Biertransport

Also so langsam habe ich das Gefühl, dass Stepstone vielleicht so ein bisschen unverschämt wird. Gerade eben wollte es mich noch zum Panzerfahrer machen, jetzt bietet es mir den Job hier an:

 

rewe

Oder ob Stepstone einfach schleichend mein Suchprofil anpasst… weil es schon so lange läuft, sich der Algorythmus „denkt“ ich sollte meine Ansprüche mal etwas herunterfahren? Oh „fahren“… hihihi… wie passend… *guckt genervt*.

Um diese „Empfehlung“ zu kompensieren, kam mir ein Artikel bei RP-Online aber gerade recht. Unter der Überschrift „Acht schnelle Tricks, die happy machen“ listet die Zeitung an Position 1 tatsächlich und vollkommen humorlos „Bier“ auf. Und beginnt den Satz danach ernsthaft noch mit „Es ist kaum zu glauben: Der Geschmack von Bier macht tatsächlich glücklich.“ Das ist wirklich… unglaublich… Kurz darauf behaupten sie dann zwar, dass insbesondere alkoholfreies Bier glücklich machen würde, aber das klingt nach einem Märchen, oder? An Position 2 folgen übrigens Tierbabys – ganz interessant: Menschliche Babys tauchen in der Liste nicht auf.

Angeblich soll auch Lachen happy machen… ui! Ich glaube, ich schau mir beim nächsten Anflug von unglücklich-sein einfach besoffen Tiervideos bei Youtube an.

Marketing-Panzer

Ich habe bei Stepstone einen Jobnewsletter abonniert. Darin habe ich als gewünschte Berufsfelder Marketing und Eventmanagement angegeben. Gestern bekam ich dann im Stepstone-Newsletter u.a. folgende Jobs angeboten:

wehr

 

Psycho-Spam

Ich vermute mal, das nennt man Spam 2.0:

schaden

Nicht nur, dass der Text doch recht philosophisch – mit den Entscheidungen des Lebens im Konflikt stehend – anmutet, nein die Unterschrift weißt sogar schon auf den Inhalt des ZIP-Archivs im Anhang hin. Wahnsinn! Ich glaube, ich werde auch Spam-Versender!

Spiegel-Kommentar-Kommentar

Trotz der Gefahr, dass ich mich wegen wenig Recherche und Polemik auf das Niveau eines Boulevard-Blattes begebe… ich möchte dringend diesen Spiegel-Kommentar… ähm… kommentieren.

Nach einer etwas elitären, wohl ironisch gemeinten Einleitung (fail), schreibt dort der Autor:

Parlamentarier arbeiten viel (jedenfalls im Regelfall), sie stellen sich in den Dienst der Allgemeinheit, und dafür haben viele von ihnen sogar einen deutlich lukrativere Stelle verlassen. Wenn wir gute Leute im Bundestag haben wollen, die ihren Job ernst nehmen, müssen wir sie auch anständig bezahlen. Höhere Diäten? Aber sicher! Und übrigens: Gerne können sie künftig auch automatisch an die Lohn- und Gehaltsentwicklung in Deutschland angepasst werden. Das macht die Sache ein Stück transparenter.

Nun… ich liiiiebe diese Argumentation, denn sie ist Quatsch! Genauso wie Politiker stellen sich zahlreiche Berufsgruppen wie Müllmänner, Lehrer, Krankenschwestern und… Krankenbrüder(?) in den Dienst der Allgemeinheit. Dabei verdienen sie deutlich schlechter und können sich vor allem nicht über eine Lohnsteigerung von ca. 20% in den letzten 14 Jahren freuen. Denn, das vielleicht mal zur Erläuterung, um 2000 herum, verdienten die Parlamentarier noch etwa 6.000 Euro, jetzt 8.200 Euro. Und noch kurz der Ausflug zur Altersvorsorge, die ja im Kontext der Diätenerhöhung gesenkt wurde: Sie wurde von 67,5% auf 65% gesenkt. Der „normale“ Arbeitnehmer, darf sich über ca. 43% „freuen“. Also mal generell: Fühlt sich das fair an?

