Es werde Bad!

Nach langer Zeit gibt es mal wieder etwas zum Bau zu erzählen. Zwar nichts, was aktuell passiert, aber die Vorplanung bzw. die Vorbereitung der Bestellung für die Badmöbel.

Wir waren vor einigen Wochen schon mal bei der Ausstellung des Großhändlers unseres Installateurs und haben uns einige Badmöbel rausgesucht. Die hat der Großhändler dem installateur angeboten, der wiederum uns. Das bedeutet, am Ende steht eine Gesamtsumme im Angebot. Einzelpreise für die Positionen (Waschbecken, Armatur…) allerdings nicht. Nun ist uns aber ganz heimlich aufgefallen, dass ein Waschtisch – den wir uns ausgesucht haben – mit Unterschrank alleine 1.500,- Euro kosten würde. Das muss nun aber ehrlich gesagt nicht sein. Wir sind ja nicht die Könige von Takka-Tukka-Land (oder so). Dazu ist der Waschtisch auch noch aus Glas – was ein bisschen empfindlicher sein soll als Keramik. Und ich sehe schon unsere ungeborenen Söhne, wie sie mit irgendwelchen Hammern, brennenden Fackeln und Mistgabeln unsere Badmöbel bearbeiten.

Das war für uns der Auslöser: Wir müssen da noch mal ran. Vor allem konnten wir uns beim Aufmaßtermin mit dem Installateur nicht mehr an die vor Wochen ausgesuchten Möbel erinnern. Dazu hatten wir auch noch keine Armaturen ausgesucht. Also sind wir nochmal zur Großhändler-Ausstellung! Der Vorteil war jetzt: Wir mussten uns entscheiden, vor einigen Wochen fühlte sich das noch sehr nach „mal grob schauen“ an.

In der Ausstellung passierte dann das, was wohl leider für die Konstellation Großhandel -> Installateur -> Bauherr typisch ist. Man bekommt keine Preise. Man steht vor einem Möbelstück, fragt nach dem Preis und man bekommt nur eine ungefähre Preisrichtung mit dem Zusatz „aber da gibt Ihnen der Installateur ja auch nochmal einen Rabatt drauf“. Das mag zwar so sein, aber eine vernünftige Finanzplanung vorab ist so kaum möglich. Darüber hinaus gefielen uns die gezeigten Möbelstücke auch nicht so richtig, die Badewanne gab es z.B. nur im Katalog (Probesitzen auf dem Katalog war wenig erhellend) und der einzige Waschtisch inkl. Unterschrank unter 1.000,- Euro war leider nicht aufgebaut. Und so ein Waschtisch kann ja ganz schön egal/hässlich aussehen ohne Armatur usw.

Daher sind wir dann doch noch zum Feind der meisten Installateure gefahren: Zum Reuter Badshop. Wir haben das Glück, dass wir „in der Nähe“ die Ausstellung haben. Der Vorteil ist hier, dass die Ausstellung wirklich sehr groß ist UND: Preise, Preise, Preise. Einen über dreistündigen Marathon haben wir eingelegt – eben mit dem Druck, Entscheidungen treffen zu müssen – und Annika hat in allen 20 Badewannen mindestens einmal Probe gelegen – ohne Wasser. Am Ende hatten wir tatsächlich eine fast vollständige Möbel-Liste (die Armatur für das Gäste-WC fehlt noch). Die wiederum haben wir jetzt an den Großhändler gesendet und ihn um ein Angebot gebeten.

Es ist natürlich nicht so, dass wir zwingend bei Reuter (oder alternativ emero.de, megabad.de, skybad.de) bestellen wollen. Tatsächlich liegen die Preise vom Großhändler mit den Rabatten des Installateurs nicht weit weg bzw. können die Internet-Shop-Preise teilweise auch unterbieten, aber transparent ist das nicht. Man kann am Ende leider nur die Gesamtsummen vergleichen. Ich persönlich finde das extrem nervig. Würde ich bei dem Großhändler einkaufen, ohne den Installateur? Auf keinen Fall. Nicht weil die unfreundliche wären, einfach weil es – ich wiederhole mich – intransparent ist. Für den Installateur wäre eine Bestellung bei Reuter natürlich auch nicht so top, daran verdient er halt leider nix.

