Ein blödes Ding, aber ein ganz blödes!

Vor einigen Jahren hat die Post in Düsseldorf die ersten Packstationen aufgestellt. Ich fand das damals total super, weil sich eine direkt an der Mensa der Universität befand und noch immer befindet. Ich konnte mir also meine zahlreichen, unzähligen Amazon-Bestellungen direkt zur Packstation kommen lassen und musste sie nicht später bei der Post abholen, weil ich mal wieder nicht daheim war, wenn der Postbote dreimal klingelt. Super fand ich das, die Postangestellten in den Filialen natürlich nicht, die brauchte ich ja nicht mehr.

Da ich nach Australien ja ins tiefste Hinterland gezogen bin, wo der Postbote noch auf dem Esel vorbeigaloppiert und das Wort „Station“ noch gar nicht erfunden ist – es vermutlich sogar von der obersten Direktive her verboten ist, es zu verwenden, um die gesellschaftliche Evolution nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen – ging ich wieder zur Haustürlieferung über.

Wieder in Düsseldorf angekommen, hatte ich die Packstation fast vergessen, wurde dann aber angenehm daran erinnert, dass es sie gibt, weil der Postbote, wenn er mich nicht erreicht hat, auf der gegenüberliegenden Straßenseite nutzte und mir einen Abholzettel in den Briefkasten warf. Wow, was ein Service.

Aber leider ging das nicht lange gut. Mittlerweile darf ich jedes Mal meine Pakete bei einer Postbankfiliale abholen, die nun nicht direkt vor der Haustür liegt… Sehr lustig ist das im Dezember, wenn man am Samstag ein Paket abholen möchte/muss. Und man weiß ja, dass sich die Gattung Pakete zum Dezember rechtzeitig vermehrt und es verdammt viele Adoptiveltern für sie gibt. Deshalb habe ich zuletzt 45 Minuten in der Schlange bei der Postbank gestanden. Fünf-und-Vierzig Minuten!!!! Die fünf Schalter waren immerhin mit drei… [setze hier Bezeichnung für besonders langsames Lebewesen ein] besetzt. Vor der Postbank ist übrigens eine Paketstation, die so groß ist, dass man darin vermutlich meine komplette Wohnung (75qm) verstecken könnte. Warum bitte wird die nicht genutzt?!?! Ohhh, was hatte ich miese Laune!

Aber ich bin ja lernfähig. Ich hab also diese Woche mein Paket an die Packstation an der Universität liefern lassen… wollen. Mensch, was hab ich mich für klug gehalten. Und Mensch was hat mir die Post den Finger gezeigt. Heute Morgen um 6.00 Uhr bekam ich eine SMS, dass ich mein Paket in der FILIALE (Großschreibung nicht von mir) auf dem Konrad-Adenauer-Platz am Hauptbahnhof abholen darf – am nächsten Werktag versteht sich. Das liegt für mich ungefähr genauso günstig, als hätten Sie das Paket im Eifelturm gelagert, vom „erlaubten“ Abholzeitpunkt ganz zu schweigen. Und ja, ich weiß, dass das Paket aber mal sowas von locker in die Packstation passen würde.

Was soll nun also der Quark mit den Apparaten? Ursprünglich hatte ich ja fast ein schlechtes Gewissen, weil durch die Nutzung die Post-Angestellten obsoleter wurden. Jetzt mittlerweile werden sie überflüssiger, weil ich gar keine Lust mehr habe, mir noch irgendwas über diesen Verein schicken zu lassen. Ohhh was hab ich schon wieder miese Laune!

 

One Comment

  1. … Das kommt einfach daher, dass inzwischen viele Menschen die PackStation gut finden und nutzen und die Stationen irgendwann einfach voll sind. Dann müssen die auf die Filiale ausweichen. Find ich auch immer total beschissen – vor allem die Hauptpost Bahnhof…

    Ich leide mit Dir.

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