That’s great it starts with an earthquake…

Es scheint, als steht das Ende der Welt bevor bzw. sind wir gerade mitten drin im Ende dr Welt. Zumindest wir „Europäer“, denn die Aschewolke ist wohl das, was die Gallier meinten, als sie davon sprachen, dass sie nur fürchten müssen, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt.

Einige Medien geben sich wirklich Mühe, so zu tun, als würde die Aschewolke des Vulkans Eyjafjallajökull (danke an copy & paste) unser aller Leben bedrohen, die Weltwirtschaft beenden und inser Klima dauerhaft verändern, was für eine unangenehme Wahrheit… oder so.

Heute morgen habe ich Spiegel Online aufgerufen – obwohl das für mein unausgeglichenes Gemüt nicht gut ist – und da springt mir folgende Überschrift entgegen:

Leider habe ich wieder vergessen, wie diese Konstruktion grammatikalisch hieß „Chaos-Samstag“, aber eigentlich dachte ich, da hat Spiegel wortwörtlich bei bild.de abgeschrieben. Aber die Überschrift ist ja noch nicht alles. Darunter weiß spiegel noch zu titeln: „Blutregen aus der Hexenküche“. Aha… Blutregen… Hexenküche… ist klar. Ich gebe zu, ich habe den Artikel nicht gelesen, aber das lohnt bei Spon eigentlich ja eh nicht, zumindest bei solch Überschriften nicht. Besonders schön finde ich aber den Teaser für den Artikel „Was der Ascheregen für unser Klima bedeutet“

„Ein Vulkanausbruch in Island stürzt den Flugverkehr in ganz Nordeuropa ins Chaos. War das Desaster absehbar? Welche Auswirkungen auf Umwelt und Klima hat die Eruption? SPIEGEL ONLINE erklärt die langfristigen Folgen der Explosion – und warum alles noch schlimmer kommen könnte.“

Das muss doch bei BILD abgeschrieben sein!!!! – Das dachte ich und ich wechselte auf bild.de und ooooooh Gott, Herr im Himmel, es kam noch VIEL schilmmer. Meine Damen und Herren, ich präsentiere: Den Aufmacher!

Ein Bild vom Aschemonster? WIrklich? Ganz im Ernst? Ich meine, klar, Bild kennt keine Moral, kein Maß usw. aber als der Artikel bebildert wurde, müssen die Herrschaften sich doch selber ausgiebigst amüsiert haben, oder? Soll das nun ironisch sein, quasi eine Metakritik an der Berichterstattung? Könnte man fast drauf kommen, wenn man die Sub-Heads nicht lesen würde. „Vulkan-Wolke stürzt Europa ins Chaos“, „Kanzlerin in Portugal gestrandet“, „Flug-Passagiere stürmen Züge“. Das klingt alles ein wenig nach ausbrechender Anarchie. Wo ist also Oskar Lafontaine? Oskar! Klassenkampf! Komm raus! Die Kanzlerin ist nicht da, unser Staat ist herrenlos und die Verkehrsmittel sind schon erstürmt. Deutschland… ach was, Europa liegt dir zu Füßen, ergreife die Macht.

Ich habe natürlich auch die Online-Portale von der FAZ, SZ, Zeit und tagesschau besucht. Bei der FAZ kommt die Aschestory irgendwie so gar nicht vor, die tagesschau meldet, dass bei 14 Uhr mindestens noch alles Fliegende stillsteh, die SZ schreibt über die „gestrandete“ Kanzlerin und die ZEIT gibt Ratschläge, ob man noch umbuchen kann. Alles aber ziemlich gemäßigt, nicht in dieser Brüllaffenlautstärke wie bei Spon und bild.Oh, und ich sehe gerade, das bei welt.de aktuelle ein Live-Ticker das Geschehen dokumentiert. Ein Live-Ticker?!?!? Vorsichtshalber tauchen in dem Liveticker aber keine Zeit- oder Datumsangaben auf. Bei der Frankfurter Rundschau kostet die Wolke hunderte Millionen bzw. die Flugbranche Milliarden.

Ist die Geschichte mit der Aschewolke denn nun wirklich sooo dramatisch? Für die einzelnen die festsitzen sicherlich. Mensch, was würde ich mich aufregen, wäre ich betroffen und hinge am Flughafen fest. Mit Sicherheit „schädigt“ das auch die Wirtschaft (erheblich?). Aber so generell? Muss man da wirklich gefühlt das Ende der europäischen Menschheit herbeischreiben? Oder bin ich es, der überinterpretiert?

Ganz am Ende zeigt uns die Natur doch eigentlich gerade nur, wer hier ein Heimspiel hat. Und wir können mal ein paar Tage nicht umherfliegen, ist das wirklich schon „Chaos“?

Wiki sagt zu Chaos übrigens: „ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung“ – uuuh.

Kommentar verfassen