Nicht zu unterschätzen ist das Thema Waschtischunterschränke. Die sind teurer als die Becken selber – das hat mich überrascht. Beim Großhändler gab es nur die Unterschränke der Hersteller der Becken, also z.B. Villeroy & Boch oder von sehr teuren Möbelherstellern. Erstere sind aber gerne mal eher so semi-hübsch und nicht wirklich preiswerter als die Marke (Artiqua) von Reuter. Für die haben wir uns dann auch entschieden. Allerdings empfehle ich hier eine Beratung, denn herauszufinden welcher Untertisch in welcher Ausführung zu welchem Waschtisch passt, ist eine Kunst für sich. Sollte das auf Anhieb klappen empfehle ich, am selben Tag auch einen Lottoschein auszufüllen, es scheint ein Glückstag zu sein.

Vielleicht noch ein Abschnitt zum Material des Waschtischs. Man hat die Auswahl zwischen Kunstharz (umgangssprachlich: Plastik), Keramik, Stahl-Emaile und Glas – ich glaube, das sind alle. Leider sieht gerade Keramik am Altbackensten aus – finde ich. Vom Material her ist das aber wohl das Beste. Ich bevorzuge aber eigentlich die sehr schlanken und klaren Formen von Stahl und Kunstharz oder deren sehr geschmeidige Beckenformen. Richtig schick finde ich auch Beton, aber das ist schweineteuer. Es wird dann halt Keramik…

Letzter Punkt: Die Duschwanne. Ach herrje… Eigentlich haben wir uns eine ganz flaches ausgesucht. Aaaber, das sollte anders laut Installateur. Vielleicht muss man dazu sagen, dass unser (wirklich toller) Installateur ein Selbstverständnis in der Art hat, dass er entscheidet, was wir einbauen. „Diese Wanne kauft ihr, und diese Armaturen und der Duschboden wird gefliest!“. Die Dusche  zu fliesen hat aber leider den Nachteil, dass die Fugen durch Shampoo, Haare usw. sehr leiden. Zwar bügelte dass der Installateur sofort weg „da gibbet so nen Mittel! datt jeht!!!“, aber richtig glücklich sind wir trotzdem nicht. Ein Vorschlag war jetzt Granit. Klingt sexy, vor allem kann man da wohl eine Granitplatte legen, etwas angeschrägt und alles ist gut – ich muss mich da mal schnell drüber informieren. Ob das aber nun wirklich bei uns geht… das entscheidet vermutlich der Installateur…

Übrigens: Bei all den Bestellungen schwingt immer dieses Damoklesschwert „Sommerferien“ über uns. Da verzögern sich nämlich alle Bestellungen um 4-6 Wochen. Da scheint einfach in der der Zeit wirklich kein mensch zu arbeiten… außer mir.

Ein Fest es zu richten

Es war Richtfest, am Wochenende, sprich: wir haben jetzt einen Dachstuhl. Joa… und was soll man dazu noch schreiben, außer, dass es schön war?Oh, wir haben schon ein paar unserer sehr netten Nachbarn kennen gelernt, dafür ist so ein fest tatsächlich richtig top. Und toppe Nachbarn sind es auch.

Rohbau mit Richtkranz

Der Richtkranz ist übrigens im Prinzip nichts anderes als ein Totenkranz, der wird aber freundlicherweise etwas „lebendiger“ gestaltet. Beschafft wird er – zumindest in unserem Fall – vom Zimmermann selber, der auf dem Richtfest auch den Zuimmermann-Spruch aufsagt und das Schnapsglas auf dem Boden (der Tatsachen) zerdeppert. Die Scherben werden aufgesammelt und müssen dann irgendwo auf dem Grundstück verbuddelt werden. Das bringt Glück. Aus der Rubrik „kann man machen, muss man aber nicht“ war dann noch das Nageln des letzten Nagels in dem Dachstuhl. Das hat Annika übernommen und ausgiebig zelebriert. Als Gäste, habe ich gelernt, lädt man außer Familie und Freunden die Handwerker vom Rohbau und Zimmermann ein, wenn man wil lauch den Architekten und Bauingenieur bzw. Bauleiter und natürlich die angrenzenden Nachbarn.

