dieses Schutzfiepen im Ohr; kommt immer wenn Rethy spricht, um mein Hirn zu schützen). Das Thema war aber dann doch recht schnell ausschöpfend durch, weil wirklich keiner der Gäste irgend etwas Mehrwertiges oder Erhellendes zu den Protesten sagen konnte. Warum finden die statt, wie sind die Prognosen zur WM, welche Rolle spielt die FIFA, warum sind genau diese Gäste dann zu diesem Thema in der Sendung usw. Viel schlimmer: Irgendwer sagte das „Katar-Wort“ und schwupps war die Gruppe plötzlich bei 50 Grad und da kann man nicht Fußballspielen. Selbst hier wollte sich niemand auf einer tiefergehende Diskussion zu den Arbeitsbedingungen, Sklavenhaltung usw. äußern.

Schlussendlich würde ich gerne noch den „viel geredet – völlig Zusammenhanglos“-Preis an Herrn Stoiber verleihen, ein klarer Favoritensieg! Toll.

 

das war überraschend okay

Ich habe gestern den ersten Tatort gesehen, den ich nicht vollkommen bescheiden fand. Das ist allerdings nicht so schwieirg… siehe hier und hier.

Ich habe die ersten zehn Minuten verpasst, was anfänglich zu ein bisschen Verwirrung geführt hat. Aha, es gibt also 4 Ermittler. Aha, der Bärtige hat einen Schuss – weil Frau und Kind mutmaßlich bei einem Unfall umgekommen sind.

Dieser Umstand soll u.a. die Basis legen, für die teilweise sehr intensiven Szenen, in denen zwei der vier Ermittler Tatvorgänge nachstellen. Dass die Dame dieses Duos sich ihre sexuelle Befriedigung bei Call-Boys holt und auch generel lso ein wenig nachdenklich daher kommt, verpast diesen Szenen noch eine Doppeldeutigkeit, denn so ein wenig scheint sie den Part des Opfers zu genießen oder zu erregen. Gut geschauspielert ist das allemal – und das von allen Beteiligten.

Mein Problem ist aber viel mehr, dass mich einfach das ganze Gesummse um die Tataufklärung herum nicht interessiert. Alle 6 Monate kommt mal wieder ein Ermittlerteam zum Zug und dann soll/darf ich auch noch an deren Privatleben teilhaben? Eigentlich interessiert mich bei dieser Konstellation doch viel mehr der Mord und dessen Aufklärung. Klar, ist es gut zu wissen, warum das Ermittlerteam teilweise so gebrochen daher kommt, gar keine Frage. Und ich würde auch auf jeden Fall dranbleiben, wenn ich wüsste, dass das Dortmunder Team jetzt 10 Wochen am Stück am Zug wäre – denn das Potential der Charaktere und deren Geschichten ist richtig gut. So aber sind mir die Figuren viel zu egal, warum sollte es sich lohnen, sich mit denen auseinander zu setzen?

Und mal noch ganz nebenbei, wer auch immer die Verfolgungsszene inszeniert hat, sollte das in Zukunft einfach lassen oder beim nächsten Versuch zumindest eine ordentlich fetzige Musik drunter legen. Zwei Leuten zuzusehen, wie sie sich bei klassischer Fahrstuhlmusik verfolgen ist… langweilig. Mal ganz davon abgesehen, dass die Verfolgungsjagd generell auch nicht wirklich notwendig war – also dramaturgisch. Ein bisschen mehr Selbstvertrauen, dass man für einen gelungenen Krimi keine Actionsequenz braucht, ist da schon angebracht.

Noch dazu habe ich auch wirklich nach drei Minuten verstanden, dass Dortmund echt ein trostloser Ort sein muss. Der Trübsaal-Bild-Filter, der ausgesucht wurde und über den ganzen Film gelegt wurde, ist echt sehr sehr… trübseelig. Viel mehr, als dass es den Realismus der Szenerie steigert, nimmt es dem Film das „nahe“ und „das kann wirklich so passieren“-Feeling. Der Filter macht diesen Tatort fiktionaler, als er sein will.