Aber ich wollte eigentlich etwas zur Argumentation schreiben. Dort formuliert der Autor, viele Politiker hätten eine deutlich besser dotierte Stelle für das Amt verlassen. Zunächst einmal, kann ich mich nicht erinnern, dass sie irgendwer dazu gezwungen hat. Die Entscheidung haben sie – in Einzelfällen auch glücklicherweise – freiwillig getroffen. Und ich vermute, sie wussten, worauf sie sich eingelassen haben. Und eigentlich ist genau das der richtige Weg, dass Menschen nicht wegen des tollen Gehalts sondern wegen einer Menge Idealismus in die Politik wechseln, weil sie einen gewissen Machtanspruch (man sollte das Wort nicht per se dämonisieren) haben und vor allem den Willen, Prozesse und Gesetze im Land zu verbessern. Ich glaube, Politiker, die wegen des Geldes im Parlament sitzen, braucht kein Mensch.

Und es geht auch gar nicht darum, dass wir die Politiker nicht „anständig“ bezahlen wollen. Das ist eine sehr eigenartige, kurze stammtischartige Argumentation. Ich glaube, selbst wenn die Herrschaften 6.000 Euro bekämen, wären/sind sie im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung noch sehr anständig bezahlt. Es behauptet aber doch auch niemand, dass man die Politiker unanständig bezahlen will… unanständig wenig. Die Arbeitsleistung, die ein Politiker erbringen muss, ist sicherlich mindestens zeitlich anspruchsvoller als das was so mancher von uns leisten muss. Dazu kommt auch ein gerüttelt Maß Verantwortung, keine Frage. Aber dafür haben sie halt auch die Gestaltungsmacht, die viele insbesondere in diesem Maße nicht haben. Und wir wollen das Fass nicht aufmachen, wie viel Verantwortung ein lehrer oder eine Krankenschwester trägt…

Zuletzt möchte ich noch die Behauptung des Autors in Frage stellen, die Kopplung der Politikergehälter an die Gehaltsentwicklung in Deutschland seie transparent. Darauf muss man ertsmal kommen! Die Gehaltserhöhungen finden nach geplanter Regelung in Zukunft automatisch statt – und vor allem auch ohne Diskussion. Mal ganz davon abgsehen, dass bei z.B. 1,5% Lohnsteigerung in Deutschland sich bei einem Gehalt von 8.200 Euro schon „geiler“ anfühlen als bei einem Gehalt von 1.200 Euro. Da geht die Schere doch ganz klar auseinander, das wird zwingend unverhältnismäßig. Aber es geht mir um die Transparenz! Es ist viel transparenter, immer wieder über Diätenerhöhungen zu diskutieren, statt sie nebenbei steigen zu lassen. Und man darf hier den Parlamentariern durchaus auch unterstellen, dass sie mit dieser automatischen Steigerung ihrer Bezüge genau diese transaprente Diskussion in Zukunft umgehen wollten. Japp, behaupte ich!

Im zweiten Teil des Spiegel-Kommenatrs geht es um mangelhafte Transparenz der Nebeneinkünfte. Ja da stimme ich dem guten Mann zu, die darf und muss man kritisieren. Wobei ich mich schon wundere, wenn er oben davon schreibt, wieviel die Politiker arbeiten und dann unten nicht in Frage stellt, wie sie für ihre Nebeneinkünfte überhaupt noch Zeit haben…

Generell habe ich gar kein Problem damit, die Diäten von Politikern mal genauer anzusehen und ggf. auch zu erhöhen. Trotz allem Idealismus und auch der Machtfülle, die mit dem Amt einhergeht, darf man das entsprechend entlohnen. Aber so wie es geplant ist, erscheint es – auch abseits von Stammtischdiskussionen – doch höchst fragwürdig in Höhe der Diäten, der Altersversorgung und auch der geplanten Kopplung an die Gehaltsentwicklung in Deutschland.

