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die welt aus der sicht eines dorfmenschen

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Mein Name ist Bauherr, ich weiß von nix…

Wenn du denkst, es geht nix mehr – kommt von irgendwo ‚ne Treppe her! Mit diesem Satz bewerbe ich mich für die goldene Himbeere für misslungene Einstiege in Blogbeiträge 2015. Ich hab gute Chancen…

Seit gestern haben wir endlich eine Treppe im Haus. Vor ein paar Wochen ist dieses Projekt noch an zu hoher Luftfeuchtigkeit und zu niedrigen Temperaturen gescheitert. Das hatte gravierende Auswirkungen auf die restlichen Gewerke. Die Handwerker kamen nicht ins Obergeschoss, ohne die Gefahr im Nacken, mit einen kleinen Gewichtsverlagerung nach links einen ziemlich tiefen Sturz bis in den Keller zu riskieren. Insbesondere der Boden konnte daher nicht verlegt werden, denn der wird an die Treppe rangelegt, sprich: Treppe comes first! Und sowieso wäre es nicht möglich sämtliches Arbeitsgerät und Boden sicher über die Leiter ins OG zu schaffen. Aber auch ohne Boden im Erdgeschoss, konnte die Küche nicht eingebaut werden. Und ohne Boden generell macht es auch keinen Sinn die Türen einzubauen. Und zuletzt: Ohne Treppe ist es auch umso schwieriger das Treppenhaus endgültig zu streichen.

 

Und das ist noch nicht einmal alles. Dementsprechend rummelig ist es gerade in unserer „Villa“. Hinter diesen Problemen steckt – aus meiner Perspektive – die mangelnde Vermitlung von Expertenwissen. Ich hätte mich beispielsweise gefreut, wenn uns der Treppenbauer rechtzeitig informiert hätte, welche klimatischen Bedingungen im Haus herrschen müssen, damit die Treppe eingebaut werden kann. Ähnliche Situationen gibt es bei verschiedenen Gewerken. Der Raffstore-Mensch etwa hat die Stores eingebaut aber nie eine Übergabe/Abnahme mit uns durchgeführt. Wir wissen also gar nicht, ob die Dinger nun korrekt eingestellt sind (Endpunkte), wir sollen einfach davon ausgehen.

Generell ist es erstaunlich, wie selten es eine wirkliche Abnahme gibt. Bei Treppe und Küche gab es eine. Aber auch der Elektriker hat die Baustelle nun verlassen. Ob die SAT-Anlage korrekt angeschlossen, ausgerichtet usw. ist? Wissen wir derzeit nicht. Ob die Netzwerkverkabelung funktioniert? Wissen wir auch nicht. Was die grünen Kabel im Keller sollen, die da „rumhängen“? Ist nicht sein Gewerk. Ja wessen denn? Nicht seins. Aha – wir vermuten, das sind die Kabel für die Telekom, vielleicht für dieses ominöse APL.

Man muss wirklich kämpfen, um Infos zu bekommen. Dem sollte man sich als Häuslebauer bewusst sein. Ständiges Nachfragen und Beharren wird einen bei den Handwerkern nicht beliebter machen, aber leider muss das wohl viel zu oft sein. Und dann ist es doppelt schwierig, wenn man von der eigenen Persönlichkeit eher so gestrickt ist, dass man darauf vertraut, dass die Dienstleister schon vorausschauen, gewissenhaft usw. arbeiten bzw. handeln.

Ach nochmal die Telekom… wenn mein zukünftiger Schwager nicht zufällig der beste Telekom-Mitarbeiter der Welt wäre, dann hätten wir hier ein großes Problem. Und das besteht darin, dass die Bauherrenabteilung der Telekom eine Kommunikationspolitik betreibt wie Nordkorea. Da dringt absolut nix nach draußen! Der Telekom „gehört“ die letzte Meile, will heißen, das Kabel ins Haus darf ausschließlich die Telekom verlegen. Kein Vodafone, kein… kein… wen gibt es denn da noch? Dementsprechend, ist man auf das Unternehmen angewiesen. Blöd ist nur, wenn man als Bauherr nicht informiert wird, wie genau der Ablauf ist – das hatte die Hotline-Mitarbeiterin beim ersten Kontakt versäumt und uns mit den Formularen komplett allein gelassen. Allerdings lasen die sich auch nicht so, als könnte es Probleme geben. Das Problem war eher, dass sich von der Telekom absolut niemand aus der Bauherren-Abteilung gemeldet hat. Bis heute nicht! Durch den oben genannten Super-Mitarbeiter wissen wir nun generell woran wir sind, aber die sonstigen Anrufe bei der Hotline hätten wir uns auch sparen können. Allein die Aufklärung, welche Netzgeschwindigkeit wir bekommen können, welche Tarifpakete relevant sind, wann ein Techniker kommt, welche Arbeitsschritte stattfinden müssen, wieviel Zeit die brauchen… absolut keine Chance das alles herauszufinden – ohne Vitamin B.

