ingoversales

die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Tag: Dienstaudi

Überholmanöver

Ich war gestern auf dem Weg ans andere Ende der Stadt – mit dem Dienstaudi. Und das Gute ist, wir haben hier direkt Schnellstraße und Autobahn  vor der Tür. Vermutlich ist das so, weil sich die Stadtplaner früher gedacht haben, „Ey Alter, jetzt stell dir vor, wir müssen nochmal in dieses Garath zurück… da müssen wir aber ganz schnell wieder raus!!!“ (bei mir fangen diese Gespräche immer mit „Ey Alter“ an, weil ich mir diese Leute immer total stoned vorstelle.. sorry dafür). Und zack, war die Stadt an die Schnellstraße herangeplant.

Jedenfalls gleite ich mit „Cannonball“ im Radio über die Bahn – soweit „gleiten“ mit einem 25-Jahre alten Auto möglich ist. Ich gleite vor mich hin, angetrieben von der Musik und irgendwann, iiiiirgendwann muss ich halt von der Bahn wieder runter. Und ihr kennt das, oder? Dieses Gefühl, sich plötzlich wieder an Verkehrsregeln halten zu müssen, weil die Polizei in der Nähe sein könnte? In meiner Welt nämlich, ist die Polizei NIE auf der Autobahn. Klar, da stehen ab und an Kameras, aber mein Navi warnt mich davor, ich kann hier also fahren wie Knüppel-aus-Sack!. Aber gut, ich bin also wieder im Städtischen und bremse runter auf… hach… 50. Die Straße ist vierspurig und… Moment!

Was soll das eigentlich mit „die Straße ist vierspurig“? Was heißt denn dieses vierspurig? Das heißt, zwei Spuren in die eine und zwei in die andere! Aber bin ich der Einzige der so ignorant ist zu denken, wenn jemand erzählt „ey, und da war die Straße voll breit und vierspurig und so“, also der einzige der dann denkt „woooow, geil zum Rennen fahren, ist ja echt breit!“? Wenn ich auf der Straße fahre, dann interessiert mich doch die Gegenfahrrichtung nicht!!! Wenn ich, um ans Ziel zu kommen, zwei Spuren zur Verfügung habe, dann ist die Straße zweispurig! Das ist diese Marketing-Unterwanderung, dieses alles größer und toller machen, als es ist. Sowas für den Bürgermeister, der sich dann hinstellen kann und sagen: „Ja, die Müllerstraße wird eine große, vierspurige Straße blablablabla…“, alle denken „Woooooowwww. Das ist ja ries… Moment“ Meint der jetzt vier Spuren je Richtung?“.

Aber zurück zum Thema. Also ich fahre diese zwei(!)spurige Straße entlang, bin im 50km/h-Cruise-Modus und vor mir tut sich so ein Schleicher auf. Der fährt gerade mal 53 km/h – maximal – und ich fahre unweigerlich langsam auf ihn auf – weil 50km/h heißt bei mir so 65… ich war nie gut in Mathe, Neuland!  – Ich fahre langsam auf ihn auf, die nächste Ampel kommt bestimmt und ich weiß schon vorher, der wird anfahren, als hätte er vor sein Auto einen Rollator gespannt und wäre nebenbei noch auf der Suche nach Kleingeld. Ich denk mir, „wechsel halt auf dieser zweispurigen, großen Straße die Spur“ und währen dich diesen Gedanken beginne zu exekutieren, huuuupt es plötzlich hinter mir, und so ein weißer, japanischer Kleinwagen, vollgepackt mit jungen Prolls in der sexuell ergiebigsten Phase ihres Lebens brettert an mir vorbei. Und diese Hupe ist dann ja nicht so ein Hupen, wie wenn auf der Bahn ein Ferrari oder Lotus oder so vorbei will. Dieses angenehme Hupen, wo man einfach anerkennt, dass dieses Auto – nicht zwingend der Fahrer – dieses Auto es verdient hat, schneller zu fahren, weil  es einfach toll ist. Also dieses Hupen mit den Schmetterlingen und Rosenduft. Nein es ist dieses prollige Hupen, dass dich anbrüllt und sowas ruft wie „WIR SIND VIEL GEILER UND JÜNGER ALS DU!!!!“, es hört sich also ungefähr so an „Braaaaaaaooooooaoaaaaaaaaaaaaaaaaaaa“.