Vielleicht bin ich für dieses Format einfach nicht gemacht – mal abgesehen davon, dass ich mir beim Tatort allzu oft Laienschauspiel anschauen muss, wogegen sogar GZSZ wirkt wie eine Broadwayaufführung – und das in den Hauptrollen. Dieses Warten, bis in gefühlten drei Jahren mal wieder ein Ermittlerteam ins Fernsehen kommt, dass mich dann doch irgendwie packt, liegt mir nicht.

The Goldbergs – Eine Kritik

Kennt ihr noch die Serie „Wunderbare Jahre“? Einige von euch bestimmt. Das Intro war „With a little help from my friends“ von Joe Cocker, klingelt es jetzt? Es gab mal den Mythos, dass der jüdische Nachbarsjunge von Marylin Manson gespielt wurde (wurde er übrigens nicht). Noch immer keine Ahnung… dann hier mal das Intro:

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Die Serie wurde aus dem Off erzählt, aus der Sicht des mitlerweile erwachsenen Hauptcharakters Kevin Arnold (Fred Savage). Und vermutlich fanden so ziemlich alle Jungs die Nachbarin, der Love Interest von Fred… darf man in dem Alter schon „Love Interest“ sprechen? Naja, jedenfalls fanden die wohl ziemlich viele Jungen toll. Die ganze Serie spielte in den späten 60ern bzw. frühen 70ern in den USA.

Seit Oktober 2013 gibt es eine Serie, die (nicht nur) im Prinzip genau das gleiche Konzept hat. Sie ist mit „The Goldbergs“ benannt nach dem Produzenten Adam Goldberg, der für so schöne Dinge wie „Entourage“ oder „My Name is Earl“ verantwortlich ist. Auch hier erleben wir die Geschichte erzählt aus dem Off und auch hier ist es der Hauptcharakter, der jüngste Sohn, der uns als Erwachsener die Geschichte erzählt. Die jüngeren Leser dieses Blogs, die die Serie „Wunderbare Jahre“ nicht kennen, dürfen sich das in etwa so vorstellen, wie bei „How I met your mother“, nur nicht so schlecht…

Aber zurück zu den Goldbergs. Wie bei den Arnolds, steht eine fünfköpfige Familie im Fokus, hier noch unterstützt durch einen Großvater – der wiederum so ein bisschen so ist, wie der Großvater aus „King of Queens“. Auch die Ausarbeitung der Charaktere ist quasi wie beim Vorbild. Der motzige Vater, der große, unverschämte, Gewalt anwendende Bruder, die eher tussige Schwester, ein schlauer aber irgendwie nerdiger und nicht wirklich bemerkenswerter Hauptcharakter… Nur die Mutter sticht durch ihr Erscheinungsbild und tolles schrulliges Schauspiel heraus.

Die wunderbaren Jahre zeichnete neben ihrem Humor auch aus, dass die Geschichten mit einer gerüttelt Maß Herzblut erzählt wurden. Es war natürlich ein bisschen heile Welt, dazu Humor und all das mit der so gerade eben richtigen Portion Gefühl erzählt. Dazu kommt, dass der Deutsche Erzähler auch eine fantastische Stimme hat(te). Bei den Goldbergs ist das leider ein wenig anders, die Serie ist sehr- leider bisher zu sehr – auf Lacher bzw. einen hohe Gag-Dichte getrimmt. Und das Problem ist, dass die nur selten wirklich zünden. Erzählerisch hat die Serie dabei nur wenig zu bieten und wenn es mal emotional werden soll, dann passt das in den sehr Gag-orientierten Aufbau nicht wirklich rein und wirkt somit deplatziert. Die Serie schafft es zumindest bei mir nicht, mich in eine Stimmung zu versetzen, wo ich lachen und kurz danach „ooooohhhh“ sagen kann.