Es mag Gründe geben, warum es sinnvoll ist, dass die Telekom hier ein Monopol auf die letzte Meile hat – aus wirtschaftlicher Sicht. Aus Kundensicht ist es aber leider der Super-Gau, denn man ist dem Unternehmen ziemlich hilflos ausgeliefert – insbesondere der Kompetenz der Bauherrenabteilung. Aus meiner Sicht ist die in Duisburg sitzende Abteilung mehr eine Briefkastenfirma als alles andere.

Silver Linings

Heute wollen wir uns mal Silver Linings ansehen – das bedeutet soviel wie: Ich habe ihn gesehen und schreibe euch nun, wie er war. Super, oder?

Die Hauptrollen in Silver Linings spielen Bradley Cooper und die Hauptdarstellerin des 2014-Fappenings Jennifer Lawrence. Beide spielen geschädigte Charaktere. Er hat seine Frau beim Seitensprung erwischt, den seitlich Besprungenen daraufhin ziemlich vermöbelt und daraufhin 8 Monate im Gefängnis oder Klinik – oder etwas von beidem verbracht, wo er lernen sollte, mit seinen Wutausbrüchen klar zu kommen. Lawrence hat ihren Mann verloren, weil dieser gestorben ist.

Beide spielen übrigens ganz fantastisch. Ich muss ja gestehen, dass ich Lawrence in zwei Hunger Games FIlmen gesehen habe und da fand ich sie, ihre Rolle und die Filme zum Erschaudern schlimm. Bei Cooper muss ich immer an den A-Team-Film denken, diese Frechheit von Remake – mit Liam Neeson als Hannibal… Das ist ungefähr so, als würde ich Uwe Ochsenknecht in einem Spielfilm über die Stones Mick Jagger spielen lassen, unpassender kann es kaum gehen.

Aber zurück zum FIlm: Lawrence und Cooper lernen sich kenne und fortan spielen sich ganz großartige Dialoge und Szenen zwischen beiden ab. Man spürt die tolle Chemie zwischen den beiden, merkt, dass das ganz hervorragend funktioniert und kann sehen, wie beide sich gegenseitig von ihrem Schmerz lösen. An ihrer Seite spielt auch insbesondere die Familie von Coopers Figur eine Rolle. Angeführt von seinem Vater, der durch Robert deNiro ganz hervorragend in Szene gesetzt wird. Auch hier spürt man, dass die Familie nicht so ganz dem entspricht, was man normal nennt. Das ist zwar eher ein Sideplot, aber der stützt den Mainplot ganz fantastisch. Beide greifen ineinander über, beeinflussen sich gegenseitig.

Ich laviere ein wenig umher, weil ich die Geschichte, die im letzten Akt noch zwei spannende Wendungen auf Lager hat, nicht verraten möchte. Aber leider Gottes, verliert sich der Film am Ende eher in einer Nebensächlichkeit und macht den Sideplot zur Hauptsache. Der Film wird sogar leider ein wenig unglaubwürdig, als Lawrence Figur plötzlich zu einem Wird-Nicht-Verraten-Lexikon mutiert, was auch und insbesondere die Rolle für mich unglaubwürdig gemacht hat. Auch sind am Ende ein paar Szenen nicht ganz durchdacht, wirken und funktionieren zwar symbolisch, aber helfen leider nicht der Logik und der Glaubwürdigkeit des Plots – letzteres weil sie einfach zu viel Drama in wenige Sekunden packen, ohne sie dann konsequent zuende zu führen (Ich sage nur Alkohol und Bar). Man hätte auch den Wettbewerb an dem die beiden teilnehmen, etwas ziviler und weniger mit Profiteilnehmern inszenieren können, ohne ihm etwas an Spannung und Intensität zu nehmen. Hier wurde zu sehr überspitzt, und daher: leider haarscharf unglaubwürdig.

Leider ist Silver Linings daher einer dieser Filme, die wirklich toll anzuschauen sind, bis dann der finale Akt beginnt. Der Teil, wo all die Fäden zusammenlaufen, sich noch einmal kurz ein Knoten bildet, bis den jemand rauszaubert. Er profitiert aber von den starken Charakteren, tollen Darstellern und starken Szenen in den vorigen Akten. Ich hatte Spaß bei Silver Linings, ich machte die Charaktere, ich mochte die Chemie. Er bekommt von mir 71 Punkte, er war ein bisschen besser als unterhaltsam, aber leider… das Ende.

