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die welt aus der sicht eines dorfmenschen

Category: Fußball (page 1 of 7)

Fußball im TV

Gestern habe ich nach der Übertragung des DFB-Pokals diese Talksendung mit Herrn Bommes (ich glaube, das Ding heißt Sportschau Club) gesehen. Dort waren drei Kommentatoren zu Gast: Bela Rethy, Tom Bartels und Marcel Reif. Nun möchte ich gleich sagen, dass ich mit allen dreien nicht so viel anfangen kann. Am wenigsten sicherlich mit Herrn Rethy, der einfach überwiegend Mist erzählt und (meiner Meinung nach) jegliches Verständnis für modernen Fußball vermissen lässt – so ein bisschen wie ein Relikt aus Rehhagel-Zeiten.  Tom Bartels… nun, kann ich mir geben, aber ich mag seine Stimme nicht so gern. Im Gegensatz zu meiner Einschätzung von Herrn Rethy ist das natürlich sehr subjektiv, wobei meine Meinung zum anderen… sicherlich… allgemein so verbrieft ist… hust (ich brauch das für mein Weltbild, bitte nicht widersprechen).

Nun aber Marcel Reif. Also generell ist der kein guter Kommentator – aus meiner Sicht. Er bewegt sich mit seinen Kommentaren nur auf zwei Ebenen. Entweder ein Team spielt den besten Fußball den er je gesehen hat oder eben genau das Gegenteil. Ein Beispiel?  Beim Derby Dortmund gegen Schalke grätschte Mikhytarian einen Ball ins Tor, das war sein erstes Tor in der Liga und entsprechend wurde auf und neben dem Platz jubiliert. Herr Reif stimmte mit ein und brüllte „Weltklasse, wie er da zum richtigen Zeitpunkt das Bein lang macht“. Ähm… ja!?!?!? Ich freue mich wirklich, wenn ein Kommentator mitgeht, aber das!? Ehrlich?

Nun ist Marcel Reif wohl bei seinen letzten beiden Kommentator-Jobs extrem von Fans angegangen worden, fast gewalttätig, was von unfassbarer Dummheit auf Seiten der „Fans“ zeugt. Das ist nicht einmal im Ansatz nachvollziehbar – das ist es schon beim Umgang mit Spielern nicht (so viel zur Nachhaltigkeit all der Schwüre, die Rund um den Selbstmord von Robert Enke getätigt wurden), aber noch eine große Spur weniger beim Kommentator. Und genau das wurde dann gestern in dem Talk angesprochen. Leider unzureichend.

Es ist (aus meiner Sicht) so, dass Sportjournalismus bzw. Fußballtalks die sich mit Metathemen oder fußballverwandten Themen befassen unterirdisch schlecht sind. Normalerweise wird irgendwie dahingeschwurbelt und Allgemeinplätze werden ausgetauscht, so auch gestern. Wenn das bei Sport1 passiert… ist das schade… aber dieser Sender taugt *leider* nicht zu mehr. Aber bei der ARD hätte ich mir mehr Tiefgang erwartet. Das kann und soll dann die Ausfälle der Vollidioten nicht im Ansatz entschuldigen, aber Hintergründe beleuchten hilft.  Man könnte mal diskutieren, welche gesellschaftlichen Entwicklungen zu mehr gewalt in Stadien führen (können), was man dagegen tun könnte. Dann wird es zwar auch politisch, aber wir wollen uns doch nicht von alten Säcken (FIFA, IOC) ernsthaft einreden lassen, dass Sport ein von Politik und Gesellschaft vollkommen losgelöstes Gebilde ist, oder?

Leider beschränkte sich die Sendung aber darauf, die Stimmungslage der Kommentatoren zu beleuchten. Das ist auch richtig, reicht aber eben nicht, um die Dimension verstehbar zu machen bzw. taugt nur um sich mal 10 Minuten über Idioten aufzuregen. Stattdessen wurde noch ein Zitat von Klopp gezeigt, in dem er Reif attestiert sowieso nicht mehr zu lachen. Hintergrund hier war, dass Reif in seinem Spiel-Kommentar zu der Batman und Robin-Aktion von Reus und Aubameyang sagte, dass er zu alt für solche Aktionen ist. Reif fühlte sich von Klopp durch diesen Kommentar nun angegangen und warf ihm vor, Öl ins Feuer zu giessen. Auch hier fand eine differenzierte Bewertung nicht statt. Reif findet Klopp halt unverschämt… okay.

Journalismus über Fußball beschränkt sich einfach zu häufig auf Heldenverehrung (siehe RTL Europameisterschaft Berichterstattung) und Oberflächlichkeiten. Dabei gäbe es sicherlich viele tolle Themen rund um den Sport, die man – auch unterhaltend – beleuchten könnte. Graustufen wären in der gesamten Berichterstattung sehr oft spannender und täten ihr gut. Gerne wird dann behauptet, dass der gemeine Fan das nicht will und ihm zu hoch ist – was ich für eine unbegründete und unverschämte Einstellung halte. Lustigerweise passiert dadurch das, was jetzt Herr Brückner bei Tele5 erleben muss. Er macht dort nun auch einen Fußballtalk, irgendwo im Abendprogramm versteckt. Den kann man sich neben den 20 Talks bei Sky und bei SPORT1 auch noch ansehen, aber der Erkenntnisgewinn ist gleich Null, weil dort das gleiche Geleier stattfindet wie in all den anderen Talks. Nichts ist da anders – vielleicht gerade weil man den Fußballinteressierten intelektuell zu wenig zutraut?

