ingoversales

die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Tag: Insekten

Mücken und zwei Burger

Ich sitze gerade im eher useligen SameSun Hostel in Revelstoke und nutze das freie WiFi, um nach einem Tag Pause ein Lebenszeichen von mir zu geben. Wir sind gestern in Kelowna [Anm.d.Red.: Das spircht man übrigens fast wie Köln „Kolona“ aus. Warum auch immer man es dann mit „e“ schreibt… verrückte Kanadier], angekommen und heute morgen nach einem Bacon-Eggs-in-a-Burger-Frühstück schon wieder gen Rockies losgefahren und haben nun Halt in Revelstoke gemacht. Und die Natur um dieses 8.000-Seelen-Dorf herum ist groooßartig. Viele Berge viel grün und Säugetiere! Nur keine Bären. Also eigentlich schon, aber sie haben sich uns nicht gezeigt. Dafür haben wir mehrere Streifenhörnchen getroffen und das Letzte hat sich sogar fotografieren lassen. Vielleicht hatte es Mitleid, weil seine Kumpels doch ein wenig scheu waren und uns nicht auf mehr als 5 Meter ranließen. Und heeeeektisch sind die kleinen Scheisser. Meine Herren!
Was uns generell aber mindestens sehr unentspannt gemacht hat, ist die unglaubliche/unfassbare Masse an Mücken. Grau-En-Voll! Wir haben alle noch kein Mückenspray, aber das Schlimmste ist eh, dass sie die ganze Zeit um Einen herum surren – gestochen worden, bin ich nämlich so gut wie gar nicht. Das Mückensummen wird nur übertönt von (gefühlt) tischtennisballgroßen tief summenden Fliegen.
Beim Wandern/Hiken hab ich mich wie auf einem Crosstrainer gefühlt, weil ich die ganze Zeit mit den Armen umher gewedelt hab. Ohne den Burger heute Abend und den Burger heute morgen, hätte ich vermutlich gleich 10 Kilo abgenommen… auch gefühlt. Ich habe voller Pflichtbewusstsein auch schon wieder eine Galerie erstellt – die ich aus technischen Gründen, aber nicht hochladen kann. Sie beginnt mit Super-Müll und endet mit einem Super-Streifenhorn. Dazwischen gibt es viele Berge, meine Wampe und nene Zug. Boah! Nur müsst ihr nun leider noch drauf warten… Hier aber wenigtens ein Teaser:

Morgen geht es dann weiter Richtung Rockies, vielleicht mit einem Stop in Golden und dort auf den Gletscher. Das entscheiden wir spontan. Toller Aufkleber auf Autos übrigens „I love Golden Showers“. Die Fetisch-Experten dürfen an dieser Stelle gerne schmunzeln und sich dann angewidert abwenden.
Was ich nun übrigens noch nicht gesehen hab, sind Bären (grrr) oder auch nur einen einzigen Mountie (bäääh). Ich hoffe, das ändert sich ganz bald!

Endstation Tobsucht

Ich habe sie toleriert, getötet und  ich habe mich sogar auch schon einmal mit einem Insekt – Klaus die Biene (weiblich), ihr erinnert euch vielleicht – angefreundet. Aber jetzt ist Schluss! Aus und vorbei, jetzt habe ich die Nase voll. Heute schwirrten mir permanent zwei Bienen/Wespen um den Kopf, so geht es aber mal gar nicht! Darum:

Ich möchte jetzt einen letzten Appell an alle – wirklich ALLE – Insekten dieser Welt richten, mich niemals  mehr zu behelligen, ganz egal wo ich mich aufhalte. Es reicht mir! Ab sofort werden insektizoide Besucher nur noch mit Mord und Totschlag begrüßt und gleichzeitig verabschiedet. Und ich werde Pfähle errichten mit den aufgespießten Köpfen der Opfer. Und wenn auch das nichts hilft, werde ich eure Abgesandten foltern [Anm.d.Red.: Ich sag nur Honeyboarding!!!! – wie Waterboarding, nur mit Honig] bis sie mir verraten, wo das Nest – die Homebase – ist und dann werde ich mit den brutalsten chemischen Mitteln vorbeikommen und die Sippschaft richten!

So, ich denke, dass war jetzt deutlich! Hach… jetzt geht es mir gleich schon viel viel besser.

mein neuer kleiner Freund

Seit vergangenem Montag habe ich einen neuen Dauergast bei Sushini. Ich bin mir über Namen, Geschlecht, Alter und Ethnie allerdings noch nicht sooo sicher. Leider ist es kein Mensch, sonst würde es mir recht leicht fallen die gesuchten Variablen zu beantworten.

