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die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Tag: Guttenberg (page 1 of 2)

80 Disketten und einmal Realsatire bitte

Ist er nicht eine lustiger Kauz unser Guttenberg? Der Mann, der seine Dissertation anno 2000irgendwas auf 80 Disketten (!!!!) gespeichert hatte und deshalb aber sowas von den Überblick verlor, begleitet die Vizepräsidentin der EU-Komission zu einer Pressekonferenz zum Thema Telekommunikation und Digitales. Digitales!!! Es soll wohl um eine Kampagne gehen, die Bloggern zeigen soll, wie sie sicher und ohne der Gefahr der Verfolgung im Netz kommunizieren können.

Nun ist bisher noch nicht klar, was er genau macht, außer die Dame zu begleiten. Zu einer Pressekonferenz, natürlich! Und laut dem verlinkten Spiegelartikel war der Mann – der sich hier gerade für Freiheit im Netz einsetzen will, bzw. irgendwas mit Presse macht, für – und ich betone – für Zensursulas Wegguck-Internetzensur-Vorbereitungsprojekt war. Und nicht zu vergessen: 80 Dis-ket-ten!!!! Herrje…

Einerseits sollte man dem Herren einfach gar keine Aufmerksamkeit mehr schenken, andererseits macht es mir total Freude, mich über ihn aufzuregen… Ein Teufelskreis!

Volker Pispers zu KaTe

Ich habe gerade versucht Martin auf seinen letzten Kommentar hier zu antworten, aber es gelang mir nicht, meine Gedanken so zu sortieren, dass hier etwas Sinniges entsteht. Deshalb überlasse ich das Leuten, die es sowieso besser können als ich. In diesem Fall übergebe ich an Volker Pispers, der zugegebener maßen eher links einzusortieren ist, das sollte man vorher wissen. Etwa acht Minuten lang kommentiert er nun unseren Adelsmann. Wem das zu lang ist, sollte sich das Video ab Minute 5:30 ansehen. Die reicht auch, um die Sache auf den Punkt zu bringen:

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Nun ist aber hoffentlich endlich (bis zur übernächsten Bundestagswahl) Schluss mit diesem Mann in diesem Blog. Aber was macht denn eigentlich Erwin Schrott?

Überschriftenmassaker

Jetzt könnte ich natürlich nochmal meine Meinung zum Thema Guttenberg kundtun, nachdem er jetzt endlich, erstmal, mindestens vorübergehend von der politischen Bühne verschwindet. ich könnte sagen, dass seine Abtrittsrede ja größtenteils gut forumliert war, wäre da nicht dieser eine Abschnitt mit den Soldaten und Afrika gewesen. Letzteres überlasse ich Michael Spreng:

„Und im Rücktritt versuchte er noch einmal die unzulässige Verquickung des tödlichen Schicksals deutscher Soldaten mit seinem eigenen, selbstverschuldeten politischen Schicksal. Sie erneut als Entschuldigung für sein Zaudern, für sein Festhalten an dem Amt, vorzuschieben, ist einfach nur ekelhaft. “ (Quelle)

Schön, dass der Mann nicht mehr Verteidigungsminister ist! Genug davon, in diesem Kontext hat sich Spiegel Online mit einer Überschrift hervorgetan, die ich mal für wirklich lustig und gut gelungen halte. Ganz SpOn untypisch, ist sie mal keine Alliteration! Bitteschön:

Heute abend hieß es dann aber leider schon wieder:

Was ist das denn bitte eigentlich für eine blöde Satzformulierung, die einem seit (ja seit wann eigentlich? seit „yes he can“?) immer wieder über den weg läuft. „Kann er Kanzler“, Kann er Nationaltrainer“, „Kann er Dschingdarassabumm“, „Kann Sie Dschungelcamp“. Das klingt immer sch***e. Lasst das doch bitte, und macht wieder vernünftige Fragesätze. Bitte! Das war einmal originell, beim zweiten mal okay, aber jetzt ist dann auch gut! Wie würde der Kahnzler sagen? „Mund abwischen und weitermachen!“ (Übrigens auch so ein Ding, was in den Sportreporter-Sprech übergegangen ist und auch total bescheuert klingt)

Und wenn man die Frage inhaltlich betrachtet, muss man sich doch auch fragen, ob es wirklich sinnvoll ist „Guttenberg zu können“? Kunduz, Gorch Fock, Bundeswehrreform, Copy-Paste… ich denke, es gibt Erstrebenswerteres. Vielleicht findet Angela ja sogar einen Nachfolger, der mal so ganz anders ist als Guttenberg. Schön wärs.