Vielleicht ein kleiner Tipp an alle zukünftigen Richtfestler: Wenn noch keine Fenster im Haus installiert sind, vorsorglich aber Öffnungen für Fenster gelassen wurden (schlau – es sei denn, man baut einen Bunker…), kann es im Haus sehr sehr windig werden.  Das kommt natürlich auch ein wenig auf die Jahreszeit an, aber ich würde empfehlen, das zu bedenken. Glücklicherweise hat Annikas Vater noch eine Fensteröffnung mit Plastikplane verklebt, das hat schon einiges gebracht, aber das Problem mit dem pfeifenden Wind leider nicht vollständig behoben. Zu allem Überfluss habe ich mich noch an der Nase verletzt, ich habe mich nämlich erkältet.

Vor dem Richtfest hatten wir morgens noch den Fensteraufmaß-Termin. Da wurde besprochen, welches Fenster sich in welche Richtung öffnen sollen, ob mit Griff-Olive oder ohne, abschließbar oder „nur“ Sekustik,  ob sie kippbar sind und zu guter letzt noch, wie dick die Dämmung um das Haus sein muss, damit die Kästen für die Raffstores darin verschwinden. Bei den Raffs gibt es zudem zwei Varianten, die mit einer richtigen Führung und eine mit Seilen. Wir haben uns für letztere entschieden, die sieht schlanker aus und ist wohl auch 3% schlanker. Außerdem braucht sie nicht so viel Platz zum Anbringen uuuund, nicht zu verachten: Im Gegensatz zu den Raffs mit Führungsschiene, kann sie seitlich ein bisschen über die Fenster überstehen und verhindert dadurch noch ein bisschen mehr den Lichteinfall. Wieder was gelernt!

Der Deckel ist druff

Der Hausbau hat sich in den letzten zwei Wochen ein wenig entschleunigt. Angebote müssen wir derzeit nicht einholen und wir warten darauf, dass der Zimmerer die Latten – nicht für den Zaun – sondern für das Dach geliefert bekommt und er damit den Rohbau bestückt. Dabei fällt mir ein… wir brauchen ja noch einen Elektriker, bevor das Dach druff kommt, wegen der Löcher in der Decke vom OG für die Kabel für Lampen und so… Achiiiiiiiim!!!!!

Am Bau selber tat sich auch wenig, wir haben seit dieser Woche eben den Deckel auf dem OG und im EG ist die Verdingsung der Decke abmontiert – Verschalung, das Wort hab ich gesucht. Und siehe da – das Haus wirkt von Innen nun tatsächlich um einiges größer, als noch gar keine Decke drauf war, sondern nur Wände um es herum standen. Warum das so ist – ich hätte gedacht, dass es offen größer wirkt als geschlossen, darf mir gerne mal ein Mensch vom Fach erklären – gerne unten in den Kommentaren.

Was fehlt noch? Achja, Fotos! Schaaaaatz? Ah, da sind sie, danke fürs fotografieren:

Es werde Obergeschoss

Ich werde eigentlich fast täglich … naja, zumindest wöchentlich gerfagt, wie der Baustand unseres Hauses ist. Ich bin dann immer latent engenervt, weil ich mir denke: „Lies meinem Blog!“ – gut, ich sage es auch… gebe ich zu.

Da nun der Baufortschritt aber den Blogfortschritt überholt hat, will ich hier mal gleichziehen und ein paar aktuelle Bilder posten. Viel Spaß beim gucken!

