Fliesenwahl statt Damenwahl

Wenn man die Vorstellungskraft eines Steines hat, gestaltet sich die Auswahl von Wand- und Bodenfliesen für das Bad und ob man nun eine Granitplatte oder Fliesen in die Dusche legt doch recht schwierig. Vor allem sind auch hier die Beratungen der Profis so heterogen, dass sie widersprüchlich sind.

Von unserem Fliesenleger wurden wir in ein Fliesenstudio geschickt. Die Dinger muten von außen zwar fast alle an wie hässliche Lagerhallen, aber innen drin tut sich dann ein Fliesenspektrum auf… das kann niemand so gewollt haben. Vielleicht hätte der Schöpfer sogar gesagt – wenn er gewusst hätte, dass es irgendwann mal Fliesen in Holzoptik und umgekehrt geben würde, dann hätte er gesagt: „Ach was soll der Quatsch mit unterschiedlichen materialtexturen, ich mach jetzt alles mit einer Struktur… keiner!“ Jedenfalls ist man ohne Beratung in so einem Fliesenstudio doch recht hilflos – zumindest wenn man keine klare Vorstellung hat, was man später in der Keramikabteilung im eigenen Haus ausgestellt haben möchte.

Das Fliesenstudio in dem wir waren, war dann auch gleich mal riesig. Dann kommt eben noch dazu, dass wir uns beide nur sehr schwer vorstellen können, wie das Bad mit den präsentierten Fliesen mal aussehen könnte. Generell wäre vermutlich der Bau eines Probehauses ganz praktisch. Da könnte man mal ein wenig probieren und dann in richtige Haus die beste Variante bauen.

Sehr nett war im Fliesenstudio auch der Berater, der uns sofort erstmal (ungefragt) erzählte, das im Prinzip nur ein Boden wirklich vernünftig ist – Fliesen. Laminat und Vinyl haben ja gar keine Zertifizierung für eine Fußbodenheizung und eh würde in Eingangsbereichen nur Amateure zu Laminat raten, weil das abnutzt usw. Hinweise, dass Freunde mit der Kombi Laminat und Fußbodenheizung ganz wunderbar klarkommen wurde mit angeblich immensen Heizkosten von der Platte gewischt. Und Fliesen mal rauszuhauen und neune Bodenbelag zu machen ist ja angeblich auch kaum mehr Arbeit als Laminat rausholen usw… War ein schöner Einstieg ins Beratungsgespräch… Aber unerwartet und Gott-Sei-Dank wurde das noch besser.

Bemereknswert ist vielleicht noch zu erwähnen, dass sich Handwerker eigentlich nix aufschreiben. Mit dem Elektriker hatten wir zum beispiel zwei Gesprächstermine – einmal mit dem Junior-Chef und einmal mit dem Ausführenden. Bei beiden wurde nix mitgeschrieben, was wir sagten, aber sich angeblich alles gemerkt. Wir hoffen, dass das auch wirklich funktioniert… wir haben ja Achim. Auch schön: Unsere seitenlangen Mails mit Wünschen und Anforderungen wurden so semi beachtet… also eher nicht. Muss man alles nochmal erzählen, aber zumindest kann man so dann selber ablesen. Oh und nicht vergessen: Alle Beteiligten bzw. Ausführenden immer mal wieder an ein ggf. bestehendes Gestaltungshandbuch erinnern, falls es Vorgaben gibt, wo z.B. die Satelitten-Anlage hin darf.

Viel mehr gibt es derzeit vom Haus nicht zu berichten. Tatsächlich sind einige Bauträger um einiges schneller mit dem Hochziehen der Häuser und dem Innenausbau als wir. Aber so eilig haben wir es ja dann doch nicht und vor allem viel mehr in unserer Hand. Man hört da teilweise abenteuerliche Geschichten, dass Bauherren beispielsweise keinen Schlüssel zu Baustelle bekommen und erst nach Fertigstellung das erste mal ins Haus dürfen. Interessant…

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