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die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Tag: Post

Die Post-Hotline der Freundlichkeit

Oh schön, ich bin gerade in Fahrt. Dieser und die letzten beiden Einträge sind ziemlich flink nacheinander entstanden, aber meine one-post-a-day-policy verbietet es mir, sie hier auch so kurz hintereinander zu posten.

Ich habe gerade bei der Packstations-Hotline angerufen, um mich auszukotzen und abzuklären, ob der Samstag bei der Post tatsächlich ein Werktag ist und ich mein Paket abholen kann. Nagut, das Beschweren stand eindeutig im Vordergrund. Nummer gewählt, ganz ohne Warteschleife dran gekommen und dann? Dann ist der Mensch am Telefon aber sowas von freundlich, dass ich schon gar nicht mehr wirklich sauer sein kann. Dafür bin ich aber jetzt umso aufgebrachter, weil ich meine Wut ja eben nicht an jemandem auslassen konnte, der natürlich nichts dafür kann und am Ende vielleicht sogar auch noch unverschämt wird. Und das wäre umso besser!

Ich möchte darum mal in Frage stellen, ob das wirklich so gesund ist, bei einer Hotline anzurufen und sichzu beschweren. Statt dass ich jetzt sickig über den unfreundlichen Hotliner bin, bin ich noch immer sickig mit der Post im Allgemeinen. Das kann nicht gut sein! Ich wäre jetzt viel lieber sauer auf den Servicemitarbeiter. So würde sich meine Wut ganz gesund verlagern und ich könnte Freunden und Kollegen davon berichten. Aufgebracht natürlich, woraufhin die Wut immer mehr abflaut. Das ist so, als wenn man sich den Zeh einklemmt, und den Schmerz ungewollter weise dann mit einem gestoßenen Knie verlagert. Die Pein im Zeh spürt man dann nicht mehr. Eigentlich kein schlechtes System. Aber was soll ich jetzt machen? Mich nochmal über das Packstationsdilemma beschweren? Da hab ich vor allem gar keine Lust drauf.

Mir ist es einmal passiert, dass ein Mitarbeiter von Alice einfach aufgelegt hat, weil ihm meine Beschwerden nicht gefallen haben. Ich war vielleicht etwas angespannt und nicht gerade happy, als ich mit dem Herren gesprochen hab, aber das muss er abkönnen, sag ich mal. Aber das Tolle war, ich hatte danach etwas zu erzählen, etwas Neues über das ich mich echauffieren konnte. Gut, dadurch hat sich meine Meinung, dass Alice ein ziemlich mieser Internetprovider ist, nicht im Geringsten zum Positiven verändert, aber es ging mir persönlich kurz einfach besser.

Aber was macht man denn, wenn der Hotliner so freundlich ist? Das ist nicht dir „Gratifikation“ die ich haben will. Ich will doch jemanden anmaulen, der mault zurück, ich maule mehr und dann ist wieder gut! Jetzt bin ich weiterhin einfach unausgeglichen. Kann mir bitte mal schnell jemand blöd kommen?

[Anm.d.Red.: Bitte bedenkt, als ich das hier schrob, war Freitag. Ihr lest das frühestens am Sonntagmorgen. Ihr braucht mir jetzt nicht mehr blöd kommen. Ich habe mich bis hier hin abreagiert.]

Rentner veräppeln, Copyright by Deutsche Post

Und noch eine schöne Geschichte zur Post. Ich stand jetzt an den letzten beiden Wochenenden in der Postbank auf der Kalkumer Straße in Düsseldorf und an beiden Tagen wurden zwei Rentner aber mal sowas von derbe verulkt. Beide waren augenscheinlich ziemlich fußlahm und als sie nach laaaanger Wartezeit endlich an der Reihe waren, ihren Paketschein abgaben und der Postmensch nach gefühlten 30 Minuten aus dem Lager wieder zurückkehrte, sagte er in beiden Fällen den erbaulichen Satz: „Ihr Paket ist noch nicht hier. Aber gucken sie doch mal. Hier auf dem Schein steht ‚Abholung am nächsten Werktag ab 16:00 Uhr‘. Wir schließen Samstags aber um 15:00 Uhr.“ Sprachlos… ohne Worte.

