Nur ’ne Attrappe

Wir kaufen Kasimir gerade so ziemlich jeden Mist, nur um zu schauen, ob es ihm gefällt, er sich bei uns wohler fühlt und uns daher um so mehr liebt und umso mehr mit uns kuscheln möchte. Japp, wir erkaufen uns seine Freundschaft in gewisser Weise. Ein bisschen würden wir uns außerdem auch freuen, wenn er mit seinem neuen Hobby „nachts auf die Couch pinkeln“ aufhören würde. Da haben wir aber noch keine Idee, wie wir ihn davon abbringen können.

Im Zuge der angesprochenen Besorgungen für den Kater haben wir ihm auch eine dunkle Höhle kaufen wollen, in die er sich zurückziehen kann. Er ist nämlich ganz gern unter dem dunklen Bett, insbesondere wenn er den Staubsauger sieht oder hört. Da dachten wir, dass ein kleiner Unterschlupf sehr erfolgversprechende Besorgung wäre. Interessanterweise hat die Höhle einen Namen (wie sämtliche Tierartikel), die Höhle heißt  – Tusch bitte – „Camelot“! Ich muss gestehen, dass ich die Namenwahl relativ mutig finde…

Leider steht Kasimir aber nicht so ganz auf Camelot. Hier ein Foto von einem der seltenen Momente, wo er sich teilweise darin aufhält – er lag übrigens auch schon einmal drauf. Ansonsten schenkt er der Burg Höhle eigentlich keine Beachtung.

Woran das liegt wissen wir nicht, vermutlich hat es nicht einmal einen konkreten Grund. Wobei… vielleicht liegt es an dem Trubel der darin herrscht? Hier ein Video, wie es so in Camelot abgehen kann:

dieses böse Internet macht alles kaputt!!!

Es gibt ja diese Scherzartikel, wo jemand so tut, als wäre er jemand Bekanntes, der dann Fragen total lustig beantwortet, irgendwie ironisch überhöht und das stellt man dann als lsutiges Interview auf seine Nachrichtenseiten. Am Ende haben dann fast alle gelacht, oder so ähnlich…

Als ich per Zufall über einen Interviewartikel beim Münchner Abendblatt stolperte, dachte ich, dass es sich genau darum handeln muss. Dieses Interview kann so in keinem Fall stattgefunden haben… dachte ich. Aber nirgendwo ist ein Hinweis zu finden, dass es sich um einen Scherz handelt und – ich schaue mal auf den Kalender – es ist der 6.10., nicht der erste April. Aber was steht denn nun in dem Aritkel, fragt ihr euch nun?

Es handelt sich um ein Interview zwischen der AZ und Uli Hoeneß zu den Reibereien zwischen Sammer und Heynckes. Hoeneß wird dort an einer Stelle so zitiert:

Das Problem ist dieses alberne Internet, das macht alles kaputt. Zum Glück bekomme ich 80 Prozent davon gar nicht mit. Wenn ich auf der Tribüne sitze neben Karl-Heinz Rummenigge, dann kriegt der ständig Nachrichten auf sein Handy und sagt: „Du, hast du das mitgekriegt?“ Dann sage ich: „In meinem Handy steht gar nichts drin! Nur eine einzige Telefonnummer. Sonst nichts.. Deswegen kann ich auch so ruhig schlafen.

Ist das nicht schön ewig gestrig?

Aber die Vorstellung ist auch herz allerliebst, wie Kalle dem Uli immer wieder das Handy hinhält mit irgendwelchen Nachrichten aus dem WWW und Uli jedesmal das exakt gleiche antwortet: „In meinem Handy steht gar nichts drin!…“. Und der Kalle so fünf Minuten später… und dann wieder der Uli… und der Kalle so fünf Minuten später… und dann wieder der Uli… und der Kalle so fünf Minuten später… und dann wieder der Uli… und so weiter und so fort.

Der Peer und die Piraten

Ich freue mich schon ein wenig für die SPD, dass sie jetzt einen Kanzlerkandidaten gefunden haben, der gegen Angela Merkel antritt – wobei… eigentlich ist es mir wurscht.

Peer Steinbrück soll es machen und er hat von den drei vermeintlichen „Spitzen“kandidaten der Partei wohl die größten Chancen die Kanzlerin ins Wanken zu bringen. Ob es für einen Reigierungswechsel mit ihm an der Spitze reichen wird, wird man sehen. So richtig wünschen will ich es mir aber nicht. Ich halte diesen Menschen für zutiefst sozial inkompetent – auf Grundlage dessen, was man inden Medien so mitbekommt. Aber er ist natürlich eine Führerfigur, die etwas sagt und dann folgt man gefälligst, weil er weiß alles am Besten und das kaufen wir ihm auch so ab! Oder sonst… Er hat von seinen Genossen ja schon Beinfreiheit eingefordert, und ich vermute mal, der Perr nimmt nicht nur den kleinen Finger, der nimmt gleich den ganzen Arm, um mal bei anatomischen Metaphern zu bleiben.

Vielleicht tut er aber sogar der FDP ein bisschen weh (was ja prinzipiell sehr begrüßenswert ist), denn ich könnte mir vorstellen, dass er zumindest charakterlich dem ein oder anderen „och, vielleicht wähl ich mal die FDP“-Wähler ziemlich gut gefällt. Inhaltlich… joa… wen interessiert das schon noch so wirklich? Immerhin hat es die FDP komplett ohne Wahlprogramm in den NRW-Landtag geschafft, nur weil dieser aalglatte, schmierige Lindner aufgestellt war.

