Outside-Minister

Als Westerwelles Guido Außenminister wurde, habe ich mit Sonya, René, Christian und Christian diskutiert, ob das a) eine gute Entschiedung war, ihn zum Outsideminister zu ernennen bzw. sich für das Amt zu bewerben und b) ob er das überhaupt packt, er ein guter A-Minister sein kann. Wenn ich mich recht erinnere, war die einhellige Meinung zu a und b ein klares Nein. Insbesondere, dass er jetzt zu innenpolitischenThemen nicht mehr so rum-polarisieren und rum-fantasieren könne, wenn er dieses diplomatisch anspruchsvolle Amt inne hat, hat mich besonders gewundert, weil ich dachte, das liegt ihm im Blut – der will das so.

Nun war der Guido außerhalb Deutschlands wohl erstmal ein wenig nervös, dann hat sich das wohl aber gebessert. Bei sowas ist man der Medienmeinung ja immer so unangenehm ausgeliefert.Und innenpolitisch hat er sich ja auch nicht mehr sooo viel geäussert. Kein allzu schlechter Start, könnte man sagen.

Nun ist der Guido aber gerade mal zwei Tage wieder daheim, da fällt ihm auf, dass er im Schuhschrank noch die 18er-Sohlen stehen hat und erinnert sich an die schöne Zeit zurück, wo er noch als Holter-Polter-Guido durch die Talkshows zog. „Hach“, dachte er sich wohl, „das könnte ich doch nochmal machen… wobei… ach neee, Außenminister. Blöd. Vielleicht schick ich den Brüderle? Nääää, Moooooment! Ich bin doch noch Dingens hier! FDP-Cheffe! Hah! Dann kann ich ja doch!“ Und gesagt getan – Unfug medienwirksam verbreitet, zu HartzIV. Ausgerechnet HartzIV, dazu etwas zu sagen, ist ähnlich wie Hitler oder Nazis zu erwähnen

Man kann vielleicht kritisieren, dass er sich überhaupt innenpolitisch einmischt. Aber insbesondere inhaltlich hat der Gute aber auch eine Grütze vom Stapel gelassen wie… ja wie… ja wie es für Politiker üblich ist. Aber ich kann das sogar verstehen. „Uuuuh“, sagt ihr jetzt, „Der Ingo!!!! Na der ist aber verständnisvoll!“, denkt ihr. Lest im nächsten Absatz, wie ich zu dieser gemäßgten Einstellung komme!

Meine erste Mitbewohnerin im Wohnheim studierte Medizin. In der Medizin muss/sollte man bekanntlich ja sehr sehr sehr sehr reinlich, sauber usw. sein. Das war die gute Dame daheim allerdings gar nicht, sondern eher das totale Gegenteil. Ich vermute, sie hat dann halt einfach daheim das kompensiert, was ihr im Studium/Job aufeerlegt wurde. Und … ihr seht wo ich hin will…. ähnlich ist es auch beim Guido. In seinem Amt muss er diplomatisch sein, mit vielen Worten wenig ausdrücken, gemäßigt sein. Insbesondere letzteres kann Guido aber eigentlich gar nicht und vor allem mag und will er es nicht. Bah! Eklig! Diplomatie! Brrrrr! Und nun kompenisert er das halt mit lauten, unverschämten Interviews zur Innenpolitik.

Und wie ich eben schon mal schrubbte, finde ich das ja auch gar nicht unüblich für einen Politiker. Mindestens einmal im Monat – und im Sommerloch noch öfter – erzählt ein Politiker mal ziemlichen Dünnpfiff und wird dann von den Medien lautstark durchs Dorf getrieben und seine Kollegen verlangen (!!!!) von ihm, dass er sich bei den Betroffenen entschuldigt… blaaaaaaaaaaaaaaaaaa. Interessiert doch keine Sau! Nur, in diesem Fall assoziiert man mit Guido halt schon den Diplomatiefuchs, bzw. erwartet man das von ihm. Und dann ist es natürlich umso schlimmer, wenn er Mist verzapft.

Tja Guido, so wird das nichts mit dem Titel des bleliebten deutschen Politikers, der mit dem Amt des Außenministers ja häufig einher geht [Anm.d.Red.: Und ein kleiner Tipp an Guido: Das ist so, weil sich der Außenduppes, ja eben so gut wie NIE zu innerdeutschen Themen äußert und viel auf Reisen ist – da nervt er nicht so.].

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