Was die Einholung der Angebote für die einzelnen Gewerke angeht hat sich bisher das Thema Elektronik als mit Abstand kompliziertestes herausgestellt. Die Angebote sind sehr unterschiedlich in ihrem Detailgrad und oft fragen wir uns, warum das Eine dort steht, bei dem anderen Anbieter aber nicht. Hier will uns aber Achim weiterhelfen – ansonsten sind die Angebote für uns nicht vergleichbar, weil in Gänze nicht nachvollziehbar. Sehr sehr ärgerlich.

Nach Ostern werden wir uns Dachpfannen (oder wie die korrekt heißen) ansehen. Ich bin mal gespannt… gelogen… nun, Dach halt. Die DInger müssen anthrazit sein. Die Form ist mir eigentlich herzlich egal, und Ton hat wohl eine bessere Haltbarkeit, ist hübscher anzusehen und wenig überraschend auch teurer als… ich glaube Betonziegel. Dass wir vor Ort wahrscheinlich wieder mit hunderten Varianten konfrontiert werden, versteht sich wohl von selbst. Ich bin gesp… NEIN, ich bin nicht gespannt, ich sollte aufhören, das so daherzuplappern!

Baut die Mauer (wieder) auf!

„Wenn ihr am Wochenende hinfahrt, dann müsstet ihr schon sehen, dass der Deckel auf dem Keller ist“, so oder so ähnlich sagte es uns der Achim am Freitag. Ja denkste! Nur zwei Tage später – Sonntag – waren wir auf der Baustelle und was uns dort erwartete, seht ihr auf den Bildern. Das Gerät neben mir (auf einem der Bilder) ist unsere neue Brotschneidemaschine – Annika mag gern große Handtaschen, ich mag gern große Brote.

Das Gemäuer sieht doch mal recht stabil aus, findet ihr nicht? Ich kann das mit meinem jahrelangen Lego-Bauhintergrund auch schon ganz gut beurteilen. Wobei es ja sooo viel Mauer auch gar nicht ist. Notiz an mich selbst: Beim zweiten Haus, mauer ich selber!

Aber ganz ehrlich: Noch immer sieht jedes andere Haus in der Siedlung größer aus als unseres… JE-DES! Ich denke noch immer, dass selbst Snoopys Hundehütte neben unserem Haus aussähe wie das Burj Al-Arab. Und nachdem wir heute frecherweise auch schon über die Baustelle gegangen sind und ich die Weiten unserer zukünftigen Küche abschreiten konnte… heieiei, vielleicht leide ich auch unter Riesenwuchs? Das würde auch die Gewichts“probleme“ erklären.

Das war jetzt wirklich ein ganz schön flinker und sichtbarer Fortschritt. Ich glaube, wir können übernächste Woche einziehen – „Annika, verkauf doch schon mal schnell die Wohnung!“

 

es kellert… noch immer

So wirklich viel Neues gibt es vom Hausbau nicht zu berichten. Aber ein wenig Text um die aktuellsten Bilder von der Baustelle will ich trotzdem schreiben.

Es ist auch nicht so, als hätten wir nichts zu tun, vielmehr umkreisen wir bei jedem Gewerk das Ziel weiträumig, werden dann immer enger… kurz wieder weiträumiger und treffen dann irgendwann ins Schwarze.

Wir haben uns beispielsweise für eine freitragende Holztreppe entschieden. Das ging sogar recht fix, die Stahlholmtreppe gefiel uns einfach nicht so sehr – die ist allerdings preiswerter, logisch.  Aktuell geht es vielmehr um die Themen Fenster und Elektronik. Oh ja… noch immer die Elektronik. Wobei wir bei der gerade erhebliche Fortschritte machen, wenn man mal schaut, wie lange es gedauert hat, bis wir in diesem Gewerk Fahrt aufnehmen konnten.