Aber auch die Berichterstattung zum Spiel selber ist mangelhaft: Schön wäre es, wenn man Spielanalysen mal etwas vertiefen könnte. Alles was da gezeigt wird, beschränkt sich auf „hier kommt er zu spät“ und „hier steht er zu weit weg“. Zuletzt habe ich das im Aktuellen Sportstudio durchmachen dürfen. Die Jungs von spielverlagerung.de haben oft schon wenige Stunden nach einem Spiel eine tolle Analyse geschrieben, die überhaupt nicht zu kompliziert für irgendwen ist, aber die Zusammenhänge im Spiel fantastisch illustriert. Warum passiert sowas nicht bei Sky usw.?

Alles rund um das Spiel selber halte ich mittlerweile für nicht mehr sehenswert oder lesenswert. Das finde ich schade, denn ich würde mir mehr Hintergründiges wünschen. Nur die 11Freunde schaffen das immer mal wieder.

Leugnung auf Vorrat

Ich bin sprachlos – schreiblos, wie auch immer.

Ich kann nicht nachvollziehen, wie… es ist doch … hach.

Da fordert Herr de Maiziere ernsthaft und ganz ohne Ironie einen „Nachschlüssel“ für jegliche Verschlüsselung privater Nachrichten – wegen terror und so weiter. Das ganze dann auch noch im Kontext der Vorratsdatenspeicherung, die in Frankreich gerade bewiesen hat wie fantastisch sie funktioniert – NICHT! Und letztes Jahr wurde noch empfohlen EMails zu verschlüss… es ist ein Trauerspiel. Der unfassbare Grad an Verklärung oder Ignoranz, der über dem politischen Establishment (Kampfbegriff) liegt, ist für mich einfach nicht mehr begreifbar oder nachvollziehbar. Es ist zum Mäuse melken, Haare raufen, weglaufen – ja genau, weglaufen!

Vielleicht ist es daher eine Art Schutzfunktion der Telekom, in unserem neuen Domiziel die Sache mit diesem internet erstmal nicht ganz so zielgerichtet anzugehen… hach.

Und dann auch noch Karl Heinz Rummenigge – der mit den sexy Knees. Er sagte jetzt ähnlich humorlos, dass er natürlich die Auspeitschungen eines Bloggers in Saudi Arabien nicht gut heißt und der FC Bayern Verletzungen an der Menschwürde (oder so ähnlich) nicht gut heißt (oder so ähnlich), aber der FC bayern sei nun  mal auch keine politische EInrichtung. Und Sport und Politik muss man ja generell trennen. Ist das Dummheit und bewusste Missachtung der Realität? Jeder Mensch, jede Einrichtung ist politisch, insbesondere Einrichtung mit gesellschaftlicher Bedeutung, wie ein Sportverein mit der Größe des FC Bayern. Das zu verleugnen ist mindestens dreist. Falls ich irgendwo gezweifelt haben sollte, warum ich diesem Verein nicht mehr zujubeln möchte, hätte mich das daran erinnert.  Das Sportfunktionäre regelmäßig so tun, als könnte man Sport und Politik trennen bzw. als wären das zwei von einander vollkommen unabhängige Dinge ist schon ein starkes Stück.

Einfach alles unglaublich.

 

Nicht verstanden…

Ich kann mich noch an Bilder in der Tagesschau erinnern, als vor vielen Jahren Helmut Kohl durch die Druckerei des FOCUS geleitet wurde, weil der gerade zum ersten Mal erschien. Der FOCUS sollte/wollte eine Alternative zum Spiegel werden. Dann gab es da noch diese unsäglichen Fakten-Fakten-Fakten-Werbespots.

Mir hat es nie Spaß gemacht den FOCUS zu lesen und als Onliner ist die Homepage des Magazins auch ähnlich „angenehm“ zu besuchen wie die der Huffington Post und heftig.co…  Nun werde ich aber durch die Google-News-App auf meinem Telefon immer mal wieder mit FOCUS-News konfrontiert. Leider prangt über den Überschriften kein großer Warnhinweis „Achtung FOCUS“, daher passiert mir immer wieder mal ein Klick.

Heute morgen war es wieder so weit. Mich interessierte, wie schwer die Verletzung von Marco Reus ist und scannte daher den Sportbereich und da fiel mir die Überschrift „Jürgen Klopp geht auf Reus-Treter Bakalorz los“ ins Auge. Nun ist Kloppo ja dafür bekannt, nicht immer der sachlichste Mensch unter der Sonne zu sein und am Spielfeldrand hatte er sich auch schon über die Kartenfarbwahl des Schiris beklagt. Nun war ich also ein bisschen gespannt, wie er auf den Paderborner Profi Bakalorz (ehemals BVB) „losgegangen“ ist.

FOCUS Online verwendet im Text zwei Zitate von Klopp, das erste:

Diese Situation habe ich nicht das erste Mal von ihm gesehen. Ich habe ihm früher schon gesagt, er soll das nicht machen. Diesmal waren wir die Leidtragenden.

und

Es gebe Situationen, sagte Klopp, „in denen er unkontrolliert grätscht. Das muss er einfach anders machen. Das war too much.“

Das klingt für mich so gar nicht wie „geht auf jemanden los“. Das erste Zitat wird der Ehrlichkeit halber mit „schimpfte über das harte Foul“ eingeleitet. Ich glaube, FOCUS Online bezieht sich hier auf die PK nach dem Spiel mit Jürgen Klopp und Andre Breitenreiter. Da sieht man Klopp sichtlich geknickt. Er spricht mit ruhiger Stimme und betont auch, dass Balaorz ein „Top-Junge“ ist, das hier aber Foul aber nicht in Ordnung war. Hier ein Zitat aus der PK:

Nochmal: Ich will ihm nix, ist wirklich ein toller Kerl, aber das war einfach too much […} Das es keine Absicht war, ist mir vollkommen klar.

