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die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Tag: Computerspiele

Kicker-Erinnerungen

Die Fußball-Europameisterschaft steht vor der Tür, Zeit auch im Ingoversum mal wieder den Fußball zu thematisieren und ein bisschen in meiner Erinnerung zu wühlen. Ich weiß natürlich nicht, ob das irgendwen da draußen interessiert aber mich hier drinnen ssehr. Und ich lese und höre übrigens auch gerne von anderen Menschen, was sie so erlebt haben und freue mich jedes mal riesig, wenn es Überschneidungen mir meinen Erinnerungen gibt.

Also Fußball! Und konkreter digitale Fußball-Spiele.

Ich habe mich lange Zeit überhaupt nicht für Fußball interessiert. Außer meinem Opa – der sich sehr oberflächlich für Fußball interessierte und dessen Lieblingsmannschaft immer die war, die den ältesten Kader hatte (ich erinnere mich, dass es auch mal Werder Bremen war) – tangierte der Sport um das runde Leder keinen einzigen Familienangehörigen. Tennis dagegen zwischenzeitlich irgendwie schon… und ich glaube, mein Vater schaute gerne Muhammad Ali bei der Arbeit zu. Oh und meine Oma väterlicherseits fand Wrestling ganz toll, weil „die Männer so viele Muskeln haben und wenig anhaben“. Gut… Huch, ich schweife ab!

Computer-Fußball-Spiele! Ich habe ganz früher am C64 versucht Fußballspiele zu spielen und erinnere mich, dass mein Spiel der Wahl „Microprose-Soccer“ war. Und ich erinnere mich sehr deutlich, dass ich das Spiel relativ viel und absolut ohne Erfolgserlebnisse gespielt habe. Ich weiß, ich habe maximal eine einzige Partie in diesem Spiel gegen den Computer gewonnen.

Meine erste Berührung auf dem PC mit dem Genre war bei den zahlreichen Spieltreffen mit Bulldo. Wir spielten das Spiel „Manchester United Football Club“. Das war ein Action-Fußballspiel mit Managerpart. Man konnte Spieler verpflichten und trainieren und musste dann selber die Kicker steuern. Das alles war sehr oberflächlich aber spaßig und motivierend. Damit haben wir ganze (natürlich ausschließlich regnerische) Nachmittage verbracht! Leider war ich als Joystick-Spieler total unfähig an der Tastatur zu spielen, wie man das damals am PC noch tat. Bulldo und ich einigten uns darauf, dass er läuft und ich irgendwann die Space-Taste zum Schießen drücke (kleiner Trick der zu 100% zum Torerfolg führt: Schräg auf das Tor zulaufen und gerade schießen). Immerhin meine ersten Erfolgserlebnisse!

Irgendwann hat mir Bulldo sehr kurz und Sven später ausführlicher den „Bundesliga Manager Professional“ gezeigt. Ich hatte sogar mal versucht den Vorgänger zu spielen, musste aber sehr schnell kapitulieren, weil ich nicht verstanden hab, worum es überhaupt geht. Der „BMP“ jedenfalls war schön bunt und recht zugänglich. Ab dem Zeitpunkt interessierte ich mich dann auch mehr und mehr für den Sport. Ich wählte als Mannschaft im Spiel recht oft Bayern München, weil meine geliebten Pateneltern damals in Rosenheim bei München wohnten und ich das Logo des Vereins und Bayern generell eigentlich irgendwie mochte. Und so wurde Bayern München auch mein Real-Welt-Lieblingsverein. Ich begann mir die Sport-Bild jeden Mittwoch zu kaufen (dafür schlich man sich dann auch vom Schulhof und kaufte in Kombi noch ein Fladenbrot und Uludag zum Frühstück). Irgendwann kaufte ich mir auch ein paar mal den Kicker, aber der war eigentlich viel zu teuer. 3,20 Mark oder so, entgegen der 1,20 DM für die Sport-Bild.