Ich hoffe schwer, dass wir unsere Anfragen in Kürze soweit vereinheitlicht haben, dass die Angebote vergleichbar sind. Das ist nämlich bei diesem kleinteiligen Bereich nicht so leicht. Ich weiß gar nicht, wie oft wir uns umentschieden haben, wo wir jetzt diese eine Steckdose, Lampen oder auch Netzwerkanschlüsse hin haben wollen. Und schon lässt sich kaum noch nachvollziehen, welcher Handwerker wo preiswerter ist. Das ist ein bisschen ärgerlich. Ein wenig Zeit gewonnen haben wir aber einfach aufgrund der Tatsache, dass wir nun doch keine Deckenspots einbauen lassen wollen. Da wir unsere Decken ja nicht abhängen wollen, müssten die Töpfe für die Spots direkt beim Gießen der jeweiligen Decke ausgespart werden. Das ist nun unerheblich und wir haben mehr Zeit.

Einen Hinweis möchte ich für die geben, die noch bauen wollen und sich aus diesem Grund hierhin verirrt haben: Die eingeholten Angebote prüfen, prüfen, prüfen. Selbst auf kleinste Fehler, aber die können am Bau durchaus große Unstimmigkeiten bereiten. Uns ist erst an diesem Wochenende ein Fehler in einem Angebot aufgefallen, dass nun schon etwa fünfmal überarbeitet wurde. Der Fehler bestand aber schon seit dem ersten Angebot. Är-ger-lich!

Ansonsten gibt es, wie gesagt, kaum etwas Berichtenswertes. Ich hoffe, dass bald der Deckel auf den Keller kommt. An dem habe ich mich nämlich langsam satt gesehen. Ich hab das Gefühl, Keller kann ich jetzt… oder so ähnlich.

es wird eine Garage

Eine Woche ist vergangen, es gibt Neuigkeiten vom Hausbau! Und alle so „yeeeahhh“….

Wie ihr auf den untigen Bildern unschwer erkennen könnt, haben wir nun nicht mehr nur ein Loch, wir haben jetzt ein Loch mit Betonboden!

Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist allerdings weiterhin die Größe. Die täuscht! Auf den Bildern sieht es tatsächlich so aus als entspräche die Grundfläche des Hauses grob der von… von… vom Dresdner Zwinger (leicht überspitzt). Steht man allerdings wirklich und leibhaftig am Grundstück, hat man das Gefühl, dass… nun ja… also eher gegenteilig, als würde das Haus so groß werden wie eine Garage.

Das ist dann schon mindestens verwirrend und weitet sich aus zu deprimierend, wenn man durch die Siedlung – unser Hood, Ghetto, Viertel, Block… – läuft und das Gefühl hat, dass alle anderen Häuser mindestens 5 Meter länger und ebenso viel breiter sind. Dem ist im besten Fall nicht so, aber es beunruhigt. Daher, um die Nerven zu beruhigen, schauen wir uns doch mal die Baufenster unserer Nachbarn an und hoffen, dass die ähnlich groß sind wie unsere und daher die Häuser auch nicht gewaltig größer! [+++Update+++ Diese Information ist online nicht einsehbar. Wir bleiben im Ungewissen, ich bestelle schon mal ein Auto, dass in die Garage passt, einen Mini oder so +++Update+++]

Aber seht ihr was wirklich groß ist!? Der Kran! Wir haben einen eigenen Kran! Gut, die nehmen den schon irgendwann wieder mit, aaaaber im Moment ist es gefühlt unserer! Ob ich den mal selber fahren und schwenken darf? Bin ich im Zweifel versichert?

Viel mehr gibt es ansonsten nicht zu berichten, weiterhin scheint es fast unmöglich zu sein, Elektriker zu finden, die für uns tätig werden wollen – wohlgemerkt bezahlt! Immerhin ein Angebot haben wir vorliegen, aber das ist doch schon ein bisschen wenig.

Baby, es ist ein Loch!!!!