Verzicht üben

Ich will den Freiherrn an dieser Stelle gar nicht zum Dauerthema machen, darum rahme ich das jetzt hier eher mal mit dem Thema „Medien“.

Kann mir bitte mal jemand erklären, wie es praktisch ausschaut, wenn KaTe auf seinen Doktortitel verzichtet? Die Homepage hat er umgestellt. Kunststück. Aber sonst? Neues Breifpapier? Neue Visitenkarten? Hört er weg, wenn ihn jemand mit Doktor anspricht? Und wann ist er von Medienseite überhaupt schon mal mit Dr. angesprochen worden?

Warum wird die Aussage „vorübergehend auf meinen Dr.-Titel zu verzichten“ eigentlich nicht hinterfragt? Alternativ könnte man aber auch erklären, was das inhaltlich zu bedeuten hat, zum Beispiel mir…

Theeeeeoooo, fahr nach Lodz! und komm nie wieder

Ich schreib es mal direkt vorweg, vielleicht weiß es jemand ja noch nicht: Ich mag K.T. Guttenberg nicht. Zumindest mag ich nicht, wie er sich präsentiert, wie er mit der BILD kooperiert und auch nicht,  wie sich seine Frau gibt. Das hat nun gar nicht zwingend inhaltliche Gründe. Ich kann die im Einzelnen nicht beurteilen – bzw. ich will mir auch nicht anmaßen zu beurteilen – welche Entscheidungen er trifft und warum er diese trifft und ob sie positive oder negative Folgen haben. Ich halte die Pausierung der Wehrpflicht für falsch – insb. weil die Zivis wegfallen und das für Unternehmen schwierig wird zu kompensieren – und ich hab seine Kerner-Show-Reise ins Außenstudio nach Afghanistan auch sehr kritisiert. bei der Gorch-Fock-Geschichte hat er sich auch suboptimal verhalten bzw. BILD-haft.

Für mich ist K.T. ein Machtmensch, der genau weiß was er will – das kann zwar schon positiv sein – die Macht aber auf Kosten Anderer, ohne Rücksicht auf Verluste, erreichen will. Ich will von so einem Menschen nicht repräsentiert werden. Und das ist im Prinzip auch meine Kernaussage. Als Verteidigungsminister ist er mir da noch eher wurscht, da fühl ich mich als Pazifist und da interessiert er mich auch nicht. Aber ich sage immer flapsig, „wenn er Kanzler wird, muss ich dieses Land verlassen“. Die Abneigung ist persönlicher Natur und damit zu Vergleichen mit meiner Abneigung gegen Jürgen Rüttgers – der durchaus gute Sachen für NRW in die Wege geleitet haben mag (auch hier maße ich mir nicht an das inhaltlich zu beurteilen – aber er hat sich oft genug als latent fremdenfeindlich geoutet. Das finde ich verachtenswert!

Zurück zu KaTe. Die Plagiatsgeschichte kommt mir da natürlich genau recht. Es gibt wissenschaftliche Standards, an die muss sich jeder halten, der dem Club zugehörig sein will. An diese Regeln scheint sich Herr Von und Zu nicht durchweg gehalten zu haben. Welche Gründe das hat – Stress mit Familie oder der politischen Karriere – ist mir dabei egal und darf auch keine Rolle spielen. Ob es sich wirklich am Ende um Stellen handelt, die als Plagiat gelten oder die einfach nur kopiert sind, wird sich wohl noch zeigen. Aber ganz klar ist nun mal sein Vetrauensvorschuss (wieso hatte er den überhaupt) arg angeknackst. Er hat betrogen (egal in welchem Ausmaß) und jetzt leugnet er es auch noch. Die Uni Bayreuth darf das jetzt ausbaden und steckt in einer bösen Zwickmühle. So oder so wird sie vermutlich Ruf einbüßen. Wenn sie ihm den Titel nicht aberkennt ist sie eingeknickt und gilt als Schummel-Uni, wenn sie ihm den Titel aberkennt, hat sie Wissenschaftler, die Schummeleien zulassen oder nicht fähig sind sie zu erkennen. Das  finden die  bestimmt gutt!