Eine lange Zeit spielte ich alleine nur Managerspiele, irgendwann auch „Anstoss“. Letzteres auch sehr gerne mit Martin, weil es so schön schnell durchklickbar war. Gerne haben wir den Spielmodus auch für uns so verändert, dass wir geguckt haben, wer von uns als Erster beim Verein gefeuert wird – Anstoss war nämlich der erste Manager, bei dem das ging (meines Wissens nach). Irgendwann landete man dann mit Glück bei einem Top-Verein der selber gerade in der unteren Tabellenhälfte umher irrte und dann ging es so richtig los mit dem Versuch erfolgreich zu sein. Hach, toll! Ich erinnere mich gerade auch, dass mein bester Spieler überhaupt irgendwann mal Loddar Matthäus war. Der hatte die Spielerstärke 8 (Die Fähigkeiten der Kicker wurden damals mit einem Zahlenwert von 1-7 bzw. 8 dargestellt). Hach hat mich das damals glücklich gemacht…

Wir haben zuletzt noch einmal versucht, Anstoss bei unseren – leider nur – halbjährlichen Treffen zu spielen, aber wir scheitern jedesmal kläglich, weil wir frühzeitig pleite gehen und die Mannschaft irgendwann am Fitness-Krückstock geht. Ich/Wir habe(n) wirklich keinerlei Erinnerungen mehr daran, wie man dieses Spiel beherrscht… Das ist erstaunlich, denn ich könnte „Leisure Suit Larry 2″ vermutlich heute ohne Probleme durchspielen, weil ich den Lösungsweg jederzeit abrufbar in meinen Synapsen gespeichert habe.

Mit Bulldo habe ich – ebenfalls noch zu Schulzeiten, ich bin bei meinen Erzählungen vielleicht gerade bis zum 12 oder 13 Lebensjahr fortgeschritten – auch sehr viel „Sensible Soccer“ gespielt. Das ging sogar zu zweit an einer Tastatur. Allerdings hatte die Probleme, wenn zu viele Tasten gleichzeitig gedrückt wurden. Ich glaube, maximal 3 Kommandos zur gleichen Zeit konnte die umsetzen. Sonst machte es Piep und ein Befehl wurde nicht ausgeführt… meine einzige Chance gegen Bulldo mal zu gewinnen, glaube ich. Irgendwann packte Bulldo dann ein Gravis-Gamepad aus (Ergonomisches Design gab es damals übrigens nicht – siehe den Controller des NES) und er konnte mich in Serie regulär weghauen – gleiches gilt auch für das Spiel NHL Hockey, dass ich gegen ihn kaum gewinnen konnte.

Das führt mich aber wieder zu Martin, mit dem habe ich neben „EA Sports FIFA  Football“ auch „NHL Hockey“ gespielt. Und ich muss mir hier diesen Ausflug einfach gönnen, weil Martin seeehr selten bei NHL gegen mich gewonnen hat und mindestens eine Tastatur verschlissen hat, bei den zahlreichen, unzähligen Niederlagen gegen mich. Ich will ja nicht weiter bohren, aber er führte bei einem Spiel sogar 5:0 und hat… verloren!!!! Verloooren verlooooren! Zurück zu Fußball.

Ich schrob es gerade schon: „EA Sports FIFA Football“. Das wurde in – für mich damals ungewohnter – isometrischer Perspektive gespielt und sah total fantastisch aus – nach damaligen Maßstäben. Martin und ich haben das eigentlich nur miteinander gegen die Computer-KI gespielt. Leider war das Balancing nicht so toll und ein Turnier mit einer guten oder mittelguten Mannschaft zu gewinnen war… vermutlich einfach. So wirklich oft ist uns das nämlich gar nicht gelungen. Unsere Wahrnehmung war aber eher der Art, dass wir FIFA-Götter waren und unsere „Skills“ nur mit der schlechtesten Mannschaft überhaupt gefordert wurden. Das war Qatar und die einzige Art, wie wir es geschafft haben Tore zu schießen, war es, sich beim Abschlag des gegnerischen Torhüter so vor ihn zu stellen, das der uns anschießt und der Ball anschließend ins Tor tropft. Joa… warum wir damals so unglaublich viel Spaß daran hatten, kann ich zwar überhaupt nicht erklären, aber das macht ja auch nix!

So langsam wurden die Spiele aber komplexer und meine Gelegenheits-Daddel-Freunde verabschiedeten sich als Gegner oder Spielpartner. Ich spielte fortan überwiegend Spiele wie Anstoss 2, die Nachfolger der FIFA-Serie und Pro Evolution Soccer allein. Im Wohnheim spielte ich dann irgendwann etwas regelmäßiger gegen Marcel, was wegen ähnlichem Fähigkeitenlevel sehr lustig war. Es gab auch immer wieder Partien gegen Bulldo, der sich mehr und mehr auch an komplexere Steuerungen gewöhnte. Nicht zu vergessen sind die sehr regelmäßigen Fußballabende (seit etwa der 12. Klasse) mit Rammel mit dem ich zahlreiche Champions Ligen und Turniere nicht gewonnen habe, weil wir sehr gerne in Halbfinals an Mannschaften aus Athen gescheitert sind. Es gibt tolle Videoaufnahmen, wo wir uns filmen, wie wir Fußballspiele spielen. Die sind a) vermutlich nur für uns unterhaltsam (und das sehr) und b) definitiv nicht für die Öffentlichkeit bestimmt!

