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die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Tag: Tiere

Wortspiele und Walgesang

Heute Mittag sind wir per Fähre auf Vancouver Island in Victoria angekommen. Zwar hatte ich mir mit Honey-B (TM) und G-Man tolle Wortspiele mit Victoria’s Secret ausgedacht, aber die fallen mir gerade nicht mehr ein…
Wie dem auch sei, unsere erste Station war ein Whale-Watching-Trip mit der Firma „Prince of Whales“ (muhahahaha, zweite Wortspiel-Station in diesem Eintrag). Ich war ja vorher nicht soooo überzeugt davon, dass ich mich länger als notwendig auf Nassem bewegen will… aber hey, Wale!
In der Galerie seht ihr einige Bilder [Anm.d.Red.: Wem die nicht reichen, schaut auch noch hier vorbei]. Wenn euch dort einer der Säuger besonders groß vorkommt, liegt das daran, dass eine Gruppe (Pod) der Wale fast unter unserem Boot durchgeschwommen ist (wir konnten das Weiße in ihren Augen Körper unter Wasser deutlich erkennen) und auch daran, dass einer der gesichteten Wale „Mega“ war, das größte hiesige Männchen. Da hat sogar die Tourleitungsdame „Rachel“ gejuchzt, weil sie ihn sooo naaaah noch nie gesehen hat. Parallel zum Gucken wurde über ein Unterwassermikro auch noch Live-Walgesang gehört und ich konnte es kaum glauben, aber die Kerle schaffen eine höhere Tonlage als G-Man wenn er lacht. Aber nur knapp… Jedenfalls war es einfach einmalig diesen gewaltigen Tieren so nah zu kommen.
Später gab es noch einen Adler und Seals zu bewundern (japp, ohne Heidi, danke G-Man für das dritte Wortspiel). Die Seals werden übrigens ganz despektierlich auch Orcadeuvre genannt und… zack vergessen. Aber ein FunFact: Man sollte meinen, wenn die Jungs sich auf den Steinen sonnen, sind sie vor den Orcas sicher, allerdings schmeissen sie sich wohl in die Fluten, sobald sie die Wale wittern, um zu entkommen. Diese Natur kann ganz schön grausam sein…
Was gabs noch? Öhm… Victoria ist sehr schön, am Hafen gibt es ein paar Straßenmusiker/-künstler und die Beleuchtung nachts ist sehr stimmungsvoll. Morgen werden wir die Stadt erkunden und dann geht es weiter nach Tofino. Dort gibt es auch wieder einen National-Park und eine schöne Stadt. Nach den Walen sind dann jetzt aber auch hoffentlich Bären angesagt! Mit den Mounties rechne ich schon gar nicht mehr, sorry Frau Chefin.

Mücken und zwei Burger

Ich sitze gerade im eher useligen SameSun Hostel in Revelstoke und nutze das freie WiFi, um nach einem Tag Pause ein Lebenszeichen von mir zu geben. Wir sind gestern in Kelowna [Anm.d.Red.: Das spircht man übrigens fast wie Köln „Kolona“ aus. Warum auch immer man es dann mit „e“ schreibt… verrückte Kanadier], angekommen und heute morgen nach einem Bacon-Eggs-in-a-Burger-Frühstück schon wieder gen Rockies losgefahren und haben nun Halt in Revelstoke gemacht. Und die Natur um dieses 8.000-Seelen-Dorf herum ist groooßartig. Viele Berge viel grün und Säugetiere! Nur keine Bären. Also eigentlich schon, aber sie haben sich uns nicht gezeigt. Dafür haben wir mehrere Streifenhörnchen getroffen und das Letzte hat sich sogar fotografieren lassen. Vielleicht hatte es Mitleid, weil seine Kumpels doch ein wenig scheu waren und uns nicht auf mehr als 5 Meter ranließen. Und heeeeektisch sind die kleinen Scheisser. Meine Herren!
Was uns generell aber mindestens sehr unentspannt gemacht hat, ist die unglaubliche/unfassbare Masse an Mücken. Grau-En-Voll! Wir haben alle noch kein Mückenspray, aber das Schlimmste ist eh, dass sie die ganze Zeit um Einen herum surren – gestochen worden, bin ich nämlich so gut wie gar nicht. Das Mückensummen wird nur übertönt von (gefühlt) tischtennisballgroßen tief summenden Fliegen.
Beim Wandern/Hiken hab ich mich wie auf einem Crosstrainer gefühlt, weil ich die ganze Zeit mit den Armen umher gewedelt hab. Ohne den Burger heute Abend und den Burger heute morgen, hätte ich vermutlich gleich 10 Kilo abgenommen… auch gefühlt. Ich habe voller Pflichtbewusstsein auch schon wieder eine Galerie erstellt – die ich aus technischen Gründen, aber nicht hochladen kann. Sie beginnt mit Super-Müll und endet mit einem Super-Streifenhorn. Dazwischen gibt es viele Berge, meine Wampe und nene Zug. Boah! Nur müsst ihr nun leider noch drauf warten… Hier aber wenigtens ein Teaser:

Morgen geht es dann weiter Richtung Rockies, vielleicht mit einem Stop in Golden und dort auf den Gletscher. Das entscheiden wir spontan. Toller Aufkleber auf Autos übrigens „I love Golden Showers“. Die Fetisch-Experten dürfen an dieser Stelle gerne schmunzeln und sich dann angewidert abwenden.
Was ich nun übrigens noch nicht gesehen hab, sind Bären (grrr) oder auch nur einen einzigen Mountie (bäääh). Ich hoffe, das ändert sich ganz bald!

Heiß, heißer, Muskelmann

So, der erste Tag in Vancouver ist rum, ich bin im Gesicht schon wieder rot wie „der eine“ Häuptling der Apachen, nachdem er drei Wochen in der Wüste Nevadas an einen Marterpfahl angebunden war. Es ist hier nämlich wahnsinnig sonnig und überraschend warm. Das fühlt sich so ein wenig an wie 35 Grad, sind in Wahrheit so um die 25. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich mich entschieden hatte, meine kurzen Hosen daheim zu lassen.
Allerdings liegt hier auch eh eher oben ohne im Trend, dann aber natürlich auch kurz unten. Und damit meine ich zunächst mal die Hosen. Ich kann/will mir aber auch vorstellen, dass die ganzen Herren, die hier stolz ihren Oberkörper zur Schau tragen, einen Kurzen haben. Ansonsten ist es für den modernen Waschbärbauch-Mann nämlich nur schwerlich zu ertragen, was hier so an Six-Packs rumläuft. Hat jemand Snatch gesehen? So ungefähr, wie Brad Pitts Oberkörper in diesem Film ausschaut, laufen hier viele Männer rum. Die anderen der vielen sehen aus wie He-Man… Vernichtend! Um es mal in Zahlen auszudrücken, vermute ich – grob überschätzt – das etwa ein viertel der Männer in Vancouver heute oben ohne durch die Straßen liefen. Zwei Drittel dieser Kerls hat eine der beiden beschriebenen Figuren. Die anderen haben einen Körperbau wie ich, sind allerdings dann auch meist 20 Jahre älter… Und im Vergleich hielten sich die Bikini-Chicks doch arg in Grenzen. Ganze zwei auf der Straße. Und oben ohne war keine Frau. Am Strand sah die Lage dann schon wieder anders aus… bis auf oben ohne.
Gesehen haben wir auch unser erstes furchtbar wildes, pelziges Säugetier. Ach was, ganze zwei Arten haben wir gesehen, Drei Eichhörnchen und einen WaschBÄR! Jawohl, der erste Bär! Wir haben uns auch recht nah rangetraut und ihn sogar in die Flucht schlagen können, als er den von uns gewünschten Mindestabstand nicht einhielt. Zack in den Tümpel mit ihm ging es! Wer braucht da schon Six-Packs!? Der moderne Trinker vielleicht…
Die Viecher sind übrigens in der ersten Fotogalerie (ohne Flash geht hinter dem Link wenig) über Vancouver dokumentiert. Die Herren der Schöpfung nicht, man muss ihnen ja nicht noch mehr Öffentlichkeit schenken. Bei den Bildern habe ich dann aber übrigens uns drei Reisende entfernt, auch hier muss nicht mehr Internet-Publizität entstehen als notwendig. Für die Autobegeisterten habe ich einen Schalke-blauen Mustang abfotografiert und einen – anscheinend ganz brandheißen neuen – Lamborghini. Den findet ihr auf dem vorletzten Bild, bevor die Galerie dann mit mehreren deutlichen Zeichen endet.
Laut der Tracking-Statistik meines Miteisenden (den ich ab sofort hier G-Man nennen darf und seine Frau B-Woman), also laut G-Man, sind wir heute ganze 19,1 km durch Vancouver gewandert. Beifall bitte und hier die Route im Bild und zum Nachmessen und nachlaufen:

 

Alan, Alan, Alan, Alan, Alan, Alan, Alan….

Also, ich wollte mir aus diesem Video eigentlich ein Highlight rauspicken, aber die Viecher sind einfach alle lustig. Obwohl ich nicht alles verstehe, was ihnen so in den Mund gelegt wird.

YouTube Preview Image

Das erinnert mich an diesen Tierfilm, den ich als kind so gern gesehen habe, wo alle möglichen Bewohner der Savanne diese Beeren essen, von denen sie ganz betrunken werden.

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