In mir löste das gestern gleich hundertzwanzigtausend Flüche aus, ich zeterte am Lenkrad wie der größte Urmensch und dachte nur „Ich krieg euch!!!! Ich krieg euch!!!! Und wenn ich euch gleich habe dann… dann… dann… zeig ich euch den Stinkefinger!!! Sollen sie mich doch wegsperren, aber ich zeige euch den Stinkefinger auf eine Art und Weise, wie ihr ihn noch nie gesehen habt. Und ihr werdet euren Kindern und Enkeln noch davon erzählen, wie ihr damals einen Kerl in einem abgerotzten Audi hupend überholt habt, um ihm zu zeigen, wie cool ihr seid und wie viel schnittiger und neuer euer Wagen ist und ihr werdet euer Leben ändern und von nun an jedes Weihnachten in Obdachlosenheimen Essen ausgeben und der gute Mensch werden, der ich nie sein wollte. Hah!!!! Loser!!!!!!“

Dann gibt es zwei Möglichkeiten: ich erreich die nie wieder und rede mir ein, dass ich ein vernünftiger Kerl bin, weil ich meine Aktionen doch irgendwie im Griff habe – was natürlich Quatsch ist, ich bin einfach zu lahm. Oder ich erwische die Jungs, zeige meinen Stinkefinger auf die einzig mögliche Art, wie man einen Stinkefinger nun mal zeigen kann, werfe das böseste Gesicht in die Waagschale, dass mir Gott zur Verfügung gestellt hat und merke dabei wie enttäuschend erbärmlich das aussehen muss und die Jungs mich a) nicht mal wahrnehmen oder b) denken „Pfffff“. Manchmal würde ich mir sogar fast wünschen, dass sie mich nach dem Stinkefinger körperlich bedrohen, denn dann wüsste ich, dass ich sie gaaaanz tief drinnen da irgendwo berührt habe!

Und während ich dann gestern so hinter den Herrschaften herbrause, sie waren auch noch zu viert im Auto, fällt mir plötzlich etwas auf. Es ist wie so eine Eingebung. So ein Gedanke, der vom Himmel herabschwebt und dich ganz zart und seicht umhüllt und dir dann langsam ins Ohr säuselt, ganz warm und zärtlich: „Hey Ingo… Ingoooooooo… diese Typen da im Auto, die sind DU vor etwa 15 Jahren, ich hab sie geschickt, um dir genau das zu zeigen…“ Schwaaaaauuuuuuuusssssssssssss (zischt der Gedanke hinweg). Und plötzlich wird mir klar, „Scheiße… das bin ja wirklich ich vor 15 Jahren, wie ich mit Bimm Bamm und Bumm zur Videothek fahre, mir From Dusk till dawn zum x-ten Mal leihe, wie ein Affe Salma Hayek angeifere und danach noch mitten in der Nacht zu McDonalds fahre und niiiemals bei einem Date von diesen Abenteuern erzählen werde, weil ich selber irgendwie weiß, dass das eine total sinnlose Verplemperung von Zeit ist.“ Ganz schlimm: Ich hatte echt viiiel Zeit für den Gedanken, weil der Rest des Weges total zugestaut war…

Und heute morgen, als mich Kasimir geweckt hatte – so um 6.00 Uhr – und ich nicht mehr einschlafen konnte, schaute ich ein wenig Louis CK bei Youtube und wie es der Zufall so will, hat er fast genau dazu ein bisschen Comedy gemacht. Und es ist lustig!

YouTube Preview Image

Ein Audi ihn zu knechten…

Im Prinzip ist es mit dem Bloggen wie beim Einkaufen… Man sollte niemals Lebensmittel einkaufen gehen, wenn bis unter beide Arme Hunger hat. Genauso sollte man auch niemals bloggen wenn man extrem ausgeprägte Laune hat – weder in die eine noch in die andere Richtung. Aber wie das so ist, ab und zu ignoriert man diese schlauen Weisheiten.