Aber wie kann diese PK einen Redakteur/Redaktion dann zu so einer Überschrift verleiten? Wenn ich in der Überschrift von „auf jemanden losgehen“ schreibe, dann erwartet der Leser doch gefletschte Zähne, Handgreiflichkeiten, Wut, irgendwas… Oder hat Klopp tatsächlich mit dem fast exakten Wortlaut vorher im Kabinengang getobt? Wenn dem so wäre,dann wäre seriöser Journalismus, auf diese Diskrepanz hinzuweisen – oder die ganze Story einfach sein zu lassen.

Diese Brüll-Überschrift dient ganz offensichtlich nur dazu, aus keiner/einer müden Geschichte trotzdem Klicks zu generieren. Nur ist es halt blöd, wenn zwei Sätze unter der Sensations-Überschrift das Versprechen überhaupt nicht eingehalten wird (oder nach 30Sek.-Recherche in diesem sog. Internet). Insbesondere bei Fußball-Geschichten fällt mir das immer wieder auf, wie auf Teufel-Komm-Raus eine Konfrontation/Sensation in die Überschrift getextet wird, der Artikel selber bzw. die Zitate aber absolut harmlos/irrelevant daher kommen.

Ich kann nicht verstehen, wie die Verlage nicht realisieren, dass ihnen dieses Vorgehen spätestens langfristig schaden muss. Nicht nur, weil Ihnen irgendwann die Superlativ-Vokablen ausgehen, sondern auch weil sie dadurch an Glaubwürdigkeit verlieren werden. Was zum Beispiel hätte (in diesem Fall)  der FOCUS über die Szene geschrieben, als Mario BAsler vor vielen Jahren einem Reporter die Brille von der Nase gehauen hat: „Basler mit Mordversuch an Journalisten“?

Ganz davon abgesehen, wird hier auch ein Bild von Klopp gezeichnet, das in diesem Fall absolut nicht der Wahrheit entspricht. Hier wird ganz bewusst das Image des aufbrausenden Klopps genutzt, um Klicks zu generieren. Das ist nicht weit entfernt von einer absoluten Falschdarstellung in der Überschrift. Mir ist auch klar, dass jeder Mensch die Realität anders wahrnimmt, aber das hier…

Und ich möchte auch in Artikeln von Medien, die für sich selber den Status als seriöses Nachrichtenmagazin in Anspruch nehmen, in Überschriften keine Wörter wie „Treter“ lesen.

Ich kann diese Redaktionen nicht verstehen… ich verstehe es einfach nicht… solche Medien/Artikel braucht absolut kein Mensch.

Bye Bye Bayern

Ich kann es hier ja mal offiziell machen: Meine Zeit als Bayernfan oder auch „Bayernkunde“ – wie Carsten mich immer nennt – ist schon seit längerer Zeit vorbei. Ich hege zwar noch immer eine gewisse Sympathie für die Mannschaft aber nicht für den Club.

Man hat mir oft vorgeworfen Erfolgsfan zu sein – obwohl ich keine Ahnung hatte, was dieses Bayern München ist, als ich mich zum Fantum „entschied“. Tatsächlich war Bayern in der Saison 91/92 (oder so) hinter Werder Bremen 10. in der Abschlusstabelle. Ich mochte/mag Bayern, weil meine Patenonkel und -tante in Rosenheim gelebt haben – es gab aber dort nur einen Eishockey-Verein und Eishockey finde ich so meeeh. Daher damals Bayern. Und nun, trete ich offiziell von meinem FC Bayern-Fantum-Amt zurück, vermutlich ziemlich am Peak des Erfolges des Teams. Besser kann ich den Erfolgsfan-Vorwurf kaum entkräften!

„Warum tue ich das“, fragt ihr nicht – ich antworte trotzdem: So schön es auch ist eine Mannschaft oft siegen zu sehen, so weit sind aber das wofür Bayern München steht und mein Weltbild (mir fällt kein besseres Wort ein) von einander entfernt. Das, was ich in den Medien insb. von den Herren Rummenigge und Sammer mitbekomme finde ich einfach – ich kann es nicht anders sagen – zum Kotzen. Dem Verein haftet eine (ungesunde) Hochnäsigkeit und Arroganz an, die mich erschaudern lässt. Natürlich spielt da auch der Umgang mit der Steueraffäre von Uli Hoeness mit rein – und der Umgang von Uli Hoeness selber mit dem Fall. Wobei ich anmerken möchte, dass ich hier nur das beurteilen will, was nach Außen getragen wird.  Es mag aus strategischer Sicht irgendwie legitimierbar oder die einzige Option sein, den Steuerfall zu bagatellisieren – aber ich mag es nicht. Ich mag auch nicht, wie sich die Sponsoren des FC Bayern verhalten haben (als kleine Randanmerkung). Es sind aber auch so Dinge wie die (öffentlich sichtbaren) Verhaltensweisen gegenüber Konkurrenten wie Borussia Dortmund. Vor dem Champions-League-Finale mal kurz anmerken, dass Mario Götze wechseln wird – auch um von der Hoeness-Geschichte abzulenken ist grob unsportlich. Dann noch Lewandowski mit dem maximal-möglichen öffentlich zu Schau getragenen Arroganz-Gestus „abzuwerben“ und jetzt an Marco Reus rumzubaggern – mit dieser „Wir kriegen jeden, wenn wir wollen“-Art. Einfach nur schlimm. Und jetzt habe ich mich noch nicht einmal über das Ego von Matthias Sammer ausgelassen…

Es kommen noch einige Dinge hinzu: ich fand es Quatsch van Gaal zu feuern (obwohl der Mann auch nicht so ganz… naja…), es war noch Qautscher davor Klinsmann vom Hof zu jagen und sich eben nicht gegen die Anti-Klinsmann-Kampagne der BILD zu stellen. Andererseits war die Heynckes-Zeit super.

