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die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Tag: Journalismus

Mein Reden – mal wieder Journalismus

Mal wieder ein Nischenthema im ingoversum. Und auch nur deswegen, weil ich schreiben kann: „Das habe ich schon vor Mooooooonaten gesagt, dass das bestimmt der richtige Weg ist!“

Es geht um die ewig währende Zeitungskrise. Da ist bei der FAZ hier ein sehr schöner Artikel erschienen, der die Krise analysiert und dann am Ende zwei Szenarien aufstellt, wie die Presse in sieben Jahren einfach tot ist oooder, dass sie sich radikal wandelt, „Wunschdenken“ nennen die Autoren das.

Der Artikel ist generell sehr spannend, aber eine kleine Randnotiz sei erlaubt: Die FAZ-Autoren können natürlich nicht über ihren Schatten springen und nennen die Rundfunkabgabe eine „Steuer“ – und der öffentlich.rechtliche Rundfunk sei ein Staatsfunk. Das ist in dieser Konsequenz totaler Quark – zumindest für menschen die die Welt auch in Graustufen betrachten können.

Spannend ist am Ende des Artikels besonders das Szenario, in dem der Journalismus gerettet wird. Genau was dort formuliert wird, nämlich, dass die journalisten die „Stars“ werden, statt dass man nach Marke (FAZ, SZ usw.) einkauft „Isch hab schon immer die RP jekauft!!!“, kauft man online Artikel von besonders guten Redakteuren oder unterstützt Crowdfunding-Journalismus wie bei krautreporter.  Hab ich schon mehrfach so gesagt, dass das die Lösung sein könnte.

Diese Wunschvorstellung oder auch meine idee ist doch eigentlich auch ganz logisch:Ich gehe ja schließlich auch nicht in einen Kinofilm weil der von 20th Century Fox produziert oder vermarketet wird, sondern wegen des Themas des Films ooooder auch wei lda… (was-weiß-ich) Brad Pitt mitspielt. Genauso ist es bei Musik, da kaufe ich kein Album, weil Sony es verlegt sondern wegen des Künstlers… oder bei (Computer-)Spielen… und so weiter.

Komisch, dass der Journalismus diese idee noch immer nicht ernsthaft umzusetzen versucht…

kraut, rüben und reporter

Seit dem 13.05.2014 gibt es das wichtige Crowdfunding-Projekt „krautreporter.de„.

Einschub: Crowdfunding bedeutet, dass die Leute, die sich für ein Projekt begeistern finanziell in gewisser Weise in Vorleistung gehen und das Ding unterstützen, das sind dann die sog. „Backer“. Wenn ein von den Initiatoren gesetztes Ziel in einem vorher gesetzten Zeitrahmen erreicht wird, müssen/dürfen dann alle Backer (achja, gesprochen „Bäcker“, wie das Brot) zahlen und das Projekt kommt zustande. Wird ein Ziel nicht erreicht, dann fließt auch kein Geld. Ich selber habe bereits ein Kunstprojekt in Melbourne von meiner tollen mexikanischen Freundin Sissy gebackt und das jüngste Filmprojekt von Zack Braff.

Nun aber zu krautreporter! Der ziemlich bescheuerte Name (japp, tatsächlich ziemlich blöd) soll euch bitte nicht daran hindern, dieses Projekt zu unterstützen. Hier haben sich einige sehr renommierte Journalisten zusammen getan und wollen eine Reportage-Website gründen, die nicht werbefinanziert ist und eben ganz anders funktioniert als Spiegel Online, FAZ, Zeit, SZ usw. Dabei steht die gründliche Recherche der Geschichten im Vordergrund, nicht der erste zu sein, der weiß, dass Kate Perry einen neuen Freund hat. Drei teilnehmende Journalisten, die ich sehr zu schätzen weiß, sind Peer Schader, Stefan Niggemeier und Jens Weinreich, deren Texte ich immer mit viel Begeisterung lese.