Das will ich heute tun [schnaubte er voller Wut]! Ich habe extra mit niemandem gesprochen, der mich hätte besänftigen können, sämtliche Kollegen nur mit Grunzlauten begrüßt. Ganz im Gegenteil, ich habe über mein Handy Radio gehört… über das Mobilfunknetz! Das hat meine Laune sogar noch verschlimmert und ich hatte schon unfassbar miese Laune. Radio mit einem Nexus 4 zu hören, ist nämlich alles andere als stimmungsfördernd im positiven Sinne. Ganz im Gegenteil! Entweder verliert das Mistding alle 2 Minuten das Netz – es dauert dann eine Minute, bis wieder ausreichend Bandbreite für die RadioApp da ist – oder es versucht sich in ein WLAN einzuloggen mit dem Ergebniss, dass die RadioApp dann schon mal vorfreudig jauchzend das 3G Netz loslässt, um sich gebührend auf das WLAN zu stürzen, was es niemals wirklich erreichen wird, weil man in der Bahn sitzt und schneller aus so einem freien WLAN wieder raus ist, als man Wireless sagen kann. Achja Bahn… die ist natürlich spontan erst einmal ausgefallen… ich krisch die Pimpanellen!

Wenn ich mich nun also, an die anfangs beschriebene Weisheit halten würde und mit dem Bloggen warten würde, bis ich wieder gute Laune habe, dann könnte ich den Blog bis 2014 still legen. Denn der eigentliche Anlass für diesen Eintrag – und Anlass ist ein fantatstisches Stichwort – ist nicht das Handy… oder die Bahn… Nein! Es ist der verfluchte Dienstaudi, in den ich vorletzte Woche erst 500,- Euro geschossen habe, damit er durch den TÜV kommt. Dasselbe Vehikel, in das ich vor vier Wochen erst 200 Euro gesteckt habe, damit das Zündschloss ausgetauscht wird, damit ich ihn wieder (Ahctung jetzt:) anlassen kann und was passiert heute? Ich kann ihn nicht anlassen!!!!!! Woran liegts? Vermutlich an der Mist-Kälte, die einfach mehrere Monate zu lang dauert (jedes Jahr) und den Anlasser zerf***t hat.

700,- Euro hab ich in den verbeulten, hässlichen Schrotthaufen investiert, weil er ja eeeeerst 100.000km gefahren ist und angeblich loooooocker noch weitere 200.000 km schaffen kann. Wenn man – und damit versuchte mich ein Arbeitskollege vermutlich letzte Woche zu besänftigen – das Getriebeöl tauscht oder überhaupt das Getriebe tauscht (es singt…) und die Stoßdämpfer austauscht (kostet „nur“ etwa 200 Euro). Arrrggggmmmpppffff!!!!!!!!

Es ist doch immer wieder schön, wenn man eine Entscheidung getroffen hat – in diesem Fall diesen rollenden Haufen Schrauben, Metall und Blech am Leben zu halten, statt für 2.000 Euro einen fast neuen Hyundai Getz zu kaufen – und man dann von dieser Entscheidung dermaßen ge-bitchslapped wird, dass man nicht mehr weiß wo vorne, hinten, oben, unten, rechts oder links ist.

Aber das Schönste – denn ich bin ja ein lösungsorientiert denkender Mensch (versuche ich zumindest zu sein) – ich könnte jetzt noch ein paar hundert Euro in die Audirettung schießen oder es lassen, das Teil für – vermutlich – 300 Euro verscherbeln und dann für tausende Euros ein neues Auto kaufen. Schön, dass das finanziell kleinere Übel es ist, diesen rostigen, motorisierten Personencpontainer weiter am Leben zu halten, der sich mir gegenüber so dankbar zeigt [Anm.d.Red.: ich bin nicht in der Stimmung, dass mir irgendwer erklärt, dass ein Auto nicht dankbar sein kann… vom biologischen her]. Ich habe also nicht nur Sch***-Laune wegen dem Ist-Zustand, sondern auch wegen dem erzwungenen Soon-to-be Ebbe in my Pocket Zustand!

