Auf so vielen Ebenen falsch…

Nach dem 11. September wurde schon viel dahergeredet, die Welt würde sich ändern, es würden keine Actionfilme mehr gedreht werden können und blablub. Nun, es gibt noch immer Actionfilme und du Bösewichte sind oft genug aus dem Nahen Osten.

Am 10. November 2009 begang Rober Enke Selbstmord, er war depressiv, kam mit dem Druck nicht klar (soweit ich das noch richtig in Erinnerung habe). Sofort wurde – und hier  finde ich das Wort leider sehr angebracht – unglaublich viel dummgesülzt. Von wegen, dass die Fans ab sofort mit den Spielern „freundlicher“ umgehen würden/sollen. Und die Sportmedien, die immer diese brutalen Noten vergeben auch vorsichtiger werten, nicht so schnell eine Leistung verteufeln. Ich habe das – in meiner schier unendlichen Weisheit – für Quatsch gehalten, weil es einfach dem kompetitiven Geist des Sports – insbesondere einer Sportart wie Fußball – irgendwie widerspricht, zumindest in der medialen Aufbereitung und der Atmosphäre in Stadien. Nun, die Medien ließen sich aber – und den „Schock“ will ich hier nicht als Ausrede durchegehen lassen – entblöden Dinge zu versprechen, die sie eh bald brechen würden. Und ich setze noch einen drauf, ich unterstelle nämlich: Das war ihnen von vornherein klar.

Und wie ihr oben im Artikelbild sehen könnt, ist nun – mal wieder – Michael Ballack dran. Michael Ballack hat ja ein ähnlich gestörtes Verhältnis zur Bild wie schon Jürgen Klinsmann – oder umgekehrt. Ich will gar nicht wissen warum, es handelt sich garantiert um verletzte Eitelkeiten, lies: Kinderkacke. Ich habe Michael Ballacks Spiel gestern nicht in voller Gänze live gesehen, nur die Szenen aus der Konferenz. Diese durchschnittliche Leistung mit einer 6 zu benoten ist absoluter sensationsheischender, überschriftsgeiler Unfug. Ich finde es einfach schade, dass so ein Müll unter den Wort Journalismus fällt.

Die Krönung ist dann ja noch, Lukas Podolski eine eins zu verpassen, der in der ersten Halbzeit Dingens Schürrle sowas von absichtlich und brutal umtritt, dass die rote Karte von selbst aus der Tasche des Schiris springen müssen und Podolski den Arsch hätte aufreißen sollen. Die Sportbild übrigens, die ich ja irgendwie mag, weil die a. die beste Sportredakteurin Deutschlands angestellt haben und b. die SpoBi meine erste Sportzeitung war, seitdem ich mich für Fußball interessiere (Anfang der 90er), jedenfalls diese Sportzeitung nennt Lukas Podolski „Derby-Held“. Ich erspare mir den Kommentar und beiße in die Tischkante – ich halte das nämlich auf so vielen Eben für falsch, dass ich sie kaum zählen kann. Nur mal eine: Vorbildfunktion – Wenn ich gut spiele, darf ich auch mal jemanden umtreten. Die Transferleistung, das auf die Gesellschaft zu übertragen, überlasse ich jedem selber.

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