Mobilfunkjoch

Irgendwie ist es doch schon eigenartig mit diesen Handys. Da sitzen sich zwei gegenüber, A und B. Sie erzählen über Hü und Hott und plötzlich klingelt bei A das Handy. A genießt natürlich erstmal ausgiebig den – natürlich total grauenhaften – Klingelton und schaut skeptisch auf das Handy. Das ist übrigens ein extrem wichtiges Ritual. Auf das Display schauen und dabei einen Gesichtsausdruck nach dem Motto „Was will deeeer denn jetzt von mir!??!“ machen. Dieser Punkt ist deshalb so wichtig, weil er der vorerst letzte Moment ist, in dem Interaktion zwischen A und B stattfindet. A signalisiert B damit nämlich, dass B gerade natürlich viel wichtiger ist als der Anrufer und A ja eigentlich gar nicht rangehen will.

Dann tritt allerdings die unausgesprochene Regel in Kraft, dass man nun mal ans Telefon gehen muss, wenn es klingelt. B versteht das natürlich, langweilt sich aber in den kommenden Minuten zu Tode. Nach so einer gewissen zeit tritt auch gerne dieses Gefühl bei B auf, dass man sich beobachtet fühlt von anderen die ganz bestimmt denken wie langweilig B sein muss, wenn A mit jemand anderem spricht als sich gerade auf B zu konzentrieren. Um dieses Unwohlsein zu kompensieren und der Welt zu zeigen „Hey, für mich ist das kein Problem, wir machen das immer so“ schaut B auf das eigene Handy… vielleicht könnte B ja auch jemanden anrufen, oder eine SMS schreiben?  Und was macht A? Statt das Telefonat kurz zu halten, wird plötzlich der ganze Tratsch, der sich seit dem letzten Telefonat ereignet hat, durchgenudelt. Irgendwann ist das Telefonat dann vorbei und die beiden beschäftigen sich wieder miteinander.

Verrückt.

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