Urheberrecht

„Ich lese nicht“, sage ich ganz gerne – insbesondere im Bezug auf Bücher. Das ist natürlich ziemlicher Quatsch, selbst Bücher habe ich freiwillig sowie unfreiwillig doch auch schon „mal gelesen“.  Generell lese ich aber überwiegend Texte in Artikelform, das gebe ich zu.

Heute ist mir im Internet  ein Artikel des Perlentaucher unter die Füße gekommen, der zwar unter die tl;dr (too long, didn’t read) Rubrik fallen könnte, aber das wäre schade, denn er ist zum auf die Knie fallen und bewundern, wie ich finde. Natürlich nicht nur, weil sich in ihm auch meine Meinung widerspiegelt. Er bringt tolle anschauliche Beispiele und stellt Kausalketten her, die ich vorher nicht vor Augen hatte. Achja, es geht um’s Urheberrecht und wie bigott die sich u.a. Medien dem Thema annehmen. „Uaaaaahhh, laaaangweilig“, werden bestimmt viele rufen, aber trotzdem sollte man sich den Text durchlesen. Es geht auch um Brecht, Mann, Springer und Apple, falls das den Text interessanter macht? Die Analogen unter euch, können ihn sich ja auch ausdrucken, lesen und farbig markieren. Ich zitiere hier mal eine Stelle, die ich besonders gut fand – laut dem im Text beschriebenen Szenario, mache ich mich damit zwar strafbar, aber hey; für euch mach ich das doch gern!

Die Tendenz zur Beschlagnahme frei zirkulierender Information lässt sich an einem kleinen Satz vonChristoph Keese, dem Cheflobbyisten des Springer Verlags und der deutschen Zeitungsszene illustrieren. Er beschwert sich im Interview mit dem Wiener Standard, dass die Klickraten von Google-Links, die zu Zeitungen seines Konzerns führen, zu gering sind und zieht daraus einen wahrhaft erstaunlichen Schluss: „Der traditionelle Tausch ‚Content gegen Traffic‘ erscheint zunehmend aus der Balance zu geraten. Damit besteht Anlass, die kostenlose Bereitstellung von Inhalten in Frage zu stellen.“ Was meint er damit genau? Dass Springer sich aus dem Netz zurückzieht, so dass Google nicht mehr auf Springer-Inhalte verlinken kann? Das würde das Netz möglicher Weise verkraften. Oder dass Google für Links bezahlen soll? Gerade weil sich niemand dafür interessiert?

Und wehe ich komm für nix in den Knast, weil keiner von euch den Text gelesen hat!!!

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