Das öffentliche Werteschema des Vereins unterscheidet sich zu stark von dem, was ich für richtig halte. Und dabei mag der Verein sich intern prima um seine Angestellten kümmern, auch karitativ tätig sein. Das sind alles prima Dinge… aber weiter zuzujubeln… das geht irgendwie zumindest National nicht. In der CL werde ich mich aber dennoch weiter über deutsche Triumphe und auch FC Bayern Erfolge freuen – nur bei Schalke oder (wenn es jemals wieder dazu kommen sollte, bitte nicht) Kaiserslautern werde ich mich gelangweilt abwenden.

Stattdessen dürft ihr mir nun doch wieder Erfolgsfantum in Bezug auf die einzig wahre (und derzeit erfolgreiche) Borussia aus Mönchengladbach vorwerfen. Da macht das Fansein einfach viel mehr Freude – selbst bei Niederlagen. Und alle die jetzt rufen, dass man kein wahrer Fan sei, weil man den Verein nicht so einfach wechseln kann: Ihr möchtet doch sicherlich keine philosophische Diskussion mit mir über den Begriff „wahrer Fan“ führen, oder? Dann nennt mich halt Sympathisant!

Vielleicht mache ich es auch in Zukunft wie mein Opa, der hat mal gesagt, er ist nicht Fan einer betsimmten Mannschaft, sondern immer von dem Team, dass den ältesten Kader hat.

Die Gauchos die gehen so…

Am Sonntag und Montag haben sich alle laut und riesig gefreut, dass wir endlich wieder Fußball-Weltmeister sind – zurecht. Gut, dass Messi Spieler des Turniers geworden ist fanden viele Quatsch – ich hätte jetzt zwar nicht zwingend sofort einen Besseren aus dem Hut zaubern können, aber Hummels hätte es mehr verdient gehabt – aber ansonsten gab es nix zu nörgeln.

Am Dienstag dann aber passierte auf dem Fanfest in Berlin das:

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Und als hätte die Presse darauf gewartet ging die Empörungs-Klick-Generierung los. Man braucht sich die unsäglichen Artikel und Essays usw. dazu gar nicht durchlesen, das ist verschenkte Zeit. Stattdessen liest man besser das Posting von Raphael Brinkert dem Geschäftsführer und Gesellschafter der Agentur Jung von Matt hat ein schönes passend-wie-Faust-aufs-Auge-Statement dazu auf Facebook veröffentlicht.

Liebe taz. die tageszeitung , lieber SPIEGEL ONLINE, liebe Medien,

oftmals seid ihr das fehlende Korrektiv in unserer Gesellschaft. Hilfreich, bedeutsam, mit einem guten Gespür dafür, was wichtig ist. Manchmal seid ihr jedoch auch Nörgler, Besserwisser und Kritiker an falscher Stelle. Denn, wenn Fußballer im Alter von Anfang 20 nach 36 Stunden Partymarathon nur für einen Moment ein Lied singen, welches Euch nicht in den Kram passt, schlägt nach Wochen der Euphorie Eure Stunde: Ihr schreit auf, sprecht von Häme gegen Argentinier, von Schmähgesten gegen Gauchos, von Respektlosigkeit im Siegestaumel. Ihr urteilt über junge Menschen, denen die ganze Welt eine Strophe zuvor noch zu Füßen lag.

Lasst uns die Kirche im Dorf lassen. Lasst Euch nicht dazu hinreißen, Euch wie boulevardeske Klickoptimierer hinzustellen, die jeden Versuch nutzen, User zu erhaschen, um mangelnde Online-Profitabilitäten zu kompensieren, sondern konzentriert Euch auf Qualitätsjournalismus. Auf Objektivität statt subjektiver Empfindungen auf Schülerzeitungs-Niveau.

Andernfalls geht ihr bald, wenn man das Lied zitieren möchte, wie die Argentinier nach Abpfiff des Endspiels. Vielleicht nicht gebückt, aber aus dem Sinn.

Raphael Brinkert

Dem habe ich nix hinzuzufügen. Gut, im letzten Abschnitt entgleitet ihm ein bisschen die Fassung und es wird so ein wenig… naja… polemisch.

Man kann aber tatsächlich noch einmal betonen, dass es sich um sieges- und alkoholtrunkene junge Fußballer handelt, die seit vielen Wochen unter absoluter Daueranspannung standen und die jetzt vor einer halben Million Menschen stehen und diese auch kurz mit ihrer grenzenlosen Freude unterhalten sollen. Da darf man DIESE politische Unkorrektheit (wenn überhaupt) schon entschuldigen bzw. besser: ignorieren/übersehen.

Manchmal reicht es, über Dinge einfach gar nicht zu berichten – einfach ausblenden wie die Flitzer bei der WM – oder während der WM einfach statt nur über Fußball zu berichten (Hallo SPON – auch mal über das Land und die Zustände schreiben… oder über die Zustände im Land unseres Finalgegners. Es gäbe sooo viel sinnvolleres, aber hier wird einfach der kurzfristige Klick-Ansturm befriedigt, statt mal langfristig in relevante Nachrichten und Berichte zu investieren, die vielleicht nicht sofort ähnlich begeistert geklickt werden, aber langfristig dem Journalismus sicherlich dienlicher sind.

ich, der bessere Bundestrainer

Hier wird viel zu wenig über Fußball geschrieben, finde ich! Daher:

Es war zuletzt bei Rudi Völler, dass ich mir gewünscht hatte, dass die Nationalmannschaft bitte bitte bitte ein Spiel (oder mehrere) verlieren mag, damit dieser „Trainer“ endlich geht. (Ich schreibe es hier gerne mal wieder: „Es gibt nur ein‘ Rudi Völler“ – Gott sei dank!!!!!) Natüüürlich würde ich mir sowas nie während einem Turnier wünschen, sondern eher bei der Quali zu einem Turnier, wo man nochmal etwas reparieren kann.