Was er anscheinend gerne macht, um Handlungs- und Entscheidungskraft zu demonstrieren ist, sich wie ein arroganter A*** hinzustellen und erstmal eine Stellungnahme rauszupoltern. „Abstrus“ hieß es zu den Plagiatsvorwürfen, und im Fall der Kunduz-Affäre hatte er auch sofort so eine dogmatische Parole rausgefeuert, die er kurz darauf zurücknehmen musste. Ich habe damals schon nicht verstanden, warum man ihm das nicht links und rechts um die Ohren gefeuert hat. Sein lächerliches „Drohen“ bei der Opelsanierung war vorher ja auch schon… nun ja, lächerlich eben. Vor allem empfand ich es nicht als Drohung, sondern als Bonifikation, wenn der Deal um Opel platzt. Hätte das doch zumindest etwas Gutes gehabt.

Ich traue dem CSU-Politiker nicht über den Weg. Er geht über leichen bzw. Entlassungen. Er macht nur Dinge, die seinen persönlichen Zielen nutzen. Vermutlich hat ihm mal jemand erklärt, dass es bei politischen Entscheidungen immer um Partikular-Interessen geht, nicht um das Wohl Aller – das kann ja auch nicht funktionieren. Er hat das aber anscheinend falsch verstanden und das mit „ich-Interessen verwechselt“.

Ich hoffe, das KaTe über diese Affäre stolpert, dass ich ihn nicht mehr als Politiker und Volksrepräsentant erleben muss. Er fällt weich, ich denke, mit diesem „Wunsch“, tue ich nichts unmenschliches. Er wird sicherlich ein anderes Betätigungsfeld finden, wo er mit seinen Werten durchkommt. Jürgen Trittin hat etwas Schönes gesagt, nämlich, dass Guttenberg jetzt niemand anderen hat, den er für den Fehler verantwortlich machen kann. Ich hoffe, dass das wirklich so ist! Warum er Abtritt bzw. noch besser abgetreten wird, ist mir da total egal. Nur bitte bitte, weg mit ihm! It’s about time!!!!

ach und noch so nebenbei: an welcher Stelle seines Körpers sieht dieser Mann eigentlich gut aus? ich habe noch keine gesehen, bin aber natürlich auch nicht die Zielgruppe. Warum beten die Medien das immer runter, dass der Mann attraktiv sei!?

Jurassic Guttenberg

Seit Millionen Jahren rätselt die Menschheit – vom Neanderthaler bis zur Generation Golf  – warum denn nun die Dinosaurier ausstarben. Und nun ist es wohl endlich geklärt! In der Ausgabe 11-2010 des Spiegels [Anm.d.Red.: Hinter dem Link verbirgt sich ein Spiegel-Artikel über den Verteidigungsminister, der teilweise etwas wirr und mir persönlich zu roman-artig geschrieben ist. Man kann sich dort auch das pdf-des Artikels kostenlos runterladen und findet dort auf der letzten Seite das untige Bild.] ist des Rätsels Lösung abgedruckt. Dort gibt es ein Foto (s.u.) von einem – erstaunlich gut rasierten – Höhlenmensch, der, vermutlich mit seiner Sklavin (die Szenerie lässt auf nichts anderes schließen, sie hat ja nicht einmal Schuhe an), auf einem niedergestreckten (Baby-)Tyrannosaurus posiert. Im Hintergrund sieht man weitere Opfer dieses Homo Sapiens mit Saurier-Killing-Spree. Vermutlich muss seine Sklavin/Küchenhilfe/Untergebene ihm jetzt das ganze Fleisch kochen… vielleicht isst er es aber auch roh. Oder hat er die Dame aus dem Bauch des Urzeitviechs gerettet? Und wie konnte er dann ihre Schuhe vergessen? Bettelt ihn das blonde Weibchen in der Szene vielleicht gerade an, die Schuhe noch aus dem Leib des Carnivoren zu schneiden? Das Foto wirft ja doch mehr Fragen auf, als es klärt…