Boyhood

Stellt euch ein Film-Konzept vor, in das man sich verlieben will. Dieses Konzept könnte heißen, man verfolgt einen Jungen, wie er langsam zum Teenie und zu Erwachsenen wird. Und man filmt dies über ganz 12 Jahre, packt noch ein paar gute Schauspieler dazu und schneidet es am Ende zu einem Film zusammen – Boyhood. Klingt top? Ich finde, das klingt top.

Aber hat es auch funktioniert… najaaaaaa, geht so. Der Film handelt in der Hauptsache von diesem Jungen, der langsam erwachsen wird. Dabei erlebt er den Streit zwischen seinem Vater und seiner Mutter und diverse Schwiegerväter usw. Er erlebt auch, wie sich seine Eltern verändern ,die Lebensumstände, das Verhältnis zu seiner Schwester. Das ist alles sehr glaubwürdig inszeniert und inhaltlich will ich hier nichts verraten, allerdings ist es etwas höhepunktarm.

Gut, vielleicht ist gerade das mal ganz angenehm, einen ruhigen Film, der ohne den großen Knall auskommt, aber leider muss ich ganz ehrlich sagen, dass mir das dann doch zu wenig Höhepunkte waren. Ich mag es, wenn ein Film sich an einer Stelle zuspitzt,  Hier gibt es mehrere Stellen, wo der Film etwas Fahrt aufnimmt, aber eben immer nur etwas.

Das heißt aber gar nicht, dass es nicht Spaß macht, dem Jungen zuzusehen, wie er älter wird. Genau das macht den Charme dieses Films aus, aber auch nur deswegen, bin ich bis zum Ende dran geblieben. Denn – auch aufgrund der immer nur kleinen Ereignisse, wirkt das alles wie eine Dokumentation, repräsentativ für viele Kindheiten, Jugendphasen usw. Und in diesem Kontext: DIe tollen Darsteller tragen ihren Teil dazu bei, dass der Streifen so dokumentarisch wirkt.

Ich hatte eine nette Zeit bei dem Film, aber einmal schauen reicht auch. Er bekommt von mir 65 Punkte. Mensch bin ich derzeit kritisch….

Better Again – can a song save your life

Ich habe gestern den ersten, wirklich unterhaltsamen Tatort überhaupt gesehen – danke an Ulmen und Tschirner. Und wo feiert man sowas? Genau, bei Facebook! Carsten aber schrob – statt mitzufeiern – er habe gerade „can a song save your life“ gesehen und garnierte es mit „absoulte Guckempfehlung“.

Nun, da blieb mir nichts anderes übrig, als „Better Again“ tatsächlich anzusehen. Ist ja auch mal spannend, von einem Kumpel einen Guckbefehl zu bekommen und zu testen, wie mir der Film gefällt und danach dann hier darüber zu schreiben. Es besteht natürlich nun die Gefahr, dass meine Meinung nicht zu Carstens passt und er dann nie wieder meinen „Kritiken“ traut oooder noch viel schlimmer: meinen Blog nicht mehr liest. Ja, liebe Sozial- und Medienwissenschaftler, das ist der gelebte Uses & Gratification-Approach. Mal sehen, ob wir hier bald auch noch das Gefangenen-Dilemma unter bekommen.

Aber nun zum Film. Mark Ruffalo spielt einen Musikproduzenten, Keira Knightley eine Sängerin. So viel zu den beiden Hauptfiguren im Film. Beide sind auf ihre Weise gescheitert. Er ist einfach nicht mehr erfolgreich genug als Produzent, ihr geht die Beziehung zu ihrem Freund Dave flöten (Adam Levine, Maroon Irgendwas), weil der lieber den Starruhm genießt, statt ehrliche, authentische Musik zu machen.. naja, und Groupies und so.

Beide treffen sehr früh im Film aufeinander und entscheiden sich nach ein bisschen hin und her gemeinsam ein Album aufzunehmen, ganz ohne Hilfe von einem Plattenlabel usw. überall auf den Straßen New Yorks wird aufgenommen und am Ende soll es auf eine CD gebrannt werden, oder itunes… usw. Im Prinzip handelt der Streifen aber davon, wie die beiden wieder zu glücklichen Menschen werden, die durch das pure Ausleben ihrer Passion wieder Lebensmut finden. Mein Eindruck…

Für mich fühlte sich der Better Again sehr wie Californication an, gegossen in ein Spielfilmformat. Aber leider – lieber Carsten – war das nicht ganz meins. Das lag ein mehreren Dingen. Mir fehlte zunächst einmal – und oh mein Gott, dass ich das jemals schreiben würde – David Duchovny. Mir fehlte seine bildhübsche Immer-wieder-Frau / Exfreundin usw. und die anderen verrückten Charaktere aus der Serie. Es gab auch keine nackten Popöchen, die durchs Bild hopsten und insgesamt war der ganze Film von der Stimmung her dunkler, weniger fröhlich, weniger leicht und beschwingt. Er war aber auch nicht tiefer oder fokussierter. Die Charaktere wirkten platter, eher wie Abziehbilder der Serie.

