Ohne Limit? Ohne Ende!

Bei Filmen, bei denen es darum geht, dass jemand von Drogen profitiert, erwarte ich  ganz unweigerlicham Ende, dass ihm die negativen Seiten der Substanz einen Strich durch die Rechnung machen, er vielleicht sogar durch einen harten Kampf von ihnen loskommt und merkt, dass es auch gut ohne sie geht.

Um eine Droge, die den Menschen 100% seines Gehirns nutzen lässt, geht es in „Ohne Limit“ (Limitless) mit Bradley Cooper. Bradley spielt den erfolglosen Verlierer-Autor… ähm… Bradley.  Das wird übrigens ganz klassisch zu Beginn runtergnudelt. Er sieht schlonzig aus und seine erfolgreiche Freundin trennt sich von ihm. Wahrscheinlich steht das im „wie stelle ich einen Verlierer filmisch da“-1×1-Handbuch im ersten Kapitel… oder Vorwort. Jedenfalls trifft Bradley den Bruder seiner Ex-Frau zufällig auf der Straße, der dreht ihm eine Wunderdroge an, Brad ist skeptisch, der Bruder wird ermordert – PiPaPo, Bradley nutzt die Droge wird superschlau, weil er plötzlich 100% seines Gehirns nutzen kann, sieht nicht mehr schlonzig aus und irgendwann geht es auch wieder mit der Ex. Prima! Nicht ganz. zwischendrin leiht er sich 100.000 Dollar von einem zwielichtigen Ost-Europäer Youri (Name von der Redaktion ausgedacht) der ein bisschen ausschaut wie der Hauptcharakter aus Grand theft Auto 4. Er kann dem typ das Geld zwar zurückzahlen, gibt ihm aber auch eine Drogenpille, auf die Youri  natürlich total abfährt. Der will mehr, Bradley gehen die Pillen aus und er wird verfolgt von einem Typen, dessen Chef auch die Pillen ausgehen. Das Problem ist nämlich, dass man stirbt, wenn man die Pillen absetzt.

Dann geht es hin und her. Dabei wechselt die Action immer wieder zwischen den zwei Storylines Youri und dem Handlanger des anderen Abhängigen. Garniert wird das ganze noch mit ein bisschen Wohlfühlatmosphäre mit Bradleys Jetzt-Wieder-Freundin. Zwischendrin spielt auch Robert de Niro noch eine Rolle, den Bradley nämlich bei einem Firmenzusammenschluss mit brillanten Ideen versorgt. Der Film nimmt ziemlich an Fahrt auf um dann am Ende… joaaa, was eigentlich? Und hier sind wir bei meinem Problem mit dem Film, mir ist das Ende viiiiiel zu offen, mindestens so offen wie… wie… wie Schalkes Abwehr bei der 3:0 Niederlage in Mönchengladbach.

Insbesondere weil der Film vorher noch mit dem ultimativen Ende, dem Tod durch die Droge droht, ist die Auflösung einfach nicht befriedigend. Ich hätte mir  eine klare Botschaft gewünscht, wie ich sie ganz oben beschrieben habe. Das mag 08/15 sein, aber man hat immerhin die Möglichkeit es gut oder schlecht enden zu lassen. Letzteres wäre hier vielleicht am angebrachtesten. Aber hey, ich hab zu viel Fern geschaut, es gibt bestimmt Kreative, die ein tolles Ende schreiben könnten, dass nicht zu kitschig oder Oberlehrerhaft ist. Die Charaktere neben Bradley bleiben leider auch ziemlich blass. Bis auf den Bösewicht Youri, den ich aber auch nicht als Oberbösewichts des Films beschreiben will und den irgendwie zwielichtigen aber doch ohne großen Impact bleibenden Robert de Niro, ist da niemand den man als wirkliches Feindbild sieht. Dafür bleibt der eigentlich wichtige Verfolger Brads viel zu blass und ich glaube auch ohne eine einzige Textzeile. Zwischendrin gibt es übrigens noch eine – ebenfalls nicht wirklich aufgelöste – Nebenstoryline mit einem Mord. Diese wird zwar schon irgendwie gebraucht, um den Film eine Wendung zu geben, aber das ist ein bisschen wie mit Schrotflinten auf Spatzen schießen – vor allem, weil es hier keine Conclusio für gibt.