Gestern Abend, bei dem Spiel gegen Algerien, war ich aber sehr sehr nah an dieser Gefühlslage dran. Außer über weite Stecken gegen Portugal hat Deutschland bei dieser WM gespielt wie zu Japen/Südkorea-Zeiten Anfang des Jahrtausends. Einfach zum Weggucken. Da geht es nicht mal um Schönspielerei, sondern darum sich überhaupt Chancen zu erarbeiten. So richtig freuen konnte ich mich nach dem Spiel nicht. Komisch…

Wie gesagt, gegen Portugal war das schon okay, die waren ja auch die meiste Zeit nur zu Zehnt. Gegen Ghana war das Spiel schlecht und überwiegend für den Gegner ungefährlich. Gegen die USA im Prinzip auch – auch wenn die auch vollkommen ungefährlich waren. Und gegen Algerien… grauenvoll!

Meiner Meinung nach liegt das an folgenden Dingen:

Vier Innenverteidiger führen dazu, dass wir offensiv auf den Außen zu schwach besetzt sind, das Hinterlaufen des Flügelspielers an die Grundlinie mit gefährlicher Flanke funktioniert so nicht. Und defensiv sind die Innenverteidiger für schnelle Außenstürmer einfach viel zu langsam – insbesondere der in weiten Teilen generell überforderte Benny Höwedes (den ich eigentlich für einen guten – wenn auch nicht weltklasse – Innenverteidiger halte). Das Thema Mustafi hat sich ja für die WM erledigt – auch wenn ich ihm keine Verletzung gewünscht habe – aber das ist ganz gut, denn er war wirklich hier absolut überfordert.

Punkt zwei sind die wirklich schlechten Offensiv-Spieler Götze und Özil. Von Götze habe ich seit den BVB-Zeiten keine konstant-guten Leistungen gesehen, weder in der Nationalmannschaft, noch bei den Bayern. Nur bei Bayern blitzen ab und an mal überraschende Ideen und Dribblings auf. In der Nationalmannschaft noch… nie? Der ist für mich so ein bisschen wie Uwe Bein, der im verein top war, aber in der National11 leider nicht. mesut Özil… finde ich ja seit der WM 2010 in der Nationalmannschaft nicht mehr so super. Vermutlich, weil sich jetzt einfach zu viel auf ihn fokussiert. Ich weiß es nicht, aber bei Madrid mit Ronaldo usw. kam er auch besser klar als in london, wo sich auch viel auf ihn fokussiert. Er wirkt phlegmatisch, fast so wie Gomez… hat er irgendwie die Rolle des Angreifers aus Florenz in sein Drehbuch geschrieben bekommen? Hat da jemand aus versehen den falschen Teil ge-copy-pastet? Guttenberg anyone?

Zu guter Letzt: Ich weiß, es gab in der ersten Halbzeit gegen Algerien zwei fernschüsse, aber generell: Ich habe das Gefühl, die Jungs wollen den Ball immer ins Tor tragen. Dabei macht der ein oder andere Fernschuss das Spiel viel variabler. Und wie unsicher der algerische Torwart bei Fernschüssen war, konnte man eigentlich gut sehen. Aber viel zu oft, dauert die Entscheidungsfindung Pass ja/nein und wohin oder Schuss viel zu lange. Überhaupt treffen die Jungs bemereknswert oft die falsche Entscheidung in diesem Turnier – schon beim Spielaufbau.

Für mich fühlt sich das an, als spielen wir mit 7 Spielern gegen 11 – gut, sieht man es so, sind die Ergebnisse top!

Das schlimme ist, Jogi scheint das alles gaaanz anders zu sehen, oder sehen zu wollen. Klar, ist er der Experte, er trainiert die Jungs, probt Spielzüge und Verhalten, sollte es also generell besser wissen. Aber vielleicht ist er doch so ein wenig betriebsblind? Oder einfach nur störrisch? Er ändert ja sehr ungern die Taktik und Aufstellung, gefühlt insbesondere dann, wenn sie von Außen an ihn herangetragen wird. Die Idee mit den Innenverteidigern hat er jedenfalls weltweit exklusiv – und sie ist Mist. Ich bin mal gespannt, wie die Franzosen die Taktik zerpflücken. Müsste einfach sein, einfach zwei schnelle Außen aufstellen…

Ich würde mir für das Spiel gegen Frankreich wünschen ,dass Jogi uns alle überrascht. Hinten spielt er mit Lahm – Hummels – Merte – Durm (!!!). Klar, Durm ist noch recht unerfahren in der Nationalelf, hat aber schon CL-Erfahrung – sollte also gehen. Er ist zumindest schneller als Höwedes und tritt bei dieser WM auch nicht in sonderlich große Fußstapfen. Im Mittelfeld würde ich offensiv an Müller festhalten (rechts außen) und links Schürrle bringen. In der Mitte Defensiv Khedira und Schweini, auch wenn man dann schwieirg den einen für den anderen bringen kann, wenn einer müde wird. In der Hinterhand ist immer noch Christooph Kramer oder man Jogi schiebt Kroos zurück. Ins zentrale offensive Mittelfeld würde ich eben genau den Kroos setzen, einfach weil ich immer höre, wie taktisch gut er ist. Kann ich selber nicht beurteilen, ich glaube das einfach mal. Alternativ wäre da aber auch noch Platz für Götze oder Özil… wenn es denn sein muss. Und zentral nach vorne würde ich Klose stellen. Hier kann auch mit Müller gewechselt werden und dann rechts Götze, Draxler oder Özil im Spiel eingewechselt werden. Generell ist mit dieser erporbten Aufstellung bzw. Spielsystem aber überall auch das Potential für einen guten Wechsel vorhanden. Nur das defensive Mittelfeld ist vielleicht ein wenig enger geschnürt.