Vermutlich habe ich zu viel Östrogen in meinem Körper, als das ich dieses Bild von Herrn-von-und-zu auch nur als irgendetwas anderes als „abstoßend“ oder auch „zum Kotzen“ bezeichnen könnte. Wo war Alice Schwarzer als man sie wirklich gebraucht hat?! Ach was, das hat vermutlich nicht einmal etwas mit der unterwürfigen Frau-von-und-zu zu tun, ich finde das ganze Bild so… örgs. Nee, mal ganz ehrlich, wie man diesen Mann gut finden kann erschließt sich mir einfach nicht – aber vielleicht ist er privat ja ein netter Kerl…

Wir müssen jetzt alle ganz ganz stark sein und so lange Angela Merkel zur Kanzlerin wählen bis Theo die Lust an der Politik verliert. Vielleicht machen wir aus der Bundesrepublik auch einfach eine Monarchie mit Angie als Queen. Man könnte natürlich bei den kommenden Wahlen auch der SPD zur Macht verhelfen und sie so lange wählen bis der Adelige die Lust verl…. okay, das geht schief! Wo kann ich „Ja“ für die Angelachie kreuzen? Wo ist der Volksentscheid wenn man ihn braucht!?!?!?

Das Bild stammt von Oliver Mark, siehe hier. Dort findet man übrigens auch ein „seltsames“ Bild, auf dem Sigmar Gabriel einem Reh an den Hintern fasst. Es gibt auch ein Bild, das  Frau Silvana Koch-Mehrin (Bild nicht mehr zu finden, 2013) bei der Entbindung zeigt. Sind die Kompositionen im großen und ganzen durchaus schön oder auch mal eigenartig bemerkenswert, musste ich mich aber bei den Bildern von Markus Söder und Kai Diekmann (Bild nicht mehr zu finden, 2013) spontan auf den Schreibtisch übergeben!!!!!

Ganz ruhig, der will doch nur Kanzler werden!

Wenn ich etwas über Politik, Medien usw. schreibe, sind diese Einträge meist nicht so eloquent und so schön recherchiert und auch nicht so sachlich wie in anderen Blogs. Daher scheue ich mich immer wieder, einen weiteren Eintrag dieser Art zu verfassen. Heute aber war wieder einmal das nötige Maß innerer Aufregung erreicht, dass ich mich jetzt gerade dazu überwunden habe, etwas über die Guttenbergs zu schreiben. Also:

Karl Theodor Blablabla zu Guttenberg und seine Frau Stephanie waren für zwei Tage in Afghanistan zum Truppenbesuch. Mit dabei waren (natürlich) Journalisten, 2 CDU Ministerpräsidenten und Johannes Kerner. Logisch, dass direkt aus Medien und auch von der Opposition und der planlosen FDP Kritik aufkam – einerseits wegen Steffi und andererseits wegen Kerner. Letzteren mag ich ganz gerne. ich mag seine Art beim Fußball zu moderieren und seine Sendung habe ich auch ab und zu im ZDF gesehen. Ihn zähle ich allerdings nicht zu den Journalisten, sondern eher so zum Wohlfühlplauder-Ausrichter. Klingt despektierlich, halte ich aber durchaus für eine legitime Form der Talkshow. Auch Politiker müssen nicht zwingend immer bei Will, Illner usw. erscheinen. Dort dreschen sie eh nur ihre auswendig gelernten Phrasen, Mehrwert haben diese Auftritte nicht. Dann doch eher etwas über die Hobbies der Mächtigen bei Kerner erfahren. Kerners Sendung, die zu diesem Ausflug in die Krisenregion gemacht wird/wurde, ist also mit ziemlicher Sicherheit auch Wohlfühlprogramm. Hab ich nicht zwingend etwas gegen, aber muss man dazu nach Afghanistan? Kann man da nicht ehemalige Afghanistan-Soldaten in Deutschland interviewen? Ganz ehrlich: Total wurscht – wobei, vielleicht sogar besser, wenn die Soldaten aus der Region, in der Region erzählen und dazu auch noch der zuständige Minister dabei ist. Aber dass Kerner im Tross war, wäre sicherlich untergegangen wäre da nicht Miss „Tatort Internet 2010″ und Miss „Innoncence in Danger“ Steffi zu Guttenberg.