Echauffiert habe ich mich dann aber doch, als es hieß, Steinbrück schließt eine große Koalition mit ihm an Position zwei aus. Und dabei habe ich mich generell über die Journalisten geärgert, die ihn zu dieser Aussage nicht brutal in die Mangel genommen haben, weil das wieder so ein typischer Politiker-Weltbild-Spruch ist, der eigentlich mal gar nicht geht, weil:

Karrieretechnisch kann ich das voll und ganz verstehen. Peer orchestrierte bereits einmal hinter Merkel die zweite Geige, er will das nicht schon wieder machen. Nur geht es ja hier nicht um  persönliche Karrierepläne, hier geht es darum verantwortungsvoll ein Land zu regieren – genau dafür bekommen Politiker ein Mandat. Karriere dürfen sie gern woanders machen!

Wenn man aber die Politik (also ein inhaltlicher Aspekt) der Regierung für schlecht hält und dann die Möglichkeit bekommt, diese (von innen, aus einem ministerium heraus) zu verändern – dann hat man als Politiker – und dieses normativen, moralischen Anspruch stelle ich nun mal an die Damen und Herren – sich damit abzufinden und vor allem das Beste draus zu machen.

Es handelt sich bei Steinbrücks Aussage eben nicht um eine inhaltliche Distanz die er zur politischen Agenda CDU/CSU festellt, die nicht überbrückbar wäre, sondern hier geht es um Persönliches. Und natürlich auch um Wahltaktik, um nämlich so viele Wähler wie möglich zur SPD zu holen, die vielleicht in den letzten Jahren eher zum schwarzen ufer übergelaufen sind. Alle die, die meinen, sie wählen mal CDU, weil Angie so super ist und der Peer auch ganz ok, denn am Ende gibt es ja trotzdem eine große Koalition mit der SPD und somit mit beiden im präsentkorb, sollen dazu gebracht werden, die SPD zu wählen, nur dann bekommen sie nämlich den töften Peer.

Das alles ärgert mich maßlos, weil es einfach nicht meinem Verständnis von verantwortungsbewußtem Handeln mit Fokus auf die Aufgabe entspricht, die Politiker inne haben, nämlich dieses Land zu regieren.Und auch den Journalisten fehlt hier der kritische Fragenkatalog, meiner Meinung nach.

Und by the way, weil ja gerade die Piraten klein geschrieben werden: Genau diese Art von Politikverständnis, wird den freibeutern um die Wahl herum wieder auf die Beine helfen, weil dann all die, denen politik gerade am Hintern vorbei geht, wieder merken, wie ihnen diese Ränkespielchen auf den Senkel gehen. Und tadaaa, da haben die Piraten ihre Wähler wieder zurück. Und die presse freut sich auch, sie können vom Phönix aus der Asche schreiben.

 

Das Dienstalter

Am vergangenen Wochenende war ich auf der Hochzeit meines „dienstältesten Freundes“ (Zitat der Mutter) in Bremen, bzw. war ich eine ganz schön lange Zeit eher auf dem Weg zu der Hochzeit in Bremen. „Netterweise“ gab es eine schöne Sperrung auf der A1 auf dem Hinweg, so dass ich den kirchlichen Teil des Festes verpasst habe. Das ist dann auch bei meinen wenigen Fahrten nach Bremen schon die zweite Sperrung. Die A1 mag mich anscheinend nicht. Danke an dieser Stelle auch an den WDR, der zwar mitteilte, wie man die Sperrung umfährt, aber leider nicht erwähnte, dass die Autobahn nach der Sperrung auch komplett voll war und eigentlich bis nach Bremen durchweg sehr sehr zähfließender Verkehr war.

Dafür ging der Rückweg dann allerdings mit 2:15 Stunden rasant schnell – ich liebe Sonntage! Auf der A1 darf man an einigen Stellen ja auch mal so richtig entlangkacheln bzw. nennt der verantwortungsbewusste Autofahrer das ja „den Wagen mal wieder frei fahren“ – sonst saugt der ja eine unverantowrtlich große Menge Sprit weil er total „zu“ ist… oder so. Und das waäre  auch total unökologisch, mit meinem gewissen nicht vereinbar!

Wie dem auch sei,es war nicht nur eine ganz besondere Reise für den dienstalten Freund, sondern auch für den Dienstaudi. Ich habe ihn 2007 von einer alten Nachbarin meiner Eltern für 1.500 Euros extrem billig gekauft. Da hatte er gerade mal 30.000km auf dem Tacho in seinem stattlichen Alter von damals 16 Jahren. Dieses Jahr ist er nun am 17.06.2012 20 Jahre alt geworden und hat am 30.09.2012 endlich die 100.000km-Marke geknackt. Leider ist das Beweisfoto da unten ein wenig verwackelt. Leider konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht ganz die 180 Sachen auf die Bahn beamen, wie ich das wollte [Anm.d.Red.: zu der Beschreibung einer hohen geschwindigkeit gehört stets auch die entsprechende Tonalität!], damit der Zeiger die Ziffern nicht verdeckt. Blöder Weise ist aber der Kameraaauslöser des iPhone schwierig zu treffen, wenn man nur eine Hand frei hat, das Handy halten muss, und man sich gerade in einer Kurve befindet. Ich kann aber versichern, dass ich für diesen magischen Moment maximalen Einsatz gezeigt habe.

 

Und damit dieser Moment auch finanziell in Erinnerung bleibt, bin ich auf der Rückfahrt auch noch fotografiert worden. An der Stelle war 80 und ich war… schneller.