Die krautreporter zu unterstützen kostet gerade mal 5 Euro pro Monat, also 60 Euro pro Jahr – das ist weniger als so manches Zeitungs-Abo. Was ihr dafür bekommt, solltet ihr auf der Website durchlesen. Damit krautreporter wirklich live geht, bedarf es 15.000 Backer bis zum 13.06.14. Ich werde in diesen Tagen einer dieser Backer werden. Ihr könnt aber natürlich einfach nichts zahlen und hoffen, dass sich 15.000 Idealisten zusammen finden, denn die Artikel werden nicht hinter einer Paywall verschwinden. Sie werden aber auch nicht mit Werbebannern oder sonstigen Promotion-Aktionen verseucht sein. Ich finde, diese Art Journalismus ist sehr gerne 5 Euro pro Monat wert.

Jetzt hab ich hier viel getextet, schaut euch doch besser einfach mal die Homepage (wenn ihr dort immer weiter runterscrollt findet ihr die beteiligten Journalisten und ein paar FAQs) und auch das Erklär-Bär-Video:

[Anm.d.Red.: Wäre ich nicht so faul, würde ich jetzt meinen Beitrag von vor… 2 Jahren raussuchen, wo ich geschrieben habe, dass die Online-Magazine die Autoren in den Vordergrund stellen sollten, weil ich Artikel von bestimmten Autoren lesen will und die auch einzeln bezahlen würde (Stichwort: Mikrotransaktionen). Da ist es mir sekundär auf welcher Website das steht. Das hier geht in die Richtung und ich will mich bestätigt fühlen!]

Focus sucht verzweifelt Fans

Es ist doch bestimmt jedem schon mal passiert, dass er auf einer Party mit jemandem gesprochen hat, der einem viel zu nah kommt und einem eine Frikadelle ans Ohr quatscht. Man bleibt dabei aber meist freundlich und lässt die ganze Geschichte einfach über sich ergehen. Der Typ ist ja nun nicht zwingend eklig, aber einfach zu aufdringlich – aus dem kurzen Smalltalk (und bitte nicht mehr) wurde am Ende ein ganzabendiger Monolog des Aufdringlings. Und jetzt kommt der Clou, der Kerl hat sich so gut amüsiert, dass er einen im Anschluss direkt nach Telefonnummer, Adresse, Email usw. fragt, man könne sich nächste Woche ja mal treffen und übernächste Woche ist dieses tolle Event usw.. balblablub.

Irgendjemand beim Focus scheint diesen Typ Mensch aber so richtig zu mögen, denn anders kann ich mir nicht erklären, wie es zu der – im Bild zu bewundernden – Aktion gekommen ist.

focuslike

Ich habe einen Link bei Facebook angeklickt, um mir diesen einen Artikel beim Focus durchzulesen. Was dann nach wenigen Sekunden passiert ist, dass die oben zu bewundernde Sprechblase aufpoppt und der Text nach dem ersten Abschnitt wegblendet. Da springt mich eine Sprechblase an, ich soll jetzt bitte-bitte-bitte-mit-Zucker-oben-drauf den Focus auf Facebook liken, dann dürfte ich weiterlesen.  Und genau da ist er, der aufgdringliche Partygast, der einem das Ohr firkadellt.
Ich komme aber nicht im Traum auf die Idee, nur weil ich ein paar Zeilen Focus gelesen habe, diesen Like-Button zu klicken. Ich bin schlau und sehend genug, den FB-Like Button zu klicken, wenn er in normaler, kleiner Größe irgendwo in Artikelnähe präsent ist, wenn mich das Angebot so wegflasht, dass ich es unbedingt regelmäßig in meinem FB-Feed haben will (Die Social-Media-Buttons blendet der Focus eh über und unter dem Artikel ein, dazu ein Like-Popup unten Rechts, dass mit dem Bild mitscrollt und unter dem Artikel noch einmal eine große FB-Box) . So habe ich ehrlich gesagt auch gar keine Lust mehr, den Artikel hinter der Sprechblase noch weiterzulesen, ich habe vor allem auch keine Lust diesen um Freunde bettelnden Focus-Webauftritt jemals wieder zu besuchen. Schön ist er dadurch nämlich ganz insbesondere und generell nicht. Würde ich nicht den Auftritt von rp-online.de kennen, würde ich sagen, das ist der hässlichste journalistische Webauftritt neben dem der Huffington Post – aber HuffPo und Focus „kennen“ sich ja ganz gut.