Die Serie hat das Glück, dass der amerikanische Serienmarkt im Moment so ein wenig lahmt. Wirklich herausragende neue Serien gibt es eigentlich nicht. Im Januar kommt bei HBO eine neue Crimeserie ins Pay-TV, die wirklich verheißungsvoll ausschaut, mit Mattthew McConadingens und Woody Harrelson – True Detective (dringend den trailer ansehen). Gerade im Bereich Comedy gibt es außer dem durchschnttlich unterhaltsamen „Brooklyn 9-9″, dass sich doch sehr an Scrubs orientiert, nichts Herausragendes. Da fällt The Goldbergs eben auf…

Als Kind der 80er müsste mir The Goldbergs vom Setting her, eigentlich näher liegen, als die Serie über die 60er/70er. Aber so richtig begeistert mich eigentlich nur der Soundtrack, die schrullige 80er-Mucke passt halt einfach prima – logisch. Den ein oder anderen lustigen Moment gibt es schon und oft stellt sich so ein Gefühl von „ach richtig, so war das damals vor Flachbild-TVs, Handys und Internet“ ein. Das kann die Serie schon eine Zeit lang tragen. Aber dauerhaft erscheint mir das zu wenig.

Jeder, der das „Original“ nicht kennt, sollte sich die Goldbergs einmal ansehen – ich bin mir sicher, sie wird im deutschen Fernsehen bald auch ankommen und beim deutschen Publikum gut funktionieren (hallo Pro7) – alle, die aber die wunderbaren Jahre kennen, werden ständig daran erinnert werden. Die Serie entwickelt bisher einfach zu wenig eigenen Charakter und haut einem die Gemeinsamkeiten mit dem Vorbild permanent und offensichtlich um die Ohren. Sie ist ein bisschen so, als würde ein Musiker auf die verrückte Idee kommen, ein Lied aus den 80ern einfach nochmal neu – aber nicht zu neu- aufzunehmen und in die Charts zu bringen. Wie abweg… oh…

Ich hoffe, dass die Goldbergs sich bald von den Arnolds emanzipieren und Adam Goldberg uns eigene liebenswerte, lustige Geschichten erzählt und sich vielleicht auch mal an etwas Nachdenkliches oder Trauriges traut. Eine 80er-Jahre Copycat einer 60er/70er-Jahre-Serie braucht man dauerhaft aber nicht. Wer mal reinschauen möchte, hier ist der Trailer, der mit knappen 5 Minuten jedoch ein wenig lang geraten ist. Eine Folge ist mit den Sitcom-typischen 23 Minuten gar nicht so viel länger.

Montagabend-Frust

Ich hatte mich so ein ganz kleines bisschen auf den gestrigen TV-Abend gefreut. Also, generell freue ich mich ja selten auf TV-Abende, aber nicht weil das deutsche TV-Programm ja angeblich so schlecht ist, nein, TV passt einfach nicht zu meinem View-on-Demand-Gewohnheiten. Ich richte mich ungern nach den Ideen der Programmplaner.

Aber darum soll es nicht gehen, sondern um den Markencheck in der ARD, Jenny Elvers, Rach und den Unsympath im deutschen Fernsehen Frank „I am the greatest“ Plaßberg. Ne Menge, nicht wahr? Keine Sorge, ich versuche mich kurz zu fassen.