Ich mag Mark Ruffalo generell, aber in dieser aufgedrehten, schnoddrigen Rolle funktionierte er für mich gar nicht. Keria Knightley… naja gut, kann man machen, sie hat eine tolle Mimik und kommt recht bezaubernd rüber. Was für mich bei den beiden aber nicht stimmte, war die Chemie. Die zwei kamen sich natürlich im Laufe des Films etwas näher und es sollte wohl auch ab und zu so ein bisschen knistern, aber für mich funktionierte das einfach nicht. Es fühlte sich falsch an.

Zur Musik: Adam Levine… ich frage mich, ob er sich vor jedem Song seine Genitalien mit einer Kneifzange abdrückt. Nee sorry, da höre ich lieber die Bee Gees. Schauspielerisch war das aber ganz solide. Nur wollte ich mir immer die Ohren zuhalten, wenn sein Gesang eingespielt wurde. Auch generell war mir die Musik zu langweilig, sprach mich nicht an. Ich liebe Gitarren-Musik wirklich und ich mag auch mal etwas melancholisches hören, aber die Lieder hier fand ich ereignislos und viel zu clean – insbesondere zu clean für eine Straßenproduktion.

Der Plot war im großen und ganzen okay, wenn auch relativ vorhersehbar. Die Unstimmigkeiten zwischen Vater und Tochter bzw. die kaputte Ehe – das ganze Familiending war sehr nebenbei erzählt und ließ mich total kalt. Der Film machte sich kaum Mühe die Frau und die Tochter überhaupt einzuführen, ihnen einen Charakter zu geben. Das war absolut überflüssig. Ich hätte mir viel mehr Fokussierung auf die einzelnen Schritte der Bandfindung bzw. der ganzen Beziehung zwischen Ruffalo und Knightley gewünscht. Stattdessen wurde ich erstmal mit einer 90 minütigen (gefühlt) Rückblende der Beziehung von Knightley und Levine „Beglückt“ (ich hasse Rückblenden) und dann dann kamen zahlreiche Montages (Bsp: Rocky  trainiert in mehreren aneinander geschnitten Szenen zu einem  Musikstück), wie die Band spielt, wie die Hauptdarsteller gemeinsam ihre Guilty-Pleasure-Songs hörten.

Das alles, selbst die Guilty-Pleasure-Songs waren mir viel zu vorhersehbar – der Film hat sich in meinen Augen nichts getraut, er war an keiner Stelle mutig. Ich schrubbte das oben schon – er hat zu sehr versucht Californication ins Kino zu bringen. Aber ohne den Mut einfach total Abgedrehtes zu machen. Ein Beispiel dazu noch: Knightley und Ruffalo hören sich ihre Guilty-Pleasure Songs an. Das waren Sinatra, Stevie Wonder sowas halt… aber das ist doch nicht Guilty Pleasure! Guilty Pleasure wäre für mich.. ach was weiß ich… Saturday Night oder Rythm is a Dancer gewesen. Etwas überraschendes, vielleicht dazu dann Sinatra, aber nicht Wonder und Sinatra.  BEi den Charakteren passten diese Songs aber wiederum genau – viel zu genau, das nahm ihnen jedoch das Unvorhersehbare, das Frische. Sie wirkten wie ausgestanzt, und konnten nicht ausbrechen.

Genau dieses Ausbrechen hat Californication für mich ausgemacht. Da herrschte Chaos und Anarchie und dann wieder ein wenig Ruhe, aber nur, um das nächste Chaos vorzubereiten. Ich sehe, was Better Again vorhat, ich möchte den Film mögen, aber er funktionierte für mich einfach nicht. Sämtliche Rezensenten und allen voran Mark Kermode sind da anderer Meinung als ich und schlussendlich Carsten auch. Ich gebe Better Again 60 Punkte, mit der Einschränkung, dass insbesondere, wem die Musik gefällt, aus diesem Film auch mehr ziehen kann als ich. Tut mir leid, Carsten…

Der kunstledrige Thron

Wir schreiben das Jahr 2014 – das ist wichtig, falls in Jahrhunderten jemand diesen Blog liest, und Menschen mittlerweile im Schnitt 4,20 Meter hoch sind – sollte das so sein: Dann bitte hier das Lesen abbrechen, denn dann ist das folgende Geschreibsel wurscht.

