ingoversales

die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Tag: Killerspiele

Schau mal da! Ein Peti-tier!

Ui! Heute ist der Tag, an dem ich Sascha Lobo zitieren darf bzw. will. So gaaanz genau, weiß ich zwar nicht, was er alles so in seinem Dienstleistungsportfolio stehen hat, aber er hat auf jeden Fall die Haare schön (rot) und steht wohl irgendwie auch für Web 2.0 in Deutschland.

Mir geht es aber eher um eine Online-Petition „gegen ein Verbot von Action-Computerspielen„. Dieses Verbot würde nämlich ausschließlich Erwachsene treffen, die bestehende Gesetzgebung reicht schon aus Jugendlichen den Zugang zu Action-Computerspielen mit einem gewissen Gewaltgrad (jetzt mal ins Blaue geschrieben) zu verwehren. Dafür gibt es bei Medien ja die bewährten Alterseinstufungen. Gut, man muss halt im KJaufhäusern darauf achten, wie alt die Käufer sind und auch Eltern müssten mal schauen, was so im Kinderzimmer alles passiert. Klar, kann man natürlich fordern der Einfachheit halber fordern, dass auch Erwachsene solche Spiele nicht spielen dürfen. Aber wer das sagt, ist dann hoffentlich auch damit einverstanden, dass dann konsequenter Weise auch keine Filme mehr produziert, vertrieben, gezeigt werden dürfen, die keine Jugendfreigabe erhalten. Klingt irgendwie weltfremd? Auch.

Bladibla – meiner Meinung nach ist der entsprechende Beschluss der IMK vom 05. Juni 2009 in Bezug auf Artikel 5 des GG verfassungswidrig. Deswegen bitte ich auch hier jeden gleich denkenden erwachsenen Action-Computerspieler die Petition zu zeichnen. Stand heute haben dies schon über 30.000 Menschen getan, 50.000 Zeichner werden bis zum 19. August benötigt, damit sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit dem Thema auseinandersetzen muss.

Was wohl der Pfeiffer dazu sagt!? Ob er wild umherspringt, dass diese durch Computerspiele verdickte, vedummte, kranke und traurige (Ex-)Jugend jetzt auch noch politisch für ihre Interessen eintritt und sich organisiert? Brrrrrr! Horrorszenario, ob man sowas nicht auch verbieten kann?! Teuflisch diese Demokratie!

So und jetzt, quasi als Rausschmeißer, darf Sascha Lobo mit einer sehr eingänigen Frage ran, die er bereits am 25. Mai formulierte:

Nur noch mal für mich zur Vergewisserung: Ich dürfte also mit 14 Jahren anfangen, großkalibrige Waffen zu benutzen und dann als 21jähriger Sportschütze mit einem Kofferraum voller halbautomatischer Waffen und 0,4 Promille auf der Autobahn mit 320 km/h vom Schützenfest zum CSU-Parteitag fahren – aber Computerspiele sollen verboten werden?

Um es mal am Rande zu bemerken: ich finde “Killerspiele” grauenvoll und Eltern, die sowas ihre minderjährigen Kinder spielen lassen, verantwortungslos. Aber ich glaube, dass sie nicht verboten werden sollten.


[Anm.d.Red.: Ich bin übrigens Zeichner 32.293]

Achtung!!!! Tetris!!!!!

tetrisIch will mich gar nicht so großartig zu dem Beschluss (oder wie auch immer man es nennen mag) der Innenministerkonferenz äußern, die ein Herstellungs- und Verbeitungsverbot von sog. Killerspielen fordern. Ich stelle nur mal zur Diskussion, was die größere Gefahr für die Menschheit ist: digitale Spiele oder Waffen?! Also wenn man mal das Ursache-Wirkung-Prinzip herbeiholt, ist die Verbindung Waffe -> Tod irgendwie direkter als digitales Spiel -> // -> Tod, oder? Hach, ich reg mich schon wieder auf.

Jedenfalls zur Fordrung der IMK. Diese Forderung gab es in den letzten zwei bis drei Jahren auch schon, von den selben Herren im selben Gremium. Und was ist dabei rum gekommen? Nun, Jugendliche unter 18 dürfen noch immer keine gewalthaltigen Computerspiele kaufen und das Logo der USK ist jetzt etwa 3qm groß auf den Spielpackungen. Ui! Naja, mal sehen ob das diesjährige Gesülz auch wieder im Sande verläuft.