Zuerst begann um 20.15 der Markencheck in der ARD, der sich mit der Firma Apple auseinander setzte. Der Markencheck „beleuchtet“ Unternehmen nach verschiedenen Gesichtspunkten, die Konsumenten bei ihrer Kaufentscheidung interessieren könnten. Da geht es oft um Qualität, Preis und auch darum, wie die Firma mit ihren Mitarbeitern umgeht. Apple ist da natürlich eine „interessante“ Wahl für den Markencheck, weil man eigentlich meinen könnte, man weiß die Antworten auf diese Themenfelder schon. Aber da es sich um öffentlich rechtliches TV handelt, hatte ich mir etwas mehr versprochen. Das war ein zentraler Fehler. Der Markencheck beantwortete die Fragen mit genau den Antworten, die schon lange bekannt sind. Gut, ich hatte mir noch nie Gedanken darüber gemacht, dass sogar die Stromstecker durch-designt sind. Aber gut, geschenkt. Ja und sehr teuer ist Apple auch und die Mitarbeiter in der chinesischen Zulieferer werden unterirdisch bezahlt. Letzteres könnte nun durchaus ein spannedes Thema sein – zugegeben vielleicht das Falsch für dieses Format. Dennoch zeigte man sich recht investigativ. Die Reporter gaben sich als deutsche Start-Upper aus und machten sich mit versteckter Kamera in den Fabrikhallen schlau. Da hörte es aber auf und die Antwort auf die Frage, wie fair Apple ist, war: Nicht fair. So… nun gut… Leider fand eben kein Interview mit Verantwortlichen von Apple statt, wobei man auch deren Antworten vermutlich im Voraus hätte orakeln können. Wie dem auch sei, die ganze Reportage war für mich ein Totalausfall. Es fand übrigens auch kein Vergleich mit anderen Smartphone-Anbietern statt. Woher weiß ich, ob Samsung fairer ist?

Im Anschluss wollte ich Rach, den Restaurantester schauen. Nun… statt dessen sprang mir Jenny Elvers mit ihrer Alkoholbeichte ins Gesicht. Also sofort wieder zurück in die ARD und wer sprang mir da ins Gesicht? Frank Plaßberg mit seiner Hart aber Fair-Talkrunde. Die finde ich ja per se schon sehr gruselig, denn der Moderator führt das Gespräch mehr in die Irre, als er die Disku-Tanten leitet, dann gibt es (möchte-gern aber eher dämlich-) provokative Einspielfilme und irgendwann liest eine Frau vor, was Leute in diesem eigenartigen Internet zum Thema sagen.

Gestern handelte es sich um einen Apple-Themenabend in der ARD, also war auch in der Talkshow Apple das Thema. Der Titel lautete (kein Witz):

Handy an, Hirn aus – wie doof machen uns Apple und Co.?

Wer denkt sich solche Überschriften eigentlich aus?! Das kann doch eigentlich schon nichts Gutes verheißen… Und es war dann auch wirklich nicht gut. Die Diskussion rockte durch zahlreiche aneinander gereihte Themenfelder über die „neuen“ Medien. Ja, diese ganz neuen Medien, dieses Internet… und Handys… und Computerspiele… Christopher Lauer von den Piraten war zu Gast, der eigentlich nix kann, außer unverschämt und laut zu sein und ich mich jedesmal schäme, wenn ich auch nur im Ansatz seine Meinung teilen muss. Rangar Yogeschwar war mit einer gemäßigten, abwägenden Meinung am Tisch, daneben eine Schauspielerin… die ein Kind hat – ja, das reicht bei Plaßberg als Daseinsbereichtgung. Dann noch der Chef des Lehrerverbandes, der so ewig gestrig war, dass man sich überlegen sollte, seine Kinder vielleicht doch daheim selber zu unterrichten, zumindest sofern seine Ansichten die der gesamten Lehrerschaft repräsentieren würden. Zuletzt war da noch eine Dame vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen, dass sehr gerne den Job der BPjM oder USK machen würde und dementsprechend fand die Dame auch die Handynutzung für unter 16-jährige ganz ganz schlimm. Kann man ja theoretisch drüber diskutieren, wurde es aber eigentlich nicht. Jeder brachte mehr oder weniger lauer… äh laut seine Meinung vor, zementierte ein bisschen, wurde von Plaßberg unterbrochen oder beim ersten Ansatz eines Dialoges wurde dieser vom Moderator mit einem bescheuerten provokativen Film abgewürgt. Ich wusste es bisher nicht, aber ja, es gibt Kindertöpfchen vor die ein iPad montiert ist, damit der Nachwuchs auch beim Scheißerchen noch Angry Birds spielen kann. Und das nutzen natürlich auch total viele (außer die Anwesenden), die Herstellerfirma ist eine der umsatzstärksten der Welt und in einer Woche gibts einen Markencheck dazu. Herrje…. Jedenfalls ein sehr plakatives Beispiel, unsere Kultur scheint in Gefahr. Ver.Schenkte.Zeit. Um 21.30 widmete ich mich dann Kevin Spaceys House of Cards… viel besser!