Am Ende verkommt der Streifen für mich zu einem Werbefilm für Brain-Enhancement-Pillen. Schreibt man ihm diese Funktion zu, wuppt er allerdings super! Also ich hätte jetzt zumindest gerne ne Wagenladung davon, wenn sie so einfach zu kontrollieren sind und so großartige Effekte haben.

Die Action-Szenen sind recht spannend und die Erzählweise, Bradley spricht viel aus dem Off heraus, ist mir sehr sympathisch und Bradley selber mag ich schon auch [Anm.d.Red.: Ich mag ihn ausdrücklich NICHT in der lausigen A-Team Verfilmung]. Zwischendurch fand ich den Film wirklich richtig richtig gut, aber das Ende hat mir den Streifen komplett versaut. Welche Lösung hat er für sich gefunden? Wer weiß jetzt was? Ist er der Einzige? Usw… Der Film ist nicht schlecht, man kann ihn sich ansehen und auch Spaß mit ihm haben und vielleicht bin ich ja der Einzige, der sich am Schluss des Streifens stört . Ich gebe dem Film so naaaaaa…. 63 Punkte.Mit einem anderen Ende wären es vermutlich 10 bis 20 Punkte mehr. Die Tomaten vergeben 69%.

4 Comments

  1. OFFEN? Ich war gestern so sauer…was war das bitte? Nimmt er die Pillen noch? Wurden sie vom Chemiker nun hergestellt? Wie sieht es mit den Nebenwirkungen aus? WOHER zum Geiler kommen die Pillen????????……Fragen über Fragen…Naja, trotzdem ganz gut gewesen, war nur sehr enttäuscht am Ende….

  2. Habe mir den Film auch gerade angesehen und muss sagen ich mag solche Filme in denen eine Person plötzlich alles auf den Kopf stellt. Aber vom Ende war ich dennoch sehr enttäuscht. Ich vermute, da er gesagt hat: „Wenn man weiß wie was drin ist kann man es optimieren und die Fehler ausmerzen“, dass es ihm gelungen ist, dass es ewig hält. Was ich auch nicht verstanden habe, warum er die Pillen vom toten Konkurrenten einfach so bekommen hat. Jeder wusste was sie tun und hätte sie bestimmt gerne für sich selbst beansprucht. War jedenfalls ein sehr unterhaltsamer Film hätte ich anfangs nicht erwartet.

  3. Ich finde es irgendwie gut, aber auch schlecht dass das Ende so offen ist. Es lässt extrem viel Freiraum für eigene Gedanken, aber ich bin einfach zu neugierig um damit zufrieden zu sein. 😛
    Und zum Kommentar von Sascha „warum der die Pillen vom toten Konkurrenten einfach so bekommen hat“
    Der Mann mit der Narbe im Gesicht hat für Henry Atwood gearbeitet. Der Anwalt hat Eddie die Pillen geklaut, Henry aber keine gegeben. Deswegen wollte sich der „Handlanger“ von Atwood an ihm rächen. Er wollte die Pillen anscheinend garnicht.

  4. Ich finde es garnicht so schlimm.

    Also an seinen Augen kann man sehen, wenn man sie den Film über beobachtet hat (was nicht so schwer ist, sie wurden immerhin ständig in Nahaufnahme gezeigt), dass er noch/wieder „drauf“ ist.
    Seiner Aussage zufolge, die Fehler ausgemerzt zu haben, kann man sehen, dass ihm ein Fortschritt gelungen ist und er nun auf jeden Fall brav weiter konsumieren kann (oder eine Dauerwirkung hat, die richtigen Botenstoffe oder Nervenleitungen, whatever gelegt wurden, also ggf eine Dauerwirkung besteht) und es eben kein Moralapostel – Ende ist, sondern mal das Gegenteil: Weiter Drogen nehmen ist gut, denn du kommst damit durch!
    Und DAHINTER steckt nun die Message des Filmes.

    Das Einzige, das meiner Meinung nach offen bleibt, ist, wer jetzt von Van Looms Leuten die Scheiße hat und was damit anstellt(/en kann), bzw ob ER selbst das nimmt und ggf schon von Anfang an genommen hat.

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