Nun seine Gattin… also ich habe (irgendwo) gelesen/gehört, dass die Soldaten zu Guttenberg ausdrücklich gefragt haben, ob er nicht mal seine Gattin mitbringen kann. Aha, ja wenn das so ist, dann… Neee, mal ehrlich!!! Den Soldat, dem ernsthaft im Kopf rumschwirrt, dass er Frau zu Guttenberg gerne beim nächsten Truppenbesuch des Ministers dabei hätte, möchte ich bitte einmal treffen. Diese Formulierung – so sie denn wirklich als Legitimation von zu Guttenberg verwendet wurde, ist totaler Mumpitz! Dann wurde geäußert (lese dazu hier), dass durch diesen Besuch, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung wieder auf die Soldaten in Afghanistan gelenkt wurde, was gerade zur Weihnachtszeit schön wäre. Prinzipiell mag das stimmen, aber die Aufmerksamkeit liegt eben nicht auf der Truppe, sondern auf dem Ehepaar plus Kerner. Auch soll durch Frau zu G. die Aufmerksamkeit auf die Frauen an der Front gerichtet werden. Auch wieder Quark, denn wie gerade geschrieben, steht eben der Besuch als solches, nicht die Truppe – ob männlich oder weiblich – im Vordergrund der Berichterstattung.

Nun kann man sagen, dass das eine Sache der Medien ist, welche Nachrichten sie auswählen und unter welchen Überschriften und thematischen Rahmungen sie diese veröffentlichen. Ich vermute, Leser und Schreiber dieses Blogs und darüber hinaus, sind sich einig, dass der Minister durchaus ein Gespür dafür hat, wie er mit Medien umgehen muss und was dann am Ende rauskommt. Man könnte auch sagen, er beherrscht das Spiel mit den Medien sehr gut. Nach dieser Herleitung möchte ich nun also vermuten, dass zu Guttenberg sehr genau wusste, dass bei dem Besuch genau Eines hängen bleiben wird, wie er mit seiner Frau die Truppen an der Front besucht. Und das wirkt absolut  staatsmännisch – wenn man die Bilder losgelöst von der ganzen Diskussion sieht. Man braucht außerdem sicherlich auch nicht lange in sich zu gehen, um zu der Überzeugung zu gelangen, dass der Adelige das Verteidigungsministerium nicht als Höhepunkt seiner politischen Karriere sieht, sondern eher Richtung Kanzleramt schielt. In dieser Hinsicht ist das also tolle Publicity. Gut, die Berichte aktuell sind… naja… aber irgendwann interessieren die Berichte nicht mehr, die Bilder des Machers, der Mama und des Papas der Nation bleiben hängen. Guttenberg kann und wird das natürlich nicht zugeben. Deshalb muss er sich jetzt aus der Situation herauswinden. Ich glaube, dass ihm das gut gelingen wird, denn er wird von den Medien doch sehr geliebt – was ich wiederum nicht nachvollziehen kann, führe es aber auf sein (angeblich) sportlich, junges, attraktives Aussehen zurück.

Nun abschließend darf auch noch einmal die Inkompetenz…. ich meine die Opposition in Ihrer fleischgewordenen Gestalt von Siegmar Gabriel (SPD) zu Wort kommen. Der meinte, bei dem Besuch würde nur noch Frau Katzenberger fehlen, da hätte wenigstens die Truppe noch etwas von. Joooooaaaaaaaaa. Hier sieht man, der SPD-Mann weiß anscheinend nicht so ganz wie das mit dem politischen Hin und Her und den Medien funktioniert. Natürlich nutzt die CDU/CSU diesen „Elfmeter mit Rensing im Tor“ und poltert moralisch aufgeladen zurück, der SPD-Spitzenmann solle sich sofort bei der Truppe entschuldigen. Und zack, steht „No-he-can’t“-Gabriel ganz schön belämmert da. Der entschuldigt sich natürlich nicht, die Regierung mault noch ein wenig und bald ist das eh Schnee von gestern.