Was ich mir wünschen würde, um das hier mal ein bisschen konstrukiv zu gestalten, ist eine Sendung, in der von wenigen Diskutanten (vielleicht zwei) an einer groooßen „Tafel“ ein Thema sachlich behandelt, aufgemalt und besprochen wird. Es werden interdependenzen aufgeziegt und in der nächsten Sendung wird dann ein Thema besprochen, dass mit dem vorigen im Zusammenhang steht usw. So, dass sich irgendwann ein Geflecht von Interdependenzen und vielleicht sogar Lösungsansätzen und -vorschlägen bildet. So könnte man vielleicht auch mal einschätzen, was es bedeutet, wenn hier Subventionen gestrichen oder dort Renten erhöht werden. Das würde den (neugierigen) Zuschauer schlauer machen, kann gut unterhalten und das wäre außerdem mal ein anderes Format als dieses im Halbkreis-Gesitze und Allgemeinplatz-Gedresche. Man müsste nicht einmal Politiker einladen und auch nicht die schon landläufig bekannten „Experten“, sondern einfach Leute, die wissen wovon sie sprechen und die ideologisch nicht zu verbohrt sind. Würde es so eine Sendung geben, würde ich vermutlich auch dem Programmplaner gehorchen wollen… (PS. Ich habe natürlich ein dickes Copyright auf dieser innovativen Sendungsidee und kenne einen Anwalt mit Schwerpunkt auf Völkerrecht!)

ach Sport1… neeneenee

Ich mochte das DSF früher eigentlich recht gern. Gut, sie hatten eigentlich immer schlechte Kommentatoren und Moderatoren, aber den Doppelpass am Sonntagvormittag fand ich gut. Übrigens insbesondere dann, wenn Calli Callmund Gast war. So langsam wurde die Sendung aber doch recht langweilig. Der Gast, der vor Ort war, wurde normalerweise immer gelobt  und in der Woche davor oder danach wurde derselbe zum Teufel gejagt, verbal. Dann übernahm irgendwann auch noch Jörg Wontorra und es gab plötzlich einen „Netman“ (wer hat sich denn diesen bescheuerten Namen ausgedacht?!), der irgendwelche Emails vorlas und eine Kapelle (Trio irgendwas) die grrausigste Musik eingespielt hat. Letztere wurde lustigerweise durch den DJ „John Munich“ ersetzt. Der ist wohl irgendwie mit Udo Jürgens verwandt, hat einen gruseligen Stage-Namen und nun ja… also gebraucht wird der nicht.

Aber ich wollte ja eigentlich gar nichts zum Doppelpass schreiben! Das DSF sendete auch noch diese useligen Call-In-Dauerwerbesenungen und überhaupt lief eigentlich immer Werbung, wenn man den Sender einschaltete. Aber die Herren aus der Chefetage hatten das Problem wohl erkannt und kamen auf die (gute) Idee, den Namen des Senders zu wechseln. Hätten sie auch das Programm radikal gewechselt, wäre das vermutlich ganz gut gewesen. Der Sender heißt seitdem Sport1 und pfuuuuuu… langsam komm ich zum Punkt…. und ist noch immer nicht besser. Nur ohne Call-In oder zumindest weniger.

