Erde 2.0

Das tolle an Computerspielen ist ja, dass sie die Realität nur sehr verkürzt und sehr vereinfacht darstellen. Also ich rede jetzt gerade von den sogenannten „Tycoon“-Spielen. Sowas wie Börsenmanager, Hotelmanager, Gefängnismanager und ähnliche sind gemeint.

Wenn man jetzt aber selber einen Gastrobertieb plant, fällt auf, dass kein praktisches Menu aufpoppt, das einem das Angebot an Gastromöbeln schnell grafisch aufbereitet und direkt mit Preis zeigt. Man muss sich mühsam durch die Weiten des Internets klickern und ist am Ende oft nur frustrierter als vorher. Nach Mama zu rufen bringt da übrigens auch nix.

Man kann auch nicht einfach einmal klicken oder draggen und droppen und eine Küche ist eingerichtet und dabei sind sogar sämtliche lokalen Regularien eingehalten. Und ganz toll: Nutzungsänderungsanträge gibt es nicht. Man klickt auf einen mieten- oder kaufen-Button und man kann loslegen mit dem Einrichten. Danach wechselt man vom Pause-Modus in den normalen Zeitmodus und die ersten Gäste kommen vorbei.

Hach… dieses reale Leben ist ganz schön kompliziert. Kann mich nicht jemand in ein Computerspiel beamen? Oder kann nicht jemand die Welt in ein Computerspiel beamen? Oder kann dieser Herr G. Ott nicht einfach mal endlich Erde 2.0 rausbringen mit praktischen On-Screen-Displays und übersichtlicheren Menus, abgekürzten Wegen und schnelleren Fortbewegungsmitteln? Und vielleicht auch einen anpassbaren Schwierigkeitsgrad insbesondere für die Interaktion mit anderen Spielern und Gegnern?

Mensch, das wäre toll!

Gott seine Faust

RTL produziert eine neue Serie mit dem Namen „Lasko“. Klingt nach Krimi, dachte ich. Wenn man sich aber den ganzen Titel anschaut, bekommt man einen anderen Eindruck, der lautet nämlich „Lasko – die Faust Gottes“. Es handelt von einem Mönch der die Welt mit Martial Arts befrieden will. Die Pressemeldung von RTL kündigt ein

Action-Märchen, das es in vergleichbarer Form in der deutschen Fernsehlandschaft noch nicht gegeben hat

an. Ui! Die Fälle reichen wohl von terroristischen Flugzeugentführungen bis zu serbischen Kriegsverbrechern die seinen Sohn entführen. Moment! Sohn!?! Mönch!??!?! Action-Märchen!?!?!? Eiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!

Nun, ich beruhige mich und rate jetzt einfach mal ins Blaue: Lasko war einst ein glücklich verheirateter Mann mit einem glücklichen Sohn, bis seine Frau einem terroristischen Anschlag zum Opfer fiel. Lasko war schwer getroffen, innerlich zerrüttet und fand schließlich sein Heil im Glaubenan den Allmächtigen. Seelisch am Ende, wurde er Mitglied im Orden der „Fäustlinge“. Derweil kümmerte er sich weiter liebevoll um seinen Sohn, den er auf ein Internat schickte, während er von seinen neuen Mönchfreunden in asiatischen Kampfkünsten ausgebildet wurde und dadurch seine geistige und körperliche Stärke zurückgewann. Fortan setzte er seine Kräfte für die Mönche ein, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen und fahndete dabei auch nach den Mördern seiner Frau. Er versprach mit voller Wucht zurückzuschlagen, mit der Faust Gottes.So wird er getrieben von seinem Herz und dem Glauben an Gerechtigkeit.

Die Show wird von Action Concept entwickelt, das sind die, die auch „Alarm für Cobra11“ produzieren und nunja… die Drehbücher sind einfach – nichtsdestotrotz aber erfolgreich [Anm.d.Red.: Warum? Ja warum nur!??!?]. Mal sehen, wie die Geschichte dann endgültig ausschauen wird. Aber eins steht fest, der Titel „Lasko – Die Faust Gottes“ ist so ziemlich der bescheurtste Serientitel den ich jemals gehört habe.