Im hier und jetzt – also fast 2015 – ist das allerdings sehr sehr wichtig. Wir haben uns vor ein paar Wochen einen wirklich tollen Tisch gekauft. Er ist 2,20m lang und 1,10 breit und 0,79m hoch. Klingt nach absoluten Traummaßen nicht wahr? Der ein oder andere Experte unter euch wird nun vielleicht schon erahnen, was das Problem an diesem Tisch ist, nämlich die Höhe! Hat keiner erahnt? Nee? Wir beim Kauf nämlich auch nicht…

Nun kann/darf/sollte man nämlich wissen – und wir wussten das bis vorgestern nicht – dass zwischen Tischplatte und der Sitzhöhe der Stühle etwa 30cm liegen sollten. Das würde bedeuten, dass die Sitzhöhe unserer Stühle bei 49cm liegen müsste. So rein gefühlt, sind die 30cm aber zu viel, was dazu führt, dass sich das Gesitze am Tisch anfühlt, als wäre man an den Kindertisch verbannt worden. Die meisten Stühle, die man so kaufen kann haben eine Sitzhöhe von etwa 47 – 48cm. Es gibt auch 49er, die sind schon seltener und wir hätten gerne mindestens 50cm, am besten 51cm. Die Dinger sind kaum zu finden. Und das nicht nur, weil wir es derzeit nicht einsehen, für sechs Stühle so viel zu zahlen, wie für den neuesten Mac oooder ach was weiß ich…

Wir haben so ziemlich alle Möbelhäuser in der Umgebung durch und finden einfach nichts Gescheites – Ikea, Höffner, Gossens, Ostermann, Trends, Schaffrath… Diese ganze Fahrerei ist dabei wirklich zeitraubend und vor allem ist das end-nervig. Daher ein Tipp: Wenn ihr einen Tisch kauft, achtet darauf, dass der Apparat max. 77cm hoch ist. Alles darüber ist bei der Stuhlsuche anstrengend. Selbst wenn ihr noch ein ordentliches Budget habt – ihr werdet keinen Spaß haben – versprochen!

Mein 2014

In unserer neuen Küche gibt es einen kleinen, abgesenkten Bereich, links am Ende des U. Wir haben das Anfang des Jahres bei Küchen-Schaffrath gesehen und mein erster Gedanke war, dass Kasimir dort sitzen und uns beim Kochen zusehen könnte. Natürlich wäre er niemals nur dort geblieben, sondern hätte sich oben auf die Anrichte gesetzt. Dennoch haben wir diese Absenkung für ihn geplant und so wird sie ab dem 12.01. umgesetzt.

Kasimir ist am 05. April irgendwann vor 13.00 Uhr in der Tierklinik in Haan gestorben. Nur eineinhalb Jahre wohnte der kleine Kerl bei uns. Es waren fantastische 1,5 Jahre, in denen Kasimir nicht nur ein Teil unserer Familie wurde, sondern mehr: ein Kumpel oder ein Freund. Seit diesem Tag nun ist dieses Jahr 2014 das bescheidenste – nein, das beschissenste Jahr, an das ich mich erinnern kann. Es vergeht kein einziger Tag seit diesem 05. April, an dem ich nicht zumindest kurz an Kasimir denke und ihn vermisse. Am 04.04. habe ich ihn das letzte mal gesund gesehen. Er hatte sich in eine viel zu kleine Pappkiste gekugelt.

Wenige Wochen später ist Funny bei uns eingezogen. Mittlerweile geht es ihr ziemlich gut, sie ist noch immer ein wenig scheu aber gleichzeitig auch extrem kuschelig.

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Was gab es sonst in diesem Jahr? Zum Büro will ich hier nichts schreiben, dafür ist der Blog nicht der richtige Ort. Der Hausbau und sinisio haben das Jahr dominiert. Das Haus wird/muss im Januar 2015 fertig werden und wir ziehen endlich um. Es hat doch länger gedauert, als wir dachten und wir uns gewünscht haben. Natürlich wird es auch teurer – aber gut, das ist ja beim Bau nichts Außergewöhnliches und jetzt verstehe ich auch, warum das so ist.

Sinisio – mein „kleines“ Gründungsprojekt nebendran erlebte Hochs und Tiefs, zuletzt ein großes Tief, aber auch dafür ist es hier nicht der richtige Ort. Ich bin gespannt, wie es damit 2015 weiter geht.
Ach, nicht zu vergessen, hat auch der Dienstaudi seinen Geist aufgegeben und an seine Stelle ist ein Seat getreten.