„Leider“ sind Managerspiele mittlerweile so komplex geworden, dass sie zu zweit zu wenig Freude machen. Einer müsste meist ziemlich lang warten, bis der andere seine Managementaktionen durchgeführt hat. Es gibt zwar auch einen abgespeckten Multiplayermodus beim „Fussball Manager 12″ von EA, aber der lässt sich ausschließlich über das Internet spielen, was eine mindestens dämliche Designentscheidung ist.

Von meinen Erfolgen in FIFA 12 hatte ich vor einiger Zeit hier ja bereits stolz berichtet. In der dritten Liga war ich mal und mittlerweile bin ich da immer wieder, wenn ich mich nicht in der weltweit 2.-höchsten „Head-to-Head“-Spielklasse halten konnte (was total töfte klingt, aber nicht sooo viele aussagt, es gibt viele zweite Ligen…). Leider bin ich mittlerweile so unfassbar gut, dass Spiele gegen Gelegenheits-Daddel-Freunde eher sinnfrei sind, da ich (ich sag es vorsichtshalber nochmal) viiiiel zu gut bin – was den Anfang der Geschichte zum Ende hin sehr schön dreht.

Mein Vater sagte zu meinen Schulzeiten irgendwann mal, meine durchschnittlichen Noten seien doch super, da könne ich mich wenigstens noch steigern! Wenn man immer Einser schreiben würde, könne man nicht mehr besser werden. Wenn meine Fußball-Skill-Historie dazu nicht mal ein echt gelebtes Beispiel ist! Ich bin jetzt ein viel besserer Digital-Fußballer als früher und Bulldo ist diesbezüglich… desinteressierter… immerhin! Aber ich will mir am Ende dieser kleinen ingonautischen Geschichtsstunde nicht zu sehr auf die Schulter klopfen, sie tut jetzt schon weh.

Oh, mein Vater hat übrigens auch gesagt, je kürzer der Name einer Schulnote ist,  desto besser ist die Note. Und wenn es sogar zwei kurze Worte sind, ist es besonders gut. Mein Vater der alte Philosoph…

Achtung!!!! Tetris!!!!!

tetrisIch will mich gar nicht so großartig zu dem Beschluss (oder wie auch immer man es nennen mag) der Innenministerkonferenz äußern, die ein Herstellungs- und Verbeitungsverbot von sog. Killerspielen fordern. Ich stelle nur mal zur Diskussion, was die größere Gefahr für die Menschheit ist: digitale Spiele oder Waffen?! Also wenn man mal das Ursache-Wirkung-Prinzip herbeiholt, ist die Verbindung Waffe -> Tod irgendwie direkter als digitales Spiel -> // -> Tod, oder? Hach, ich reg mich schon wieder auf.

Jedenfalls zur Fordrung der IMK. Diese Forderung gab es in den letzten zwei bis drei Jahren auch schon, von den selben Herren im selben Gremium. Und was ist dabei rum gekommen? Nun, Jugendliche unter 18 dürfen noch immer keine gewalthaltigen Computerspiele kaufen und das Logo der USK ist jetzt etwa 3qm groß auf den Spielpackungen. Ui! Naja, mal sehen ob das diesjährige Gesülz auch wieder im Sande verläuft.

Passend dazu noch ein lustiger Cartoon von  Jürgen Frey,  klickt ihr hier!

Und täglich grüßt das Murmeltier

Irgendwie verblödet man anscheinend ab einem gewissen Alter oder durch die Ausübung bestimmter Berufe [Anm.d.Red.: Ich hoffe auf letzteres, sonst ereilt es mich ja dann bald wohl auch]. Es ist nämlich ganz einfach unglaublich dumm, dass man zum wiederholten Male nur über Jugendliche und über Jugendkultur spricht. Mit den Jugendlichen spricht auch in diesem Fall mal wieder niemand. Zumindest nicht in den meinungsmachenden „meinungsbildungs-unterstützenden“ Medien. Lernkurve!?