So muss sich eine Bankenrettung anfühlen…

Das Dienstalter

Am vergangenen Wochenende war ich auf der Hochzeit meines „dienstältesten Freundes“ (Zitat der Mutter) in Bremen, bzw. war ich eine ganz schön lange Zeit eher auf dem Weg zu der Hochzeit in Bremen. „Netterweise“ gab es eine schöne Sperrung auf der A1 auf dem Hinweg, so dass ich den kirchlichen Teil des Festes verpasst habe. Das ist dann auch bei meinen wenigen Fahrten nach Bremen schon die zweite Sperrung. Die A1 mag mich anscheinend nicht. Danke an dieser Stelle auch an den WDR, der zwar mitteilte, wie man die Sperrung umfährt, aber leider nicht erwähnte, dass die Autobahn nach der Sperrung auch komplett voll war und eigentlich bis nach Bremen durchweg sehr sehr zähfließender Verkehr war.

Dafür ging der Rückweg dann allerdings mit 2:15 Stunden rasant schnell – ich liebe Sonntage! Auf der A1 darf man an einigen Stellen ja auch mal so richtig entlangkacheln bzw. nennt der verantwortungsbewusste Autofahrer das ja „den Wagen mal wieder frei fahren“ – sonst saugt der ja eine unverantowrtlich große Menge Sprit weil er total „zu“ ist… oder so. Und das waäre  auch total unökologisch, mit meinem gewissen nicht vereinbar!

Wie dem auch sei,es war nicht nur eine ganz besondere Reise für den dienstalten Freund, sondern auch für den Dienstaudi. Ich habe ihn 2007 von einer alten Nachbarin meiner Eltern für 1.500 Euros extrem billig gekauft. Da hatte er gerade mal 30.000km auf dem Tacho in seinem stattlichen Alter von damals 16 Jahren. Dieses Jahr ist er nun am 17.06.2012 20 Jahre alt geworden und hat am 30.09.2012 endlich die 100.000km-Marke geknackt. Leider ist das Beweisfoto da unten ein wenig verwackelt. Leider konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht ganz die 180 Sachen auf die Bahn beamen, wie ich das wollte [Anm.d.Red.: zu der Beschreibung einer hohen geschwindigkeit gehört stets auch die entsprechende Tonalität!], damit der Zeiger die Ziffern nicht verdeckt. Blöder Weise ist aber der Kameraaauslöser des iPhone schwierig zu treffen, wenn man nur eine Hand frei hat, das Handy halten muss, und man sich gerade in einer Kurve befindet. Ich kann aber versichern, dass ich für diesen magischen Moment maximalen Einsatz gezeigt habe.

 

Und damit dieser Moment auch finanziell in Erinnerung bleibt, bin ich auf der Rückfahrt auch noch fotografiert worden. An der Stelle war 80 und ich war… schneller.

Premierenfreitag in oranje

Letzten Freitag war ich das erste Mal in Roermond, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, schon mal dort gewesen zu sein. Und nein, ich war nicht im Outlet, sondern in der schnuckeligen Innenstadt. Ist ganz schick und vor allem gibt es Frikandel Spezial.

Nachdem ich einen Tag zuvor noch milde klagte, dass mein neues Radio keinen besonders guten Radioempfang hatte, nahm sich dann – während des Aufenthalts in der Altstadt – ein (vermutlich) Holländer dieser Thematik an. Und da mein Radio einen USB-Slot hatte, nahm er freundlicherweise auch direkt noch meine beiden USB-Sticks mit (Systemanbiet… Systemwegnehmer). Nun, ist das nicht nett? Ich wäre nämlich sicherlich nicht auf die Idee gekommen, mir ein neues Radio zu kaufen, nur weil der Empfang nicht ideal ist.Obendrauf war einer der USB-Sticks ein Werbegeschenk und der andere schon hundert Jahre alt. So hält man die deutsche Wirtschaft (MediaMarkt) in Schwung. Schon verrückt, dass uns die Holländer dabei helfen…

Jetzt hab ich ein neues Autoradio und zwei neue USB-Sticks. Ob sich die Nummer für die Holländer nun gelohnt hat, wage ich zu bezweifeln (das Autoradio war etwa 40 Euro wert), aber anscheinend war der Aufwand ja auch nicht so hoch…

Das war das Erste Mal, dass mein Auto „aufgebrochen“ wurde. Wobei „gebrochen“ brutaler klingt, als es war. Man kann nämlich keinerlei Bruchspuren sehen und die Langfinger haben sogar nachher noch abgeschlossen. Also: erstes Mal Roermond, erste Misshandlung des Dienstaudis und das am letzten Freitag der vergangenen Woche.