Bleibt Jogi bei seiner Taktik, progonstiziere ich, dass Frankreich uns mit 4:0 vom Platz schießt. Einfach nur deswegen in der Höhe, weil es so ein „ausgerechnet“-Ergebnis wäre. Mit einem 4:0-Sieg gestartet, auuuusgerechnet mit einem 0:4 endet die WM. Dann war das vermutlich auch Jogis letztes Spiel als Bundestrainer (sonst ist es spätestens das Finale) – ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage – aber das ist vielleicht auch an der Zeit. Sollte Jogi meine Tipps umsetzen, werden wir aber natürlich mit Glanz und Gloria die WM gewinnen – und er kann ja am Ende trotzdem sagen, dass das ursprünglich ja seine Ideen waren… und ich kann mich als Bundestrainer bewerben!

zitternde WM-Arithmetik

Hallo liebe WM-Freunde, hier ist es derzeit ganz besonders ruhig, da mich am rechten Arm eine Sehnenscheidenentzündung plagt. Ohne Witz: Ich tippe das hier ausschließlich mit links (!!!!!) – und ja, das sieht aus wie wenn Mama eine Email tippt… zum ersten Mal in ihrem Leben… und es dauert. Aber da muss ich durch, das Thema liegt mir auf dem ballförmigen Herzen.

Zum Thema: Laut Bild (und anderer Marktschreier-Medien) steht uns (deutschen) bei der WM das größte Zitterspiel seit… dem legendären Harrenburger-Schach-Open-Air-Turnier während dem sibirischen Winter 1435 bevor. Damals bezwang „Ulf Der Alpen-Zerbrecher“ gegen den Russen „Jegor Die Peitsche von Nowosibirsk“ nach 27 Zügen überraschend die entscheidende Partie, starb jedoch Tage später an einer Lungenentzündung.

Nachdem die USA gestern gegen Portugal 2:2 gespielt hat, stehen wir mit unseren amerikanischen Freunden mit 4 jeweils Punkten auf Platz 1 und 2 in der Tabelle, wogegen Ghana und Portugal mit jeweils einem Punkt hinter uns darben. Aber!!!! Jetzt treffen wir auf die USA und wehe die gewinnen gegen uns… dann wird es… vermutlich egal, weil:

Der Modus der Berechnung wer bei Punktegleichstand vor wem steht in der Tabelle geht nicht primär über den direkten Vergleich, was immer gern behauptet wird, die Platzierung in der Tabelle geht wie folgt:WM 2014 Gruppe G

1. erspielte Punkte
2. Tordifferenz
3. Anzahl der geschossenen Tore
4. direkter Vergleich

Das bedeutet nicht weniger, als das selbst bei einer deutschen Niederlage mit… sagen wir einem Tor Unterschied, Portugal mit mindestens 7:0 gegen Ghana gewinnen müsste. Welch schöne Analogie zu „CR7″, das nenne ich gelebte Corporate Identity – viel Erfolg Cristiano!

Oder umgekehrt müsste Ghana Portugal mit 5:1 wegputzen. Wirklich nur dann scheiden wir noch aus. Und für unsere amerikanischen Freunde: Selbst die sind ziemlich sicher weiter. Portugal müsste bei einer Niederlage von Klinsis Jungs mit 4 Toren Vorsprung gewinnen, Ghana reicht dagegen schon ein Sieg mit 2 Toren Vorsprung – vorausgesetzt, die USA verlieren nur mit einem Tor Unterschied.

Glaubt ihr alles nicht? Könnt ihr beim Tabellenrechner von kicker.de selber mal ausprobieren. Aber die BILD-Sport-Redakteure dürfen nun gerne weiter zittern…

Stoiber ist Weltmeister! Besiegt die Roth mit…

Ich mag ja eigentlich Günther Jauch. Darum habe ich mich auch total gefreut, dass er, wenn er schon nicht Bundeskanzler oder -Präsident wird, zumindest die wichtigste Talkshow des Deutschen Fernsehens am Sonntag Abend um… um… wann denn? Ich guck das nie…

Am Sonntag habe ich aber nach dem Länderspiel den Fernseher einfach mal angelassen. Es folgte Günther Jauch mit dem Thema „Fußball-WM in Barasilien – Fest oder Fiasko„. Das ist in mehreren Belangen ein saublöder Titel, denn er ist zunächst von der Formulierung her (gewohnt) zu nah am BILD-Schlagzeilen-Niveau und das ist nichts, mit dem man sich rühmen kann. Angeblich bekommt man mit gemäßigteren Titeln aber weniger Zuschauer, heißt es immer wieder gern. Ich behaupte mal: vielleicht kurzfristig, aber langfristig ist die Strategie  mit sachlicheren Titeln eher gewinnbringend – aber darum soll es hier ja gar nicht gehen.

Sondern eher um die zweite Ebene der bescheidenen Titel-Wahl, denn was ist denn überhaupt gemeint? Möchte Günther Jauch tatsächlich über ein sportliches Fest bzw. Fiasko reden? Und in Bezug worauf? Das gesamte Turnier? Die deutsche Mannschaft? Oder geht es doch eher um die Proteste in Brasilien? Im besten Fall kann man de Redaktion hier noch unterstellen, flexibel auf den Ausgang des vorangegangenen Spiels reagieren zu wollen und dementsprechend über die deutsche Mannschaft oder eben.. .alles andere zu sprechen.

