The Lego Movie – hach…

Was habe ich gejubelt, als ich den Trailer zu „The Lego Movie“ gesehen habe. Der war ganz großartig lustig und hat meine Vorfreude in Sphären getrieben die… die… also hoch halt. Und jetzt die spannende Frage, nachdem ich ihn in der Original-Version gesehen habe: War er auch so gut?!?

Der Film handelt von einem Bauarbeiter, gesprochen von Chris Pratt (z.B. Parks and Recreation), der ziemlich durchschnittlich und leider etwas einsam daher kommt, dabei aber permanent großartige Laune hat (everything is awesome). Also so großartige Laune, dass es schon fast abartig ist. Eines Tages auf der Baustelle kommt er dann aber mit dem Superding in Berühung – und es klebt vortan auf seinem Rücken –  mit dem er die Welt vor den fiesen Absichten von Lord Business (Will Ferrell) beschützen kann, wie sich ziemlich bald herausstellt. Der hat nämlich eine wundersame Substanz in seinem Besitz, mit der er alle Legos fixieren kann, so dass sie perfekt stehen und sich einfach nichts mehr verändert. Das ist ein wirklich nette Story-Idee. Auch, dass sich am Ende rausstellt, dass diese ganze Legowelt im Keller eines Hauses aufgebaut ist, wo Papa (Will Ferrell) seinem Sohn verbietet mit den Legos zu spielen und sie alle ankleben will. Tolle Idee, wirklich, das finde ich extrem rund – einfach – aber rund. Und das sage ich, obwohl ich die Vermischung von (ich nenne es mal:) Animationswelt und echter Welt nicht mag. Roger Rabbitt war für z.B. Folter.

Die Legowelt ist einfach großartig… gebaut. Extrem detailliert und in mehrere Themenwelten aufgeteilt. Eine große Stadt, einen Westernbereich usw. Ja, es ist am Ende eine Werbeveranstaltung für Lego und ich könnte mir vorstellen ,dass es für empfindliche Portemonais und Ohren nicht sehr angenehm ist, den Film mit legobegeisterten Kindern zu sehen. Dennoch: Toll! Im Englischen sind die Figuren auch toll gesprochen, das bisschen Emotion, was man aus einem Legogesicht quetschen kann, ist ebenfalls gut in Szene gesetzt. Die Schnitte sind dabei recht rasant und das Tempo des Films sehr häufig ziemlich hoch, bremst dann aber leider teilweise etwas zu sehr ab.

Aaaaber: Es ist leider mal wieder ein klassischer Fall von: Die lustigen Szenen, kenne ich alle schon aus dem Trailer. Es ist einfach nicht mehr lustig, wenn man in der Vorschau bereits fünf mal diese eine Szene mit Batman gesehen hat. Überhaupt Batman: Der trägt meiner Meinung nach ganz schön viel von diesem Film – mehr als er vermutlich sollte. Und was ist das eigentlich mit den Comic-Superhelden heutzutage?! Nicht nur, dass es jedes Jahr mindestens eine Handvoll dieser Helden-Filme im kino zu sehen gibt und die alle zwei Jahre dann auch nochmal von vorne gestartet werden, jetzt werden die jungs auch noch in Filme geflanscht, wo es sie nicht wirklich braucht, wo sie niemand vermissen würde. Das ist dann schon ein wenig lahm, finde ich. Ja, die Batman-Witze sind die Highlights im Lego-Film, aber etwas einfallslos ist das schon. Schade, hier hätte man eigene Figuren entwickeln sollen, wäre für Fortsetzungen vermutlich auch irgendwie nachhaltiger.

Für Kinder ist der Film sicherlich toll und zwar in allen Belangen. Mir war er aber einfach zu kindlich und zu wenig humorvoll. Diesen Spagat – den beispielsweise die Simpsons ganz toll schaffen – für alle Altersklassen unterhaltsam zu sein, der gelingt The Lego Movie nur sehr selten. Er ist süss und nett und auch schön, aber er ist nicht lustig.

Ich hatte mich auf einen lustigen Lego-Film gefreut, ich wurde enttäuscht. Ich gebe ihm 50 Pünktchen, er ist ertragbar, aber kein Film, den ich mir ohne den Druck von Kindern anschauen will – sehr leider. Für die kleinen Steppkes ist er sicherlich absolut super, für Eltern der Gang durch die nächste Spielwarenabteilung mit den Kleinen aber vermutlich ein Ereignis, gegen das die Filme der Saw-Reihe wirken wie ein Kuraufenthalt.

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