Gastschreiber for free, without Gebühren

Ab dem 21.12.2010 wird es eine tagesschau-app geben. Ich hatte ja schon vor langer Zeit einmal sinniert, dass diese App-Geschichte an einen etwas zu hohen Haken gehängt wird, da ich nicht glaube, dass eine relevant große Menge Menschen sie überhaupt nutzt. Aber gut, das soll nicht das Thema sein. Heute gilt es hier quasi einen Gastautor zu begrüßen, dessen test ich von Facebook geliehen habe. Dort schrob ich:

Auf diese Hellsehung antwortete dann EMR (Name von der Redaktion verkürzt):

?…die ihre Energie eher darauf verwenden sollten, besseren journalismus zu produzieren. interessant finde ich folgendes: der kern der vorwürfe privater rundfunkanbieter (und ihrer politischen vertreter) ggü. dem öffentlich-rechtlichen rundfunk ist, dass er eine schädliche marktverzerrung darstellt. „wenn die privaten medien nur gleiche bedingungen hätten, würden sie mindestens die gleiche journalistische qualität bieten – aber sie werden einfach nicht gelassen.“ der wettbewerb ist also verzerrt. wie stichhaltig ist diese problematisierung aber, wenn dieser wettbewerb nur als hypothese existiert? es gibt keinen wettbewerb um qualitätsjournalismus zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten medien, weil die privaten medien sich ihm entziehen (mit verweis auf die mangelnde aussicht auf profite). wir haben keinen empirischen hinweis darauf, dass sich das ändern würde, geschweige denn, dass sich die netto-qualität öffentlich verfügbarer informationen verbessern würde, wenn nur das öffentlich-rechtliche system abgebaut oder wenigstens eingedämmt würde. ein blick in länder mit liberalisierten mediensystemen zeigt uns im gegenteil, dass die qualität des politischen journalismus, der geliefert wird, erkennbar schlechter ist – und damit die qualität der demokratie, die sich auf ihn stützt. „marktversagen“ ist die diagnose, die in den usa dazu gestellt wird. die frage ist, ob man in deutschland erst die gleichen erfahrungen machen will, bevor man das erkennen mag. (Hervorhebung von mir)

Bemerkenswert ist übrigens auch, dass Deutsche die Tendenz haben – wenn sie sich im Ausland befinden – über die dortigen, miesen Nachrichten oder das Fernsehprogramm generell zu lästern, hier aber gleichzeitig das solidarische System, mit dem der Ö-R-Rundfunk „gestärkt“ bzw. „am Leben erhalten“ wird, kritisieren bzw. abschaffen wollen. Teilweise meckern diese Leute auch noch über die Niveaulosigkeit des Rundfunks und insb. der privaten Sendeanstalten. Liebe Meckerer, wenn wir die Gebühren abschaffen, werden mit Sicherheit nicht mehr Opern oder philosophische Quartette gesendet!

So, jetzt haben sich der EMR und ich aber echauffiert.

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