Wie ich schon im vorletzten Absatz schrob, halte ich die ganze Nummer für eine große PR-Show, auch wenn man bedenkt, dass der (angebliche) Polit-Beau sehr gerne schöne Bilder von sich in Afghanistan oder auf dem Time Square schießen lässt,  da ist er Wiederholungstäter. Und nachdem seine Frau mit ihrem Auftritt bei RTL2 auch schon medial in der Diskussion stand (von ihr in der Öffentlichkeit Kenntnis genommen wurde), war es nur logisch, das beide auch einmal zusammen vor die Linse treten. Allerdings halte ich den jetzt gewählten Rahmen für unpassend und die Äußerungen „Truppe den Menschen in Deutschland an Weihnachten näher bringen“ und das Thema „Frauen in der Truppe“ fände durch den Besuch endlich in den Medien statt, für scheinheilig – die Herrschaften wussten ganz genau, was in den Medien passieren würde, worauf die Aufmerksamkeit gelenkt würde. Da hätte ich kreativere, verantwortungsvollere Argumente erwar… MOMENT… ich wollte schreiben „erwartet“, aber erwartet hab ich das eigentlich nicht… Ich kann mir allerdings auch keinen anderes Ereignis vorstellen, der so viel Aufmerksamkeit für das Ehepaar erzeugt hätte, wie eben ein Besuch in Kriegsgebiet. Aus dieser Perspektive taktisch gut gewählt bzw. alternativlos.

In meinen Augen instrumentalisiert der Verteidigungsminister hier ganz klar die Bundeswehr für seine persönlichen Zwecke, nämlich die Schärfung seines Profils und seine Karriere voran zu bringen. Aber das kann man ihm natürlich nicht nachweisen, sondern nur unterstellen. Ich glaube, dass zu Guttenberg seine Berufung zum Verteidigungsminister als Abstieg ansieht, vor der Wahl durfte er sich ja noch den Titel Wirtschaftsminister an die Bürotür nageln lassen. Nun versucht er aus diesem sehr trockenen und vielleicht auch undankbaren Amt das glamouröseste und karrierefördernste zu machen, was geht. Aber gut finden muss man das ja trotzdem nicht, wenn auch nachvollziehbar.

ständige Wiederholungen

Amerikanische Actionserien aus den 80ern hatten eine ziemlich starre Struktur – zum Beispiel das A-Team. Zunächst wurde ein Unternehmer von Halunken bedroht, dann taucht das A-Team auf, ärgert den Bösewicht ein wenig.  Die Lage eskaliert immer mehr, das A-Team wird gefangen genommen in einem Raum voller Werkzeuge und Schrott geworfen – aus dem die Jungs theoretisch die Weltraumstation ISS nachbauen könnten. Es kommt ein letzter Kampf, bamm, gewonnen. Ich kenne zurzeit keine aktuellen amerikanischen Serien, die nach diesem Muster funktionieren und ich kenne einige. Vermutlich sind die Autoren etwas einfallsreicher geworden, man hat sich an dem alten Muster dann ja doch iiiirgendwann mal satt gesehen.

Medien funktionieren (anscheinend) nach einem ähnlichen Muster, allerdings ist da noch niemand auf den Trichter gekommen, dass es die Nutzer irgendwann langweilen konnte. Aktuelles Beispiel ist der große Guttenberg. Der wurde Anfang des Jahres zum Messias der deutschen Politik… aller Deutschen hochgeschrieben. Es gab Fotostrecken und persönliche Interviews, er trat in Talkshows auf usw. Jetzt hat er aber eeeendlich einen Fehler gemacht. Endlich! Nachdem man ihn hat hochleben lassen, kann man ihn jetzt nämlich entsprechend schön niederschreiben. (Siehe den aktuellen Spiegel mit der Titelseite „Der Entzauberte“.)

Ich bilde mir ein, diesen Mechanismus immer wieder zu erkennen. Jedesmal wenn wieder jemand in den Himmel hoch gelobt wird von den Medien, geht es meiner Meinung nach nur darum, eine gewisse Fallhöhe zu konstruieren, um später einen handfesten Skandal o.ä. ausbreiten zu können. Ich finde das extrem langweilig und daneben  schadet es auch dem Journalismus, denn er erscheint mir durch dieses berechenbare Muster unglaubwürdig. Und das zu Zeiten, in denen Verleger meinen, Sie könnten für ihre Internetangebote Geld verlangen (siehe Hamburger Abendblatt).

100.000 Euro? Nie gesehen!

Jucheee! Jucheeee! Der Koalitionsvertrag, der übrigens eigentlich Koalitionsvereinbarung heißen müsste, ist durch. Welche ein schöner Tag! Die Sonne erstrahlt hell am Himmel. Wobei… uuuuh… was ist das denn für eine düstere Wolke die sich dort vor die Sonne rollt? Die sieht ja aus wie… wie… Schäuble!!!!!! Unser neuer Finanzminister!Renne wer kann! Frauen und Kinder zuerst!