Passend dazu noch ein lustiger Cartoon von  Jürgen Frey,  klickt ihr hier!

Nochmal Politik, nochmal Frust

Ich muss/will nochmal über aktuelle Politik schreiben – aus zwei Gründen. Einerseits, weil es mich wirklich tierisch aufregt, was gerade bzgl. Paintball und Internet an Gesetzesvorhaben an den Start gebracht wird und außerdem, weil es sich so herrlich hier zitieren lässt und somit schwupps, ein neuer Blogeintrag fertig ist. Der hat zudem weniger Komma-Fehler, weil ich ihn ja nicht selber geschrieben habe.

Also leihe ich mir heute mal die Worte des Journalisten Jens Schröder, der als „Popkulturjunkie“ auch blogt. Auf seinen Eintrag „Ein Schrei“ bin ich über diesen schönen Artikel bei Zeit Online aufmerksam geworden. Er kommentiert in diesem Beitrag Killerspiele, Paintball und Internet-Zensur.

Ich befürchte, dass sich “die Politiker” in Berlin gerade von einer ganzen Generation von heranwachsenden und jungen Erwachsenen entfernt, weil sie einfach nicht mehr kapieren, wie moderne Technik funktioniert und was Jugendliche in ihrer Freizeit tun. Was wird als nächstes verboten? Autorennspiele, weil sie Unfälle im echten Leben wahrscheinlicher machen? Die Wii-Fernbedienung, weil man damit auch Ego-Shooter spielen kann und dabei auf Menschen im Fernseher zielt? Platzpatronen für Cowboy-Pistolen, weil Fünfjährige beim Fasching nicht an Waffen gewöhnt werden sollen?

Er beendet seinen Eintrag recht verzweifelt:

Im Moment weiß ich nicht mehr, wen ich im Herbst wählen sollte. Poltiker, die offensichtlich null Ahnung von Internet und Computern haben, den Werkzeugen, die für mich, meine Generation und alle folgenden Generationen eine entscheidende Rolle bei Arbeit, Freizeit und vielem anderen spielt, solche Politiker kann ich nicht wählen.

Damit spricht er mir irgendwie aus der Seele. Wobei nicht-wählen für mich keine Option darstellt. Da muss wohl das kleinste Übel herhalten… und ich vermute, das hat die Farbe eines Marsmännchens.

Frohe Ostern

Wenn man Ostern und Weihnachten Krieg im Fernsehen zeigen darf, dann darf man es gefälligst auch virtuell am heimischen PC. 2 Killer-Spiel-Tage an einem Wochenende. So mag ich Ostern…

ostern

Achso, sowas muss man ja heutzutage wohl schreiben: Ich habe NICHT vor, das Virtuelle in das Reale zu übertragen.

Hoher Blutdruck…

Der journalistische (Rück)entwicklung von Spiegel Online zu BILD-Standards ist meiner Meinung nach unübersehbar. Immer mehr Boulevard immer reisserische Überschriften mit „Blutbädern“ u.ä.. Heute dann diese: „Amokläufer verbrachte Abend vor der Tat mit Killerspiel“. Schockierend. Überraschend. Reiz->Reaktion. Ursache->Wirkung. „Ach Mensch“, werden sich die Mitarbeiter anderer Ressorts denken, „warum sind nicht alle Probleme der Welt so einfach lösbar, wie der Amoklauf eines Jugendlichen?“.

Ich vermute dem Bund der Tischtennisspieler ist ein gigantischer Zelluloidball von der Holzplatte gefallen, dass die Überschrift nicht lautete „Amokläufer verbrachte Abend vor der Tat mit Tischtennis“.

Auch wenn es der Begriff vermuten lässt, Killerspiele töten keine Menschen. Waffen töten Menschen. Wobei mir zu letzterem eine typische „Gun Nut“ – nach einer kurzen Waffenkunde – widerspricht:

YouTube Preview Image

© 2017 ingoversales

Theme by Anders NorenUp ↑