Willkommensgeschenk

Neben den Arbeitskollegen zeigte sich der Dienstaudi besonders spendabel, was die Begrüßung nach dem Urlaub angeht. Am Samstag, als ich versuchte, den Rückspiegel einzustellen, übergab er mir diesen vollständig… in meine Hand. Danke, danke danke…. ich fahr dann mal Kleber kaufen.

Den Kollegen danke ich für die zahlreichen (fotorealistischen), wie auch aufwendigen Feenbilder und Elefantenbilder im Büro (die kicker-Tabelle habe ich aufgehängt).

They called it the Rising Dienstaudi

Als ich am Montag in meinen Dienstaudi stieg, wurde es mir plötzlich ein wenig anders. Ich drehte den Zündschlüssel um und plötzlich kam Rauch aus dem Lenkrad (da wo die Blinkerhebel angebracht sind) und es roch arg verbrannt. Das war so ein bisschen ein Ereignis der dritten Art. Aber alles halb so wild, der Audi rollt noch immer über die Düsseldorfer Straßen, nur das Radio-Display hat seinen Geist aufegegeben. Ob das aber nur eine Koinzidenz war, weiß ich nicht… Es bleibt also vorerst bei dieser „Punchline“

Nun, um die Szene für euch anschaulicher und visuell erfassbarer zu machen, habe ich keine Kosten und Mühen gescheut und konnte im Endeffekt keinen Geringeren als Robert de Niro gewinnen, um mich zu spielen. Glücklicherweise hat ihm sogar mein schicker „farbiger“ Anzug gepasst, den ich natürlich immer zur Arbeit trage. Allerdings konnte ich ihm so schnell keinen Dienstaudi besorgen und wieso er raucht, weiß ich auch nicht. Seht jedenfalls bei dieser Scripted-Reality-Szene, wie meine Woche begann… also fast: [Anm.d.Red.: Leider gibt es den Clip so nicht auf Youtube, deshalb kann ich es nur via löckbaren Link hier integrieren]

KLICK

Btw. Jeder, der Mafia-Filme mag… ac hwas, jeder der Filme mag, muss dringend Casino gucken. Großartig! Und allein De Niro und Pesci… sagte ich schon „großartig“? Großartig!

PS. Wer jetzt noch hier hinschreibt, welchen Hintergrund die obige Überschrift hat, dem sag ich „boah“!

Carambolage

Wie heisst es so schön, Servicewüste Deutschland? Aber hallo! Ich durfte das gerade in Bezug auf meinen Dienstaudi erfahren. Der verliert ja seit 2007 im linken Vorderrad Luft. Vermutlich, weil ich ihn ein halbes Jahr alleine hab stehenlassen. Wie ein Hund oder eine Katze, die ihr Frauchen/Herrchen nach Urlaubsabstinenz erstmal ignoriert oder auf den sündhaft teuren Flokati kackt. Wer weiss, was im Audi vorgeht…

2009 war ich dann soweit mir einen neuen Reifen aufziehen zu lassen. Ich dachte, das Problem seie dann damit gelöst. Nun… nein! Der Kollege verlor weiterhin Luft. Da ich mittlerweile mindestens einmal pro Woche „lüften“ darf, steht mein Nervpegel im Zenit. Also habe ich den Wagen zu Pit-Stop geschickt. Die haben erstmal Dreck zwischen Felge und Reifen entfernt und das Problem theoretisch gelöst… nur praktisch nicht. Dann haben sie das Ventil ausgetauscht, aber das war auch nicht des Rätsels Lösung und heute, heute habe ich dann versucht einen Reifenservice für den Audi zu organisieren. Hatte ich als nicht sonderlich schwieirg eingestuft, mit meinem Skill-Level durchaus zu schaffen. Na denkste!