Es ist einfach hirnrissig, Politiker selber über ihr Gehalt bestimmen zu lassen. Das muss generell (ob Politiker oder nicht) einfach schief gehen. Selbst wenn von 10 Angestellten, neun sich selber ein vernünftiges Gehalt zuordnen, wird sicherlich der Zehnte einfach mal auf die Kacke hauen und bei der nächsten Gehaltsverhandlungsrunde einer nach dem anderen der anderen neun umfallen, und sich in Zukunft auch den Urlaub auf den Malediven leisten wollen. Das ganze Konstrukt muss hier mal überdacht werden, genau in diese Richtung sollte man die Debatte mal schieben.

zitternde WM-Arithmetik

Hallo liebe WM-Freunde, hier ist es derzeit ganz besonders ruhig, da mich am rechten Arm eine Sehnenscheidenentzündung plagt. Ohne Witz: Ich tippe das hier ausschließlich mit links (!!!!!) – und ja, das sieht aus wie wenn Mama eine Email tippt… zum ersten Mal in ihrem Leben… und es dauert. Aber da muss ich durch, das Thema liegt mir auf dem ballförmigen Herzen.

Zum Thema: Laut Bild (und anderer Marktschreier-Medien) steht uns (deutschen) bei der WM das größte Zitterspiel seit… dem legendären Harrenburger-Schach-Open-Air-Turnier während dem sibirischen Winter 1435 bevor. Damals bezwang „Ulf Der Alpen-Zerbrecher“ gegen den Russen „Jegor Die Peitsche von Nowosibirsk“ nach 27 Zügen überraschend die entscheidende Partie, starb jedoch Tage später an einer Lungenentzündung.

Nachdem die USA gestern gegen Portugal 2:2 gespielt hat, stehen wir mit unseren amerikanischen Freunden mit 4 jeweils Punkten auf Platz 1 und 2 in der Tabelle, wogegen Ghana und Portugal mit jeweils einem Punkt hinter uns darben. Aber!!!! Jetzt treffen wir auf die USA und wehe die gewinnen gegen uns… dann wird es… vermutlich egal, weil:

Der Modus der Berechnung wer bei Punktegleichstand vor wem steht in der Tabelle geht nicht primär über den direkten Vergleich, was immer gern behauptet wird, die Platzierung in der Tabelle geht wie folgt:WM 2014 Gruppe G

1. erspielte Punkte
2. Tordifferenz
3. Anzahl der geschossenen Tore
4. direkter Vergleich

Das bedeutet nicht weniger, als das selbst bei einer deutschen Niederlage mit… sagen wir einem Tor Unterschied, Portugal mit mindestens 7:0 gegen Ghana gewinnen müsste. Welch schöne Analogie zu „CR7“, das nenne ich gelebte Corporate Identity – viel Erfolg Cristiano!

Oder umgekehrt müsste Ghana Portugal mit 5:1 wegputzen. Wirklich nur dann scheiden wir noch aus. Und für unsere amerikanischen Freunde: Selbst die sind ziemlich sicher weiter. Portugal müsste bei einer Niederlage von Klinsis Jungs mit 4 Toren Vorsprung gewinnen, Ghana reicht dagegen schon ein Sieg mit 2 Toren Vorsprung – vorausgesetzt, die USA verlieren nur mit einem Tor Unterschied.

Glaubt ihr alles nicht? Könnt ihr beim Tabellenrechner von kicker.de selber mal ausprobieren. Aber die BILD-Sport-Redakteure dürfen nun gerne weiter zittern…

It’s a Rap!!!

Mir fällt gerade auf, dass ich das folgende Video noch gar nicht für meine Blogleser verlinkt habe. Schreck lass nach! Schlimm diese digitalen Gräben zwischen Facebook, Twitter, Blogs usw… und was mach ich nur mit den Internetverweigerern? Denen singe ich es einfach vor!

Genug der Vorrede, hier ein schönes Video, gebastelt von den Jungs der Late Night Show mit Jimmy Fallon. Toll!

Und für die Gangsta-Rapper unter euch noch GIn & Juice, und die… ja wen eigentlich?… naja die, die Marky Mark und seinen Funky Bunch noch nicht vergessen haben, dürfen hier klicken.