Es wird nach dem Motiv und den Ursachen gefragt, aber eigentlich will man wahren Antworten nicht wissen. Die sind vermutlich auch nicht in 45 oder 90 Minuten zu erörtern und wenn, dann sind sie nicht zu fassen, weil viel zu komplex als das man sie mit einem simplen Verbot ad acta legen könnte. Einfachere Antworten liegen viel näher und sind öffentlichkeitswirksam zu erläutern. Denn der Deutsche liebt das gute, alte Verbot. Und in diesem Fall soll es (mal wieder) die bizarre Welt der neuen Medien treffen, die so viele Gefahren birgt und die kaum jemand durchschaut, nicht durchschauen will.  Es ist insbesondere im Superwahljahr an der Zeit, sich zu profilieren auf Kosten derer, die nicht erhört werden über die man deswegen auch so toll sprechen kann. Hallo liebe Politiker, hallo liebe Medien.

Was die sog. Amokläufer (soweit ich mich informiert habe) gemein hatten war, dass sich sich gemobbt fühlten, vielleicht auch „nur“ falsch verstanden, wie auch immer man es im konkreten Fall nennen mag. Und was passiert gerade in den Medien? Die Jugendkultur – und ob man das hören mag oder nicht: da gehören Computerspiele nun mal zu – und damit auch die Jugendlichen werden gemobbt. Das verhärtet die Fronten und dass daraus eben keine Zuneigung entspringt, keine Annäherung die das dringend notwendige Verständnis erzeugen kann, ist offensichtlich und wird auf Mikroebene durch eben die Amokläufe auf grausamste Art verdeutlicht.

Jugendliche fühlen sich bei Debatten wie der aktuellen hilflos und in die Ecke gedrängt. Aus Reflex entstehen daraus häufig aggressive Wortmeldungen in Blogs, Foren, Twitter-Feeds, Youtube-Videos und Chats, die vermutlich Frontal21 bald wieder zitieren wird, um auf die Verrohung hinzuweisen, die Computerspiele und die Untiefen des Internets heraufbeschwören.

Ach und mal ganz „nebenbei“:

Das man bei bild.de ein Protokoll findet, wann der Täter die Schule betreten hat, wann er sich in der Nase gebohrt hat und wann er wo, wie oft und wohin geschossen hat ist tragisch aber leider normal. Dass es nun auch bei Spiegel Online ein solches Protokoll gab ist noch viel trauriger. Muss man wirklich ganz genau wissen, wann der Täter was und wie gemacht hat? Reicht nicht das grausige „Ergebnis“? Muss man bei solch schrecklichen Fällen auf das trendige Twitter zurückgreifen, um dort als erster jeden Fliegenschiss zu einer Tat zu publizieren? Ist das notwendig? Ist das die Entwicklung der sog. Qualitätsmedien? sind das die gleichen Medien, die sich über die mangelnde Seriösität und Quellenrecherche der Blogger brüskieren? Mögen mich bitte ein paar Marsianer abholen?

Und noch was: Kann mir bitte jemand erklären, warum der Herr „Egal Wer“ eine Schusswaffe zuhause haben sollte? Oder Munition? „Historisch wertvolle“ Waffen gehören in ein Museum, oder/und man  gießt zwingend den Lauf mit Blei zu. Und wofür braucht man überhaupt einen Sport, der mit „Gerätschaften“ durchgeführt wird, die bei „falscher Benutzung“ Leben kosten können?

Wut angestaut und abgelassen

Ich bin überrascht! Ich bin toooooootal überrascht und schockiert! Frontal21, das Sensations-Enthüllungsmagazin des ZDF ist bei der Pharmaindustrie unangenehm aufgefallen. „Der Redaktion wird Verantwortungslosigkeit und Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen.“, heißt es in einem Artikel von dwdl.de.

Hat da etwa die Redaktion, die sonst für extremst korrekte Berichterstattung bekannt… Moment… das ging anders! Ich bin nicht wirklich überrascht, dass dieses Magazin, das inhaltlich nicht einmal BILD-Niveau erreicht, wenn es um Berichterstattung über die bösen, bösen, bösen Massenvernicht… Computerspiele geht [Anm.d.Red.: An dieser Stelle kann ich es überblicken, weil ich bekanntlich im Thema bin.], auch bei anderen Themen „flunkert“.

Dann will ich noch einen besonders polemischen Schlusssatz formulieren:

Eine jornalistisches Magazin, dass bewusst Informationen falsch aufbereitet und darstellt, um Sensationen senden zu können oder einfach zu dumm / faul / unfähig zu gewissenhafter Recherche ist, hat (mindestens) im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nichts zu suchen!

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