Ein blödes Ding, aber ein ganz blödes!

Vor einigen Jahren hat die Post in Düsseldorf die ersten Packstationen aufgestellt. Ich fand das damals total super, weil sich eine direkt an der Mensa der Universität befand und noch immer befindet. Ich konnte mir also meine zahlreichen, unzähligen Amazon-Bestellungen direkt zur Packstation kommen lassen und musste sie nicht später bei der Post abholen, weil ich mal wieder nicht daheim war, wenn der Postbote dreimal klingelt. Super fand ich das, die Postangestellten in den Filialen natürlich nicht, die brauchte ich ja nicht mehr.

Da ich nach Australien ja ins tiefste Hinterland gezogen bin, wo der Postbote noch auf dem Esel vorbeigaloppiert und das Wort „Station“ noch gar nicht erfunden ist – es vermutlich sogar von der obersten Direktive her verboten ist, es zu verwenden, um die gesellschaftliche Evolution nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen – ging ich wieder zur Haustürlieferung über.

Wieder in Düsseldorf angekommen, hatte ich die Packstation fast vergessen, wurde dann aber angenehm daran erinnert, dass es sie gibt, weil der Postbote, wenn er mich nicht erreicht hat, auf der gegenüberliegenden Straßenseite nutzte und mir einen Abholzettel in den Briefkasten warf. Wow, was ein Service.

Aber leider ging das nicht lange gut. Mittlerweile darf ich jedes Mal meine Pakete bei einer Postbankfiliale abholen, die nun nicht direkt vor der Haustür liegt… Sehr lustig ist das im Dezember, wenn man am Samstag ein Paket abholen möchte/muss. Und man weiß ja, dass sich die Gattung Pakete zum Dezember rechtzeitig vermehrt und es verdammt viele Adoptiveltern für sie gibt. Deshalb habe ich zuletzt 45 Minuten in der Schlange bei der Postbank gestanden. Fünf-und-Vierzig Minuten!!!! Die fünf Schalter waren immerhin mit drei… [setze hier Bezeichnung für besonders langsames Lebewesen ein] besetzt. Vor der Postbank ist übrigens eine Paketstation, die so groß ist, dass man darin vermutlich meine komplette Wohnung (75qm) verstecken könnte. Warum bitte wird die nicht genutzt?!?! Ohhh, was hatte ich miese Laune!

Aber ich bin ja lernfähig. Ich hab also diese Woche mein Paket an die Packstation an der Universität liefern lassen… wollen. Mensch, was hab ich mich für klug gehalten. Und Mensch was hat mir die Post den Finger gezeigt. Heute Morgen um 6.00 Uhr bekam ich eine SMS, dass ich mein Paket in der FILIALE (Großschreibung nicht von mir) auf dem Konrad-Adenauer-Platz am Hauptbahnhof abholen darf – am nächsten Werktag versteht sich. Das liegt für mich ungefähr genauso günstig, als hätten Sie das Paket im Eifelturm gelagert, vom „erlaubten“ Abholzeitpunkt ganz zu schweigen. Und ja, ich weiß, dass das Paket aber mal sowas von locker in die Packstation passen würde.

Was soll nun also der Quark mit den Apparaten? Ursprünglich hatte ich ja fast ein schlechtes Gewissen, weil durch die Nutzung die Post-Angestellten obsoleter wurden. Jetzt mittlerweile werden sie überflüssiger, weil ich gar keine Lust mehr habe, mir noch irgendwas über diesen Verein schicken zu lassen. Ohhh was hab ich schon wieder miese Laune!