Ja gut, man kann Herrn Schäuble natürlich zum Finanzminister machen. Man kann es aber vielleicht besser auch lassen und ihm endlich den Ruhestand gönnen. Es ist nun aber passiert und wir dürfen die Suppe nun auslöffeln. Eine sehr interessante und nur zu berechtigte Frage stellte aber ein ausländischer Journalist (Niederlande?) auf der Bundespresskonferenz zu Schäbles Ernennung:

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Die Antwort von Frau Merkel ist mehr als nur frech und unverschämt. Man darf doch wohl verlangen, dass die Regierungschefin diese vollkommen legitmie Frage beantwortet!

Und damit ich jetzt hier nicht nur meinen Unmut über Herrn Schäuble bzw. auch seine Nominierung kundtue, möchte ich doch auch mal die Frage in den Raum stellen, warum die deutsche Presse, die im Video angesprochene Thematik nicht behandelt? Keinen  Arsch in der Hose, weil Herr Schäuble einen dann vielleicht nicht mehr zu Kamingesprächen einläd? Vermutlich.

Ach und mal ganz nebenbei: Dieser Shootingstar der CSU, dieser von und zu Guttenberg, dem noch im Frühjahr 09 aaaach so viel wirtschaftliche Kompetenzen nachgesagt wurden, wird jetzt Verteidigungsminister? Aha… also für mich sieht das nach Abschiebung oder auch Abstellgleis aus. Da soll wohl ein Sternchen nicht allzu hell am Himmel leuchten, wie? Bin mal gespannt wie sich das entwickelt.

nicht der Willi *UPDATE*

Abschreiben ist zu Schulzeiten ja relativ… effektiv. Ok… solang man nicht erwischt wird. Ich bin nun seit langem nicht mehr in der Schule, habe gestern aber trotzdem abgeschrieben. Und zwar hat sich im Namen von Freiherr von und zu Guttenberg ein Fehler eingeschlichen. Abgeschrieben habe ich bei kaliban. Dort habe ich den tollen Namenssalat des Herrn das erste mal gesehen und ihn dann bei Wikipedia (!!!) verifiziert und selbst kurz darüber geschrieben.

So, das sind nun gleich zwei Fehler. Erstens abschreiben, zweitens mit Wikipedia verifizieren. Der gute Mann hat nämlich gar keinen Wilhelm in seiner Namenskette. Das ist zwar bedauerlich, aber auch mit Blogeinträgen nicht zu ändern. Wenigstens bin ich aber nicht allein. Es haben wohl zahlreiche Medien bei Wikipedia abgeschrieben, natürlich auch die BILD-Zeitung. Und um auch hier mich nochmal von dem Herrn Kaliban inspirieren zu lassen, eine Fehlinfo von Wikipedia auf der Titelseite zu haben ist durchaus extrem peinlich!

Jetzt hat der Mann schon sooo viele Vornamen, da muss man ihm ja auch nun wirklich keinen weiteren dazudichten. Wobei… der eine mehr oder weniger… und Wilhelm ist ja ein durchaus kaiserlicher Name. Vielleicht sollte man unserem Wirtschaftsminister mal eine Namens-Hinzufügung nahe legen. Dann hätte am Ende auch BILD recht gehabt… und die RP… und RTL… und die SZ… und Klaiban… und ICH!

— UPDATE —

Aha, die SZ schreibt zu diesem Fall:

Waren die Medien mit dem falschen Wilhelm nicht bestens beraten, ja, wahrhaftiger als das Leben selbst? Worin sollte denn der Sinn einer adligen Massentaufe in Personalunion bestehen, wenn nicht darin, die Fantasie der Armen im Namensgeiste anzuregen? Da setzte der Wilhelm dem Minister doch nur die passende kaiserliche Krone auf!

Aber wer hat den Hinweis auf die Kaiserlichkeit zuerst geschrieben? Genau! Ich! Will sagen: ingoversale Gedanken sind jetzt sogar ingoversale Leitgedanken. Ich fühle mich geehrt und nehme die Verantwortung an! Bleibt nur noch zu klären, ob ich jetzt auch eine repräsentative Plakette überreicht bekomme. Und von wem? Kaiser Franz?

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