Endlich ist es soweit, man sieht Fortschritt auf dem Grundstück, der Bau ist gestartet – zumindest das Graben eines Loches. Und das ist ja nun mal Grundvoraussetzung für einen Keller. Sonst wäre der Keller ja das Erdgeschoss und man müsste ihn permanent aufräumen, wenn Gäste kommen. Und wer hat darauf schon Lust!? Ist ja auch ein wenig unfreundlich, die Gäste immer durch den Keller das Haus betreten…

Toll ist es, dass es nun endlich losgegangen ist. Und das Ausheben des Loches geht sogar ziemlich flink. Drei Tage dauert es bei uns so etwa und nun kommt im Anschluss der Rohbauer. Ein wenig mulmig ist uns nur, weil das Grundstück gerade extrem kurz ausschaut. Eigentlich teilen sich nämlich Garten und Haus das Grundstück so etwa 50-50, aber im Moment sieht es irgendwie mehr so nach 3/4tel Haus und Rest Garten aus.

Bevor die Graberei allerdings gestartet ist, hatten wir einen Termin an der Baustelle mit „Bodo“ (Bagger) und dem Rohbauer. Das ist erwähnenswert, weil dabei einige Details geklärt wurden, die man vermutlich beim Bau mit einem Bauträger nicht wirklich mitbekommt. Da wurden varianten der Kellerwände durchgesprochen und kurzfristig die Entscheidung getroffen, einen Betonkeller statt eines gemauerten zu bauen. Da wurde auch über das Auffüllen des Loches um das Haus herum gesprochen usw. Ich behaupte einfach mal, dass dies Dinge sind, die bei einem Bau von der Stange gar nicht zur Sprache kommen. Das muss zwar nichts heißen, kann ja sein, dass die Standards bei den Bauträgern sehr hoch sind – aber ich bin ja misstrauisch. Wir fühlen uns aber derzeit bestätigt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Parallel dazu geht es aber weiter mit der Einholung von Angeboten zu Gewerken.  Bzw. können wir auch schon Vollzug melden, wir haben uns nämlich für eine Küche von nobilia mit AEG-Elektrogeräten entschieden. Induktionskochfeld, Ofen mit Pyrolyse (heizt den Ofen auf 500 Grad und brennt damit den Schmutz weg… im Ofen… nur im Ofen! Harr-Harr-harr!) und ein Kühlschrank mit 0-Grad-Fach – das sei der „heiße Scheiß“, bzw. der „kalte Scheiß“…

Nicht ganz so dolle läuft die Einholung an anderen Fronten. Die Auftragsbücher der Handwerker sind leider einfach vielfach zu voll. Da ist der eine, der Emails ausschließlich sonntags nachts beantwortet oder der Handwerker der ewig braucht für ein Angebot, weil er nur an einem Tag der Woche Angebote schreibt und zuletzt war er auch da verhindert. Und dann sind da noch die Handwerker, die sich bei Angeboten nur sehr lose an das halten, was man teils stundenlang besprochen hat. Resultat: Das Angebot ist in seiner ersten und oft auch zweiten Version unbrauchbar. Es sind in keinem Fall alle Handwerker so – und am Ende zählt ja auch, was aufm Platz/der Baustelle passiert, aber mich ärgert das eigentlich so sehr, dass ich mit diesen Leuten nur ungern zusammen arbeite. Und wir bewegen uns hier nicht im untersten Billig-Preissegment. Ein lustiges Experiment ist es, wenn man einem Handwerker ein Excel-Sheet zuschickt, wo sämtliche Aufgaben, die man sich von ihm wünscht, so aufgelistet sind, dass er nur noch einen Preis daneben oder von mir aus drunter schreiben müsste.  Ich nehme mal das Ergebnis vorweg: Das machen die nicht!

Das klingt jetzt schlimmer als es ist, es soll nur (noch mal) beschreiben, wie ruckelig die ganze Geschichte von statten geht/gehen kann, auch wenn man selber alle „Hausaufgaben“ erledigt.

Gute Anfrage = gutes Angebot

Ich will mich in diesem Blogeintrag noch mal der Angebotseinholung widmen. Das hab ich zwar schon mal… aber es kann nicht schaden, noch einmal Selbstverständlichkeiten hier nieder zu schreiben. Alle die nun rufen „Och nöööö, Ingo, ist doch klar und logisch, weiß ich alles vorher!!!“ – Japp, das hab ich auch mal gedacht. Pustekuchen.