 

postalische Infopolitik

Heute möchte ich mal über DHL nörgeln. Zuletzt hatte mein Mitbewohner negative Erfahrungen mit unserem größten Paketlieferanten gemacht, als ein Paket in der Zustellzentrale (oder so) in Frankfurt plötzlich unauffindbar war. Gestern durfte ich dann mal vom DHL-Service kosten.

Vergangene Woche habe ich mir die fünfte Staffel von Deep Space 9 und das Killerspiel Bad Company 2 in England bestellt (preiswerter). Das habe ich schon ein paar Mal gemacht und das geht rasend schnell. Ei9gentlich merkt man nämlich kaum, dass das Paket aus England kommt [Anm.d.Red.: Oft kommt es das auch gar nicht, man bestellt bei Amazon.co.uk und trotzdem wird die Lieferung aus dem deutschen Amazon-Lager zusammengestellt]. Somit hätte meine Sendung eigentlich letzte Woche Freitag oder Samstag eintreffen sollen. Das tat sie nicht, was aber wegen der tollen Wochenend-LAN zu verschmerzen war.

Gestern war ich allerdings den ganzen Tag sehr vorfreudig, was aufgrund des Wetters und der damit einhergehenden Umstände gar nicht so leicht war. Ich rechnete auf der Heimfahrt jedenfalls damit, dass ich einen Zettel im Briefkasten finde, der es mir ermöglicht das Päckchen gegenüber aus der Packstation zu ziehen. Ahhhh, die Post ist da!!!! – Denkste!

Nun ist Amazon aber so nett, eine Verfolgungsnummer (Trackingnumber – wollte es mal deutsch schreiben, höhö) bei der Bestellung zu versenden. Mit dieser habe ich dann auf der DHL-Seite nach meinem Päckchen gesucht und gefunden. Nur verstanden hab ich die dortigen Einträge nicht. Da stand als letzter Eintrag „08.03.10 13:15 Uhr Es erfolgt ein zweiter Zustellungsversuch“. Hm? Insbesondere „hm“ in Verbindung mit dem EIntrag vom 06.03. „Aus unvorhersehbaren Gründen mußte die Zustellung abgebrochen werden.“ Wie? „Unvorhersehbar“?

dhltracking

Ich wollte es genauer wissen und hab die teure Auskunft von DHL angerufen. Die nette Dame dort [Anm.d.Red.: SIe sprach ungefähr soooooo l-a-n-g-s-a-m] konnte mir aber auch nicht sagen, was unvorhersehbare Gründe sind. „Vielleicht zu viele Pakete“, sagte sie. Moooment! Zu viele Pakete!??!?! Gwäh? Sie sagte aber auch, dass sie selber nicht mehr sieht als ich. Aha… toll! So eine „Auskunft“ ist ja wirklich mal praktisch. Danke DHL!

Und nochmal Moment! Am 08.03. um 13.15 steht da „Es erfolgt ein zweiter Zustellversuch“. Wie? Um 13:15 Uhr? Saßen die Granden der Post seit Montagmorgen zusammen und haben auf das Wochenende zurückgeblickt und dann diskutiert was mit meiner Sendung zu tun ist? Nach mehreren Abstimmungen wurde dann um 13:15 beschlossen, es doch noch einmal zu versuchen – oder wie muss ich mir das vorstellen? Oder steckte das Paket im LKW fest und musste erst aus dem Fahrzeug rausgeschweißt werden?

Es ist jetzt nicht sooo schlimm, dass ich noch auf die Sendung warten muss, aber was ist denn das für eine Infopolitik. Ich muss doch eigentlich nur dann wirklich nachprüfen, wo mein Paket ist, wenn etwas schief geht. Wenn ich dann aber solch Infos bekomme, kann DHL sich den Service doch gleich sparen. Bescheuert!

Ob es heute abend da ist? Hoffentlich! Sonst sehe ich mich das Bayernspiel mit arabischem/türkischem/französischem/chinesischem Kommentar im kleinen Stream anschauen… muss nicht sein. Dann lieber Pixel und Polygone wegsprengen oder Formwandlern und Ferengi bei der Arbeit zusehen.

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