Krass am Pranger

„Ganz Deutschland“ (eine meiner liebsten publizistischen Formulierungen) ist sich einig, dass Günter Grass neuestes Gedicht inhaltlich nicht ganz so erste Sahne ist. Mich selber interessiert das Ding nicht sonderlich. Ich vermute mal, dass der Weltfrieden nicht in Gefahr ist – auch wenn die aufgeregten Stimmen aus „der Journaille“ das vermuten lassen könnten, dementsprechend brauche ich mir keine Meinung bilden. [Anm.d.Red.: Und selbst wenn der Weltfrieden in Gefahr wäre, wäre meine Meinung wohl auch eher unwichtig… fällt mir gerade auf. Hm… Joa.]

Wohl aber ist mir genau das aufgefallen, was Günter Grass zu der Diskussion äußerte und zwar seine Feststellung der ziemlich gleichgeschalteten Medien. Nun ist das aber auch wieder nix Neues, ich möchte da nochmal an die erschreckend gleichen Einschätzungen der Journalisten zu der Causa Wulf erinnern.

Nach diesem Blabla möchte ich jetzt einfach Wolfgang Donsbach zitieren, der es viel besser auf den Punkt bringt, was man zu der Debatte sagen kann:

Wir haben in Deutschland eine politische Kultur des Prangers. Wer heiße Eisen anpackt und dabei Behauptungen aufstellt, die nicht politisch korrekt sind, nicht getragen von der Mehrheit der öffentliche Meinung, das heißt in diesem Fall der publizistischen Elite des Landes, der wird an den öffentlichen Pranger gestellt und als Staatsfeind, zumindest aber als Feind des vorherrschenden Meinungsklimas angesehen.

Leider baut er nach diesem Satz eine Brücke zu Thilo Sarrazin, die mir nicht gefällt, mir fällt aber gerade nicht ein, warum diese Brücke unzulässig sein könnte – ich wünschte aber, es wäre so.

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