Ich vermute, es handelt sich um eine Biene. Ohne bei Wikipedia o.ä. nachzulesen, vermute ich, es ist eine männliche Biene, da die für das Honigholen zuständig sind und die Weibchen die Kriegerinnen. Oder?

Da die kleine jetzt jeden Tag vorbeikommt, habe ich mir gedacht, ich gebe ihr einen Namen. Klaus find ich gut. Die Biene Klaus. Klaus kommt jeden Tag in 2 Minuten-Intervalen in den Laden geflogen, nuckelt an einer Flasche mit Vanillesirup und fliegt dann wieder zum Bau und so weiter und so fort.

Ich hasse ja Insekten eigentlich wie… wie… wie ich nur Insekten hassen kann. Und Spinnen! Aber seit mich Klaus täglich besucht, immer gezielt zur Flasche fliegt, dann wieder heim, habe ich irgendwie eine gewisse persönliche Beziehung zu ihm aufgebaut. Klar, zuerst wollte ich Ihn noch… naja… nach ganz ganz oben schicken. Aber mittlerweile… wie ein kleiner Bruder.

Und wie für einen kleinen Bruder, sorge ich mich auch ein wenig um Klaus. Erstmal ist er bestimmt eine der wenigen Bienen, die so tollen Vanillesirup anschleppen, wie es ihn nur bei Sushini gibt. Da müsste er doch in der Bienen-Karriere-Leiter ganz geschwind aufsteigen. Prima! Nicht prima wäre natürlich, wenn er so eine Art Filialleiter wird und dann irgendwann mit ganz vielen Angestellten vorbeikommt. U.a. deswegen habe ich nun den Schwierigkeitsgrad ein wenig erhöht. Die Sirupflasche habe ich grob gesäubert, Klaus müsste sich also eine andere Sirup-Geschmacksrichtung suchen. Die sind auch vorhanden – zum Beispiel Zimt oder Mandel. Oder er muss noch genauer die Flasche mit dem Vanillesirup absuchen.  Letzteres  macht er jetzt auch, Zimt und Mandel scheinen nicht so gefragt.

So ganz glücklich scheint Klaus aber doch nicht zu sein. Nachdem wir Tage einer friedlichen Koexistenz verlebt haben, ist er mir gerade doch bedrohlich flink, laut und knapp um den Kopf geschwirrt. Ich glaub ich muss mal ein Wörtchen mit ihm reden… ob er mir dafür wohl auf die Hand krabbeln würde? Hmm… mal ausprobieren?

der Schweißer

Ich sage ja gerne mal so Sachen wie „Der Typ der XY erfunden hat, muss eine riesiges A***loch sein!“. Das ist vermutlich der von Bulldo angesprochene Populismus. Jetzt liegt es mir grade auch auf der Zunge, aber ich will es mir ja nicht mit unserem Schöpfer verderben, deswegen mal so:

„Der gute Mann / das freundliche Wesen, dass die Insekten auf diese Welt gesetzt hat, hatte an diesem Tag wohl einen ganz besonders schlechten beschissenen gebrauchten Tag!“ Aktuell nerven mich Fliegen zu Tode. Das haben Sie auch schon in Australien getan, aber das ist leider schon recht lang her [Anm.d.Red.: nicht die Fliegen sondern Australien], so dass ich mich kaum noch erinnere. Diese verfluchten Viecher fliegen in den letzten Tagen permanent um mich herum und wenn ich Eine erledige, kommen direkt zwei Neue zur Beerdigung. So kann ich nicht arbeiten! Trotzdem hält mich das nicht davon ab Fliegen-Massenmord zu begehen. Leider bin ich mit der Klatsche nicht so erfolgreich bzw. ziemlich langsam, es sei denn… ja es sei denn, die Viecher platzieren ihren ekligen Hintern au meinem Laptop. Da hab ich bisher noch jedes Viech erwischt. „Killing Spree“, „Ultra-Kill“, „Domination“ oder wie man es nennen will. Vermutlich liegt das daran, dass mein Laptop mittlerweile so heiß wird, dass die Insekten prompt an ihm festschweißen. Muhahaha, barbarisch!

© 2017 ingoversales

Theme by Anders NorenUp ↑