Bevor nun einer moppert: Ich habe auf den zweiten Blick schon erkannt, dass in der untersten Zeile steht „Ich möchte kein Facebook-Fan werden“, aber trotzdem – nennt mich altmodisch oder zu sensibel – finde ich diese Aufdringlichkeit extrem abtöööörnend. Diese Verzweiflung die da mitschwingt und damit verbunden dieses gefühlte anbrüllen des Users…

Wenn man den Artikel aber trotzdem so spannend findet, dass man ihn ohne in die Sprechblase zu klicken weiterlesen will, dann hilft das Browser-Plugin iReader für Chrome oder Firefox, da sehen Texte auf Websiten dann plötzlich so aus:

focus-ireader

Ganz ohne Werbung, Geblinke und eigenartigen Schrifttypen oder komisch fließenden, von Buttons unterbrochenen Fließtext und mit Druckbutton, wie auf ein weißes Blatt DIN A4 gedruckt (Leider muss eine Seite erst vollständig geladen sein – mit all ihren Socia-Media-Plugins, bis man die Ansicht auf den iReader wechseln kann.).

bezahlter Journalismus im Netz. So geht’s?

Ich trage seit ein paar Monaten eine Idee mit mir herum, die sich mit dem Problem befasst, dass Online-Journalismus von den Lesern zu schlecht/ gar nicht / nur über den Banner-Umweg entlohnt wird. Ich halte zwar das Leistungsschutzrecht für unfassbaren Unfug, aber das heißt ja nicht, dass die Verleger nicht dringend Wege brauchen, um ihre Redaktionen zu finanzieren. Heute lese ich, dass das Schwäbische Tagblatt auf das Zahlungsmodell umstellt, das ich für das sinnvollste erachte – Micropayments, quasi pay-per-view statt Abonnement.

Beim Tagblatt kostet ein Artikel in Zukunft 15 Cent und steht nach „Kauf“ bzw. besser: Erwerb des Nutzungsrecht für einen Zeitraum von 6 Wochen, zur Verfügung. 15 Cent halte ich als generellen Wert für etwas zu hoch gegriffen und die „nur“ 6 Wochen Nutzungsdauer kann ich mir nur dadurch erklären, dass die Server dann aufgeräumt werden müssen, um Platz für neue Artikel zu schaffen. Wie war das noch gleich, #dasNetzvergisstnichts? Naja. Vielleicht will ja niemand mehr einen 7 Wochen alten Artikel bei der Zeitung lesen, aber dennoch halte ich die zeitliche Beschränkung für unglücklich.

Vergütungsmodell

Ich versuche das Verügtungsmodell, wie ich es mir vorstelle, so unkompliziert wie mir eben möglich, zu beschreiben. Als Erstes würde ich zwischen verschiedenen Artikelgattungen unterscheiden. Ich will das hier nicht im Einzelnen durchführen, aber ein Beispiel: Ich bin sehr gerne bereit Geld für tolle Hintergrundartikel zu zahlen. Zuletzt gab es zum Beispiel ein wirklich großartiges 7-seitiges (!!!) Portrait auf Zeit-Online über Frau Kraft. Ich zahle aber dagegen nicht für eine dpa-(Eil)Meldung, die hastig auf die Homepage gesetzt wurde oder irgendwelche überflüssigen Ticker. Kommentare, Glossen, Videos usw. sind auch redaktionelle Leistungen, für die ich zahlen würde. Wie teuer so ein Artikel sein darf, damit er gekauft wird, ist dann aber natürlich wieder die Frage. Für den erwähnten Kraft-Artikel wären vermutlich 59 Cent in Ordnung. Für einen Kommentar von Herrn Augstein oder Herrn Lobo vielleicht 19 Cent? Als vertretbare Preisspanne erscheinen mir 9 bis 59 Cent (Ausnahmen erwünscht).