Stoiber ist Weltmeister! Besiegt die Roth mit…

Ich mag ja eigentlich Günther Jauch. Darum habe ich mich auch total gefreut, dass er, wenn er schon nicht Bundeskanzler oder -Präsident wird, zumindest die wichtigste Talkshow des Deutschen Fernsehens am Sonntag Abend um… um… wann denn? Ich guck das nie…

Am Sonntag habe ich aber nach dem Länderspiel den Fernseher einfach mal angelassen. Es folgte Günther Jauch mit dem Thema „Fußball-WM in Barasilien – Fest oder Fiasko„. Das ist in mehreren Belangen ein saublöder Titel, denn er ist zunächst von der Formulierung her (gewohnt) zu nah am BILD-Schlagzeilen-Niveau und das ist nichts, mit dem man sich rühmen kann. Angeblich bekommt man mit gemäßigteren Titeln aber weniger Zuschauer, heißt es immer wieder gern. Ich behaupte mal: vielleicht kurzfristig, aber langfristig ist die Strategie  mit sachlicheren Titeln eher gewinnbringend – aber darum soll es hier ja gar nicht gehen.

Sondern eher um die zweite Ebene der bescheidenen Titel-Wahl, denn was ist denn überhaupt gemeint? Möchte Günther Jauch tatsächlich über ein sportliches Fest bzw. Fiasko reden? Und in Bezug worauf? Das gesamte Turnier? Die deutsche Mannschaft? Oder geht es doch eher um die Proteste in Brasilien? Im besten Fall kann man de Redaktion hier noch unterstellen, flexibel auf den Ausgang des vorangegangenen Spiels reagieren zu wollen und dementsprechend über die deutsche Mannschaft oder eben.. .alles andere zu sprechen.

Vielleicht muss man sich aber auch einfach mal die Gästeliste ansehen, um beurteilen zu können, worum es gehen soll. Da wäre zuerst Jens Lehmann, diese „Nominierung“ spricht wohl für eine sportliche Sendung, genauso wie die von Bela Rethy der zwar prinzipiell gar nicht geht, aber wohl elf Jahre in Brasilien gelebt hat – wie der Sprecher aus dem Off ankündigt. Gut, das klingt tatsächlich sportlich. Dann ist noch Peter Lohmeyer da, der Schaupsieler, der eigentlich immer bei Fußballthemen mit von der Diskussionspartie ist und der eigentlich immer nur von der romantischen zeit von Erfolgsfußball ohne Geld erzählt – aber Schalke-Fan ist… hmm… man kann darin einen Widerspruch sehen. Aber was macht er nun in der Runde? Genau, er wollte über Spielerprämien diskutieren, das ist zumindest konsequent, steht aber so nicht im Titel der Sendung.Und: Er ist immer ein toller Anlass Szenen aus dem schlimmen „Helden von Bern“-Film zu zeigen, der mich auf voller Länge zu Tode enttäuscht hat, aber wegen des Themas natürlich super sein muss und vermutlich bald wieder in der ARD läuft.

Fehlen noch zwei im Bunde! Bisher scheint es ja eher boulevardisch, sportlich zu werden. Aber jetzt: Da wäre zuerst Claudia Benedikta Roth unsere Fitze-Fatze-Präsidentin des Bundestags. Eigenartig, es geht nicht um Musik in den 60ern oder Energiepolitik, Oliver Geissen ist auch nicht vor Ort… was macht sie also da? Das kann sie später aufklären, sie war zuletzt in Katar und hat sich dort die Arbeitsbeding… Moment… Katar? Mal kurz auf der Karte gucken… nee, Katar ist keine Stadt in Brasilien, das ist dieses Land, wo 2022 die WM ausgetragen werden soll. Hmmm.. Ja.. aber gut, ein Politiker kann ja dennoch nicht schaden, wenn es um politisch motivierte Proteste geht.

