Grand Budapest Hotel… mit Megan Fox

Meine letzte „Filmbesprechung“ (hui, klingt das groß) liegt schon eine ganze Weile zurück. Nicht, dass ich keine Filme gesehen hätte in der Zwischenzeit, ich hatte einfach nur wenig Ideen, was ich zu den Streifen schreiben soll. Andere habe ich auch nicht mal zuende gesehen. Das ist mir „früher“ nie passiert – da habe ich jeden Film bis zum Ende durchgezogen… aber mittlerweile… da muss ich schon ins Kino gehen, um bis zum Ende hocken zu bleiben.

Der sehr hoch gelobte „American Hustle“ beispielsweise, nach etwa 15 Minuten hatte ich keine Lust mehr. Das ist in diesem Fall sicherlich verfrüht, aber hach… es hat mich halt nicht gepackt. Oder der extrem hoch gelobte Snowpiercer, der ein intelligenter Science Fiction-Film sein soll/will. Nun, in der ersten dreiviertel Stunde ist er das nicht, sondern einfach nur laaaangweilig. Und jetzt erklär mir mal einer, warum ich den unglaublich schlechten zweiten Teil der Tribute von Panem durchgehalten habe – was für ein Mist. Vermutlich muss man dafür ein fast pubertierendes Mädchen (und ich meine das in keinster Form wertend) sein, um den Film zu mögen… (falls du, lieber Leser, den Film gut finden solltest, obwohl du KEIN fast pubertierendes Mädchen sein solltest, entschuldige!)

Aber ich will über einen ganz anderen Film schreiben. Ich habe heute – endlich – Grand Budapest Hotel von Wes Anderson gesehen, der schon den enorm fantastischen „Der fantastische Mr. Fox“ zu verantworten hat. GBH (ich kürze den Titel mal ab) handelt von einem Concierge und seinem Lobby Boy. Ersterer erbt von einer der sehr senioren älteren weiblichen Gäste des Hotels ein unbezahlbares Kunstwerk, was die Angehörigen ziemlich missmutig stimmt. Um diese sehr grobe Beschreibung der Geschichte umspannt sich ein stilsicherer, farbenfroher und bildgewaltiger, extrem unterhaltsamer Film. Um es kurz zu sagen: Ein schöner Film. Bis auf ein paar kleine dramaturgische Hänger habe ich wirklich so ziemlich jede Minute dieses Films der zwischen hektischen und geruhsamen, bunten und gräulichen Szenen hin und her wandert genossen.

Die Darsteller machen ihre Sache ausnahmslos großartig. Ich bin zwar nicht der größte Fan von Ralph Fiennes… oder war es hier Joseph… egal… ich mag sie beide nicht, sie erscheinen mir immer irgendwie leer, aber hier funktioniert der Schauspieler in der Hauptrolle richtig gut.. Dann spielt noch der tolle Willem Dafoe mit und haaaaach Jeff Goldblum. Ich maaaaaag Jeff Goldblum. Ganz besonders mag ich seine Gestik (ich muss hier ein extrem lustiges Video verlinken… dingend gucken, lachen, weinen). Ich glaube, ich könnte mir tagelang und ohne Unterbrechung Stummfilme mit Jeff Goldblum anschauen. Denn wenn er gestikuliert, dann malt er mit seinen sehr tragenden Bewegungen wunderschöne runde Formen auf das Bild. Formen die ausschauen wir geschwungene Kurven von… von… wie heißt die aus Transformers?….Megan Fox!!!! Jeff Goldblum malt mit seinen Händen Megan Fox in die Luft! Ja so kann man das sagen, klingt stimmig. Hier spielt er also einen Anwalt, der jede gesprochene Silbe mit dem Hintern von Megan Fox untermalt… hmm… ja doch, kann man auch so stehen lassen.