Gebloggt habe ich in diesem Jahr weniger als je zuvor, glaube ich. Das liegt vermutlich daran, dass für so Einiges, was in meinem Leben passiert, in diesem Blog dann doch kein Platz ist. Stattdessen habe ich überwiegend über Filme und Serien geschrieben oder eben über den Hausbau. Der Blog ist so ein bisschen wie ein Foto, er sollte eher die glücklichen, statt die ärgerlichen oder traurigen Momente einfangen.

Ich habe mich viel zu selten bei einigen Freunden gemeldet, mit Martin habe ich 2013 das Letzte mal gesprochen, befürchte ich. Erst ein einziges Mal, seit er Papa ist, glaube ich. Das heißt nicht, dass ich meine Freunde vergessen habe, aber mir fehlte leider zu oft die Kraft, die gute Laune und: ich hasse das Telefon noch immer. Ich werde mich 2015 mehr bemühen!

Am Ende des Jahres ist aber natürlich doch noch etwas Tolles passiert, Annika hat „Ja “ gesagt! 2015 wird also nicht nur das Haus fertig (klopft auf Holz), Annika und ich werden (wenn uns nicht der Himmel auf den Kopf fällt) heiraten. Ich kann zwar nicht nachvollziehen, wie sie es gerade in diesem Jahr mit mir ausgehalten hat, aber aus der Nummer lasse ich sie jetzt nicht mehr raus.

Und sonst so in der Welt? Apropos Welt: Wir sind Weltmeister… und die Gauchos, die gehen so! Achja und dieses Pegida… ich fühle mich seltsam fremd in diesem Land, wenn ich sehe, welch Hass sich aus angeblichen (fast ausschließlich unbegründeten) Ängsten entwickelt. Ich sehe Politiker daneben stehen, die so gefangen sind, in ihrem Angst, Stimmen zu verlieren, dass sie sich nicht trauen, sich mit der Entscheidenheit gegen die Demonstranten zu stellen, die notwendig wäre. Die nur daher reden, statt zu erklären, wann, warum und wie Menschen nach Deutschland einwandern – und warum das alles andere als bedrohlich ist.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass 2015 für mich ein schlechteres oder schmerzhafteres Jahr wird, als 2014. Es möge bitte bald anfangen.

Fahrzeugwechsel

Irgendwann musste es ja soweit kommen, der Dienstaudi hat seinen Dienst eingestellt. Vor drei Wochen versagte das Getriebe und die Reparatur wäre leider zu teuer geworden, und vermutlich auch nicht die letzte, denn so langsam…

Ich hatte sogar noch Glück, denn bevor der Mechaniker bei einer Probefahrt mit Tempo 120 eine Vollbremsung hingelegte, weil das Getriebe blockiert hat, bin ich noch über die Autobahn gefahren. Etwas uncharmant fand ich die Bezeichnung „Selbstmordaudi“, die er danach in der Werkstatt hatte.

Jedenfalls musste ine neuer fahrbarer Untersatz her. Zwei Wochen haben Annika und ich uns dadurch durch mobile.de, autoscout24 und diverse Autohäuser gekämpft, bei minimal möglicher Ahnung von nAutos und minimal möglichem Spaß an der Autosuche. Am Ende haben wir einen Seat Ibiza Kombi (Sonderedition Copa) gekauft. Viel mehr kann ich zu dem Auto nicht sagen, es fährt halt, es fährt auch schön, hat aber leider kein Automatik-Getriebe mehr. Das versucht der Spanier aber durch eine zweistufige Sitzheizung und einen Bordcomputer auszugleichen – ziemlich erfolgreich sogar.

El Seat

Nun bin ich mal gespannt, welchen Beinamen sich der Seat in den kommenden Monaten und Jahren erarbeitet. Vielleicht Baustellen-Seat, weil wir gemerkt haben, wie sch***e es ist, kein Auto zu haben, wenn man immer mal wieder zu einer Baustelle will/muss, um dort zu arbeiten oder nur Material abzuladen.

Wenn’s mal wieder länger dauert…

Seit zwei Monaten nicht mehr zu unserem Haus at the corner of a street (TM). Dann will ich doch mal wieder…

Grund für die allgemeine Stille im Blog und insb. zum Thema Haus ist ganz einfach der Stress derzeit. Da ist sinisio, dann ist da noch das Startup Weekend im kommenden Jahr, „interessante“ Erfahrungen und Gespräche im Umfeld des Arbeitsplatzes und finally: The Mansion!