In die ersten Gespräche zu Angeboten für Gewerken geht man ja recht unbedarft. „Nun, wir brauchen halt Fenster und Türen“, stellt man sich so vor. Die unendliche Vielzahl an Konfigurationen und Möglichkeiten hat man da aber gar nicht im Blick. Und es werden bei jedem Termin neue Fragen aufgeworfen, bei denen man sich danach wundert, warum die nun zum ersten Mal aufkommen. Beispiel: Rolladen. Nehmen wir an, wir würden Rollladen haben wollen. Erstmal gibt es mehrere Möglichkeiten wo und wie man die befestigt, was damit einhergeht, wie man irgendwann mal wieder an die Dinger drankommt. Achja… sollen sie elektrisch sein? Und wie dick ist die Wand/die Dämmung? Alu oder Kunststoff?

Tjaha… und das ist nur ein Ausschnitt der Fragen. Nehmen wir an, wir wollen Plastik-Rollläden haben. Nun ist man sich dessen sicher, telefoniert mit einem neuen Anbieter, und der sagt einem plötzlich, dass bei der gewünschten Fenstergröße die Kunststoff-Dinger viel zu sehr wackeln… Aha… Gut… öhm… Aber viel mehr als Kunststoff kosten die Aludinger auch nicht… soso… Das ist übrigens ein generelles Mantra: jedes Teil kostet in einer alternativen Variante gar nicht sooo viel mehr, als das andere.

Es ist echt wichtig, sich vor den Terminen ganz genau den Grundriss anzusehen und genau zu schauen, welche Zahlen usw. dort vermerkt sind. Man sollte auch selbst bei jeder Zahl wissen, was sie bedeutet. Uns war zum Beispiel nicht klar, dass auf dem Plan auch die Höhe der Fenster vermerkt ist. Wir haben die Zahl zwar gesehen, aber inhaltlich ignoriert. Dann flatterten die Angebote rein und wir haben uns doch über einige Maße gewundert. Wir haben die anderen Angebote kontrolliert und auch da waren ähnliche „Fehler“ drin. Also bastelt man sich eine Excel-Tabelle, schreibt alles relevante rein und bittet auf Grundlage dessen um neue Angebote.

Es ist aber nicht so, dass man am Ende keine verwertbaren Angebote erhält – aber die sind halt nur so gut, wie die Anfrage. Und da man bei jedem Termin Neues lernt, Dinge, die man am Anfang einfach auch noch gar nicht auf dem Schirm haben kann, sollte man einrechnen, dass man bei jedem Gewerk mindestens drei Anbieter suchen sollte, die mit einem vernünftige Gespräche führen und Angebote erstellen. Wir haben jedenfalls auch noch keinen Handwerker getroffen, der auch nur leise gemurrt hat, wenn wir ihn gebeten haben, ein Angebot noch mal anzupassen, weil wir nun doch einen Änderungswunsch haben.

Es ist auch nicht so, dass die Angebote am Ende nur ein einziges Blatt Papier mit einer Endsumme sind. Im Gegensatz zu diesem Vorurteil, sind die sogar ziemlich detailliert. Jetzt sollte man – der Fairness halber – aber bitte nicht hingehen und ein Angebot von Handwerker A nehmen und damit zu Handwerker B gehen und ihn bitten einen neuen Preis zu machen. Es ist eigentlich für einen selber sowieso viel besser, bei jedem Gespräch so „zu tun“ als wüsste man nix. Und ganz ehrlich: Oft ist es auch so, obwohl man schon zwei Gespräche hatte. Jeder Profi bringt neue Gesichtspunkte oder andere Deutungen aufs Tableau. Danach darf man dann abwägen, was für einen am Relevantesten ist.

Die ganze Angebotseinholungsphase zieht sich also doch ganz schön hin und damit ist nicht die pure Terminfindung gemeint. Wenn man nicht das Geld und den Mut hat, alles beim erstbesten Handwerker zu bestellen, kommt man um viele hins und hers nicht herum. Dem sollte man sich bewusst sein. Jedes einzelne Gewerk ist mit einem Lernprozess verbunden, an dessen Ende man zwar mehr weiß, aber nicht zwingend klüger ist, was für das eigene Haus nun das Beste ist. Aber man kann Argumente der Handwerker gewichten und sich so zumindest herleiten, warum man glaubt, dass Variante A besser ist als Variante B.