Zunächst einmal habe ich im Norden von Düsseldorf bei einem Reifendienst angerufen. Der nette Inhaber war allerdings nicht im Entferntesten interessiert. Er konnte gar nicht nachvollziehen, warum ich bei ihm anrufe. Und es war nicht so, dass ich ihm einen Schwank aus meiner Jugend erzählt habe. Seine Antwort auf die Kurzfassung des Status Quo des Reifens war „Ja, und was soll ich da machen?“ Bitte wie!?!?!?!? (dachte ich) „Geld verdienen“, antwortete ich (Gelächter). „Aber datt ist doch Service am Kunden, damit verdien ich doch kein Geld, mit dem Überprüfen!“ Ähmmm jaaaaaaaaaaaa

Blöd war, dass ich ihn aus seinem vorher schon angeklungenen Dilemma der Ahnungslosigkeit nicht befreien konnte, sondern auf seine erneute Frage, was er denn nun machen soll nur „Keine Ahnung, Sie sind doch der Profi.“ zu erwidern wusste. Und er returnierte „Ja, wenn die bei Pit-Stop nix gefunden haben, wie soll ich denn dann was finden?“. Auch hier bestand ich den offensichtlichen Test nicht. Ich konnte nur mit den Schultern zucken und sagte ganz verlegen und immer leiser werdend „Na, aber die haben sie doch empfohl…“. „Ja, schön, aber watt soll ich denn finden, wenn die nix finden!?“.

Mir wurde die kommunikative Sackgasse bewusst, in der wir uns mittlerweile befanden und ich versuchte den Herren aufgrund seines Produktangebotes auf eine neue Fährte zu locken „Sie verkaufen doch Felgen, haben denn vielleicht welche im Angebot die passen würden?“. Diese Frage strotzt anscheinend nur so vor Inkompetenz, denn er meinte nur „Wie? Ja warum sollen die nicht passen?!“ (An der Stelle überlegte ich zu bemerken, dass er mir dann ja eine anbieten könnte, tat es aber nicht) „Keine Ahnung, aber dann könnte ich doch bei Ihnen die Felge wechs…“ Und dann sagte er das, was er in dem Gespräch insgesamt drei bis viermal sagte „Fahren Sie zu Audi!“.

Nach dem erquickenden Blabla befolgte ich seinen einzigen Rat (der vermutlich für unendlich viel Sachkompetenz steht, ich kann das ja nicht beurteilen) und rief bei Audi an. Der Herr Audi war schon einmal um einiges freundlicher aber auch teurer. Was nämlich im Norden Düsseldorfs unter „Aber datt ist doch Service am Kunden, damit verdien ich doch kein Geld, mit dem Überprüfen!“ fällt, fällt bei Audi eher unter Schweineteuer!!!!!!! 119 Euro (inkl. MwSt) kostet nur eine Arbeitsstunde. Und in der Zeit wird erstmal getestet, wo der Fehler sich versteckt Eine Stahlfelge kostet ca. 60 Euro. Da frag ich mich, warum ich überhaupt testen lassen soll, da könnte ich dann ja auch gleich die neue Felge anbetonieren lassen und hoffen, dass das Problem löst. Gut… ich befürchte, mein Dienstaudi trägt Alufelgen, die sind nochmal teurer. Leider bekommt man aber keinerlei Zeitangaben oder Hinweise, wie teuer der Spaß insgesamt werden könnte. Das finde ich mal ganz arg blöde, ich fahr da doch nicht hin und lass mich belabern und fahre entweder ohne Problemdiagnose wieder heim oder schenke ihnen den Topf, den ich am Ende des Regenbogens gefunden hab, damit die meinen Reifen in ein Wasserbad tauchen.

Und jetzt? Ich hab die Nase gestrichen voll. Warum müssen Handwerker oder Leute die in handwerklichen Berufen arbeiten sich eigentlich immer benehmen wie die letzten Vollidioten? Gehört das dazu? Ist das ein teil der Magie dieser Dienstleister? Oder brauchen die vielleicht kein geld und machen das nur aus karitativen Zwecken? Oder liegt es an mir und ich darf ich mit diesen Leuten nicht freundlich sein?

Der Schrottplatz hat jedenfalls auch keine Felgen, versorgte mich aber mit aktuellen Nachrichten aus aller Welt in der Telefon-Warteschleife. Immerhin hätten sie für 35 Euro einen neuen Kotflügel da. Den könnte ich mir natürlich besorgen, aber vorher müsste ich mich bei Werkstätten erkundigen, was Lackierung und Montage kostet. Ich gestehe, ich bin da jetzt ein wenig scheu… oder ruf ich mal bei ATU an? Hach…

Ich möchte an dieser Stelle Pit-Stop auf der Kaiserswerther Straße übrigens sehr lobend hervorheben. Die haben echt tollen Service, arbeiten schnell und sind preislich auch absolut wettbewerbstauglich.