Und genau aus diesem Grund wurde die politische Front noch mit dem 10-Minuten-Mann garniert, Edmund „The Schadbär“ Stoiber. Was er mit Brasilien am Zuckerhut (Pa-Tusch!) hat, konnte ich die ganze Sendung über nicht erkennen – er vermutlich auch nicht. Aber er lieferte sich ein überflüssiges Wortgefecht mit Peter Lohmeyer über Spielergehälter, Etats und Prämien. In diesem Kontext wurde sogar noch eine Rede von Uli Hoeneß aus 2007 eingespielt, in der er auf einer Vereinsversammlung die Fans angekackt hatte. Uli Hoeneß… war das nicht dieser… ach… egal. Das Ergebnis war, Peter Lohmeyer wäre doch irgendwie lieber Fan von Mainz 05 oder einem Verein der so ist wie Mainz 05.

Dann ging es unter anderem auch um den Unfall beim PR-Event mit Mercedes, wo sich natürlich Frau Roth über die Fahrt an sich und die Äußerungen von Oliver Bierhoff berufsbedingt echauffierte. Warum man denn solch gefährliche Dinge mache – okay… gut, kann man vermutlich drüber diskutieren, wenn man… ach Gott, nee… und dann aber auch im Zusammenhang mit „so kurz vor einer so wichtigen WM“. Ähm häh?! Ein Mensch schwer verletzt worden, da ist der Zeitpunkt dann doch eher wurscht. Hier sollten sich die Laberbacken aka Diskutanten doch tatsächlich mal einig werden, welchen Dreh sie dem Thema geben wollen. Entweder: Die armen Spieler werden vor einem Turnier geschockt und sind kaum noch leistungsfähig. Oder: Solche Aktionen gefährden Menschenleben und sind generell böse. Meine Meinung: Beides Quark.

Sehr putzig war, als Günther Jauch mit aller Ernsthaftigkeit nachfragte ob die Führerschein-Affäre von Jogi Löw oder die Pinkelaffäre von Kevin Großkreutz nicht das Spiel der Mannschaft beeinflussen und dann (unterstützt von Benedikta) aber auch partout nicht glauben wollte, als Lehmann erklärte, dass das während dem Spiel und eigentlich auch so generell den Spielern total Wumpe ist. Ich erspare mir hier den kurzen Ausflug zu „Spieler sind doch Vorbilder“ und Bela Rethys „aber warum muss das denn so?“ weiter auszuführen.

Das Lustige, es ging 45 Minuten lang nicht mit einer Wortsilbe um Bra- oder -silien und das bei einer Sendungslänge von 60 Minuten. Aber als man schon nicht mehr damit rechnete, kam 15 Minuten vor dem Ende plötzlich das angekündigte Thema aufs Tableau und es folgte der große Auftritt von… Bela Rethy. Denn – die aufmerksamen Leser dieses beitrags erinnern sich – Bela Rethy hat  elf Jahre seines Lebens in Brasilien gelebt. Da muss ich zugeben, dass man ihm dann durchaus eine gewisse Kompetenz bezüglich der brasilianischen Kultur… ach gut, nein, er hat seine ersten elf(!) Lebensjahre in Brasilien gelebt. Ich wiederhole das besser nochmal: Die_ersten_elf_Lebensjahre! Er erzählte dann von Public Hearing mit Radios im Stadtpark von irgendwo… und blaaaaaaaaaa (da war bei mir dieses Schutzfiepen im Ohr; kommt immer wenn Rethy spricht, um mein Hirn zu schützen). Das Thema war aber dann doch recht schnell ausschöpfend durch, weil wirklich keiner der Gäste irgend etwas Mehrwertiges oder Erhellendes zu den Protesten sagen konnte. Warum finden die statt, wie sind die Prognosen zur WM, welche Rolle spielt die FIFA, warum sind genau diese Gäste dann zu diesem Thema in der Sendung usw. Viel schlimmer: Irgendwer sagte das „Katar-Wort“ und schwupps war die Gruppe plötzlich bei 50 Grad und da kann man nicht Fußballspielen. Selbst hier wollte sich niemand auf einer tiefergehende Diskussion zu den Arbeitsbedingungen, Sklavenhaltung usw. äußern.