Grundstückskauf beim Notar

Wir haben vergangenen Montag den kaufvertrag für unser Grundstück unterschrieben und dürfen jetzt anfangen zu… erstmal nix!

Ganz so einfach geht das natürlich nicht. Ich schildere den Fall mal. Wir kaufen das Grundstück von der Stadt Grevenbroich über den Zwischhändler (oder wie das heißt) DSK. Beim Notartermin am Montag war also die DSK und der Notar zugegen. Überraschend, dass auch der Notar beim Notartermin anwesend war… ich sollte mal einen Lehrgang zum Thema „Texte schreiben“ besuchen…

Was bei diesem Termin passiert ist recht spannend. Der Notar liest nämlich den gesamten Kaufvertrag Wort für Wort vor. Das geht mal richtig schnell und mal etwas langsamer mit Erläuterungen, was der Sermon auf dem weißen papier überhaupt bedeutet, von statten. Gut, das klingt unspektakulärer als es war, fällt mir gerade auf. Nochmal… ein Schreiben-Lehrgang tut wohl Not.

Am Ende darf man den Kaufvertrag unterschreiben (nach ca. 1,5 Stunden – je nachdem wie viel man nachfragt) und dann kommt noch ein Dokument des Kreditgebers bzgl. der Eintragung ins Grundbuch dazu. Ich glaube zumindest, dass das Dokument diesen Inhalt hatte, ich erinnere mich gerade nicht mehr so genau… ich hab das aber einfach mal unterschrieben.

Wir müssen jetzt warten, bis die DSK mit einem weiteren Anwalt geklärt hat, ob wir denn auch tatsächlich das Grundstück kaufen dürfen – welche Kriterien da auch immer entscheidend sind.In siiiiiiiieben Jahren, gab es da aber angeblich bisher noch nie Probleme – es gibt so Situationen, da will man auch einfach nicht der Erste sein. Danach bekommen wir eine Mitteilung, dass wir die Grunderwerbssteuer zahlen müssen/dürfen.

Um diesen Vorgang zu wiederum beschleunigen (als MA einer öffentlichen Verwaltung weiß ich, wovon ich rede) sollte man da nichts dem Zufall überlassen. Zum zuständigen Finanzamt gehen, die Unterlagen anfordern, zur Bank, zahlen, zurück, Dokument ausstellen lassen. Dann kann der Notar die Unterlagen parat machen, auf deren Grundlage wir dann den gesamten Kaufpreis überweisen dürfen. Und danach danach… dauert es dann noch einige Wochen, bis der Spaß im Grundbuch eingetragen ist und wir ganz offiziell Eigentümer sind. Bauen dürfen wir aber bereits vorher auf dem Grundstück – auch weil wir frühzeitig eine Anzahlung tätigen dürfen. Gott-Sei-Dank. (Achtung, die Bauherrenversicherung nicht vergessen! – Kostet aber nicht viel)

Dazu kommt dann noch eine Bürgschaft, die wir hinterlegen müssen. Die hat den Hintergrund, dass dieses Geld einbehalten wird, wenn wir uns nicht an die Baurichtlinien und damit unseren vor Monaten bei der Stadt eingereichten und genehmigten Bauplan oder die Vorgaben zur Begrünung halten. Das klingt viel schlimmer als es ist. Aber es handelt sich hier um eine städtische Entwicklungsmaßnahme, da gibt es so Vorgaben. Das kann man schlimm finden, aber meist hören sich diese Vorgaben viel schlimmer an, als sie sich tatsächlich auswirken – wenn man nicht die Villa Kunterbunt nachbauen will. Oder sagen wir es so: Gehry würde vermutlich keinen Spaß bekommen, wenn er ein bauwerk in eine städtische Entwicklungsmaßnahme bauen will.