Es werde Bad!

Nach langer Zeit gibt es mal wieder etwas zum Bau zu erzählen. Zwar nichts, was aktuell passiert, aber die Vorplanung bzw. die Vorbereitung der Bestellung für die Badmöbel.

Wir waren vor einigen Wochen schon mal bei der Ausstellung des Großhändlers unseres Installateurs und haben uns einige Badmöbel rausgesucht. Die hat der Großhändler dem installateur angeboten, der wiederum uns. Das bedeutet, am Ende steht eine Gesamtsumme im Angebot. Einzelpreise für die Positionen (Waschbecken, Armatur…) allerdings nicht. Nun ist uns aber ganz heimlich aufgefallen, dass ein Waschtisch – den wir uns ausgesucht haben – mit Unterschrank alleine 1.500,- Euro kosten würde. Das muss nun aber ehrlich gesagt nicht sein. Wir sind ja nicht die Könige von Takka-Tukka-Land (oder so). Dazu ist der Waschtisch auch noch aus Glas – was ein bisschen empfindlicher sein soll als Keramik. Und ich sehe schon unsere ungeborenen Söhne, wie sie mit irgendwelchen Hammern, brennenden Fackeln und Mistgabeln unsere Badmöbel bearbeiten.

Das war für uns der Auslöser: Wir müssen da noch mal ran. Vor allem konnten wir uns beim Aufmaßtermin mit dem Installateur nicht mehr an die vor Wochen ausgesuchten Möbel erinnern. Dazu hatten wir auch noch keine Armaturen ausgesucht. Also sind wir nochmal zur Großhändler-Ausstellung! Der Vorteil war jetzt: Wir mussten uns entscheiden, vor einigen Wochen fühlte sich das noch sehr nach „mal grob schauen“ an.

In der Ausstellung passierte dann das, was wohl leider für die Konstellation Großhandel -> Installateur -> Bauherr typisch ist. Man bekommt keine Preise. Man steht vor einem Möbelstück, fragt nach dem Preis und man bekommt nur eine ungefähre Preisrichtung mit dem Zusatz „aber da gibt Ihnen der Installateur ja auch nochmal einen Rabatt drauf“. Das mag zwar so sein, aber eine vernünftige Finanzplanung vorab ist so kaum möglich. Darüber hinaus gefielen uns die gezeigten Möbelstücke auch nicht so richtig, die Badewanne gab es z.B. nur im Katalog (Probesitzen auf dem Katalog war wenig erhellend) und der einzige Waschtisch inkl. Unterschrank unter 1.000,- Euro war leider nicht aufgebaut. Und so ein Waschtisch kann ja ganz schön egal/hässlich aussehen ohne Armatur usw.

Daher sind wir dann doch noch zum Feind der meisten Installateure gefahren: Zum Reuter Badshop. Wir haben das Glück, dass wir „in der Nähe“ die Ausstellung haben. Der Vorteil ist hier, dass die Ausstellung wirklich sehr groß ist UND: Preise, Preise, Preise. Einen über dreistündigen Marathon haben wir eingelegt – eben mit dem Druck, Entscheidungen treffen zu müssen – und Annika hat in allen 20 Badewannen mindestens einmal Probe gelegen – ohne Wasser. Am Ende hatten wir tatsächlich eine fast vollständige Möbel-Liste (die Armatur für das Gäste-WC fehlt noch). Die wiederum haben wir jetzt an den Großhändler gesendet und ihn um ein Angebot gebeten.

Es ist natürlich nicht so, dass wir zwingend bei Reuter (oder alternativ emero.de, megabad.de, skybad.de) bestellen wollen. Tatsächlich liegen die Preise vom Großhändler mit den Rabatten des Installateurs nicht weit weg bzw. können die Internet-Shop-Preise teilweise auch unterbieten, aber transparent ist das nicht. Man kann am Ende leider nur die Gesamtsummen vergleichen. Ich persönlich finde das extrem nervig. Würde ich bei dem Großhändler einkaufen, ohne den Installateur? Auf keinen Fall. Nicht weil die unfreundliche wären, einfach weil es – ich wiederhole mich – intransparent ist. Für den Installateur wäre eine Bestellung bei Reuter natürlich auch nicht so top, daran verdient er halt leider nix.

Nicht zu unterschätzen ist das Thema Waschtischunterschränke. Die sind teurer als die Becken selber – das hat mich überrascht. Beim Großhändler gab es nur die Unterschränke der Hersteller der Becken, also z.B. Villeroy & Boch oder von sehr teuren Möbelherstellern. Erstere sind aber gerne mal eher so semi-hübsch und nicht wirklich preiswerter als die Marke (Artiqua) von Reuter. Für die haben wir uns dann auch entschieden. Allerdings empfehle ich hier eine Beratung, denn herauszufinden welcher Untertisch in welcher Ausführung zu welchem Waschtisch passt, ist eine Kunst für sich. Sollte das auf Anhieb klappen empfehle ich, am selben Tag auch einen Lottoschein auszufüllen, es scheint ein Glückstag zu sein.

Vielleicht noch ein Abschnitt zum Material des Waschtischs. Man hat die Auswahl zwischen Kunstharz (umgangssprachlich: Plastik), Keramik, Stahl-Emaile und Glas – ich glaube, das sind alle. Leider sieht gerade Keramik am Altbackensten aus – finde ich. Vom Material her ist das aber wohl das Beste. Ich bevorzuge aber eigentlich die sehr schlanken und klaren Formen von Stahl und Kunstharz oder deren sehr geschmeidige Beckenformen. Richtig schick finde ich auch Beton, aber das ist schweineteuer. Es wird dann halt Keramik…

Letzter Punkt: Die Duschwanne. Ach herrje… Eigentlich haben wir uns eine ganz flaches ausgesucht. Aaaber, das sollte anders laut Installateur. Vielleicht muss man dazu sagen, dass unser (wirklich toller) Installateur ein Selbstverständnis in der Art hat, dass er entscheidet, was wir einbauen. „Diese Wanne kauft ihr, und diese Armaturen und der Duschboden wird gefliest!“. Die Dusche  zu fliesen hat aber leider den Nachteil, dass die Fugen durch Shampoo, Haare usw. sehr leiden. Zwar bügelte dass der Installateur sofort weg „da gibbet so nen Mittel! datt jeht!!!“, aber richtig glücklich sind wir trotzdem nicht. Ein Vorschlag war jetzt Granit. Klingt sexy, vor allem kann man da wohl eine Granitplatte legen, etwas angeschrägt und alles ist gut – ich muss mich da mal schnell drüber informieren. Ob das aber nun wirklich bei uns geht… das entscheidet vermutlich der Installateur…

Übrigens: Bei all den Bestellungen schwingt immer dieses Damoklesschwert „Sommerferien“ über uns. Da verzögern sich nämlich alle Bestellungen um 4-6 Wochen. Da scheint einfach in der der Zeit wirklich kein mensch zu arbeiten… außer mir.

One Comment

  1. Total hilfreich, wir wollen demnächst auch unser Bad neu machen und z. B. das mit den Ferien wusste ich nicht! Also: Danke!

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