Und jetzt muss ich hier auch mal eine Lanze für die deutsche Synchronisation brechen. Die kritisiere oder ignoriere ich häufig – letzteres weil ich die Originalversion schaue – aber hier passt sie prima. Natürlich ist sie nicht lippensynchron, aber alle Sprecher sind wunderbar ausgewählt. Danke, setzen, eins!

Was mich verwundert hat, ist dass das Bildformat 4:3 statt des im Kino üblichen 16:9 (oder so ähnlich) war. Ist das bei dem Film so? Oder lag es an dem Programmkino? Uuuund, haha!!! Das stimmt so gar nicht. Tatsächlich ändert der Film sein Seitenverhältnis je nach der Epoche, in der er spielt (hab ich gerade gegoogelt). Und dazu: Blöde Entscheidung. Die Bilder sind oft so wunderbar fantasievoll, dass es wirklich traurig ist, dass sie oft durch das 4:3 so blöde eingepfercht werden.

Bevor ich nun, zur Wertung schreite, mit großen, raumgreifenden, majestätisch anmutenden Schritten… muss ich aber noch etwas zum Thema Programmkinos schreiben. Ich kann diese pauschale Glorifizierung der Kinos an sich nicht nachvollziehen. Mir tut der Hintern weh, weil die Sitze Mist sind, ich schaue dem Vordermann/frau auf den Hinterkopf, der Ton ist so lala, die Leinwand eher klein, das Popcorn auch nicht besser als im Multiplex, die kalte Cola ist lauwarm und in der Enge des Kinos quetschen sich die Leute vor dem Kinosaal bis iiiirgendwann mal die Tür aufgeht. Es gibt keine Platzkarten – das finde ich wiederum okay, das war früher eben so. Aber bitte, ich ziehe ein Mutliplex jederzeit einem Programmkino vor – vielleicht nicht immer wegen der Filmauswahl, aber wegen des Komforts. Wenn ich ins Stadion gehe, findet man mich halt auch nicht mehr auf einem Stehplatz! Und noch etwas zum Publikum… ich mag Theaterpublikum nicht. Gar nicht! Und die Leute die hier um uns herum saßen… waren genau das. Dieses „Hohohoho“ und bei jeder ausgefallenen Szene ein Seufzer und frohlocken (bitte kurz der verlinkten Video 3 Sekunden zusehen) wie toll das doch alles ist. Danke, das hat mich jedesmal wieder vollkommen aus der Immersion rausgeworfen.

So, nun aber… zurück zu Wes Andersons Grand Budapest Hotel. Vergleichbar mit meiner Glückseligkeit bei den „Don Camillo und Peppone“-Filmen, habe ich mich wunderbar unterhalten gefühlt. Es passiert nichts überaus Witziges, ab und an kann man mal schmunzeln, aber man schaut sich mit einem ständigen gut gelaunten Lächeln im Gesicht einen liebevoll gemachten, unterhaltsamen Film an – man möchte danach einfach mal kurz die Welt umarmen. Und bei Wes Anderson erkennt man, wie er jede Szene aufs kleinste Detail ausgearbeitet hat – oder man unterstellt es ihm halt – quasi „Hurz“. Ich möchte gerne viel häufiger seine FIlme sehen und gebe GBH locker flockig aus der Hüfte geschossen 87 Punkte. Für mehr, hätte das Seitenverhältnis die tollen Bilder nicht so einengen dürfen und die ganz kleinen Hängerchen irgendwo im Film hätten raus gemusst, oder etwas schnackseliger daher kommen müssen. Schnell noch angucken gehen, oder die DVD ausleihen!

2 Comments

  1. ganz deiner meinung….über GBH.

    …. Ralph Fiennes — schau doch mal „Brügge sehen… und sterben?“ („In Bruges“) — sehr schön… und dieser grandios fiese Cockney Akzent.

    Cheerio. Bulldo

  2. hab ich gesehen und dachte mir „film sehen, zu tode langweilen, einschlafen“. tut mir leid… der fand ich wirklich schlimm! ich freue mich aber über die übereinstimmung in der bewertung von gbh

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