Autoren an die Front

Nur woher weiß ich als Leser – bevor ich den Artikel gelesen habe – ob mir der Artikel gefallen wird? Nun, einmal kann man natürlich eine Leseprobe anbieten. Das wird aber bei kurzen Artikeln etwas knifflig, das sehe ich ein. Der Ausweg: Man etabliert die Autoren, stellt sie mehr in den Vordergrund – das gefällt sicherlich insb. den Journalisten selber. Ich weiß beispielsweise, was ich ungefähr erwarten kann, wenn ich einen Text von Lobo oder Augstein lese. Da könnte ich blind zuschlagen oder eben die Finger von lassen. Viele andere Journalisten kenne ich allerdings nicht namentlich, hier müsste sich vielleicht etwas ändern.  Denn es gibt auch auf den Seiten der seriösen Nachrichtenprotale unfassbar unnötige Quatschartikel, die sich in einem angeteaserten Text vielleicht noch ganz gut anhören. Aber was eben in keinem Fall passieren darf ist, dass die potentiell zahlenden Leser irgendwann gar keine Artikel mehr bei Zeitung X lesen, weil sie ein paar mal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Rücke ich den Autoren mehr in den Fordergrund, verknüpfe ihn via Marketing geschickt mit der Zeitung, ist eine Enttäuschung vermutlich seltener (ich sag mal: Uses-and-Gratification). Hier ist für die Verleger aber einiges an Arbeit angesagt, dass die guten Autoren bedeutender Teil der Marke der Zeitung werden.

Praktisch: Bezahlung durch die Leser

Aber wie soll das nun mit der Bezahlung praktisch umgesetzt werden? Ich persönlich habe keine Lust darauf, für jeden Artikel über eine Warenkorb-Einkauf-bestätigen-Seite klicken zu müssen und vielleicht sogar immer wieder meine Kontodaten eingeben zu müssen. Es sollte mindestens ein Profil geben, in dem meine Zahlungsdaten hinterlegt sind. Ich möchte auch nicht bei jedem Artikel eine Zwischenseite oder Meldung klicken, die mich fragt, ob ich mir sicher bin, dass ich den Text lesen will. Das wäre vermutlich auch bei Verlinkungen die von Facebook kommen schwierig. Und ich möchte – ganz wichtig – nicht bei jedem Verlag ein Profil anlegen müssen und mich jeden tag dort aufs Neue einloggen müssen. Nein, es darf sich im Prinzip für die Leser in der Nutzung nichts ändern. Nur dann ist ein relativ sanfter Wechsel zu einem Bezahlmodell auch kurzfristig erfolgrversprechend.

Praktisch stelle ich mir das so vor: Es gibt einen oder zwei oder drei Anbieter, die mehrere (im besten Fall alle) Online-Angebote der überregionalen Zeitungen in ihrem Portfolio haben – so eine Art digitaler Kiosk. Dort lege ich einen Account an, über den die pay-per-view-Bezahlung der Artikel dann per Paypal, Kreditkarte, Überweisung o.ä. abläuft. Wenn ich meinen Browser starte, wird automatisch ein Add-On mitgeladen, dass mich einloggt. So merke ich keinen Unterschied zu der Internet-Nutzung, wie ich sie seit Jahren gewohnt bin, denn wenn ich auf einen Artikel klicke, erscheint dieser ganz einfach. Natürlich muss ich vorher sehen können, was mich der Klick kosten wird, die Info steht dann in einem schicken, sichtbaren Preisschild neben der Überschrift. Ganz einfach!

Ganz wichtig: Es handelt sich nicht um ein Abomodell! Ich will nicht monatlich einen fixen Betrag an SZ, FAZ, Spiegel usw. zahlen. Natürlich könnte man sich / ich mir Baukasten-Systeme wie z.B. bei den Sky-Sendern vorstellen, bei denen ich Autoren oder Ressorts bei verschiedenen Anbietern buche und dadurch einen preislichen Vorteil bekomme. Aber das ginge dann jetzt hier zu weit. Zunächst mal sollte das System ja sehr schnell begreiflich sein. Ausgeweitet werden kann und muss es dann später immer noch.

