Bauen? Kann ich alles selber…

Nachdem die Entscheidung für ein Grundstück gefallen war, ging es für uns an die Planung des Hauses und vor allem: Wer macht das jetzt für uns?

Mein Angebot, dass ich das komplett alles selber machen könnte. weil ich seit Kindesbeinen schon Erfahrung mit Hausbau und -planung habe, wies Annika ziemlich schnell ab, als ich meine Idee vorstellte: „Das ist das Haus vom Ni-ko-Lau….“ Unverschämtheit!!!!!

Zunächst hatten wir mit Viebrock und Town & Country (ich könnte ganze Seiten füllen, warum das eine sehr schlechte Namenswahl ist, der wichtigste Aspekt: Zusammen mit dem Logo fühlt sich das an wie eine unzuverlässige  Klitsche) gesprochen. Beide bieten Häuser aus dem Katalog an, was „schlimmer“ klingt, als es ist. Wir haben uns in Kaarst bei Viebrock die Musterhäuser angeschaut und die sind wirklich sehr sehr schick – was vermutlich auch daran liegt, dass nur Möbel von Rolf Benz und ähnlichen hochpreisigen Designern verwendet werden – es gibt sogar ein Jette Joop-Haus… äh… super… . Aber so ein Besuch ist durchaus inspirierend und macht Lust aufs Bauen – auch mit Viebrock. Auch wenn man ziemlich schnell lernt, dass ohne Lottogewinn doch die ein oder andere Idee für uns nicht realisierbar ist.

Town & Country setzt auf ein Franchisesystem, bei dem man sich halt mit einem Franchisenehmer zusammensetzt, bei ihm im Büro und alles durchspricht. Viebrock ist da um einiges repräsentativer und „schöner“, bei dem Musterhauspark ist auch ein Bereich mit Beraterbüros, wo auch Finanzierer drin sitzen, man bekommt vor dem Haus einen Parkplatz mit Namen, wird ständig angerufen, gefragt wie es geht, der Service ist einfach super – alles sehr empfehlenswert, aber das alles zahlt man auch mit. Bei T&C besteht dagegen auch mal die Gefahr, an einen Franchisenehmer zu kommen, der mal gar nix erklärt. Wir saßen bei einem, hatten gar keine Ahnung und er erklärte absolut gar nix… wir mussten alles nachfragen, wussten zu dem Zeitpunkt aber noch gar nicht, was wir fragen können/müssen. Aber das war vielleicht ein Einzelfall, denn es gibt auch gute T&C-Vertreter, haben wir auch festgestellt.

Viebrock und T&C sind Anbieter, die einem im Prinzip alle Aufgaben abnehmen. Sie bauen ein Haus, dass sie selber schon 100te Male gebaut haben, man braucht keine Angebote bei Handwerkern einholen, die Statik und Architektur ist bereits geklärt. Das heißt aber auch, dass Änderungen am ursprünglichen Grundriss nicht ganz kostenfrei sind – da fallen schon mal Sätze wie: „Wenn wir hieraus eine Stadtvilla machen wollen, kostet das XX.XXXX Euro mehr“. oder „Wenn sie hier noch einen Raum zwischenschieben wollen, kostet das X.XXX Euro mehr.“… Ähm… autsch! Das ist natürlich irgendwie auch nachvollziehbar, weil der Preisvorteil bei den Kataloghäusern ja ist, dass eben kein Statiker und Architekt mehr ran muss – so hab ich das zumindest verstanden. Trotzdem… autsch!

Dass das Individualisieren Kosten produziert kann besonders dann ein Problem werden, wenn in der Gegend in der man bauen will, ein ausführliches Gestaltungshandbuch existiert. So war es bei uns, unser Haus muss z.B. zwei volle Geschosse haben, die Traufhöhe (Regenrinne) mindestens bei 6,00 Metern liegen, der Dachfirst darf nicht höher sein als 10,50 Meter und Flachdächer sind verboten. Auch die Richtung des Daches kann hier festgelegt sein. Und da fängt der kostenintensivere Spaß mit einem Anbieter wie Viebrock oder T&C an, wie oben beschrieben. Das ursprüngliche Preisschild gilt dann leider nicht mehr .

Wenn man aber – so wie wir – mit einem Architekten und Bauingenieur zusammenarbeitet, kann man sehr viel individueller bauen, hat aber auch mehr Aufwand. Und nachdem wir jetzt bestimmt 100 Grundrisse selber gebastelt und wieder verworfen haben (zu empfehlen dafür ist www.roomle.com), war das für uns die absolut richtige Entscheidung. Man will beim eigenen Haus ja auch nicht zu viele Kompromisse eingehen.

Selbst einen bestehenden Grundriss (einfach mal googeln) auf die Größe des eigenen Hauses anzupassen klingt lapidar, aber wir haben gelernt, dass das aus verschiedensten Gründen dann doch nicht so einfach funktioniert. Ich bin ehrlich, die ganze Grundrisserei kann zwischenzeitlich arg nervig werden, aber am Ende hat man halt doch etwas selber „geschaffen“ und wenn man sich einmal an den Raumplaner gesetzt hat, macht es dann doch auch wieder Spaß. Dazu werde ich aber in einem anderen Posting etwas mehr schreiben.

Wir hatten echt richtig dickes Glück, weil wir die Chance haben, mit Bulldos Vater zusammen zu bauen. Das war ursprünglich gar nicht so geplant, wir wollten eigentlich nur ein paar Anhaltspunkte erfragen, worauf wir bei Bauvorhaben achten müssen. Aber jetzt sind wir uns sicher, mit jemanden zu arbeiten, dem wir zu 100% vertrauen können und der dazu auch noch immer für uns da ist und auch wirklich gut erklären kann, was warum Sinn macht und was man vielleicht doch besser sein lässt. Wir hätten viele Dinge ohne ihn gar nicht erfahren, denn er hat sehr viele Punkte angesprochen, die uns bei den Gesprächen mit den oben genannten nicht gesagt wurden – auch wenn diese Gespräche auch sehr lehrreich und nützlich waren.

Vertrauen ist bei solch einem teuren Unterfangen, bei dem Kosten auch aus dem Ruder laufen könnten schon sehr wichtig. Ja, das soll jetzt durchaus Werbung für Bulldos Vater sein.

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