Die ganzen „das ist doch immer so“ und „ein Bau wird immer Blaa teurer, hab ich doch vorher schon gesagt“-Rufer dürfen entweder den Schnabel halten oder hier das Lesen beenden, denn am Bau läuft es halt gerade nicht ganz so wie man sich das wünscht. Beispielsweise ist leider der Estrich noch nicht ganz so trocken, wie er sein müsste, weswegen jetzt Luftenteuchter im Haus stehen und ordentlich Lärm produzieren. Deswegen kann leider der Oberboden nicht verlegt werden und in der Folge die Küche noch nicht aufgebaut werden. Aber immerhin haben wir mittlerweile Badezimmer – Fliesen verlegen ist bei der vorherrschenden Feuchtigkeit möglich. Und seit gestern wissen wir auch, dass für die gebeizte Buchentreppe auch keine idealen klimatischen Bedingungen vorherrschen – die ist daher unaufgebaut wieder gen Werk gefahren und nimmt dafür sogar noch extra-Geld. Und alle so: Yeah!

Dafür haben wir aber mittlerweile kein Gerüst mehr und die GWG, NEW und wer noch alles an den Zuleitungen ins Haus beteiligt war, hat einen vorbildlichen Job gemacht und uns in Windeseile Strom ins Haus gelegt. Der Elektriker war da gegen leider nicht ganz so kompetent. Er hat den Stromkasten an der falschen Stelle angebracht, weswegen die Wasserzuleitung nicht an der für sie vorgesehenen Stelle ins Haus verlegt werden konnte – ärgerlich sowas. Darüber hinaus ist es extrem schwer, ihn zeitnah an die Baustelle zu bekommen. Das ist schon sehr sehr nervig. Immerhin haben wir alle Leitungen und Dosen soweit liegen und sogar im Garten schon die Außenbeleuchtung hängen.

Was wir auch sehr zeitaufwendig lernen durften ist, dass Mitarbeiter in Baufachhandeln sich auch nicht zwingend sooo gut auskennen. Eigentlich wollten wir nur Flachkanäle, Eckig-auf-rund-Eckstück kaufen, aber das weitete sich aus zu zahlreichen Besuchen im selben Markt mit wiederkehrend falscher Beratung. Das braucht man generell eigentlich am allerwengisten, weil man sich ja doch auf die Leute verlassen muss. EIne gewisse Unverschämtheit und 27maliges Nachfragen zum immer wieder selben Thema ist wohl leider doch viel zu häufig angebracht. Das ist änhlich wie bei der Elektrikerfirma, man würde sich ein bisschen Mitdenken der Dienstleister wünschen, voraussetzen darf man es nur leider allzu oft nicht.

Die Raffstores sind mittlerweile angebracht und müssen nur noch eingestellt werden, glaube ich. Mal sehen, wann das passieren kann. Auf den Bildern oben, solltet ihr die schon erkennen können. Und unsere finale Eingangstür ist eingebaut und wird hoffentlich von den Bauarbeitern pfleglich behandelt.

Was ist noch… achja! So langsam tut sich auch um das Haus etwas. Wir haben jetzt zumindest einen verdichteten Boden im Eingangsbereich und im Terassenbereich. Im Keller habe ich ein bisschen gefliest und bereits Wände gestrichen und die Wärmepumpe kann so langsam auch angeschlossen werden. Insbesondere die kann dann nämlich durch die Inbetriebnahme der Fußbodenheizung, die Entfeuchtung unterstützen.

Sämtliche Arbeiten für Treppe, Oberboden, Küche und Zimmertüren haben sich jetzt in das kommende Jahr verschoben. Das ist ein bisschen ärgerlich, weil kurz auf knapp, aber ändern kann man das jetzt eh nicht mehr. Da fällt mir ein… wir brauchen noch so ein Dinegns, wo wir die Mülleimer reinstellen können.

Sabotage – Filmkritik

Arnie hat seinen dritten Film nach seiner Gouverneurschaft abgedreht und der ist mittlerweile auch bei Netflix zu sehen: Sabotage. Ich hatte gehofft, dass das ein krachiger Rumms-Bumms-Film zum Abschalten ist… ist er nicht.

Arnie spielt den Leiter eine Super-Anti-Drogen-Polizei-Einheit, die ähnlich rabiat wie die Navy-Seals vorgeht und ihren Widersachern mit gezielten Kopfschüssen den astralen Weg Richtung Himmel oder eher Hölle ermöglicht. Das darf man sich so vorstellen, dass die Jungs mit Oakleys und Sturmgewehren, Schrotflinten und Granaten ausgestattet, mit dicken, kugelsicheren Westen in Tarnfarben am Leib, durch Wohnungen und Häuser ballern, dass das Blut und die Holzspähne nur so bersten, platzen, spritzen und pflatschen.

