Heute mal ein Sack nix

Jetzt mus schon wieder Sport1 herhalten, aber diesmal eigentlich nur als Platzhalter für viele andere Online-Sportmagazine.

Holger Badtstuber hat anscheinend gesagt, dass der FC Bayern jederzeit gegen Dortmund gewinnen könnte – immer! So… ja und wo ist da jetzt die Info, frage ich mich. Ich vermute mal, es hat niemand etwas anderes behauptet. Wenn doch, dann könnte man sich die Saison ja auch sparen und vorher festlegen wer bei wem gewinnen kann und wer nicht.

Natürlich darf man hier hinterfragen, warum Bayern denn dann nicht einfach immer in Dortmund gewinnt, wenn sie es denn können. Ist das eine bewusste Entscheidung, nicht gegen den BVB zu gewinnen? Und was sagen die Wettbüros eigentlich dazu?

Diese Aussage rangiert in der gleichen Liga wie zuletzt die Aussage vom Sportdirektor des FC Nürnberg. Der sagte – auf die sportliche Krise hingewiesen – dass Trainer Hecking „das Ruder jederzeit rumreissen“ könnte. Eine tolle Phrase und da denk ich mir dann: Warum macht er es denn dann nicht einfach? Gibt es Gründe, warum ein Team absichtlich nicht das Ruder rumreissen sollte? Geopolitische vielleicht?

Klaro, so ist nun mal Fußballersprech und was ich hier mache ist in gewissem Maße auch Erbsenzählerei. Allerdings ärgert mich diese Häufung von irrelevanten Nachrichten im Sport und insb. Fußball. Ich wette einfach mal – und das darf man dem Internet durchaus vorhalten – dass kein Zeitungsartikel mit solch einer Überschrift erschienen wäre. Ich hoffe es zumindest, ansonsten würde es mir leicht fallen, Gründe für Auflagenschwund und Zeitungssterben aufzuzeigen. Das Internet suggeriert den Inhalteerstellern anscheinend, dass die Nutzer permanent mit Neuem beschallt werden wollen und sei es auch noch so irrelevant.

Das Ende des interviews setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Darf ich bitten:

Wir können immer gegen Dortmund gewinnen. Die Borussia hat sich aber weiterentwickelt und wir uns auch, das wird deshalb eine ganz andere Partie. Und das Spiel fängt bei Null an.

Und ganz schlau sind so Fragen wie:

Der FC Bayern hat sich diesen Vorsprung in den vergangenen Monaten hart erkämpft, davon würde man nur ungern etwas abgeben, oder?

Die sind nicht einmal die Pixel wert, auf denen Sie abgebildet werden… Warum sollte ich mir solche „Dinger“ überhaupt noch durchlesen, wenn ich da zwei bis dreimal drauf „reingefallen“ bin. Ich weiß nicht warum… deshlab klick ich es auch nicht mehr an.

Interessanterweise kriegt es übrigens die 11Freunde-Redaktion ganz gut hin, sich auf Relevanteres zumindest Hintergündigeres zu fokussieren – auch das liegt im Auge des Betrachters, klar. Es geht also auch in unwichtigeren bereichen wie im Sport, interessante mehrwertige Artikel zu verfassen, die auch sprachlich überzeugen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn diese Miniartikel mit den Nullsummen-Infos einfach aussterben würden, dann würde ich Seiten wie Sport1 auch häufiger besuchen.

 

ach Sport1… neeneenee

Ich mochte das DSF früher eigentlich recht gern. Gut, sie hatten eigentlich immer schlechte Kommentatoren und Moderatoren, aber den Doppelpass am Sonntagvormittag fand ich gut. Übrigens insbesondere dann, wenn Calli Callmund Gast war. So langsam wurde die Sendung aber doch recht langweilig. Der Gast, der vor Ort war, wurde normalerweise immer gelobt  und in der Woche davor oder danach wurde derselbe zum Teufel gejagt, verbal. Dann übernahm irgendwann auch noch Jörg Wontorra und es gab plötzlich einen „Netman“ (wer hat sich denn diesen bescheuerten Namen ausgedacht?!), der irgendwelche Emails vorlas und eine Kapelle (Trio irgendwas) die grrausigste Musik eingespielt hat. Letztere wurde lustigerweise durch den DJ „John Munich“ ersetzt. Der ist wohl irgendwie mit Udo Jürgens verwandt, hat einen gruseligen Stage-Namen und nun ja… also gebraucht wird der nicht.

Aber ich wollte ja eigentlich gar nichts zum Doppelpass schreiben! Das DSF sendete auch noch diese useligen Call-In-Dauerwerbesenungen und überhaupt lief eigentlich immer Werbung, wenn man den Sender einschaltete. Aber die Herren aus der Chefetage hatten das Problem wohl erkannt und kamen auf die (gute) Idee, den Namen des Senders zu wechseln. Hätten sie auch das Programm radikal gewechselt, wäre das vermutlich ganz gut gewesen. Der Sender heißt seitdem Sport1 und pfuuuuuu… langsam komm ich zum Punkt…. und ist noch immer nicht besser. Nur ohne Call-In oder zumindest weniger.

Freundlicherweise überträgt Sport1 jedenfalls die Rugby-WM. Das finde ich ganz großartig und ich empfand zuletzt wieder ein Fünkchen Sympathie für den Sender. Bis dann jetzt zum Finale… Das Finale zwischen Neuseeland und Frankreich wird doch tatsächlich in einer Widerholung  am kommenden Sonntag um 14.30. Auch noch in einer auf 45 Minuten gekürzten Wiederholung, von der Sport1-typisch sicherlich 15 Minuten mindestens durch Werbung gefüllt sind. Das, liebe Damen und Herren, ist peinlich! Wobei… also so ein wenig kann ich es verstehen, denn das Finale läuft ja parallel zum oben erwähnten Doppelpass – dem Flaggschiff des Senders.

Und jetzt käme der Rettungsanker Internet www.sport1.de ins Spiel. Hier könnte man doch… und tut man auch… aber… ach Gottchen nochmal! Das Spiel im Livestream bei Sport1 zu schauen kostet Geld! Ja, richtiges Geld. Wie auch schon das Halbfinale am vergangenen Samstag. Das kostete schon (grenzwertige bis unverschämte) 2,99 Euro!

Liebes Sport1, ich glaube, so brauche ich euren Sender leider nicht mehr.

PS. Eigenartig, dass nicht einmal SKY (die zahlreiche Sport-Kanäle haben) keine Rechte für die Rugby-WM eingekauft hat. Ob es jetzt an den Veranstaltern liegt, die die Rechte zu teuer verkaufen wollen oder an den Sendern, die kein Interesse daran haben, ihr Programmportfolio durch hochklassigen Livesport, statt durch Wiederholungen und Pseudo-Sport-Dokus zu füllen, es ist insgesamt einfach wenig zufriedenstellend! Insbesondere Sport1 versäumt es schon immer, Sportarten im deutschen TV zu etablieren (nagut, Dart und Poker… naja). Jaaaa, ist teurer, schon klar… Und ausgerechnet die ARD zeigt jährlich was? Genau, den amerikanischen Superbowl. Hach… zum Verzweifeln.

PPS. Ich hatte nach meinem Aufenthalt in Australien 2007 die Chance, ein Praktikum in der Programmplanung des damaligen DSF zu machen. Das habe ich nicht, dafür könnte ich mir heute noch in den Allerwertesten treten! Und ich bin mal übermäßig selbstbewusst: Ich hätte da bestimmt etwas verändert! Ich weiß es nämlich besser, mindestens, alles, immer!