Vielleicht muss man sich aber auch einfach mal die Gästeliste ansehen, um beurteilen zu können, worum es gehen soll. Da wäre zuerst Jens Lehmann, diese „Nominierung“ spricht wohl für eine sportliche Sendung, genauso wie die von Bela Rethy der zwar prinzipiell gar nicht geht, aber wohl elf Jahre in Brasilien gelebt hat – wie der Sprecher aus dem Off ankündigt. Gut, das klingt tatsächlich sportlich. Dann ist noch Peter Lohmeyer da, der Schaupsieler, der eigentlich immer bei Fußballthemen mit von der Diskussionspartie ist und der eigentlich immer nur von der romantischen zeit von Erfolgsfußball ohne Geld erzählt – aber Schalke-Fan ist… hmm… man kann darin einen Widerspruch sehen. Aber was macht er nun in der Runde? Genau, er wollte über Spielerprämien diskutieren, das ist zumindest konsequent, steht aber so nicht im Titel der Sendung.Und: Er ist immer ein toller Anlass Szenen aus dem schlimmen „Helden von Bern“-Film zu zeigen, der mich auf voller Länge zu Tode enttäuscht hat, aber wegen des Themas natürlich super sein muss und vermutlich bald wieder in der ARD läuft.

Fehlen noch zwei im Bunde! Bisher scheint es ja eher boulevardisch, sportlich zu werden. Aber jetzt: Da wäre zuerst Claudia Benedikta Roth unsere Fitze-Fatze-Präsidentin des Bundestags. Eigenartig, es geht nicht um Musik in den 60ern oder Energiepolitik, Oliver Geissen ist auch nicht vor Ort… was macht sie also da? Das kann sie später aufklären, sie war zuletzt in Katar und hat sich dort die Arbeitsbeding… Moment… Katar? Mal kurz auf der Karte gucken… nee, Katar ist keine Stadt in Brasilien, das ist dieses Land, wo 2022 die WM ausgetragen werden soll. Hmmm.. Ja.. aber gut, ein Politiker kann ja dennoch nicht schaden, wenn es um politisch motivierte Proteste geht.

Und genau aus diesem Grund wurde die politische Front noch mit dem 10-Minuten-Mann garniert, Edmund „The Schadbär“ Stoiber. Was er mit Brasilien am Zuckerhut (Pa-Tusch!) hat, konnte ich die ganze Sendung über nicht erkennen – er vermutlich auch nicht. Aber er lieferte sich ein überflüssiges Wortgefecht mit Peter Lohmeyer über Spielergehälter, Etats und Prämien. In diesem Kontext wurde sogar noch eine Rede von Uli Hoeneß aus 2007 eingespielt, in der er auf einer Vereinsversammlung die Fans angekackt hatte. Uli Hoeneß… war das nicht dieser… ach… egal. Das Ergebnis war, Peter Lohmeyer wäre doch irgendwie lieber Fan von Mainz 05 oder einem Verein der so ist wie Mainz 05.

Dann ging es unter anderem auch um den Unfall beim PR-Event mit Mercedes, wo sich natürlich Frau Roth über die Fahrt an sich und die Äußerungen von Oliver Bierhoff berufsbedingt echauffierte. Warum man denn solch gefährliche Dinge mache – okay… gut, kann man vermutlich drüber diskutieren, wenn man… ach Gott, nee… und dann aber auch im Zusammenhang mit „so kurz vor einer so wichtigen WM“. Ähm häh?! Ein Mensch schwer verletzt worden, da ist der Zeitpunkt dann doch eher wurscht. Hier sollten sich die Laberbacken aka Diskutanten doch tatsächlich mal einig werden, welchen Dreh sie dem Thema geben wollen. Entweder: Die armen Spieler werden vor einem Turnier geschockt und sind kaum noch leistungsfähig. Oder: Solche Aktionen gefährden Menschenleben und sind generell böse. Meine Meinung: Beides Quark.

Sehr putzig war, als Günther Jauch mit aller Ernsthaftigkeit nachfragte ob die Führerschein-Affäre von Jogi Löw oder die Pinkelaffäre von Kevin Großkreutz nicht das Spiel der Mannschaft beeinflussen und dann (unterstützt von Benedikta) aber auch partout nicht glauben wollte, als Lehmann erklärte, dass das während dem Spiel und eigentlich auch so generell den Spielern total Wumpe ist. Ich erspare mir hier den kurzen Ausflug zu „Spieler sind doch Vorbilder“ und Bela Rethys „aber warum muss das denn so?“ weiter auszuführen.

Das Lustige, es ging 45 Minuten lang nicht mit einer Wortsilbe um Bra- oder -silien und das bei einer Sendungslänge von 60 Minuten. Aber als man schon nicht mehr damit rechnete, kam 15 Minuten vor dem Ende plötzlich das angekündigte Thema aufs Tableau und es folgte der große Auftritt von… Bela Rethy. Denn – die aufmerksamen Leser dieses beitrags erinnern sich – Bela Rethy hat  elf Jahre seines Lebens in Brasilien gelebt. Da muss ich zugeben, dass man ihm dann durchaus eine gewisse Kompetenz bezüglich der brasilianischen Kultur… ach gut, nein, er hat seine ersten elf(!) Lebensjahre in Brasilien gelebt. Ich wiederhole das besser nochmal: Die_ersten_elf_Lebensjahre! Er erzählte dann von Public Hearing mit Radios im Stadtpark von irgendwo… und blaaaaaaaaaa (da war bei mir dieses Schutzfiepen im Ohr; kommt immer wenn Rethy spricht, um mein Hirn zu schützen). Das Thema war aber dann doch recht schnell ausschöpfend durch, weil wirklich keiner der Gäste irgend etwas Mehrwertiges oder Erhellendes zu den Protesten sagen konnte. Warum finden die statt, wie sind die Prognosen zur WM, welche Rolle spielt die FIFA, warum sind genau diese Gäste dann zu diesem Thema in der Sendung usw. Viel schlimmer: Irgendwer sagte das „Katar-Wort“ und schwupps war die Gruppe plötzlich bei 50 Grad und da kann man nicht Fußballspielen. Selbst hier wollte sich niemand auf einer tiefergehende Diskussion zu den Arbeitsbedingungen, Sklavenhaltung usw. äußern.

