Gar nix Elite hier. Weitergehen, es gibt nix zu sehen!

Ich habe schon wieder einen Film geschaut… ich hab längere Zeit überlegt, ob es sich überhaupt lohnt darüber irgendwas zu schreiben, aber so ein Blog füllt sich eben nicht von selber und ich schreib mich doch so gern in Rage. Ob mir das bei diesem Film gelingt? Ich bin selber ein klitzekleines bisschen gespannt….

Der Film heißt „Killer Elite“ und war im vergangenen Jahr in deutschen Kinos zu sehen. Ich vermute allerding, dass er nicht länger als eine Woche gelaufen ist, ich bin mir nicht einmal sicher, ob er nicht während der 1:45 stündigen Dauer schon wieder abgesetzt wurde, wie einst Toni Schumacher in der Halbzeit eines Spiels seiner Kölner Fortuna entlassen wurde. Nun vermutet ihr vermutlich, es handelt sich um ein Low-Budget Restprodukt mit schlechten Schauspielern, mieser Story, brutalster Gewaltdarstellung, bei der sogar Dingens Schlingensief vor Neid erblasst wäre. Alles nö! Naja gut, fast alles nö. Aber der Reihe nach, die Schauspieler sind (haltet euch fest – bzw. verrät es das obige Bild ja schon teilweise):

  • Dominic Purcell: den kann man aus Prison Break als inhaftierten Bruder kennen, er spielt auch gelegentlich in Kriegsfilmen harte GIs, wenn ich mich recht erinnere. In diesem Film sieht er ziemlich cool aus. Schauspielerisch macht er das ziemlich solide
  • Jason Statham: es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Filme der Mann gedreht hat, von denen man noch NIEMALS nie etwas gehört und gesehen hat. Einfach mal durch die Videothek stromern und man stößt in jeder Ecke auf einen Actionstreifen mit ihm. Die sind allerdings alle nicht sooo gut, glaube ich. Ich mag ihn eigentlich nur im ersten Teil von Crank und den Expendables. Und Snatch…
  • Robert de Niro: insbesondere in den Mafiarollen (zB. Casino) ist er so unglaublich toll
  • Clive Owen: immer wieder mit tollen Rollen, zB. Shoot ‚em up oder Sin City

Das klingt doch schon ziemlich hochklassig, oder? Eben! Leider schien dem Produzenten dann aber schon so langsam das Budget auszugehen. Für ein gescheites Drehbuch war offensichtlich nicht mehr genug Asche da. Die Story ist nämlich sowas von…gnaaaaarrrrr!!!!!! Also der Film spielt 1980, die Welt ist durch dauernde Finanzkrisen gebeutelt und in einem gewalttätigen, kriminellen Sumpf… versumpft. Warum 1980 und nicht in der nahen Zukunft? Gute Frage, ich erkläre mir das so, dass die Leute 1980 mit ihrem Einschlag 70er-Jahre-Mode etwas cooler aussehen, als die ganzen gestriegelten Leute heutzutage. Vielleicht fehlte auch das Geld für das ganze Chrom, das meist in Zukunftsvisionen verwendet wird? Oder die Kulisse stand gerade noch und wollte wieder verwertet werden? Egal, 80er… haaaach… ich hab hier schon keine Lust mehr.

Wie gesagt, die Welt ist total im A*** und Jason, Dominic und Robert sind knallharte Auftragskiller. Nach dem ersten Auftrag zu Beginn des Films steigt Jason allerdings schon aus, wird aber quasi sofort wieder reaktiviert, als er erfährt, dass sein Super-Duper-Kumpel Robert von irgendeinem Scheich als Geisel gehalten wird. Jason düst hin und bekommt vom Scheich den Auftrag 3 SAS-Agenten zu töten, die sonst seinen vierten und letzten Sohn umbringen würden, sobald dieser der Nachfolger des alternden Scheichs werden würde. Die anderen drei Söhne haben die SAS-Jungs nämlich schon unter die Erde gebracht. Wenn Jason den Auftrag nicht ausführe, wird Robert sterben. Wie herzzerreißend.

Nun beginnt die „wilde“ Ballerei und irgendwann kommt auch Clive Owen auf Seiten der SAS dazu, der versucht Jason, Dominic und einen dritten der Truppe (irgendein Schauspieler…) zu stoppen. Das gelingt ihm… mäßig bzw. gar nicht. Uuuuund genau, das ist die Story (Patta-Tusch!). Vielleicht kann man noch erwähnen, dass der Sohn des Scheichs so ein bisschen weinerlich wird, weil er gar nicht der Nachfolger seines Vaters werden will und man sich den ganzen Stuss mit dem Morden, geiseln usw. also auch hätte sparen können. Aber hey, dann wäre der Film ja ziemlich schnell rum gewesen. So bin ich zwischendrin weggenickt und weiß nicht warum sich am Ende Clive, Jason und Robert gegenüberstehen und sich böse angrinsen und getrennte Wege gehen. Aber das ist mir auch sooooooo egal!

Die Actionszenen sind durchweg Standard, die sieht man so mindestens in jedem Statham-Film. Zwischendurch ballert auch Robert mit einem MG mit, was ihm nicht so gut steht, finde ich – da macht er eine schlechtere Figur als ein steinalter Rambo im Dschungel. Dass er zwischenzeitlich ausschaut wie eine Bart-Kreuzung aus Saddam „aus-dem-Loch“ Hussein und dem Nikolaus, ist ein zweifelhaftes Add-On. Und apropos Bart; Dominic Prucell – ich erwähnte es schon – hat den tollsten Bart der Filmgeschichte. Clive Owen hat dagegen nur einen kleinen Porno-Schnubbes – stinkt tierisch ab, konnte den Bart-Contest quasi gar nicht gewinnen.

Die Dialoge sind durchweg dröge und bedeutungsgeschwängert mit Dämlichkeit. Typische harte Jungs-Sprüche, die man auch so schon zig mal gehört hat. Aber was soll bezüglich so einer bescheuerten Geschichte auch groß besprochen werden? Ich habe den Film zu zwei Drittel auf deutsch geschaut, aber die englischen Originaltexte sind auch um keinen Deut besser.

Am Ende steht da ein Film den man schon 700mal gesehen hat – zumindest fühlt es sich so an. Es gibt eigentlich absolut nichts, was diesen Film sehenswert macht. Nicht einmal in Rage schreiben konnte ich mich, muss ich hier feststellen. Wie unfassbar langweilig! Ne, lasst die Finger von dem Film. Wenn ihr Clive Owen sehen wollt, schaut Shoot ‚em up, für Robert de Niro Casino und Jason schaut man am besten im ersten Crank-Film. Ich gebe dem Film… joa… also ich würde ihm Null Punkte geben, aber dann ginge ja nix mehr schlechter… also gebe ich ihm 10 Punkte, weil mindestens Judge Dredd mit Sly Stallone aus den 90ern noch viel viel schlechter ist. Ich glaube, es kann keinen Film geben, der schlechter ist… Die Tomaten geben 25% und ganze 43% der Menschen, die den Film gesehen haben, fanden ihn gut. Das ist fast jeder Zweite… verrückt!

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