Schlussendlich würde ich gerne noch den „viel geredet – völlig Zusammenhanglos“-Preis an Herrn Stoiber verleihen, ein klarer Favoritensieg! Toll.

 

kraut, rüben und reporter

Seit dem 13.05.2014 gibt es das wichtige Crowdfunding-Projekt „krautreporter.de„.

Einschub: Crowdfunding bedeutet, dass die Leute, die sich für ein Projekt begeistern finanziell in gewisser Weise in Vorleistung gehen und das Ding unterstützen, das sind dann die sog. „Backer“. Wenn ein von den Initiatoren gesetztes Ziel in einem vorher gesetzten Zeitrahmen erreicht wird, müssen/dürfen dann alle Backer (achja, gesprochen „Bäcker“, wie das Brot) zahlen und das Projekt kommt zustande. Wird ein Ziel nicht erreicht, dann fließt auch kein Geld. Ich selber habe bereits ein Kunstprojekt in Melbourne von meiner tollen mexikanischen Freundin Sissy gebackt und das jüngste Filmprojekt von Zack Braff.

Nun aber zu krautreporter! Der ziemlich bescheuerte Name (japp, tatsächlich ziemlich blöd) soll euch bitte nicht daran hindern, dieses Projekt zu unterstützen. Hier haben sich einige sehr renommierte Journalisten zusammen getan und wollen eine Reportage-Website gründen, die nicht werbefinanziert ist und eben ganz anders funktioniert als Spiegel Online, FAZ, Zeit, SZ usw. Dabei steht die gründliche Recherche der Geschichten im Vordergrund, nicht der erste zu sein, der weiß, dass Kate Perry einen neuen Freund hat. Drei teilnehmende Journalisten, die ich sehr zu schätzen weiß, sind Peer Schader, Stefan Niggemeier und Jens Weinreich, deren Texte ich immer mit viel Begeisterung lese.

Die krautreporter zu unterstützen kostet gerade mal 5 Euro pro Monat, also 60 Euro pro Jahr – das ist weniger als so manches Zeitungs-Abo. Was ihr dafür bekommt, solltet ihr auf der Website durchlesen. Damit krautreporter wirklich live geht, bedarf es 15.000 Backer bis zum 13.06.14. Ich werde in diesen Tagen einer dieser Backer werden. Ihr könnt aber natürlich einfach nichts zahlen und hoffen, dass sich 15.000 Idealisten zusammen finden, denn die Artikel werden nicht hinter einer Paywall verschwinden. Sie werden aber auch nicht mit Werbebannern oder sonstigen Promotion-Aktionen verseucht sein. Ich finde, diese Art Journalismus ist sehr gerne 5 Euro pro Monat wert.

Jetzt hab ich hier viel getextet, schaut euch doch besser einfach mal die Homepage (wenn ihr dort immer weiter runterscrollt findet ihr die beteiligten Journalisten und ein paar FAQs) und auch das Erklär-Bär-Video:

[Anm.d.Red.: Wäre ich nicht so faul, würde ich jetzt meinen Beitrag von vor… 2 Jahren raussuchen, wo ich geschrieben habe, dass die Online-Magazine die Autoren in den Vordergrund stellen sollten, weil ich Artikel von bestimmten Autoren lesen will und die auch einzeln bezahlen würde (Stichwort: Mikrotransaktionen). Da ist es mir sekundär auf welcher Website das steht. Das hier geht in die Richtung und ich will mich bestätigt fühlen!]

Funny ist wohl auch krank

Das auf den Fotos ist unsere kleine Mitbewohnerin Funny. Die hatte ich ja bereits schon einmal vorgestellt, hier gibt es nun ein paar mehr Bilder.

Während ich das hier gerade schreibe, ist es Montagabend und Funny hat den Nachmittag beim Tierarzt verbracht. Mit Netz bei uns daheim (schon zum zweiten mal) eingefangen, dann in einen sog. Quetschkäfig verfrachtet, damit sie eine Narkosespritze bekommen kann und dann ist die komplett-Untersuchung gestartet. Warum? – frage ich rhetorisch – Weil sie seit ihrem ersten Tag bei uns Durchfall hat, fast das komplette Wochenende nur schlafend verbracht hat und jetzt auch noch ständig kotzen muss.

