Miese Laune, druff auf den Peer

Sehr schön, ich bin wach geworden und bin seit dem übellaunig. Da kommt mir Peer Steinbrück (FDP SPD) gerade recht. Ich glaube, Steinbrücks Ziel ist es, einen Machtwechsel in Berlin mit aller Macht zu verhindern. Und das macht er wirklich richtig gut! Ähm, bravo!!!!

Nachdem er sich zuletzt unglücklich zum Kanzlergehalt geäussert hat, zeigt er sich jetzt trotzig und meint bei einem Auftritt in Niedersachsen, zu dem Thema habe er alles gesagt. Das ist eine recht interessante (lies: weltfremde, dumme usw.) Einstellung, wenn man bedenkt, dass er doch (angeblich) eine Diskussion um Politikergehälter angestrebt hat. Zumindest war immer wieder zu hören, wie wichtig es ist, sich über die Höhe von Politikergehältern einmal zu unterhalten. Ich meine, ihm wurde sogar genau diese Intention unterstellt. Der Peer macht aus seinem Herzen ja keine Mördergrube, er spitzt ja auch gern zu. Aha, ist das so? Oder ist er einfach ein bisschen arrogant und fern von der Lebenswirklichkeit der SPD-Klientel? Peer Steinbrück besitzt einen ziemlichen Irgendwas-Bonus und darf einiges mehr sagen, als andere. Aber warum und woher kommt das? Verdient hat er es in meinen Augen nicht… und warum verschludert er dieses Privileg so!?

Dass ihm jetzt so viele zustimmen, dass Politiker zu wenig verdienen würden, ist  doch ziemlich bigott, denn bei der nächsten Diätenanpassung wird niemand mehr darüber klagen. Ganz im Gegenteil! Und meiner Meinung nach, verdienen Politiker keinen Cent zu wenig. Mein Politikerbild bzw. mein Anspruch an Politiker ist der, dass sie insbesondere von Idealismus in die Politik getrieben werden. Das mag zu romantisch gedacht sein, okay. Andererseits bekommen sie neben ihrem Gehalt noch eine ganz andere Währung, nämlich Macht. Verdammt viel Macht – insbesondere der Kanzler. Diese Machtfülle, richtungsweisende Entscheidungen für ein ganzes Land, für die ganze Bevölkerung treffen zu können, unterscheidet ja deutlich vom Sparkassendirektor, würde ich mal behaupten.

Darüber hinaus gibt es noch zwei Gründe (und noch viele mehr), warum Peer Steinbrück der absolut Falsche für diese Diskussion ist:

  1. Er hat (insbesondere wenn er sich weiterhin öffentlich wie ein 5-jähriger Trotzkopf aufführt) nichts mit dem Thema Kanzlergehalt zu tun.
  2. Er ist Politiker der SPD, dementsprechend sollte insbesondere er sich in seiner Funktion als SPD-Mann eher um die Löhne der Menschen im unteren und mittleren Bereich kümmern.

Aber mal generell: Wenn man bedenkt, dass die Gehälter von Politikern so hoch sein sollten, dass sie Bestechungen gegenüber eher unempfänglich sind, dann sollte man durchaus immer wieder über Gehaltserhöhungen nachdenken. Insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass Deutschland neben Syrien,Sudan und Saudi Arabien eines der wenigen Länder ist, dass die UN-Konvention gegen Abgeordnetenbestechung noch NICHT unterzeichnet hat. Ach, und was gerne bei der Gehaltsdiskussion vergessen wird: Nach 8 Jahren Zugehörigkeit im Bundestag, erhalten Abgeordnete ca. 1.700 Euro Rente. Kann das irgendein Normal-Berufstätiger erreichen? Nein? Ich glaube, man braucht die Diskussion dann an dieser Stelle nicht fortzuführen. Frei nach Steinbrück: Es ist alles gesagt!

Ich finde es auch „lustig“, dass er dreist und nicht hinterfragt behauptet, dass er „Geld nicht sexy findet“ und damit legitimiert, dass er solch eine Gehaltsaufbesserungsforderungsdebatte starten darf. Der Mann, der für fünfstellige Summen, einstündige Reden hält. Alle, die das für unglaubwürdig halten einmal Handzeichen bitte – danke! Außerdem – das kann man ihm ja vielleicht mal Nahe legen – kann er ja den Kanzlerjob auch als unterbezahltes Praktikum ansehen, denn es gibt da den ein oder anderen Genossen, der nach seinem Kanzlerjob dann finanziell ziemlich gut abgesahnt hat. Und das vielleicht auch als Hinweis an ihn: Es gibt viel Agenturen, die mit Berufseinsteigern genau so umgehen: „Hey bei uns verdienst zu zwar kaum was, aber wir sehen total super in deinem Lebenslauf aus. Und deshalb kannst du  ja bei deiner nächsten Station richtig abkassieren.“

Vielleicht ist Peer Steinbrück echt ein dufter Typ, so privat. Aber was ich medial von ihm mitbekomme, ist er ein arroganter, aufgeblasener und vor allem überschätzter Politiker, dem sein eigenes Wohl näher ist, als das der anderen. Ich möchte – ich sagte das schon einmal bei Herrn Rüttgers – von so einem Menschen nicht repräsentiert werden. Ich möchte nicht, dass er Deutschland im Ausland vertritt. Warum ist der Mann eigentlich nicht in der FDP? Da würde er von seinem ganzen selbstverliebten, abgehobenem Gehabe viel besser hinpassen. Quasi zwischen Kubicki und Lindner – das wäre eine tolle Schaumschläger-Troika.

 

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