Sabotage – Filmkritik

Arnie hat seinen dritten Film nach seiner Gouverneurschaft abgedreht und der ist mittlerweile auch bei Netflix zu sehen: Sabotage. Ich hatte gehofft, dass das ein krachiger Rumms-Bumms-Film zum Abschalten ist… ist er nicht.

Arnie spielt den Leiter eine Super-Anti-Drogen-Polizei-Einheit, die ähnlich rabiat wie die Navy-Seals vorgeht und ihren Widersachern mit gezielten Kopfschüssen den astralen Weg Richtung Himmel oder eher Hölle ermöglicht. Das darf man sich so vorstellen, dass die Jungs mit Oakleys und Sturmgewehren, Schrotflinten und Granaten ausgestattet, mit dicken, kugelsicheren Westen in Tarnfarben am Leib, durch Wohnungen und Häuser ballern, dass das Blut und die Holzspähne nur so bersten, platzen, spritzen und pflatschen.

Als die Kerle dann zu Beginn des Films, nicht einfach nur so ein Drogendings ausheben, sondern sich selber auch noch 10 Millionen Dollar in die eigene Tasche wirtschaften wollen, wird das betroffene mexikanische Kartell ein wenig ungehalten – mal ganz abgesehen von der internen Untersuchung, wo die 10 Millionen Dollar hingekommen sind. Der Film handelt nun davon, wie das Team um Arnie mit dem ganzen Sülz umgeht.

Gut, die interne Investigation ist im Prinzip ziemlich wurscht… sie wird zwar im Laufe des Films kurz mal aufgegriffen, aber da dann eher unnötiger Weise, um ein bisschen Misstrauen zu sähen. Außerdem ist die Story größtenteils lückenhaft und unlogisch. Eigentlich geht es aber sowieso darum, zu unterstreichen, was für harte Jungs das hier sind.

Und selbst das wäre kaum nötig, da nicht ein einziger Dialog in diesem Film ohne fluchen und/oder sexuelle Anspielungen, lautes Lachen und Gorilla-auf-die-Brust-klopfen auskommt. Das soll wohl vermutlich an die Actionfilme der 80er erinnern – was ich total charmant finde – aber in der Kombi mit den heute notwendigen Coolness-Faktoren, kommt das alles nicht aggro daher, sondern eher lächerlich, wie ein Ausflug von Fünftklässlern. Dass die einzige Frau in diesem Drogenteam, sich natürlich auch wie ein Typ im postpubertären Endstadium mit einem riesigen DingDong zwischen den Beinen verhält und rumpöbelt, was das Zeug hält, ist da irgendwie auch nur logisch – aber nicht minder peinlich.

Damit am Ende nicht nur tumb in der Gegend rumgeballert wird, führt der Film noch ein Polizei-Ermittlerteam ein. Auch hier: die sind soooo männlich und kawuppdich, da platzt die Hose in alle Richtungen auf. Und na klar, ist einer der Ermittler weiblich. Und die hat im Laufe des Films dann sogar noch … mit Arnie… japp, genau das. Zwar wird nach der Kussszene ausgeblendet und direkt zu der Beglückwünschung ihres Kollegen geschaltet, peinlich/überflüssig ist es trotzdem.

Der ganze Film spratzt nur so vor Möchtegern-Testosteron, das es schon peinlich ist. Das Gehabe und Getue und dazu der übertrieben hohe Gewaltgrad, der aber auch aufgrund der Egalheit, die die Figuren dem entgegenbringen, machen überhaupt keinen Spaß. Man muss sich das mal vorstellen, da wird ein Kollege in seine Einzelteile zerlegt (ja, wirklich in die Einzelteile) und es wird gezeigt, wie die Kerle sich nach der Beerdigung (wird nicht gezeigt) besaufen und auf die Stripperin warten. Das ist einfach nur noch albern.

Schauspielerich geht es leider kaum schlechter – da nehme ich Arnie aber aus. Arnie ist halt eben Arnie und liefert, was er seit Pumping Iron liefert… Arnie. Aber sein supporting Cast ist so mies, der würde vermutlich nicht einmal bei GZSZ gecastet. Die Szenen, in denen die harten Jungs irgendwelche Gebäude infiltieren und tatsächlich Action machen – sind mit Ausnahme der letzten Actionszene tatsächlich gar nicht so übel, weil ziemlich straight, ohne viel drumherum. Nur am Ende, entgleitet dem Film sämtlich Geradlinigkeit und es wird ein wenig sehr unglaubwürdig und… meeega-blutig.

Das Arnie und sein Team am Ende natürlich gar nicht sooo korrupt sind, wie einem der Film zwischenzeitlich (vergeblich) glaubhaft machen möchte, ist auch klar, denn er ist vorhersehbarer als der Verlauf einer A-Team-Episode.

Joa… nun steh ich da, hab knappe 100 Minuten Arnie geguckt und bin enttäuscht. Der Film ist unlogisch, viel zu pubertär und an vielen Stellen einfach inkonsequent (Liebesszene) und nicht zuende gedacht/erzählt. Ich gebe dem Streifen wohlwollende 23 Pünktchen, wegen Arnie, weil er keine zwei Stunden dauert und damit Platz nach unten für noch schlechtere Filme ürbig bleibt. Sollte sich da bis 2020 aber nix finden, werte ich vielleicht noch weiter ab. Bei den rottentomatoes kriegt dieses Machwerk übrigens 19% gute Kritiken… von wem auch immer.

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