Generell sind bei ihr leider nur sehr kleine Fortschritte zu sehen, was das Vertrauen zu uns angeht. Sie lässt sich zwar ab und zu streicheln, aber sobald wir eine Bewegung auf sie zu machen, nimmt sie noch immer Reißaus. Das ist schon ziemlich deprimierend und gerade (siehe Einfang-Aktion) auch ziemlich nervenaufreibend, für uns, wenn sie vor Angst schreit, aber natürlich um so mehr für sie. Jetzt liegt sie noch ziemlich besoffen von der Spritze unter dem Bett und vertraut uns vermutlich noch ein bisschen weniger. Das Problem ist: Die bisherigen Untersuchungen haben noch kein Ergebnis gebracht, welche Krankheit sie haben könnte, jetzt untersucht das Labor und überrascht uns in den kommenden Tagen Stück für Stück mit Informationen. So wie die Tierärztin klang, rechnet sie mit etwas schlimmerem, denn sie glaubt nicht, dass der anhaltende Durchfall (übrigens zu Beginn garniert mit einem ecoli-Virus) noch etwas mit der Umstellung vom Tierheim zu uns zu tun hat. Und weil es immer wieder gefragt wird in dem Zusammenhang: Ja, das alles ist ganz schön teuer. Und wir konnten schon wieder keine Tierkrankenversicherung vorher abschließen – und ja, so etwas gibt es auch, kann sinnvoll sein, gibt es aber nur für gesunde Tiere.

Mir fällt die aktuelle Situation sehr schwer. Funny lässt uns nicht wirklich an sie ran und damit wird es für uns umso schwerer ihr zu helfen. Kasimir war – als er bei uns einzog – auch sehr schwer krank, aber er ließ sich viel besser helfen. Alleine dass wir ihn knuddeln durften oder überhaupt anfassen und in die Transportbox packen, hat allen Beteiligten doch sehr geholfen. Und so kommt es, dass ich Kasimir doch noch immer sehr vermisse. Er war für mich wie ein richtiger Kumpel, hat mir extrem viel gegeben und er kommt halt einfach nicht mehr zurück. Jeden Tag, wenn ich heim komme, muss ich daran denken, wie er mich oft blökend wie ein Schaf auf der Straße abgeholt hat und mit in die Wohnung gelaufen ist. Oder wie er sich auf mich gelegt hat, sich gestreckt, geputzt oder geschlafen hat. Noch immer wiegt dieser Verlust sehr sehr schwer. Noch immer bin ich darum oft sehr traurig.

Sozial mit Aal

Seit Wochen… ach was, seit Mooontanen frage ich mich, „Warum sollte ich die FDP“ wählen… und es fiel mir einfach kein Argument ein. Wofür stehen die Gelb-Blauen? Was war noch deren – der Werber würde sagen – „Markenkern“? Und als ich fast verzweifelt aufgeben wollte, hab ich in Düsseldorf die Plakate von Frau Strack-Zimmermann gesehen und dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren…“Klaaaaaar!!!! „Sozial, die FDP steht für S-O-Z-I-A-L!!!“.

FDP-Strack Zimmermann

Ich frage mich, wie das bei der Abstimmung der Texte und Motive abgelaufen sein muss bei der FDP. Wird in der Parteizentrale wirklich geglaubt, dass irgendwer vor diesem FDP-Plakat stehen bleibt und denkt, „achja klar, die FDP steht natürlich für sozial, für was auch sonst! Mensch, die wähle ich sofort!“.Das wird doch nun wirklich niemand ernsthaft annehmen!!!

Aber mOment, nehmen wir einfach doch mal an, die FDP hätte wirklich ihre soziale Ader entdeckt… okay… also wirklich nur als extrem utopisches Beispiel… nehmen wir an, die FDP hätte tatsächlich ein richtig soziales Wahlprogramm: Das muss man inhaltlich kommunizieren, so wird das nix!