Vinyl, und jetzt?

Die Auswahl des Bodens für das traute Heim ist auf den zweiten Blick nicht ganz so einfach und eröffnet unerwartete Entscheidungsdimensionen. Zunächst einmal steht da die Entscheidung zum Material. Die wird maßgeblich durch den Geldbeutel bestimmt, aber auch durch die Fußbodenheizung. Für letztere sind Fliesen ideal, Holzdielen gehen gar nicht, dazwischen liegen dann Laminat, PVC, Vinyl, Kork… was weiß ich.

Wir haben uns ziemlich final für Vinyl entschieden. Gegenüber Laminat hat es ein bisschen mehr Struktur an der Oberfläche und ist auch leiser und das Killerfeature: Man kann es auch in Feuchträumen verlegen. Preislich spielen beide Materialien in der gleichen Liga. Was das Verlegen angeht, kennen wir bei Vinyl mittlerweile drei verschiedene Arten. Zunächt kann man Vinyl genauso clicken wie Laminat (man braucht auch eine Trittschalldämmung darunter). Dann gibt es noch die selbstklebende Variante die aber wohl am besten für Renovierungen verwendet wird, wo das Haus schon vollkommen trocken ist. Die Vinylplanken sind dann quasi wie Aufkleber und haben eine Abziehfolie auf der Rückseite. Die letzte Variante ist das direkte Verkleben auf dem Boden. Diese Planken-Art nennt man wohl „Dryback“. Diese Planken sind die  preiswertesten, verlangen am Boden aber Vorarbeiten.

Diese wiederum beinhalten, dass man eine sehr saubere und ebene Fläche hat – denn die Klebeplanken sind sehr sehr dünn, vielleicht drei Millimeter. Irgendwelche Schmutzkrümel würde man also sehr gut spüren, wenn man sie nicht entfernt. Man muss den Estrich zunächst mit Grundierung bearbeiten und danach dann mit Ausgleichsmasse vorbereiten und abschleifen. Beides zusammen liegt preislich bei knapp 10 Euro, wobei man das Grundieren in jedem Fall auch selber machen kann – hat man uns versichert – und das ist mit Arbeitslohn und Material so um die 3 Euro pro qm wert. Das Aufkleben der Planken ist am Ende dann ähnlich wie bei Fliesen, nur sind die elastischen Planken nicht schwer und man trägt nur eine feine Schicht Kleber auf – das kann man angeblich auch selber.

Preislich unterscheiden sich die Vinylvarianten natürlich auch. Wir haben festegstellt, dass die Click-Varainten meist so 5-10 Euro teurer sind, als die Klebevarianten. Allerdings sind die nicht emfpindlich was den Boden angeht, die Vorarbeiten entfallen und man landet dann doch fast beim gleichen Preis. Wobei die Dämmung ja auch nochmal Geld kostet.

So richtig entschieden haben wir uns noch nicht, die selbstklebende Variante ist vermutlich raus, weil so ein Neubau ja noch ein bisschen arbeitet und da sollte man das Vinyl wohl besser fest mit dem Boden verkleben – oder eben klicken. Ich hoffe, wir treffen noch diese Woche eine Entscheidung.

Vergangenen Samstag waren wir bei insgesamt sechs Bodenbelagsprofis in Düsseldorf, Neuss und Langenfeld. Das war vermutlich einer oder zwei zu viel, vor allem war die Beratung doch recht… heterogen. Das bezieht sich sowohl auf die Freundlichkeit, als auch die Infos. Mal war Kleben Mist, dann war Klicken Mist. Dann sollte man in keinem Fall PVC im Keller verlegen, weil der „so feucht“ ist, statt dessen Teppich. Ein anderer sagte, dass der Teppich aber dann doch anfängt zu stinken… und am Ende des Lieds hieß es, man soll den PVC einfach fest am Boden verkleben und dann ist da nix mit Feuchtigkeit. Was das Verlegen von Vinyl angeht, gingen die Verlegehinweise ähnlich auseinander. Zumidnest waren die Herrschaften mit Vinyl mittlerweile so vertraut, dass keiner es als Teufelszeug abgestempelt hat. Holz Heck in Düsseldorf und das Teppich-Center in Langenfeld möchte ich mal namentlich erwähnen, weil die sowohl freundlich waren (sehr) und auch genauso kompetent beraten haben.

Zuhause haben wir jetzt zahlreiche verschiedene Böden liegen – eine Variante ist auch noch, dass wir im OG Laminat verlegen und im EG Vinyl – und wir müssen uns so langsam mal zumindest für eine Verlegevariante entscheiden. Denn die Klebeplanken sind ja nur 3-5mm dick. Da muss man sich überlegen, ob man den Estrich in dem Bereich etwas höher macht, damit man zu Räumen in denen Fliesen liegen keine „große“ Höhendifferenz hat. Aber vielleicht ist die Bergsteigerausrüstung preiswerter als das Anheben des Estrichs?

One Comment

  1. venyl nicht mehr nur plastik? wenn ich an venyl denke, kommt mir nur so ur alter plastikboden mit hässlichen mustern in den sinn. das ist ja heute nicht mehr so, oder? oder kann man sich einen venylboden gestalten lassen, wenn ich zb sage, ich hätte gerne einen venylboden, der wie dieses parkett aussieht zb http://www.rudda.at/de/parkett/parkett/landhaus-dielen/esche-birke-buche/? wir hätten schon gerne einen kosten niedrigen boden, aber er sollte halt auch etwas hergeben.

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