fiese Datenkraken

### Ich kann es nicht mit mir selber vereinbaren, an einem Tag zwei Postings hier zu veröffentlichen. Das gab es noch nie, und dieser Beitrag ist es „nicht wert“ mit dem prinzip zu brechen. Deswegen habe ich ihn auf den Samstag verschoben, obwohl ich ihn schon veröffentlicht hatte. Es geht ums Prinzip, das versteht ihr doch hoffentlich ###

 

Immer wieder bin ich von eigenartigen Websites arg verwirrt – vielleicht sogar verstört. Irgendwie gewöhnt habe ich mich schon an die Aufmachung von Textseiten von Nachrichtensites. Da blinkt und blunkt es überall, kurze Texte sind auf 5 Seiten verteilt, überall im Text sind Störbanner verteilt um die sich das Geschriebene herumwürgt. Das spricht so ziemlich jede Konvention, die es im Printjournalismus gibt – denke ich. Gott sei Dank gibt es für Chrome das Plugin „iReader“, das diesen ganzen Störkram wegblendet und mir den Text ganz schlicht auf einer Art digitalem DINA4-Blatt zeigt. Da sind keine Banner, es blinkt und blunkt nix. Herrlich!

Schön ist, dass es mittlerweile kaum noch Webseiten mit Ton gibt – also zumindest nicht unaufgeforderter Ton, der mich aus einem Banner anbrüllt. Aus Prinzip dann auch in jedem Fall für ein Produkt, dass ich nicht haben will.

Den „neueste Trend“ scheinen aber Log-In-Blocker (ich nenn sie einfach mal so) zu sein. Die funktionieren so, dass ich eine Website aufrufe und dann als erstes mal ein Login-Formular ausfüllen darf/soll/muss, damit ich die Website überhaupt anschauen darf. Sie selber schimmert dabei verblasst im Hintergrund. Für die Faulen unter uns, kann man sich das Angeben der persönlichen Daten auch sparen, sofern man zB. einen Facebook-Account hat und schwuuuups, kann man die Daten importieren. Nun frage ich mich, wer denn bitte sowas macht? Also wer gibt, irgendeinem dahergelaufenen Verkaufsportal – und sei es Groupon – denn bitte seine Daten, bevor er weiß, was dort passiert? Beispiel gefällig? Bitte schön:

Ich habe heute morgen gesehen, dass es bei „vente-privee“ eine Rabatt-Aktion für Olympus-Digital-Kameras gibt. „Och“, so dachte ich, „och, dass kann ich mir doch mal anschauen, ich suche ja eh gerade nach einer Kamera für meinen Curacao-Urlaub.“. Joa… ich klicke mich also zu der bescheuert benannten Website (für Pornos wäre der Name ok), und was passiert? Mich springt sofort ein LogIn-Formular an, bevor ich überhaupt sehen kann, wie die Rabatte ausschauen, welche Produkte es in dem Shop gibt und ob der Anbieter überhaupt im Ansatz seriös ist.

Nochmal: Wer gibt solchen Anbietern seine Daten? Wenn ich meine persönlichen Daten preisgebe, hat das etwas mit Vertrauen zu tun (Amazon) oder damit, dass sie mir eine Dienstleistung bieten, für den ich bereit bin, meine Daten preis zu geben (Facebook, Amazon). Wenn ich aber nun gar nicht weiß, ob ich ihnen Vertrauen kann, oder wie toll die Dienstleistung ist, dann werde ich doch den Teufel tun… und das sage ich als jmd. der bei Google insb. wegen dieses Blogs total leicht auffindbar ist.

Liebe Shopbetreiber, solche Maßnahmen blocken viiiiele Kunden ab. Ihr werdet vermutlich die Daten brauchen, damit ihr täglich zahlreiche Newsletter mit „ach-so-einmaligen“-Angeboten raushauen könnt… aber nöööö, nicht mit mir. So einmalig toll können eure Angebote gar nicht sein!

[Anm.d.Red.: Ich möchte an dieser Stelle auch den Entscheidern danken, die dafür gesorgt haben, dass ich für diesen Mini-Mini-Blog ein Impressum anlegen muss.]

 

One Comment

  1. Ganz nett zu lesen was Du so schreibst…
    Aber bei den vielen Worten die Du so für banale Dinge des Lebens verlierst, passt es einfach nicht, darüber zu jammern, dass Du armes Wautzi nun auch noch ein Impressum anlegen musst.
    Wer sich präsentieren will, sollte auch identifizierbar sein.
    Aber ich bin ja auch für die Kennzeichenpflicht für Radfahrer….
    Ist nämlich immer ganz gut zu wissen WER scheiße baut, WENN jemand scheiße baut.
    (Ich fahre übrigens überwiegend Rad, habe aber wirklich keine Website.)

Kommentar verfassen