Wer macht’s?

Als Anbieter dieser Services kann ich mir etablierte Dienstleister vorstellen, denen man (der eine dem mehr und dem weniger) vertrauen kann, dass die Server auf denen meine Daten liegen, halbwegs sicher sind und ich bei der Bezahlung nicht veräppelt werde. Vielleicht die Telekom oder Apple oder oder oder. Natürlich könnten die Verleger sich auch zusammentun und einen Dienst komplett neu erschaffen, das hat den Vorteil, dass sie sich nicht wieder von einem Dritten abhängig machen. Allerdings hätte das den gewaltigen Nachteil, dass sie sich untereinander abstimmen müssen und trotzdem ein Portal auf die Beine stellen müssen, das aktuellen Usability-Maßstäben genügt und technisch ausgereift ist, permanent gepflegt werden muss usw. Und das alles, bevor sie pleite gehen.

Nun, was sagt ihr? Das war jetzt der grobe Überblick über meine Idee, ein paar Feinheiten (zB. ein Bewertungssystem für gekaufte Artikel…) hab ich ausgelassen. Klingt das nach einem sinnvollen Bezahlmodell, das ich nun hier ausgeplaudert habe und damit leider niemals mehr steinreich werden kann? Und vor allem: Würdet ihr dieses Bezahlmodell nutzen wollen?

aus gegebenem Anlass

Liebe SZ-Onlne-Redaktion, vielen lieben Dank, dass ihr mir die Chance gebt, das untige Video endlich in einem würdigen Kontext zu posten.


Also Homer, wie heißt das Wort richtig?

YouTube Preview Image

ständige Wiederholungen

Amerikanische Actionserien aus den 80ern hatten eine ziemlich starre Struktur – zum Beispiel das A-Team. Zunächst wurde ein Unternehmer von Halunken bedroht, dann taucht das A-Team auf, ärgert den Bösewicht ein wenig.  Die Lage eskaliert immer mehr, das A-Team wird gefangen genommen in einem Raum voller Werkzeuge und Schrott geworfen – aus dem die Jungs theoretisch die Weltraumstation ISS nachbauen könnten. Es kommt ein letzter Kampf, bamm, gewonnen. Ich kenne zurzeit keine aktuellen amerikanischen Serien, die nach diesem Muster funktionieren und ich kenne einige. Vermutlich sind die Autoren etwas einfallsreicher geworden, man hat sich an dem alten Muster dann ja doch iiiirgendwann mal satt gesehen.

Medien funktionieren (anscheinend) nach einem ähnlichen Muster, allerdings ist da noch niemand auf den Trichter gekommen, dass es die Nutzer irgendwann langweilen konnte. Aktuelles Beispiel ist der große Guttenberg. Der wurde Anfang des Jahres zum Messias der deutschen Politik… aller Deutschen hochgeschrieben. Es gab Fotostrecken und persönliche Interviews, er trat in Talkshows auf usw. Jetzt hat er aber eeeendlich einen Fehler gemacht. Endlich! Nachdem man ihn hat hochleben lassen, kann man ihn jetzt nämlich entsprechend schön niederschreiben. (Siehe den aktuellen Spiegel mit der Titelseite „Der Entzauberte“.)

Ich bilde mir ein, diesen Mechanismus immer wieder zu erkennen. Jedesmal wenn wieder jemand in den Himmel hoch gelobt wird von den Medien, geht es meiner Meinung nach nur darum, eine gewisse Fallhöhe zu konstruieren, um später einen handfesten Skandal o.ä. ausbreiten zu können. Ich finde das extrem langweilig und daneben  schadet es auch dem Journalismus, denn er erscheint mir durch dieses berechenbare Muster unglaubwürdig. Und das zu Zeiten, in denen Verleger meinen, Sie könnten für ihre Internetangebote Geld verlangen (siehe Hamburger Abendblatt).

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