Als die Kerle dann zu Beginn des Films, nicht einfach nur so ein Drogendings ausheben, sondern sich selber auch noch 10 Millionen Dollar in die eigene Tasche wirtschaften wollen, wird das betroffene mexikanische Kartell ein wenig ungehalten – mal ganz abgesehen von der internen Untersuchung, wo die 10 Millionen Dollar hingekommen sind. Der Film handelt nun davon, wie das Team um Arnie mit dem ganzen Sülz umgeht.

Gut, die interne Investigation ist im Prinzip ziemlich wurscht… sie wird zwar im Laufe des Films kurz mal aufgegriffen, aber da dann eher unnötiger Weise, um ein bisschen Misstrauen zu sähen. Außerdem ist die Story größtenteils lückenhaft und unlogisch. Eigentlich geht es aber sowieso darum, zu unterstreichen, was für harte Jungs das hier sind.

Und selbst das wäre kaum nötig, da nicht ein einziger Dialog in diesem Film ohne fluchen und/oder sexuelle Anspielungen, lautes Lachen und Gorilla-auf-die-Brust-klopfen auskommt. Das soll wohl vermutlich an die Actionfilme der 80er erinnern – was ich total charmant finde – aber in der Kombi mit den heute notwendigen Coolness-Faktoren, kommt das alles nicht aggro daher, sondern eher lächerlich, wie ein Ausflug von Fünftklässlern. Dass die einzige Frau in diesem Drogenteam, sich natürlich auch wie ein Typ im postpubertären Endstadium mit einem riesigen DingDong zwischen den Beinen verhält und rumpöbelt, was das Zeug hält, ist da irgendwie auch nur logisch – aber nicht minder peinlich.

Damit am Ende nicht nur tumb in der Gegend rumgeballert wird, führt der Film noch ein Polizei-Ermittlerteam ein. Auch hier: die sind soooo männlich und kawuppdich, da platzt die Hose in alle Richtungen auf. Und na klar, ist einer der Ermittler weiblich. Und die hat im Laufe des Films dann sogar noch … mit Arnie… japp, genau das. Zwar wird nach der Kussszene ausgeblendet und direkt zu der Beglückwünschung ihres Kollegen geschaltet, peinlich/überflüssig ist es trotzdem.

Der ganze Film spratzt nur so vor Möchtegern-Testosteron, das es schon peinlich ist. Das Gehabe und Getue und dazu der übertrieben hohe Gewaltgrad, der aber auch aufgrund der Egalheit, die die Figuren dem entgegenbringen, machen überhaupt keinen Spaß. Man muss sich das mal vorstellen, da wird ein Kollege in seine Einzelteile zerlegt (ja, wirklich in die Einzelteile) und es wird gezeigt, wie die Kerle sich nach der Beerdigung (wird nicht gezeigt) besaufen und auf die Stripperin warten. Das ist einfach nur noch albern.

Schauspielerich geht es leider kaum schlechter – da nehme ich Arnie aber aus. Arnie ist halt eben Arnie und liefert, was er seit Pumping Iron liefert… Arnie. Aber sein supporting Cast ist so mies, der würde vermutlich nicht einmal bei GZSZ gecastet. Die Szenen, in denen die harten Jungs irgendwelche Gebäude infiltieren und tatsächlich Action machen – sind mit Ausnahme der letzten Actionszene tatsächlich gar nicht so übel, weil ziemlich straight, ohne viel drumherum. Nur am Ende, entgleitet dem Film sämtlich Geradlinigkeit und es wird ein wenig sehr unglaubwürdig und… meeega-blutig.

Das Arnie und sein Team am Ende natürlich gar nicht sooo korrupt sind, wie einem der Film zwischenzeitlich (vergeblich) glaubhaft machen möchte, ist auch klar, denn er ist vorhersehbarer als der Verlauf einer A-Team-Episode.

Joa… nun steh ich da, hab knappe 100 Minuten Arnie geguckt und bin enttäuscht. Der Film ist unlogisch, viel zu pubertär und an vielen Stellen einfach inkonsequent (Liebesszene) und nicht zuende gedacht/erzählt. Ich gebe dem Streifen wohlwollende 23 Pünktchen, wegen Arnie, weil er keine zwei Stunden dauert und damit Platz nach unten für noch schlechtere Filme ürbig bleibt. Sollte sich da bis 2020 aber nix finden, werte ich vielleicht noch weiter ab. Bei den rottentomatoes kriegt dieses Machwerk übrigens 19% gute Kritiken… von wem auch immer.

Sack-Reis-China-Ticker

Hatte ich hier nicht letztens noch über FOCUS Online gelästert? Heute gucke ich auf mein Handy und sehe mir den Google News-Ticker an und sehe dann das:

kloppo-krise

Klopp-Krisen-Ticker? Und das auch noch total humorfrei. Ist das nicht ein ganz ganz klitzekleines bisschen übertrieben?

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