Freundlicherweise überträgt Sport1 jedenfalls die Rugby-WM. Das finde ich ganz großartig und ich empfand zuletzt wieder ein Fünkchen Sympathie für den Sender. Bis dann jetzt zum Finale… Das Finale zwischen Neuseeland und Frankreich wird doch tatsächlich in einer Widerholung  am kommenden Sonntag um 14.30. Auch noch in einer auf 45 Minuten gekürzten Wiederholung, von der Sport1-typisch sicherlich 15 Minuten mindestens durch Werbung gefüllt sind. Das, liebe Damen und Herren, ist peinlich! Wobei… also so ein wenig kann ich es verstehen, denn das Finale läuft ja parallel zum oben erwähnten Doppelpass – dem Flaggschiff des Senders.

Und jetzt käme der Rettungsanker Internet www.sport1.de ins Spiel. Hier könnte man doch… und tut man auch… aber… ach Gottchen nochmal! Das Spiel im Livestream bei Sport1 zu schauen kostet Geld! Ja, richtiges Geld. Wie auch schon das Halbfinale am vergangenen Samstag. Das kostete schon (grenzwertige bis unverschämte) 2,99 Euro!

Liebes Sport1, ich glaube, so brauche ich euren Sender leider nicht mehr.

PS. Eigenartig, dass nicht einmal SKY (die zahlreiche Sport-Kanäle haben) keine Rechte für die Rugby-WM eingekauft hat. Ob es jetzt an den Veranstaltern liegt, die die Rechte zu teuer verkaufen wollen oder an den Sendern, die kein Interesse daran haben, ihr Programmportfolio durch hochklassigen Livesport, statt durch Wiederholungen und Pseudo-Sport-Dokus zu füllen, es ist insgesamt einfach wenig zufriedenstellend! Insbesondere Sport1 versäumt es schon immer, Sportarten im deutschen TV zu etablieren (nagut, Dart und Poker… naja). Jaaaa, ist teurer, schon klar… Und ausgerechnet die ARD zeigt jährlich was? Genau, den amerikanischen Superbowl. Hach… zum Verzweifeln.

PPS. Ich hatte nach meinem Aufenthalt in Australien 2007 die Chance, ein Praktikum in der Programmplanung des damaligen DSF zu machen. Das habe ich nicht, dafür könnte ich mir heute noch in den Allerwertesten treten! Und ich bin mal übermäßig selbstbewusst: Ich hätte da bestimmt etwas verändert! Ich weiß es nämlich besser, mindestens, alles, immer!

Verschwörungstheorie

Top-Quoten hatte Sat1 am Mittwoch beim Champions-League Spiel Benfica Lissabon gegen Bayern München. Das gewannen die Mannen Klinsmanns  mit 5:0 die Portugiesen. Toll! Ich war daheim und habe mir das bunte Treiben auf dem grünen Rasen im TV angesehen. Zumindest 48 Minuten lang. Die grottige erste Halbzeit und die letzten drei Minuten des Spiels habe ich nämlich nur gesehen.

Zur Halbzeit musste ich das Media-Center (mit dem schaue ich via DVB-T TV auf meinem Laptop) von WinXP-MCE abschalten, damit ich einen Stream im Internet schauen konnte. Zur zweiten halbzeit schmeisse ich das Prorgamm wieder an und alles ist wunderbar. Alles? Nicht alles! Ein kleiner widerspenstiger Sender weigerte sich zu erscheinen und zwang das Media-Center jedesmal zum Programmabsturz. Und dieser Sender war Sat1 [Anm.d.Red.: Ein sog. Widerporst. Werft den Purchen zu Poden!]. Eigenartiger Zufall oder die Matrix hat sich gegen mich verschworen. Ich habe also sowohl (nur) schwarz gesehen, als auch mich maßlos geärgert!

Wie dem auch sei, an mir lag es mit der Quote nicht. Gut… sowieso nicht, weil ich keine Box zuhause habe, die mein Guck-Verhalten aufzeichnet [Anm.d.Red.: Allerdings hätte ich gern eine.]. Der langsame Untergang von Sat1 ist also nicht meine Schuld… bitte liebe Sat1ler, demonstriert deshlab nicht vor meiner Haustür.

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