Schlussendlich würde ich gerne noch den „viel geredet – völlig Zusammenhanglos“-Preis an Herrn Stoiber verleihen, ein klarer Favoritensieg! Toll.

 

Komm ich in Fääärnsehn?!

Die ganze Geschichte um die Neururer-Shirts (siehe rechts den viel zu großen Button zum Shop) macht noch immer ‚ne Menge Spaß und beschäftigt meine Gedanken. Aber darum ist es leider hier und noch leiderer bei spielestarren.de gerade sehr ruhig.

Und gerade weil mich das so beschäftigt, freue ich mich aber auch wie ein kleines Kind – quasi wie ein Pony – über Kleinigkeiten. Wir waren mit unseren Bannern am Wochenende nämlich im Fernsehen bei Sky und Sport1 zu sehen (Kunststück, die nutzen beide die gleichen Bilder bzw. Sport1 die von Sky). Und die Krönung: Wir waren auch in der BILD Zeitung.

Nun hab ich mich hier schon sehr sehr sehr oft sehr kritisch über die BILD geäußert – zumindest aber noch nicht über den Sportteil… glaube ich. Und meine Haltung hat sich auch nicht geändert. Aber dennoch macht es mich – wenn ich einfach mal ehrlich zu mir selber bin – total happy in der BILD mit Foto aufzutauchen… nagut, die Banner, ich selber bin nicht zu sehen und das soll ja auch gar nicht. Hätte ich nicht gedacht, dass mich das so freut… eben weil ich das Blatt  ja eben „nicht so dolle“ finde. Aber ich bin jetzt regelrecht angefixt, sämtliche Zeitungen der Region zu durchforsten, um zu sehen, wo wir noch alle gelandet sind. Danke Lothar, danke Martina, danke Steffi und natürlich auch danke Annika, dass ihr mit im Stadion wart und damit aktiv an unserer medialen Präsenz beteiligt seid.

Übrigens gab es den ein oder anderen, der es gar nicht so toll fand, uns mit den Shirts und Doppelhaltern im Stadion zu sehen. Ein Fan war beispielsweise ziemlich aggressiv. Das kann man schade finden, ist aber vermutlich normal. Klar, dass man als leidenschaftlicher Hardcore-Fan eine etwas andere Sicht der Dinge hat. Warum man gleich ausrasten muss… hmm… schwieriges Thema… hab ich gerade keine Lust drauf.

Ist aber auch egal, hier erstmal die Galeriebilder. Achja und wenn ihr euch ein Shirt bestellt, bin ich euch übrigens auch gar nicht böse. Ihr könnt das auch bei mir persönlich tun und ich geb es euch, wenn wir uns treffen, so spart ihr Versand. Allerdings gilt insbesondere das letztere Angebot nur so lange der Vorrat reicht und der ist stark begrenzt. Limited Edition, quasi. Hossa!

Auf die Website derwesten.de haben wir es übrigens trotz 37-teiliger Klickstrecke zum Spiel nicht geschafft… Frechheit!

Klassentreffen mit Peter

Man könnte es Zweiklassen-Gesellschaft nennen, aber das würde eine Hierarchisiserung bedeuten, die totaler Mumpitz wäre. Und außerdem sind es am Ende sogar drei „Klassen“, ich will hier vielleicht doch lieber von meinem Freundeskreis sprechen. Der setzt sich zusammen aus:

  1. Leuten die Facebook nutzen
  2. Leuten die meinen Blog lesen
  3. Leuten die nichts von beidem tun

Die letztere Gruppe weiß dann a nichts von diesem Eintrag und b relativ wenig was in meinem Leben so passiert. Das ist kein Vorwurf, sondern mein Eingeständnis, dass ich einfach viel zu selten telefoniere…

Nun, eigentlich möchte ich aber hier nur mal über ein kleines Projekt informieren, dem ich mich seit dem 08. April widme – die Gruppe 1 weiß darüber schon Bescheid, Gruppe 2 erfährt es jetzt und Gruppe 3… hach, dieses leidige Telefon.

Seit dem besagten Tag ist Peter Neururer nämlich wieder Trainer im Profifussball bzw. er ist auch wieder Trainer beim VFL Bochum. In dem Kontext kam mir eine kleine Idee, die der ein oder andere vielleicht ganz kurz hier gesehen hat und die dann wieder verschwand. Nun, mittlerweile ist die ganze Geschichte beachtlich gewachsen und vor allem spruchreif!

Damit ihr alle so ein kleines bisschen klicken könnt und nicht im ingoversum versauert, ist hier der Link zur Website Peter ist wieder da. Dort erfahrt ihr, wie aus einer Idee für ein Bild/Logo/Motiv, ein Stadionbesuch, Fahnenmalerei, T-Shirts und – das lässt sich jetzt noch nicht absehen – Weltruhm bzw. Weltherrschaft wurde/wird.

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