kannste vergessen…

Ich habe mir vergangenes Wochenende die Bluray vom Spinnen-Viech-Reboot „The Amazing Spiderman“ gekauft. Aber nicht einfach nur eine Bluray – wie gestrig wäre das denn – nein, ich habe mir die 3D-Version zugelegt, da wir daheim seit neuestem einen 3D-Fernseher stehen haben. Ui!

The Amazing SpidermanAber ist Spider… The Amazing Spiderman ein guter Film?

Zunächst sind da die Darsteller. Spiderman bzw. Peter Parker wird von jemandem gespielt, den ich nicht kenne – aber der macht das schon ok. Dann ist da sein Love-Interest, die wird gespielt von Emma Watson – in deren Stimme könnte ich mich reinsetzen, so toll ist die – zumindest auf englisch. Peters Onkel wird von Martin Sheen gespielt, schade, dass der (Spoiler) so früh stirbt. Dann ist da noch William Dafoe… ich meine Denis Leary [Anm.d.Red.: Ich habe hier zwei Videos verlinkt wo er einige seiner FIlme selbst reviewt – sehr sehr lustig]. Der spielt den Vater von Emma und Polizeichef von New York. Der Bösewicht wird von… irgendwem gespielt. Ach die Tante von Peter von… ach wie heißt die gleich… egal – macht sie gut.

Die Story von Spiderman (ich kenne die Comics nicht) ist in diesem Film ähnlich wie in dem von vor ein paar Jahren. Peter ist ein bisschen zu neugierig, wird von einer Spinne in einem super-duper-Gen-Labor-Dings gebissen und entwickelt spinnenhafte Fähigkeiten. Interessanterweise gehört Spinnennetze schießen nicht dazu, da muss der technikbegabte Peter erst noch nachhelfen. Er wird auch nicht zum Fotojournalisten der hiesigen Zeitung – aber wurscht. Es dreht sich also viel um Peters Findungsphase, wie er mit den neuen Möglichkeiten auskommt. Dabei kommen er und Emma sich näher und sein Onkel – ich erwähnte es schon ums Leben. An dem Punkt merkt der Peter, dass er für das Gute kämpfen soll – von wegen moralische Obligation und so weiter. Gedacht, getan, Maske gebastelt, später den Anzug gebastelt, Spiderman lebt! Moment… das kommt mir nun aber alles irgendwie bekannter vor, als es das sollte…

So ganz nebenbei tut sich in dem Genlabor auch ein bisschen was. Peters späterer Gegenspieler hadert mit den Genen, Peter ist nicht nur technikbegabt sondern auch chemisch und hilft dem (noch) guten Herren die Formel mit Hilfe der Aufzeichnung seines verstorbenen Vaters zu verbessern und vermeintlich einsatzbereit zu machen. Das klappt nicht so ganz… dem soon-to-be-Gegenspieler wächst zwar ein verloren gegangenen Arm nach, allerdings verwandelt er sich dabei auch in eine große, starke Echse. Ok, das ist etwas anders als bei der letzten Spiderman-Film-Serie… aber eigentlich ist doch nur der Bösewicht wirklich neu, oder?

Sooooo gut. Pause mal eben. Bis hier hin war alles schon ganz unterhaltsam und vorhersehbar, wenn man die Story auch nur grob kennt und man hat das Gefühl, das alles so schon einmal gesehen zu haben. Gut, es geht dann auch vorhersehbar weiter… wurscht.

Aber hier gibt es doch einen kleinen aber entscheidenden Bruch, den ich nicht ganz nachvollziehen wollte. Der Gegenspieler-Wissenschaftler findet seine neuen Fähigkeiten so dolle, dass er die ganze Menschheit zu Echsenwesen machen möchte, weil die einfach besser als Menschen sind. Hmmm… wo kam das her, frag ich mich? Vor allem diese Vehemenz, mit der er nun für sein Ziel kämpft. Macht das das Serum mit ihm? Lässt es ihn nicht mehr klar denken, größenwahnsinnig werden? Das kam mir in der Erklärung ein bisschen zu kurz und die Entwicklung zum Oberschurken ging so etwas zu schnell.

Jedenfalls kommt es zum großen Showdown, viel Action und so weiter und so fort, am Ende sind fast alle glücklich, aber es wird noch cheeeeeeesy.

Der Film trumpft nicht durch große Liebesszenen auf, das ist gut, dafür ist er an einigen Stellen mit so viel Pathos gepudert, dass Roland Emmerich vor Neid erblassen würde. Es ist ein bisschen viel, wenn Denis Leary Peter Parker am Ende einsülzt und auch generell sind die meisten Dialoge ein bisschen zu… klebrig. Gerade Martin Sheen und auch Peters Tante haben nur Platitüden auf ihren Sprechzetteln stehen. Schade. Sogar ganz insbesondere schade, weil sich der Film sehr sehr ernst eigentlich viel zu ernst nimmt. Humor fehlt größtenteils insbesondere eine gewisse Lockerheit – das hätte die Schmalz-Szenen etwas aufweichen können. Es fiel mir darüber hinaus schwer mich irgendwie mit dem neuen Peter Parker zu identifizieren, kommt er doch sehr milchbubi-artig daher. Er schaut aus, als wäre er gerade 15-16 Jahre alt. Für die eigentliche Zielgruppe des Films aber vermutlich ganz gut.

Achja… der 3D-Effekt… Ich habe den Film nur gekauft, weil es der preiswerteste 3D-Film war, den real,- anzubieten hatte. 30 Euro für Avatar… lächerlich. Hierfür waren es auch schon satte 20 Taler. Denn der 3D-Effekt ist zwar auf einem Fernseher nett anzuschauen – aber wie im Kino macht er den Film nicht besser oder schlechter, er trägt nichts zu ihm bei. Es ist ein Gimmick, mehr nicht. Die Szenen in denen sich die Spinne durch die Stadt schwingt sind im Kino vielleicht noch nett anzuschau’n, aber auf einem 47“-TV kommt das einfach nicht rüber, da ist das Bild doch zu klein. Ich war eh überaus überrascht, wie wenig Szenen es aus der Egoperspektive des Superhelden gab – und nur da, machte der Effekt wirklich „Sinn“.

Zusammengefasst würde ich sagen, dass der Film sehr vergessbar ist. Er ist sehr weit von der Qualität der Nolan’schen Batman-Reihe entfernt und der Film gibt absolut nichts Eigenständiges her, er fügt dem Frnchise absolut nichts hinzu – so wie eben Nolan Batman hat in ganz neuem Licht erscheinen lassen. Warum die Serie einen Reboot bekommen hat, obwohl sie im  Prinzip genauso weitermacht wie vorher – nur mit anderen Darstellern, verstehe ich nicht. Vermutlich dachte sich ein schlauer Kopf aus dem Marketing, dass kein Mensch einen vierten Spidermanfilm sehen möchte und so startet man einfach noch einmal von vorn! Wird schon keiner merken, dass das der gleiche Kram ist. Das darf man dem Film durchaus übel nehmen.. Three is the magic number

Punktevergabe! Unterhaltsam ist er und für einen Abend Spaß reicht es auch. Brauchen wir einen Nchfolger… och… muss nicht sein. Startet die Serie doch einfach nochmal von vorn. So in 20 Jahren, oder so. Von der technischen Seite ist 3D auf einem 47“-TV (bei diesem Film) überflüssig. Ich gebe ihm 68 Punkte, aber greift besser zur 2D-Version. Die Tomaten geben übrigens 73%, die Publikumswertung landet immerhin ganze 81%-

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