Scheibenkleister

Mein Dienstaudi steht den ganzen Tag/Nacht an der Straße vor dem Haus (nicht in der Einfahrt). Und jedes mal, wenn ich ihn sehe, denke ich mir „Hey wow, die Scheibe auf der Fahrerseite ist aber klar, die spiegelt ja gar nicht. Kann total gut reingucken.“ Heute morgen gehe ich die geleerten Mülltonnen reinholen und denke mir „Hey wow, die Scheibe auf der Fahrerseite ist aber klar, die spiegelt ja gar nicht. Kann total gut reingucken.“. Dann plötzlich schieben sich zwei Wolken beiseite, Gott lukt hervor, schaut skeptisch bis genervt, schüttelt den Kopf und gibt mir eine schallende Ohrfeige. …Klar spiegelt die Fensterscheibe nicht, wenn sie runtergekurbelt ist.

Fast erschreckend, dass nichts aus dem Auto entwendet wurde…

Stuntman Mike

Habe gestern mit dem Dienstaudi auf einer Autobahnausfahrt einen One-Eighty (180Grad-Drehung) hingelegt [Anm.d.Red.: Vielleicht auch mehr als 360 Grad, hab das nicht so mitbekommen und mich nur von der Wirbelei berauschen lassen.] . Dabei habe ich weder die „Bande“ berührt, noch bin ich ins „Kiesbett“ gedrifftet. Nicht einmal die „Gegner“ auf der Straße haben mich touchiert. Toll, der Dienstaudi. Ab sofort darf man ihn auch Stuntaudi nennen.

Übrigens hat der Stuntaudi „formerly known as Dienstaudi“ auch eine Blitz-Früh-Warn-Funktion. Er meldet den mobilen Blitzgeräten frühzeitig, dass er gleich vorbeigefeuert kommt, damit diese dann schon mal rechtzeitig abgebaut werden. Toll! Man wird bald Lieder über seine Heldentaten singen, da bin ich mir sicher!

So viel Glück an einem Tag… danke, Audi!

Arnold im Auto

Das Problem bei Armold Schwarzenegger ist ja, dass er gelernt hat, intelligentere Nachkommen zu produzieren, die dann irgendwann die Weltherrschaft an sich… ach Moment… anders! Das Problem am Terminator ist ja, dass sein Vater ein Computer ist, der ein Eigenleben entwickelt und selbst noch weitere Computer und Robbbotter produzieren kann, die dann irgendwann die Weltherrschaft an sich reißen und den Planeten einer ziemlich unangenehmen Terraformung unterziehen… Zumindest habe ich das in den Dokumentationen namens „Terminator“ gelernt.

Nun, mein Navigationssystem von ALDI bzw. das Navi der Freundin meines Vaters, entwickelt auch so langsam ein Eigenleben. Es berechnet nämlich Routen zu Zielorten plötzlich jedesmal anders und größtenteils umwegig bzw. verarscht es einen sogar gerne mal und schickt einen auf Stadtrundfahrt. Rundfahrt ist hier auch wörtlich zu verstehen, man kommt wieder da an, wo man gestartet ist. Das ist an sich schon ziemlich eigenartig. Gerne lässt mich das Navi auch mal im Stich indem es die Verbindung zum allwissenden Verkehrs-Satelliten verweigert. Vermutlich versucht es mir einfach Zeit zu stehlen… teuflisch! Also wenn das mal kein Eigenleben ist! Bin mal gespannt, wann es Nachkommen zeugt, die dann zumindest den Dienstaudi erobern und vermutlich mit dessen Hilfe dann die ganze weite Welt. Wobei ich mich frage, ob sich das Navi dann bald auch ausschaut wie Arnold Schwarzenegger. Wäre schon witzig, wenn der plötzlich aus meinem Handschuhfach klettert.

Was ich hiermit sagen will: Das Medion-Navi von ALDI ist richtiger Mist!!!!!! Leider weiß ich gerade hier die genaue Bezeichung nicht. Habe es im Auto gelassen, damit die Schaltkreise einfrieren.

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